Besser als Clooney!

Bild.T-Online.de:
Hollywood-Star George Clooney (45) plagt das Zipperlein. In einem Interview mit dem US-Magazin „Newsweek“ schilderte er sein Problem recht plastisch: „Wenn ich morgens aufwache und mir tun die Knie weh, denke ich bloß: Ich bin 45!“

Mir tut morgens beim Aufwachen auch das Knie weh. Und ich kann denken: „Ich bin 50.“ Das sind 5 mehr. 5 mehr als Clooney! Eat this, George…

Chris Barber grüßt Eschwege

1971 war’s, als in meiner Heimatstadt Eschwege die Stadthalle fertig gebaut worden war, ein damals ultramoderner Mehrzweckbau mit Hotel, Restaurant und riesengroßem (800 Plätze!) Veranstaltungssaal von allerdings schon damals durchaus gewöhnungsbedürftiger Optik. Eine verblüffend hoch angesetzte Fensterfront, die nur zur Hälfte von äußerst farbenfrohen… Gardinen in futuristischem 70er-Jahre Design verdeckt wurde, sorgte für reichlich Gesprächsstoff in der Perle der Hessischen Schweiz.
Nichtsdestoweniger, der Kulturbund musste seine Veranstaltungen nun endlich nicht mehr in der Turnhalle der Struthschule durchziehen, sondern hatte ein eigenes, luxuriöses Domizil. Wenn auch mit diesen… Gardinen. Das war aber egal, denn die Veranstaltungen waren ja abends. Da war’s dunkel, und da sah man die… Gardinen nicht. Wie dem auch sei, jetzt konnte der Kulturbund mehr Veranstaltungen pro Jahr organisieren, und endlich, endlich etwas für die Eschweger Jugend tun. Und deshalb gab es gleich nach der feierlichen Eröffnung ein Konzert mit einer richtigen Band, mit der Chris Barber Jazz and Blues Band. Äh, ja, doch. Chris Barber. Der war damals schon über 40, und er spielte Cordhosen-Jazz. Möglicherweise lag der Eschweger Kulturbund seinerzeit ein klitzekleines bißchen daneben, was den Zeitgeist anbelangte, aber das war der Jugend letztlich egal. Die Musik war laut, und sie kam weder von einem Schulorchester noch von einem Spielmannszug, also war die Stadthalle pickepackevoll, und alle waren sich einig, dass die… Gardinen in der festlichen Dunkelheit praktisch gar nicht zu sehen waren und somit auch nicht störten. Die Band begann pünktlich, und auch wenn es Cordhosen-Jazz war, es war wenigstens fetziger Cordhosen-Jazz. Die Band spielte 3 starke Nummern am Stück, und dann trat Chris Barber persönlich ans Mikrofon, um uns zu begrüßen. Uns stockte der Atem. Chris Barber spricht zu uns! Was würde er sagen? Etwas persönliches? Oder würde er nur einen auswendig gelernten, xmal runtergenudelten Begrüßungstext runterleiern? Barber, ganz routinierter Profi, lächelte gut gelaunt ins Publikum, ließ seinen Blick über die hypermoderne Stadthallenarchitektur schweifen, bekam große Augen und sagte: „Ooooh… lovely shutouts you’ve got.“

Jenseits aller Vernunft

Gestern Abend las der einmalige Eckhard Henscheid in der Bar jeder Vernunft. Liebe Gastronomie jenseits der Vernunft, es ist schlichtweg ein Verbrechen, eine Lesung mit Henscheid zu organisieren und dann dem Publikum ein gescheites Weißbier zu verweigern („Wir haben nur Pils und alkoholfrei auf der Karte…“). Henscheid ohne Weißbier ist wie die Hölle ohne ein gescheites Fegefeuer! Wenn man also einen solchen Titanen des Humors, der mehr für die Popularisierung obergäriger Getränke getan hat als jeder andere lebende Autor, bei sich lesen läßt, dann hat man gefälligst über den Schatten der eigenen Getränkekarte zu springen, und ein gescheites Hefeweizen anzubieten, punktum. Apropos Getränkekarte: 0,75l Mineralwasser für 6,50? Eher flachen Zweigelt für 5? 0,3l plörriges Pils für 3,90? Die Grenzen zwischen Gastronomie und Straßenraub beginnen zu verschwimmen.

Enorme Herausforderung

Seuchen: Das mysteriöse Verschwinden der Vogelgrippe – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten:
„14 Milliarden Vögel in China zu beobachten ist eine enorme Herausforderung, insbesondere wenn viele dieser Vögel in Hinterhöfen leben“, sagte Henk Bekedam, ranghöchster WHO-Vertreter in China.

Und wenn dann einem dieser Vögel in einem Pekinger Hinterhof der Reissack auf den Kopf fällt, justament dann hat man keinen Film in der Digitalkamera, oder wie darf ich diesen Satz verstehen?

