Also irgendwie hab ich ein bisschen Pech mit den Abstimmungen in der Netzecke. Erst wollte ich wissen, ob ich nun Bassspielen lernen soll oder nicht, da gab’s ein unentschieden. Um eine Entscheidung dieser Frage zu erzwingen, habe ich wieder abstimmen lassen und wieder ist ein unentschieden dabei rausgekommen. Totes Rennen zwischen „Münze werfen“ und „machen was mir durch den Kopp schießt“. Was nu?
Okay, ich hab mir gesagt: Wirf eine Münze und mach, was dir durch den Kopp schießt, hab die Münze geworfen, und die ist mir in den Gully gefallen und schon hatte ich nicht mehr genug Geld, um mir einen Bass zu kaufen (von den Vorschüssen für Management und Catering ganz zu schweigen, das geht ins Geld, dieses Musikdingens).
Aber in der Stunde schwärzester Verzweiflung strahlt das Licht der Verheißung am hellsten, oder so ähnlich, jedenfalls hat mich die geduldigste Gemahlin von allen (Genau! Die, die nur eine Stimme bekommen hat. Da verzweifelt man doch an der Demokratie!) aus diesem finanziellen Dilemma befreit, in dem sie mir großzügig einen Gutschein für eine Bassgitarre zum Geburtstag geschenkt hat. Also, wir können jetzt Nägel mit Köppen bzw. Griffbretter mit Bünden machen.
Sowie wir endgültig über einen Bandnamen entschieden haben, heb ich den Gullydeckel hoch und hol den Euro raus, von dem ich dann die Vorschüsse an Olaf und Fressack zahle. Das muss reichen. Und mit dem Gutschein schieß ich mir dann eine Bassgitarre. Bloß: Was für eine? Voll elektrisch? Akustisch? Semi-akustisch? Eigentlich müsste ich jetzt ja eine neue Abstimmung machen, aber ich trau mich nicht. Wer weiß, was dann in den Gully fliegt.
[tags]Schorschi, Bass, Weltkarriere[/tags]
Archiv des Autors: Chris Kurbjuhn
Splitterbrötchen (XX)
Fantastische Titelidee für einen in der Wirtschwaftswunder-Ära angesiedelten, hochsensiblen Frauenroman: Die Schwarzgeld-Ausgeberin.
Wenn man einem Theatermenschen das Theater wegnimmt, bleibt ihm nur noch eine ganze Menge heiße Luft. Als ob das wenig wäre.
Ist es nicht ganz entsetzlich, dass das Adjektiv, dass das neue Album der Eagles am treffendsten kennzeichnet, „gediegen“ ist?
Nach „49“ und „Fuffzich“ ist „51“ ein banales, langweiliges Alter.
Wie sensibel sich ZDF-Mann Norbert Galeske geben kann, wenn er Frauenfußball kommentiert: „Deutliches Trikot-Zupfen! Das war schon kein Zupfen mehr, das war ein klares Festhalten!“
[tags]Pseudoweisheiten, Tiefsinn, Wichtigtuerei[/tags]
Professionell abgehen
Zur Zeit ist es Mode, Talksshows vorzeitig zu verlassen. Aber die derzeitigen Abgänge ließen für meinen Geschmack doch einiges zu Wünschen übrig. Da wurde weich aus dem Studio rausgeeiert, statt profimäßig einen Höhepunkt zu setzen. Wäre es vielleicht eine lukrative Geschäftsidee, Seminare für Prominente anzubieten, die sich stilgerecht aus Sendungen entfernen möchten? Um den Markt zu testen, möchte ich ein kleines Schulungsvideo vorführen, in dem ein Meister seines Fachs, quasi der Erfinder des zornigen Raus-Rauschens sein Handwerk bzw. seine Kunst vorführt. Frau Herman, Herr Bublath, schauen Sie sich das bitte gut an, damit das beim nächsten Mal besser klappt!
[youtube]1aNkWjeFWZM&rel[/youtube]
Bitte beachten, wie präzise Klaus seine Pointen setzt, und wie er trotz höchster Erregung Perlen der Dialogkunst improvisiert:
„Sowas kann doch nur jemand fragen, der vollkommen ahnungslos ist. Oder jemand, der bösartig ist.“
„Sie halten mich für bösartig?“
„Nein!“
Ganz großes Tennis.
