links for 2007-05-02

Dicker Hund: BILD vergisst dümmsten Hund

Bildblog: Die 10 dümmsten Hunde werden 13
Nachdem „Bild“ bereits vorgestern auf der Titelseite „die 10 klügsten Hunderassen“ präsentiert hatte (wir berichteten), gibt es heute auf der letzten Seite ein weiteres Hunderanking.

Danke an Bildblog für diesen wertvollen Hinweis. Natürlich habe ich mich sofort über die dämlichsten Köter-Rassen informiert, musste jedoch schockiert feststellen, dass der allerdümmste Hund fehlt, obwohl er BILD-Chef Kai Diekmann offenbar bestens bekannt ist: der Agendasetter.

[tags]BILD, Diekmann, Sprachmißbrauch, Blödsinn, Ungeheuer![/tags]

Gehirnschwurbel nach Zeitungslektüre

Manchmal bemerke ich so ein ganz merkwürdiges Sausen im Kopf, nachdem ich die Tageszeitungen gelesen, habe, als habe sich die ganze Welt inklusive meines Gehirns verschwurbelt nur mit dem einen Ziel, nämlich ein Gefühl äußerster Ratlosigkeit bei mir zu bewirken. Heute ist so ein Tag. Da lese ich überall von Krawallen in Kreuzberg, und gleich danach, dass es der Polizei gelungen ist, alle zwanzig Krawallurheber zu verhaften. Zwanzig? Ich hab jetzt gerade die Zahlen nicht parat, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass an einem durchschnittlichen Vatertag oder einem durchschnittlichen Silvester in Berlin nicht viel weniger oder eher mehr als zwanzig Leute verhaftet werden, weil sie ausfällig geworden sind. Da frage ich mich, warum eigentlich niemand von den „traditionellen Berliner Silvesterkrawallen“ schreibt? Und im Kulturteil vom Tagesspiegel steht ein Artikel über die Verleihung eines Theaterpreises in Höhe von dreißigtausend Öcken, den man Peter Zadek nicht verliehen hat, weil er nicht zur Preisverleihung kommen wollte konnte. Weil er nämlich einen Schauspieler umbesetzen muss, und die Premiere der Aufführung, für die er ihn umbesetzt, ist schon in sieben Wochen, und da läuft ihm die Zeit davon, und deshalb hat der Zadek jetzt einen Anwalt beauftragt, der ihm das Preisgeld gerichtlich erstreiten soll, weil in den Statuten nirgends steht, dass man den Schotter persönlich abholen muss, um preiswürdig zu sein. Und direkt daneben druckt der Tagesspiegel einen Artikel über das Erscheinen eines bislang unveröffentlichten Buchs von Gisela Elsner, die sich vor 15 Jahren umgebracht hat, weil sie die Existenzangst und das Fehlen jeglicher Akzeptanz im Kulturbetrieb nicht mehr ausgehalten hat, und ich frage mich, ist das Nebeneinandersetzen ausgerechnet dieser beiden Artikel nun Absicht, Zynismus oder Gedankenlosigkeit, und dann sehe ich die Anzeige von irgendeinem Geizbilligbrüllmarkt, der mir für nur 199 Öcken ein Autoradio verkaufen will, dessen Display 4096 Farben hat, und ich versuche verzweifelt einen Grund zu finden, warum ein Radio 4096 Farben braucht, um mir den Sender anzuzeigen, und alles wird immer schwurbeliger bis wieder diese Stimme zu hören ist, diese gleichzeitig verstörende und beruhigende Stimme in meinem Schädel, die aus dem Auge des Schwurbels heraus dröhnt: „Laß nach, Chris! Die Welt versteht dich nicht, und du verstehst die Welt nicht. So hat jeder seins.“
Ach ja. Bin schon gespannt, was morgen in der Zeitung steht.

[tags]Zeitung Kreuzberg Krawall Zadek Elsner Quatsch Gehirnschwurbel Ungeheuer![/tags]

Print 2.0

Wenn ich mir am Samstag den Tagesspiegel hole, ärgere ich mich jedesmal. Die Samstagsausgabe kostet 20 Cent mehr, die ich Samstag für Samstag aus dem Fenster rauswerfe. Gut, die Samstagsausgabe ist deutlich dicker als wochentags, aaaaber… das ist dem Immobilienteil und der Auto-Beilage geschuldet. Ich bin mit meiner Wohnsituation momentan zufrieden, und seid ich vor ca. 17 Jahren mein Auto abgeschafft habe, bin ich ein glücklicher, freier Menschen. Immobilienmurks und Autoquatsch wird also bei mir ungelesen in den Papierkorb entsorgt.
Warum zwingt mich die alte Tante Tagesspiegel eigentlich, dieses Zeugs zu kaufen? Warum muss ich die Wohnungssuche anderer Menschen mitfinanzieren, ihre Autoverkäufe subventionieren? Und warum ignoriert man wochentags die Allgegenwart des Internet dergestalt, dass man hartnäckig seine Leser mit dem seitenweisen Abdruck der Börsenkurse von gestern terrorisiert? Wäre nicht mal langsam Zeit für Print 2.0?