Mehr kicker-Überschriften

Heut sind im aktuellen kicker wieder eine handvoll Perlen verüberschriftet worden. Bittesehr, die heutigen kicker-Headlines aus den Regional- und Amateurligen, düster und rätselhaft, gelegentlich knallhart an der Grenze zur Poesie, aber immer mit Namen:
Ernemann lässt Dobry aus den Augen
Stuff trifft zum schmeichelhaften 2:2
Joker Großkreutz stochert und jubelt
Deumelandts Treffer sichert einen Zähler
Görkes Elfmetertor entscheidet das Spiel
Heinzmann bestraft den FC St. Pauli
Schröder setzt einen Kopfball unter die Latte
Stanislawski will nun komplett übernehmen
Zedi macht in der Nachspielzeit alles klar
Kassels Adler verhindert ein Debakel
Hasa sehenswert – Okpala kommt
„Euro-Eddy“ Schmidt ist der neue Trainer
Holebas nutzt Linses Fehler eiskalt aus
Schuon besorgt aus 30 Metern den Sieg
Konrad-Treffer belohnt Aufholjagd
Königs siebtes Tor verlängert die Serie
Mesic macht mit dem 2:0 alles klar
Wohlfarth entscheidet das Aufsteigerduell
Barth: „70 Prozent reichen nicht“
TSG-Mäzen Dietmar Hopp ärgert sich
Kock Chef – aber nur bis zum Sommer

und zum Abschluß der semantische Dropkick in den Winkel:
Rensing gleich mehrfach Endstation

Gänsekeulen mit karamelisiertem Weißkohl

Das hab ich zum ersten Mal bei Ulrike und Harald gegessen. Und seitdem koch ich’s selber immer wieder. Für vier Gänsekeulenesser braucht man: 4 Gänsekeulen, ca. 1 kg Weißkohl, 3 Äpfel, ca. 4 Esslöffel braunen Zucker, frischen Meerettich, Salz und Pfeffer.
In einem flachen Bräter ohne zusätzliches Fett die Keulen bei allerhöchstens mittlerer Hitze langsam anbraten (10 bis 15 Minuten), so dass das Gänsefett ausbrät. Wenn die Keulen braun sind, rausnehmen, Fett bis auf 2 Esslöffel abgießen, den braunen Zucker reingeben und karamelisieren lassen. Den entstrunkten und feingeschnittenen Weißkohl dazugeben, kurz durchdünsten, mit 3/8l Wasser ablöschen, salzen und pfeffern. Gänsekeulen ins Kohlbett, Deckel drauf und bei 180 Grad eine Stunde lang im Ofen in Ruhe lassen. Deckel ab und nochmal 30 Minuten offen im Ofen garen lassen. Äpfel schälen, entkernhäusern und in Spalten schneiden. Die Apfelspalten in den letzten 15 Minuten auf dem Kohlbett mitgaren lassen. Großzügig mit frisch geriebenem Meerettich bestreuen und servieren. Bratkartoffeln kommen sehr gut dazu. Mahlzeit!

Zündkerzengebrauchsanweisung

Advent: Bild.T-Online.de: „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei. Aber – wie zünde ich die zweite Kerze richtig an?“

Finde ich super, dass BILD sich dieser brennenden Frage endlich annimmt. Auch ich bin – wie offenbar viele andere Menschen draußen im Lande – total verunsichert, was das Adventskranzkerzenanzünden anbelangt. Führe ich das Streichholz an den Adventskranz, oder den Adventskranz an das Streichholz? Damit geht’s doch schon los!

Effjott und der totale Tourismus

Post von Wagner: Bild.T-Online.de
„Wir leben nun einmal im totalen Tourismus, der auf Einzelschicksale keine Rücksicht nimmt.“

Bitte, nicht so streng, Effjott! Das konnte doch niemand ahnen, damals, als der Reichsfremdenverkehrsminister uns fragte, ob wir den totalen Tourismus wollen. Als wir alle „Ja!“ gerufen haben, wussten wir doch nicht, dass dann das Einzelschicksal auf der Strecke bleibt. Dumm gelaufen!

Adabei

Gedanken machen – Der Shopblogger:

Mich haben heute zwei Kunden unabhängig voneinander etwa folgendermaßen angesprochen: „Arbeiten Sie hier?“, bzw. „Gehören Sie hier zum Laden?“ Sollte ich anfangen, mir Gedanken zu machen?

Ich bin mal, auf der Premierenfeier eines Musicals, für das ich das Buch schreiben durfte, in folgenden Dialog geraten:
„Waren Sie auch beteiligt?“
„Ich bin der Autor.“
„SIE haben DAS geschrieben?“
„Ich fürchte ja.“
„Das sieht man ihnen nun gar nicht an. Sie werden es schwer haben.“
Auweh. Ich mach mir aber schon lang keine Gedanken mehr deswegen.:)

Wichtig!

Beobachte zur Zeit ein statistisch hochinteressantes Phänomen: Mehr als Zweidrittel aller Emails in meiner Inbox, die im Betreff das Wort „wichtig“ enthalten, beginnen mit der Zeile: „Das Jahr 2006 neigt sich dem Ende zu…“ Find ich gut. Ist wirklich wichtig zu wissen, dass die Verfasser derartiger Mails denken, man wäre genauso dämlich wie sie selbst.