[tags]Abgang, Kinski, Genie, Ungeheuer![/tags]
Houston, wir haben einen Effjott…
Und es begab sich, dass Effjott gleichzeitig in eine erdnahe Umlaufbahn und eine große Verwirrung geriet:
Die Frage, ob wir allein sind im Universum, macht Gänsehaut. Nach welchen Sonnen, wenn wir im All sind, sollen wir unsere Uhren stellen? Oder spielt die Zeit keine Rolle mehr? Beschützen uns im All die Engel mit ihren großen Flügeln – und wie werden wir fertig mit der Trauer, unsere Erde verloren zu haben? Hören wir Bach oder Mozart im Universum? Überlebt der Mensch im Universum oder retten ihn die grünen Männchen?
Immer schön der Reihe nach, Effjott. Vergessen Sie die Sonnen, was die Zeitmessung angeht. Wenn sie wissen wollen, wie spät es ist, lassen Sie – wie immer – einen Redakteur bei der Zeitansage anrufen, sich das Ergebnis durchsagen und übertragen Sie es auf ihre Armbanduhr. Bei den Engeln haben Sie etwas missverstanden, die spielen nicht auf großen Flügeln sondern auf eher kleinen Posaunen. Was Sie im Universum hören, bleibt nach wie vor Ihnen überlassen, es kommt nur darauf an, welchen Sender Sie einstellen, und die kleinen grünen Männchen sind nicht im Universum sondern in der Paris-Bar zu sehen, wenn Udo und Sie es mal wieder übertrieben haben. Sonst alles frisch?
[tags]Effjott, Gehirnmißbrauch, Universum, Science Fiction, Strahlenkanone[/tags]
Tücken der Abstimmung…
Vor einer Woche habe ich die Netzecken-Besucher gebeten, an der Entscheidung mitzuwirken, ob ich mit Kollege Impermeabile eine Karriere als Bassgitarrist wagen soll oder nicht. Und dies ist als Endergebnis dabei rausgekommen:
Ohne irgendjemand kritisieren zu wollen, aber mit diesem Ergebnis (12:12) kann ich letztlich nichts anfangen. Um es ganz deutlich zu sagen: Genau genommen bin ich keinen Schritt weiter als letzte Woche.
Dabei brauchen wir gerade jetzt Planungssicherheit. Impermeabile hat bereits einen Manager engagiert, der die Hotelzimmer bucht, die ich demolieren soll, wenn wir irgendwann mal (ich muss ja erstmal spielen lernen) auf Welttournee sind. Und wenn es jetzt doch nichts wird mit der Tournee, erheben manche Hotels Stornogebühren, und dann stehen Impermeabile und Olaf, der Manager, da. Und nehmen hinterher noch mich in Regress. Das ist doch kein Zustand!
Und die Zeit drängt. Ich werde bald 51, da brauch ich Klarheit über meine Zukunft. Deshalb geht die neue Umfrage nur bis Sonntag. Und weil die Netzecken-Besucher offenbar genauso entscheidungsunfähig sind wie ich, bitte ich sie jetzt nur darum, zu entscheiden, wie ich mich entscheiden soll. Keine Panik, hört sich komplizierter an, als es ist. Einfach irgendwo draufklicken. Rock on!
[tags]Direkte Demokratie, Weltkarriere, Alterstorheit[/tags]
Mahlzeit!
Schön, wie souverän das in der Stauffenbergstr, gegenüber vom Bendlerblock gelegene Maritim-Hotel auf seinem Internetauftritt Geschichtsbewusstsein demonstriert:
Ich hoffe doch, dass der Chefkoch ein Scientologe ist, der die zum Eintopfsonntag in der Gulaschkanone zubereitete Erbsensuppe mit dem Sturmgewehr umrührt.
[tags]Maritim, Hotel, Sprachschändung, Denkkräppel, Ungeheuer![/tags]
Splitterbrötchen (XIX)
Das Wort der Woche kreierte der Tagesspiegel, als er den Marktführer im Bereich Terrassenstrahler als „Heizpilz-Platzhirsch“ bezeichnete.
