Auf der Berlin-Seite vom heutigen Tagesspiegel steht ein Artikel mit der Schlagzeile „Zehntklässler können nicht rechnen.“ Diesen mathematisch herausgeforderten Zehntklässlern möchte ich zurufen: „Macht nix! Braucht ihr auch nicht können, wenn ihr zur Oper oder in die Verwaltung geht!“, denn direkt über den nichtrechnenden Schülern vermeldet der Tagesspiegel, dass die anstehende Renovierung der Staatsoper irgendwas zwischen 130 und 290 Mullionen Euro kosten wird.
Ich will darüber gar nicht meckern, dass liegt in der Natur der Sache, dass man sich beim Renovieren mal ein bißchen verpeilt. Man geht mit 20 Euro in den Baumarkt, und dann braucht man doch mehr Farbe und Tapeten, und dann ist da ein Super-Akku-Schrauber im Angebot, und bei einer Opernrenovierung läuft das natürlich in ganz anderen Dimensionen, da kommt man mit einem Akku-Schrauber aus dem Angebot nicht hin.
Da ist es doch toll, dass die „Freunde und Förderer der Staatsoper“ den mathematisch überforderten Verwaltern und Operatoren ein Gutachten spendiert haben, in dem steht, wieviel dass alles kosten soll (Das Gutachten pendelt sich mittig zwischem 130 und 290 Mios ein. Pfiffig. Hätte ich auch so begutachtet, obwohl ich keine Ahnung von der Materie hab). Bedenklich finde ich allerdings, dass die Freunde und Förderer der Staatsoper für dieses Gutachten 500.000 Euro bezahlt haben. Wo kommen wir denn dahin, wenn das Schule macht?
Ich seh mich schon im Supermarkt: „Tach, Froin Wuppke, was kost‘ denn heut der Kammbär (Supermarkt-Berlinisch für eine französische Weichkäsesorte)?“ – „Preisauskunft kost ab heute 5 Cent im voraus.“
[tags]Oper, Renovierung, Kostenvoranschlag, Geldschneiderei, Ungeheuer![/tags]
Archiv des Autors: Chris Kurbjuhn
He’s got the whole web in his hands…
Wenn man in Friedbert Pflügers Blog die Mailbenachrichtigung bei Kommentaren aktiviert, bekommt man Mails mit dem Absender „World Wide Web Owner“. Greift Pflüger nach der Weltherrschaft? Glaubt er, als Dr. Fu Man Chu der Berliner CDU punkten zu können? „First we take the Internetz, then we take Berlin“?
Und – ganz wichtig – ist dieses Vorgehen mit dem Ortsverband Frohnau abgestimmt?
[tags]Pflüger, Berlin, CDU, Weltherrschaft, Gummizelle, Ungeheuer![/tags]
Die Entweder-Oder-Suppe
Das schwierigste an dieser Suppe ist, herauszufinden, um was für eine Suppe es sich handelt. Entweder ist es nämlich eine Fischsuppe mit weißen Bohnen, oder es ist eine weiße Bohnensuppe mit Fisch.
Wie auch immer, für 4 Portionen braucht man (Mengenangaben muss man nicht so genau nehmen): ein Pfund gekochte große, weiße Bohnen (kann man selber einweichen und vorkochen, kann man auch aus der Dose nehmen, wenn man Zugriff auf entsprechende Dosen hat. Bei meinem Gemüsehändler bekomme ich Dosenware aus der Türkei, die wirklich sehr gut schmeckt), ein bis zwei Pfund Fischfilet (paar verschiedene Sorten wären gut, auch Tintenfischtuben oder die ein oder andere Meeresfrucht sind erlaubt), 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 1 Paprikaschote, 3 kleine Zucchini, 2 bis 3 Tomaten und so einen dreiviertel Liter Fischbrühe. Die kann man sich prima selber machen, alldieweil die Fischfilets für die Suppe ja gewürfelt werden. Einfach die anfallenden Abschnitte (Grätenstränge, Silberhäutchen, sonstiges Gefiesel) in Olivenöl angehen lassen, paar Gemüsereste (grüne Lauchblätter, Champignonstiele, Sellerie, Stück Zwiebel, was gerade da ist) dazu, mit heißem Wasser ablöschen, 20 Minuten ziehen lassen, abseihen, fertig. Kostet praktisch nix und schlägt die aromafreie, überteuerte Plörre aus dem Glas um Längen.
Zurück zur Suppe: Kleingeschnittene Zwiebel und Knoblauch in reichlich Olivenöl angehen lassen, ohne dass das Zeugs Farbe annimmt, währenddessen Paprikaschote und Zucchini putzen und kleinschneiden, dazuwerfen, durchdünsten, weiße Bohnen dazu, Prise Thymian, Chilischote schadet auch nicht, mit dem Weißwein ablöschen, beinahe vollständig einkochen lassen, salzen, pfeffern, mit der Fischbrühe auffüllen und 20 Minten lang gerade eben simmern lassen. Inzwischen die Tomaten entkernen und in Streifen oder Stücke schneiden (besessene Küchenaktivisten schälen sie zuvor) und in den letzten 5 Minuten dazu werfen.
