Splitterbrötchen (XXIII)

Wie kommen die Marketing-Fuzzis von Vodafone eigentlich darauf, dass ich bereit wäre, Geld (und wenn’s auch nur ein paar Cent sind) zu bezahlen, um zu erfahren, wie es beim Fußball steht?

Erstaunlich, wie viele einigermaßen intelligente Menschen glauben, der Bericht vom Überdruss an sich selbst sei bereits eine kulturelle Leistung.

Der Fußball-Kommentator Beckmann verblüfft: Was immer er auch ankündigt, tritt nicht ein.

Was hör ich da am Telefon beim Beantragen einer neuen Kreditkarte? „Falls mal Geld benötigt wird, können Sie einfach hier bei uns anrufen. Dann überweisen wir’s auf ihr Giro-Konto!“ Klingt gut. Überzeugendes Konzept.

[tags]Pseudoweisheiten, Tiefsinn, Wichtigtuerei[/tags]

Bassman’s Diary 24.11.07 – Porree-Lied

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Nachdem ich einmal unfallfrei durch „Sunshine of your Love“ gekommen bin, hab ich angefangen, mich in Fressacks Porree-Lied einzuarbeiten. Besser gesagt, in die ersten 5-6 Takte, weiter bin ich erstmal nicht gekommen. Das ganze ist ziemlich schwierig zu greifen, es klingt fürchterlich und ich schaffe es nicht, im Rhythmus zu bleiben. Ansonsten bin ich auf einem guten Weg.
[tags]C&A, Weltkarriere, Alterstorheit, EADG[/tags]

Bassman’s Diary 23.11.07 – Lizenzanfrage

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Bevor ich mir mit Knoten in die Finger spiele und in aufwendige Hard- und Software (Mikro, W-Lan-Kabel, Sequencer) investiere, um meine Übungs-Sessions online zu stellen, klär ich doch erstmal die lizenzrechtliche Lage, dachte ich mir, und hab der GEMA gemailt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich betreibe eine private, nichtkommerzielle Homepage im Internet, in der ich eine durchaus überschaubare Menge von Besuchern über mein persönliches geistiges und seelisches Fortkommen informiere. Nun habe ich mich – mit 51 Jahren – entschlossen, das Bass-Spielen zu erlernen und werde dabei von einem hessischen Gastwirt, der ein Fachmann auf dem Gebiet der Bassgitarre ist, aufopferungsvoll unterstützt.
Besagter Gastwirt – und einige regelmäßige Besucher meiner Seite – fordern mich nun auf, einige meiner Bass-Übungs-Sessions online zu Gehör zu bringen. Ich hab ja alle gewarnt, weil es zur Zeit noch ganz grauenvoll klingt, was ich spiele, aber der Gastwirt und die Besucher lassen nicht nach. Und da die Besucher meiner Website kulturell hochstehende, anspruchsvolle Menschen sind, möchte ich sie nicht mit ein paar Tonleitern abspeisen. Aber was würde die GEMA sagen, wenn ich zum Beispiel meine Version der Bassläufe von „In a gadda da vidda“ auf meiner Website bereitstelle? Müsste ich dann Lizenzgebühren bezahlen? Das würde mich hart treffen, weil meine Bassgitarre schon nicht ganz billig war. In diesem Falle würde ich mich dann doch schweren Herzens auf lizenzfreie Tonleitern beschränken (obwohl einige dieser Tonleitern sich ganz genau wie Original-Gitarren-Soli des seligen Jerry Garcia anhören).
Zu dieser ganzen Problematik – zusammengefasst: darf ich internetöffentlich mit bekannten Songs Bass üben? – erbitte ich Auskunft und Rat von Ihnen und verbleibe mit kollegialen Grüßen

Chris Kurbjuhn

Ansonsten das übliche: Tonleiter, Sunshine of your Love. In a Gadda da Vidda lässt sich gut greifen, klingt aber vollkommen dubios. Dieses Bourée-Stück von Jethro Tull, das ich spielen soll, hab ich mir mal angehört. Wenn ich einen Großteil der Noten weglasse, könnte es klappen.

[tags]C&A, Weltkarriere, Alterstorheit, EADG[/tags]

Eine Stadt im Meer? Das gibt nix!

Wo waren eigentlich diese typischen kleingeistigen Bedenkenträger, die vorher alles besser wissen, als Venedig gebaut wurde?