Nach dem überaus aufschlußreichen Auftritt bei Beckmann frage ich mich: Warum macht Mireille Mathieu nicht das, wofür sie offensichtlich prädestiniert ist? Reklame für Aufputschmittel.
Schön wär’s, wenn der Ottmar die Schweizer Nationalmannschaft übernähme und der Wurst-Uli uns den Mourinho kaufen würde. Dann wäre endlich Schluss mit diesem zerknirschten Wohlwollen, das einem als Bayern-Fan zur Zeit entgegenschlägt: „Diese Saison spielt ihr ja wirklich recht gut.“ Mit Mourinho könnte man endlich wieder Arschloch sein.
[tags]Pseudoweisheiten, Tiefsinn, Wichtigtuerei[/tags]
Bertie & Jeeves & Minnie
Als Wochenendclip habe ich diesmal eine kleine, feine Perle ausgegraben. In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts ging’s den britischen TV-Zuschauern richtig gut. Die kamen in den Genuss einer der komischsten Serien, die jemals produziert wurden: „Jeeves & Wooster“, eine Dramatisierung der Jeeves-Romane von P.G. Wodehouse, für mich nach wie vor amtierender Weltmeister der Hochkomik. Bertie Wooster, der leicht vertrottelte Adlige, der von einer Kalamität in die andere gerät, wurde von Hugh Laurie gespielt, Jeeves von keinem geringeren als Stephen Fry. Ausgezeichnete Bücher und zwei begnadete Komödianten, vollendetes, inspiriertes Handwerk. Wer perfektes Timing erleben möchte, nach dem man die Braunschweiger Cäsium-Uhr stellen könnte, erfreue sich an Bertie und Jeeves, wie sie „Minnie the Moocher“ singen. Viel Spaß.
[youtube]BWnB0hQWGdI[/youtube]
[tags]Jeeves, Wooster, Wodehouse, Fry, Laurie[/tags]
Er bloggt!
Heute ist ein herrlicher Tag. Gerade habe ich entdeckt, dass ein Mensch, den ich sehr verehre und bewundere, begonnen hat, ein Blog zu führen: Stephen Fry.
[tags]Fry[/tags]
Sag mir, wo die Raucher sind…
Morgens am Nollendorfplatz steig ich immer vom Bus in die U-Bahn, und wenn ich an der Fußgängerampel stehe, sehe ich die Raucher aus dem U-Bahnhof kommen, die sich hastig eine Zigarette anstecken. Es sind in den letzten Jahren deutlich mehr „Outdoor-Raucher“ geworden, kein Wunder, in diesem ärmlichen Land, wo alles und jedes reglementiert werden muss, gibt es ja kaum noch Orte, wo drinnen geraucht werden darf.
Okay, mich betrifft es nicht mehr, ich hab vor fünf Jahren den Absprung geschafft, aber heute ist mir etwas sehr merkwürdiges aufgefallen: Ich habe kaum noch Raucher in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Ich glaube nicht, dass das an mir liegt, denn ich bin keinesfalls zum militanten Nichtraucher mutiert. Wer möchte, darf mir jederzeit die Bude zuquarzen, hab ich kein Problem mit, man kann ja schließlich lüften. Auch befinde ich mich nicht auf einem Kreuzzug gegen den Nikotingenuss und versuche jeden Raucher, den ich erblicke, zum Aufhören zu bewegen. Ich bin – glaube ich – mehr oder weniger der gleiche, der ich vor fünf Jahren war, nur einfach minus Zigaretten. Tatsächlich haben aber sehr viele, beinahe alle Raucher, die ich vor fünf Jahren noch regelmäßig getroffen habe, peu á peu den Kontakt zu mir einschlafen lassen.
Woran mag das liegen? Hab ich mich doch stark verändert, ohne es zu merken? Ertragen meine rauchenden Freunde es nicht, einem gegenüber zu sitzen, der „vom Glauben“ abgefallen ist? Oder ist es einfach bloß Zufall, und es steckt nix dahinter?
[tags]Freunde, Raucher, Nichtraucher[/tags]
