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Gedanken zum Handwerk des Schreibens

Der BRAZ

Den BRAZ, also den Besten Romananfang Aller Zeiten habe ich vorgestern beim Stöbern in der Buchhandlung entdeckt. Buch gegriffen, aufgeschlagen, erstes Kapitel, erster Absatz:

„Sackerment“, rief Goethe, als ihm hinterrücks eine verkorkte Flasche Burgunder so heftig über dem Schädel zerschmettert wurde, dass ihm der Schlag in alle Glieder ging. Er hatte nicht einmal mehr die Zeit gehabt, seinen Daumen aus dem Mund der Frau zu nehmen. Benommen lehnte er sich an den Tisch, um nicht in die Knie zu gehen, aber schon hatte der andere ihn am Kragen gepackt und herumgewirbelt, bereit, ihn mit einem Fausthieb niederzustrecken. Schiller hatte indes das Geweih samt Schädel und Trophäenbrett gegriffen und ließ es nun auf den Rücken des Angreifers niedersausen. Als der Mann ohnmächtig zu Boden ging, knirschten die Scherben unter seinem Leib. Während Schiller das Geweih nicht aus der einen Hand gab, stütze er mit der anderen seinen Freund, bis der seine fünf Sinne wieder zurechtgesetzt hatte.

Buch zugeklappt, bezahlt, nach Hause getragen, durchgelesen. Robert Löhr: Das Erlkönig Manöver. Die deutschen Klassiker suchen und finden das ganz große Abenteuer. Hinreißender Schmöker.
Und – wie gesagt – für mich der beste Romananfang aller Zeiten. Mag wer dagegen halten?
[tags]Roman, Anfang, Schreiben[/tags]

Warum sie schreiben

“Ich schreibe, um Freude zu bereiten”
Thomas Mann

“Ich schreibe, um etwas festzuhalten, das ich miterlebt habe; sonst wäre es verloren.”
Max Frisch

“Ich schreibe, weil nur die nicht schreiben, die keine Krise haben.”
Herbert Achternbusch

“Ich schreibe, um mich an Dinge zu erinnern, die nie geschehen sind.”
Harry Mulisch

“Ich schreibe, um herauszufinden, warum ich schreibe.”
Christa Wolf

“Ich schreibe, weil ein Leben ohne zu schreiben eine Wirklichkeit ohne Flüge in andere Welten wäre.”
Patricia Highsmith

“Ich schreibe, weil ich eigentlich nur in meinen Texten existiere.”
Joyce Carol Oates

“Ich schreibe, um meine Welt wenigstens für eine Weile unter Kontrolle zu halten.”
T. C. Boyle

“Ich schreibe, um den Raum zu rechtfertigen, den ich auf dem Planeten Erde einnehme.”
John Updike

“Ich schreibe, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen.”
William Faulkner