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Ursachen für Pegida

So ca. 1992 war das, da habe ich ein Jahr lang für das Kleist-Theater in Frankfurt/Oder gearbeitet und im Auftrag der Intendantin, Frau Preuß, zwei Stücke für das Haus geschrieben. Während dieser Zeit spielte das Theater ein Paar GRIPS-Stücke, die – wen wundert’s? – wie die Feuerwehr liefen und von vielen Schulklassen über Wochen im Voraus ausgebucht waren. Bloß ein GRIPS-Stück wurde meist vor lediglich halb vollen Rängen gespielt, in „Ein Fest für Papadakis“ kam keine einzige Schulklasse. Die Dramaturgie fragte bei mehreren Lehrern nach, warum das Stück nicht gebucht würde. Die Antwort war bei allen die gleiche: „Dann müssten wir ja die Ausländerrfeindlichkeit thematisieren. Nein, das tun wir uns hier nicht an.“

Die Schüler dieser Lehrer gehen jetzt montäglich auf die Straße.

Nibelungen-Digest

Das Deutsche Theater Berlin hat für den März 2010 Friedrich Hebbels „Die Nibelungen“ in der Regie von Michael Thalheimer angekündigt. Thalheimer ist bekannt für seinen beherzten Zugriff auf klassische Texte, die er auf das absolute Minimum zusammenzustreichen pflegt, so dass man eine Thalheimer-Inszenierung meist in deutlich unter zwei Stunden hinter sich gebracht hat, sogar ohne sie Türen schlagend vorzeitig verlassen zu müssen. Doch wie wird Thalheimer mit Hebbels dreiteiligem Monumentalwerk umgehen, das wegen seiner epochalen Länge für gewöhnlich an zwei Abenden aufgeführt wird?
Spiegel Online mutmaßt bereits, man könne sich auf die „kürzesten Nibelungen, die es je gab“ freuen. Und das ist noch untertrieben. Der Netzecke ist das komplette, von Thalheimer zusammengestrichene Textbuch zugespielt worden, dass ich im nachfolgenden zu Dokumentationszwecken ausdrücklich ungekürzt veröffentliche.

Die Nibelungen

Ein Trauerspiel in drei Abteilungen von Friedrich Hebbel

Vorspiel: Der gehörnte Siegfried

(komplett gestrichen)

1. Teil: Siegfrieds Tod

Am Königshof in Worms.

Siegfried:
Brunhild sollte kein Problem mehr sein. Und wenn sie doch Ärger macht, geht’s mir am Arsch vorbei. Unverwundbar, wie ich bin.

Hagen von Tronje:
Das werden wir noch sehen.

Ende.

2. Teil: Kriemhilds Rache

Am Königshof in Worms. Später. König Gunther liest einen Brief.

König Gunter:
Kriemhild lädt uns alle ein. Ist ja eigentlich nett, aber… vielleicht ist ja doch ein Haken dabei.

Hagen von Tronje:
Wir können ruhig hinfahren. Von einer Frau haben wir nichts zu fürchten.

König Gunther:
Wenn du meinst… Dann fahren wir. Ein Tapetenwechsel wird uns gut tun.

Ende.

[tags]Theater, Hebbel. Nibelungen[/tags]

Mörderexpress – Die Radiospots

 Zum Mörderexpress gibt es 5 Radiospots, die wir bei Radio Westfalica aufgenommen haben und die dort auch zu hören sind. Oder hier, in der Netzecke. Viel Spaß.

„Keine weiteren Zwischenfälle…“
[http://www.chris-kurbjuhn.de/Audio/moerderexpress1.mp3]
„Die Zeitbombe“
[http://www.chris-kurbjuhn.de/Audio/moerderexpress2.mp3]
„Die Maske des Maestro“
[http://www.chris-kurbjuhn.de/Audio/moerderexpress3.mp3]
„Puccinis letzter Vorhang“
[http://www.chris-kurbjuhn.de/Audio/moerderexpress4.mp3]
„Ruhe sanft, Hugo“
[http://www.chris-kurbjuhn.de/Audio/moerderexpress5.mp3]

[tags]Mörderexpress, Minden, Theater, Krimi, Komödie[/tags]

Der Mörderexpress

Im Mörderexpress

In den letzten Wochen und Monaten war es in der Netzecke vergleichsweise bis äußerst ruhig. Gekocht wurde praktisch gar nicht mehr, Effjott musste ich brabbeln lassen, die EM konnte ich nicht in gebührendem Rahmen (über den blamablen Auftritt im Finale wird noch zu sprechen sein) würdigen, und sogar die Splitterbrötchen wurden gestern nicht ausgeliefert.
Der Grund ist simpel: Gestern war Premiere.
Ich habe für das Mindener Stadttheater ein Theaterstück geschrieben, den Mörderexpress. Und da ich mich – in einem Anfall geistiger Umnachtung – habe breit schlagen lassen, mitzuspielen, habe ich in den letzten 4 Wochen Drehsessel und Computer-Tastatur mit dem oben abgebildeten Handwerkszeug vertauscht.
Gottseidank hat sich ein wunderbares Ensemble meiner Limonaden-Scherze angenommen, so dass wir gestern einen schönen Erfolg in die Scheuer den Lokschuppen fahren konnten. Die nächsten Aufführungstermine sind Freitag, 25.07., Samstag, 26.07., Freitag, 08.08., Samstag, 09.08., Freitag, 22.08. und Samstag, 23.08.
Beim Mindener Tagblatt kann man einen wunderschönen  Film über den Mörderexpress anschauen.

[tags]Mörderexpress, Theater, Eisenbahn, Minden, Krimi, Komödie[/tags]