In einem ansonsten ausgezeichneten Artikel über Diether Krebs auf SPIEGEL ONLINE lese ich:
Anders als bei Loriot regierte nicht der Feingeist.
Ich kapier es nicht. Herr von Bülow hat sich im Laufe seiner Karriere u.a. Nudeln an die Nase gehängt, hat Frau Hamann unsittliche Anträge gemacht, während er mit ihr über die Auslegware robbte und ist eine ungebührlich lange Zeit auf dem Wort „Kosakenzipfel“ herumgeritten, um nur diejenigen Klopper zu nennen, die mir zuerst einfielen. Ferner hat er sich mit schmierigem Rouladenfaden eingewickelt, hat beim Bilder-Rücken ein ganzes Wohnzimmer zerlegt und Frauen Bonbons in den Ausschnitt gespuckt, um nur diejenigen Nummern zu nennen, die mir als nächstes eingefallen sind. Schluss mit der Aufzählerei, Loriot hat nichts, aber auch gar nichts ausgelassen. Und trotzdem kliert nach wie vor jeder Journalist, der „Loriot“ schreibt, reflexhaft „Feingeist“ dazu. Ich kapier es nicht.
Macht aber nix. Schadet ja niemandem.
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