[tags] Zeitung Tagesspiegel immobilen Auto Unfug Geschäftemacherei[/tags]

Nur Stürmer

Sach ma, Wurst-Uli,
wieso kauft ihr eigentlich schon wieder wie wild Stürmer ein? Den Luca Toni habt ihr nun wohl doch schon im Sack… aber wieso eigentlich?
Fällt mir schon seit Jahren auf. Immer, wenn’s bei den Bayern irgendwo hakt, also bei den berüchtigten titelfreien Saisons, wird auf Shopping-Tour gegangen, aber ausschließlich in der Sturmabteilung.
Dabei seid ihr da doch eigentlich gut besetzt. Da habt ihr den Roy, der hat eine Bude nach der anderen gemacht, solange der Micha das Spiel gemacht hat und ihm die Dinger aufgelegt wurden. Dann habt ihr den Micha gehen lassen, dem Roy werden keine mehr aufgelegt, und er macht keine Buden mehr. Und jetzt lasst ihr den Brazzo gehen, der immer mal wieder die ein oder andere Flanke reinhaut, und ihr kauft keinen Flankengott sondern trefft euch mit dem Miro an der Autobahnraststätte. Was wollt ihr denn mit dem Miro, wenn ihr keinen habt, der dem Miro auflegt? Jetzt stehen sich der Roy, der Miro, der Luca, der Poldi und der Schlaudraff, den ihr ja auch schon gekauft hat, im gegnerischen Strafraum gegenseitig auf den Schlappen rum und warten auf die Bälle, die nicht kommen.
Weißte, Wurst-Uli, ich glaub, ich weiß woran das liegt. Das liegt am Findensienichtauch-Kalle. Seid der Findensienichtauch-Kalle bei den Bayern das Sagen hat, werden nur noch Stürmer gekauft. Weil der Findensienichtauch-Kalle selber vorne gespielt hat, übrigens genau wie der Wurst-Uli, und da kamen die Bälle von hinten aus dem nichts. Deshalb glaubt der Findensienichtauch-Kalle (und vielleicht auch du), dass man für diese Bälle keine Spieler braucht.
Mensch, Wurst-Uli, nimm doch mal den Kalle beiseite und sag ihm, dass früher die langen Bälle zuerst vom Firlefranz und später von Mao-Paule kamen. Das wird zwar anfangs ein Schock für ihn sein, aber dann wird der Kalle sich vielleicht endlich mal eure Hintermannschaft angucken. Dann muss auch euer Amok-Brasilianer nicht immer nach vorne rennen, um ins Blickfeld des Managements zu geraten.
Wär übrigens auch ’ne Idee, mal billig einen zuverlässigen Eisenfuß zu holen, der zu macht, wenn Lucio auf macht.
Mein ich ja nur. Nix für ungut.

[tags]Sport, Fußball, Bayern, Blamage, rabenschwarz, Tränenmeer[/tags]

links for 2007-04-28

Der andere Effjott

Im heutigen Tagesspiegel steht, dass Effjott Krüger gestorben ist, der Gitarrist von Ideal. Schade. Ein absolut aufsehenerregender Mann mit ausgeprägtem Stilempfinden. Unvergessen, wenn er im knallroten 190er Cabrio die Potsdamer Straße herunterfuhr, neben sich eine entsprechend gestylte Dame im Petticoat. Da blieben die braven Berliner mit hängenden Unterkiefern stehen und staunten. „Wat? Det issen Musiker? Na, typisch!“ Nu ja, typisch nun gerade nicht. Hat aber sehr schön stählern gescheppert, die Gitarre des anderen Effjott. Schade, dass man „nach Ideal“ so wenig von ihm gehört hat. Schade, dass man nun endgültig nichts neues mehr von ihm hören wird.

[tags]Ideal, Musik, Zeitgeist, West-Berlin, Effjott Krüger[/tags]

Bis zum Anschlag

Stets die Hand am Puls der Zeit zu haben und reaktionsschnell gesellschaftliche Strömungen aufzunehmen… das sind nicht unbedingt Dinge, die man von seiner Bank erwartet. Schön, wenn sie sich trotzdem kümmert. Seit ein paar Tagen dreht die Springerpresse wieder am RAF-Rad, der Rest der Presse zieht mit, Boock kommt ins Fernsehen… und die Commerzbank greift diese brisante Thematik beinahe spielerisch bei der Neugestaltung ihrer elektronischen Schlösser auf:
Bis zum Anschlag

Das ist erstklassiges Stadtguerilla-Marketing. Chapeau!

[tags]RAF, Anschlag, Bank, Guerilla Marketing, Ungeheuer![/tags]