Blauweiss

„Eyh, ’ne Stadt ins Meer zu bauen, das ist doch Quatsch. Lasst uns ein paar Meter weiter nach links gehen, da haben wir ’nen soliden Untergrund, da kennen wir uns aus. Da ist es billiger. Und sicherer. Und praktischer.“

Fresko

„Diese komischen Verzierungen an den Häusern kann man auch weglassen. Nach ‚er Weile hat man sich dran satt gesehen, und in ein paar hundert Jahren ist der Lack eh ab. Kann man sich die Farbe und die Mühe sparen.“

Schmaler Kanal

„Diese schmalen Kanäle sind doch total unpraktisch und daneben. Warum machen wir nicht einen Plan, nachdem wir die Stadt kontinuierlich und vernünftig erweitern? Da brauchen wir diese dussligen Klein-Kanäle nicht.“

Komische Brücke

„Sie wollen eine Brücke nur für die Straftäter? Vom Dogenpalast zum Gefängnis und zurück? Glauben Sie, wir haben für so einen Quatsch Geld?“

Von oben

„Das mit eurer komischen Stadt im Meer wird nie was. Nach ein paar Jahren kräht kein Hahn mehr nach eurem Venedig.“

[tags]unterwegs, Italien, Venedig[/tags]

Bassman’s Diary 22.11.07 – Kleine Fortschritte

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Ging schon viel besser heute. Und vor allen Dingen länger. 18 statt 15 Minuten, bevor ich die Saiten vor Schmerzen nicht mehr runter bekam. Wie soll das erst werden, wenn ich Rheuma bekomme? Oder Gicht?
Auf alle Fälle habe ich mich weiter entwickelt und ein paar Bluestonleitern ausprobiert. Das hörte sich an, als würde Elmar Gunsch außergewöhnlich laut rülpsen.
Es gibt weiterhin viel Raum für Verbesserungsmöglichkeiten. Morgen will ich „In a gadda da vidda“ ins Repertoire aufnehmen. Hoffentlich scheitere ich nicht an der differenzierten Polyrhythmik.
[tags]C&A, Weltkarriere, Alterstorheit, EADG[/tags]

Das Urteil

Heute hat mir ein verdammt geschickter Langfinger auf dem U-Bahnhof Bismarckstr. die Geldbörse aus der Tasche operiert. Nuja, kann passieren. Viel Geld war nicht drin, Karten hab ich binnen einer halben Stunde gesperrt und neu geordert, sollte die Brieftasche nicht wieder auftauchen, steht mir ein bißchen Lauferei bevor. Ärgerlich, aber es gibt Schlimmeres.
Was mir zu denken gibt: Weil ich binnen zwei Jahren zum zweiten Mal auf diese Weise beklaut worden bin, hab ich den Polizeibeamten, der meine Anzeige aufnahm, gefragt, ob ich eigentlich wie ein potentielles Opfer aussehe. Die Pause, die er machte, bevor er den Kopf schüttelte, war ein bisschen arg lang…
Oh je.
[tags]Diebstahl, Opfer, Auswahlkriterien, Arschkarte[/tags]

Aus der Spur

Ähm… Effjott?

Du, lieber Boris Becker, bist mit 40 nicht mehr der Boris Becker wie mit 17. Du bist ein Bruchteil Deiner Vergangenheit. Weißt Du noch, wie wir uns kennenlernten …
Du warst wunderbar. Ich hab Deine Hände angefasst, Du hast mir Deine Blasen an den Füßen gezeigt. Ich war verliebt in Dich.

Ich verfolge Ihre Kolumne ja schon geraume Zeit, deshalb weiß ich auch feine Signale zu deuten: Kann es sein, dass das Outing von Anne Will Sie ein bißchen aus der Bahn geworfen hat? Kann es sein, dass Udo Waltz beim Abschieds-Grappa ein wenig herumgeblödelt hat, und Sie den Unfug mit „neuer Trend“ und „muss jetzt jeder Promi machen“ für bare Münze genommen haben? Okay, Schwamm drüber. Und vergessen Sie Boris. Bei dem hätten Sie nur eine Chance, wenn Sie wie die junge Frau Feltus aussähen. Sollten Sie doch am besten wissen.
[Tags]Effjott, schleichender trampelnder Wahnsinn, Gehirnmissbrauch, Ungeheuer![/tags]

Bassman’s Diary 21.11.07 – Schmerzhafter Anfang

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So, heute ist mein Bass angekommen. Welcher besoffene Teufel hat mich nur geritten, in meinem Alter nach der ewigen Pause noch einmal eine Gitarre in die Hand zu nehmen? Immerhin, eine Viertelstunde habe ich gespielt, bzw. geübt, paar Tonleitern und zweimal „Sunshine of your Love“ (konnte ich überraschenderweise noch), dann waren die Fingerkuppen Hackfleisch.
Meine linkshändige Technik ist vollkommen im Arsch, meine rechte Hand ist lahm wie eine arthritische Schildkröte und die Töne, die ich produziere, hören sich eher nach Bernhardiner mit Darmproblemen als nach Bassgitarre an.
Aber was soll’s, es kann nur besser werden. Ich geh jetzt meine Fingerkuppen an div. erfrischenden Kaltgetränken kühlen und guck Fußball.
Hoffentlich spielen sie in der Kneipe keine alten Platten.
[tags]C&A, Weltkarriere, Alterstorheit, EADG[/tags]