Jetzt wirft man die gewürfelten und zitronierten Fischfilets dazu, rührt unter, stellt den Herd aus und läßt noch fünf Minuten ziehen. Rührt eventuell vorhandenes Grünzeugs (Basilikum? Petersilie?) unter und trägt zu Tisch. Dort vollendet man mit einem Schuß kaltgepreßten Olivenöls, oder man stellt ein Schälchen Pesto bereit, was sich jeder Esser über die Suppe kleckern kann, das ist verboten lecker.
Und wer jetzt immer noch nicht weiß, ob das eine Fischsuppe mit Bohnen oder eine Bohnensuppe mit Fisch ist, der nennt sie einfach LBSDGGVA, Lieblings-Bohnensuppe der geduldigsten Gemahlin von allen. Denn das ist sie.
[tags]Kochen, Eintopf, Fisch, weiße Bohnen[/tags]
Splitterbrötchen (XI)
Interessant, dass in deutschen Kriminalfilmen mittlerweile auch vom Büro aus via Handy telefoniert wird. Sind die Tarife wirklich so günstig, oder ist Festnetz-Telefonie auch bei Kommissaren mittleren Alters nicht mehr sexy genug?
Dass ich Michel Friedmann mal recht gebe… Aber bitte: „Der Staat hat so wenig wie möglich von seinen Bürgern zu wissen.“ Michel Friedman hat recht.
Was mir wirklich Sorge bereitet: Wolfgang Schäuble muss wissen, dass der „Bundestrojaner“ ein kompletter Unfug ist. Und er muss wissen, dass eine ziemlich große Menge Menschen weiß, dass das Unfug ist. Warum erzählt er dann diesen Unfug trotzdem, wieder und wieder?
In den Keywords eines Seniorenportals, das das Wort „Senioren“ meidet wie der Teufel das Weihwasser, habe ich den Ausdruck „Best Ager“ gefunden. Es wird mir eine Freude und Ehre sein, jedem, der mich jemals als „Best Ager“ bezeichnet, mit einer Pumpgun das Licht auszupusten, bevor der Sargdeckel über mir zuknallt.
Letzte Woche machte ich David Odonkor auf das Ähnlichkeitsproblem auf, dass er mit Detelf D! Soost hat. Diese Woche möchte ich Bernd Schuster im ähnlichen Sinne vor Ingo Lenßen warnen.
Idee für einen Western: Ein Revolverheld kommt in die Stadt. Niemand kann sich seinen Namen merken. Titel des Films: „Man nannte ihn Dingens“
[tags]Pseudoweisheiten, Tiefsinn, Wichtigtuerei[/tags]
In eigener Sache: Namensvetter
Weil nun schon zwei Leute per Mail angefragt haben: Mit dem Herrn, der den gleichen Nachnamen trägt wie ich, wohl ebenfalls in Berlin lebt und im Internet mit rechtem Gedankengut um sich wirft, hab ich nix zu tun und will ich nix zu tun haben.
[tags]Kurbjuhn[/tags]
Sie haben wieder gepfiffen…
Bevor die Saison ausklingt, hab ich die Pfifferlinge noch mal pfeifen lassen. Zur Kaninchenkeule.

Für 4 Leute: 4 Karnickelkeulen, 1 große Zwiebel, 2 Zehen Knoblauch, 10 bis 20g getrocknete Pilze (Mischpilze, Steinpilze, was gerade da ist), 4 Streifen rohen Schinken oder Räucherspeck, 2 bis 3 Esslöffel Schmand oder Creme Fraiche, ein Glas Weißwein und soviel Pfifferlinge, wie man putzen mag, mindestens jedoch 1 Pfund. Und Schnittlauch, so viel wie man sich leisten kann. Frische Kräuter sind ja bald teurer als Pfifferlinge. Neulich wollte mir so ein Halsabschneider geschäftstüchtiger Gemüsehändler 2 Euro für ein Bund Bärlauch abknöpfen.
Getrocknete Pilze ein Weilchen in heißem Wasser einweichen lassen, rausnehmen, ausdrücken, kleinschneiden. Einweichwasser aufheben, wenn nötig (Sand!) durch einen Kaffeefilter schütten. Fett (Olivenöl, Rapsöl, Butterschmalz) auf mittlerer Stufe erhitzen, Karnickelkeulen langsam anbraten. Wirklich langsam, 10 bis 20 Minuten veranschlagen, Zeit lassen, nicht in Panik geraten, die werden auch bei kleiner bis mittlerer Hitze irgendwann goldbraun. Wenn dieser Zustand erreicht ist, die Keulen kurz aus der Pfanne nehmen, das Fett abkippen und kleingeschnittene Zwiebeln und Knoblauch angehen lassen. Mit dem Weißwein ablöschen und fast vollständig einkochen lassen. Angebratene Keulen mit Salz und Pfeffer einreiben, zurück in die Pfanne geben, mit Pilz-Einweich-Wasser aufgießen und sanft simmern lassen, bis die Keulen weich sind. Je nach Grüße und Fleischqualität dauert das noch 40 Minuten bis anderthalb Stunden. Ist auch Geschmackssache, ob man das Fleisch aggressiv vom Knochen nagen möchte oder ob es sanft vom selben fallen soll. Wenn man die Hitze niedrig genug einstellt, hat man einen ausreichend großen Ermessensspielraum.
In Zwischenzeit hat man die Pfifferlinge geputzt (trocken, selbstverständlich, wenn die geduldigste Gemahlin von allen Zeit hat) und den Schinken/Speck gewürfelt. In einer möglichst großen Pfanne (Platz für die Pilze!) Fett erhitzen, Pifferlinge rein und unter Speckzugabe pfeifend braten, bis sie gar sind. Salzen und pfeffern.
Inzwischen die Keulen aus dem Topf nehmen und warm stellen. In den verbliebenen Bratfond die 2, 3 Esslöffel Schmand rühren und etwas einkochen lassen. Pfifferlinge und reichlich Schnittlauch unterrühren, die Keulen auf Teller anrichten, Löffelchen Pfifferlinge plus Sauce dazu, Rest in einer Schüssel auf den Tisch stellen. Kommt gut. Muskulöser Weißwein dazu kommt richtig gut. Mahlzeit!
[tags]Kochen, Kaninchen, Pfifferlinge[/tags]
Pigor, Eichhorn und der Ulf
Eigentlich wollte ich mich jetzt wieder lang und breit über die Bar jeder Vernunft auslassen. Der Laden ist einfach unmöglich, man sitzt schlecht, man sieht schlecht, die Gastronomie des Etablissements ist ein Kapitel für sich und außerdem… Ach, Quatsch, Schwamm drüber!
Wenn Pigor, Eichhorn und der Ulf in Berlin auftreten, dann treten sie nun mal im Spiegelzelt an der Schaperstr. auf, und „Wegbleiben“ ist bei Pigor, Eichhorn und dem Ulf keine Option. Gestern war Premiere von „Volumen 6“, und wenn nicht noch aus irgendeiner Versenkung die Überraschung des Jahres auftaucht, dann ist die neue Show der drei der Höhepunkt der Saison. „Rache für die gebrochenen Versprechen von IT“ und „Maulende Rentner“ sind Instant-Klassiker. Und die sensationellen „Kevins“ (hier ist ’ne Hörprobe) gibt’s als Zugabe. Die geduldigste Gemahlin von allen und ich haben uns schlapp gelacht. Was will man denn mehr.
Außer vielleicht einen anderen Auftrittsort.
[tags]Pigor, Eichhorn, Ulf, Hochkomik, Salon-Hiphop[/tags]
Bitte was?

Da fragt man sich doch unwillkürlich, warum die vier Dicken aus dem Wellensee-Bad einen eigenen Landwirt haben.
[tags]Schilder, Ottografie[/tags]
Hals über Kopf
Unfassbar, was ich im heutigen Tagesspiegel lesen muss:
Zurzeit bereitet sich Ben Becker auf die Premiere eines neuen Stückes vor: In Zusammenarbeit mit dem Filmorchester Babelsberg und der Zero Tolerance Band will er am 12. Oktober im Tempodrom „Die Bibel – eine gesprochene Symphonie“ auf die Bühne bringen, begleitet von den Babelsberger Symphonikern und seiner Band, sagte seine Sprecherin. Daran sitze Becker Tag und Nacht. Er sei vor wenigen Tagen aus einem Kurzurlaub von Mallorca zurückgekehrt und habe sich „Hals über Kopf wieder in die Arbeit gestürzt“.
Ich bin sprachlos. Ben Becker – genau, DER Ben Becker – hat gleich nach dem Urlaub wieder zu arbeiten begonnen? Genau wie wir alle? Das hätte ich nie für möglich gehalten.
[tags]Becker, Prost, Gehirnmissbrauch, PR-Geblubber, Ungeheuer![/tags]
Gelber Montag
Wofür ich kein Verständnis habe, sind Menschen, die einen halben Vormittag damit verdaddeln, eine vollkommen überflüssige Website wie „Simpsonize me“ aufzusuchen, um dort stundenlang an einem ebenso überflüssigen Selbstportrait herumzufriemeln. Als ob es sonst nix zu tun gäbe!

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[tags]Simpsons, Egomanie[/tags]

