Splitterbrötchen (CDXCIX)

Der Mailbetreff der Woche: „Als gratis eBay Plus-Mitglied sparen Sie beim WunderWOW! Chris Kurbjuhn“ (Groß/Kleinschreibung und Interpunktion wie im Original).

Ganz erstaunlich: Menschen, die von anderen Menschen Empathie einfordern, ohne selbst welche zu zeigen.

Total krass, dass dieser krasse Lesefehler mir erst jetzt passiert ist: „Müslimischer“ statt „muslimischer“. Krass, wa?

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war mein gesunder Freitag. Als mittäglichen Snack gab’s Tofubratling an Radieschensprossen im Imbiss „Brutzelstübchen“ am Bayerischen Platz.

2016-11-18-13-46-34Kurz nach diesem schmackhaften Imbiss läuteten die geduldigste Gemahlin von allen und ich im Amarcord das Wochenende ein. Traubensaft und Hopfensmoothie – man kann auch ohne Alkohol lustig sein.
2016-11-18-17-46-13Von dort aus machten wir uns auf dem Weg zum China-Buffet bei „King-Do“ in Lankwitz, wo ich selbstverständlich die Ente Cross links liegen ließ und mir die vegetarische Alternative auf den Teller packte. Erst dann hab ich reichlich Ente genommen. Vegetarisch ist die perfekte Beilage zu Fleisch.- So macht gesunde Ernährung Spaß!

Facebook-Witz der Woche: „Du arbeitest doch in der Brauerei, kriegst du da was umsonst?“ – „Ja, zehn Kästen im Monat.“ – „Und was machst du mit dem Rest?“ – „Kauf ich im Laden.“

Aldi-Nord-Tipps: Die Fair-Trade-Schoko-Kekse sind sehr gut. Und der Frascati, der derzeit im Angebot ist, ist eine perfekte Saucengrundlage.

Splitterbrötchen (CDXCVIII)

Das nächste Jubiläum steht bevor. Nur noch zwei Wochen bis zur unfassbaren 500. Ausgabe der Splitterbrötchen. Was soll ich bloß anziehen?

Sprachliche Fehlleistung der Woche: „… die Kastagnetten aus dem Feuer holen“. (Quelle: Internet)

Es besteht ein offensichtlicher Zusammenhang zwischen Kürzungen und Stellenstreichungen bei den Verlagen und dem Erstarken des Populismus. Möchte das jemand ernsthaft bestreiten?

2016-11-13-12-26-21Überreste des kulinarischen Wochenhöhepunkts. Ja, wir waren früh dran mit der ersten Gans.

Mein Entsetzen über die Wahl Trumps hielt sich in Grenzen. Ich erinnere mich noch zu gut an Reagans Wahl 1980: Da herrschte angesichts eines  dümmlichen B-Picture-Helden, der es nur zufällig mit populistischen Parolen ins Weiße Haus geschafft hatte, die gleiche Katastrophenstimmung. Und nachhaltiger als Reagan wird Trump das Weltwirtschaftssystem nicht schädigen können.

Dicke Lese-Empfehlung: Bruce Springsteens Autobiographie. Schönes Buch. Weckt Erinnerungen.

Aus gegebenen Anlässen:

 

Splitterbrötchen (CDXCVII)

Letztes Selfie mit 59

Das letzte Selfie mit 59.

Block auf den See in Buckow.

An meinem sechzigsten Geburtstag hab ich dann mit Freude auf den wunderschönen See geblickt. In Buckow.

Stobbermühle, Buckow

Ausgezeichnet gegessen und wohlig geschlafen haben wir in der Stobbermühle dortselbst, einem der besten, angenehmsten, gemütlichsten Landgasthäuser in Brandenburg.

Die Steakmesser in der Stobbermühle sind eine Ansage.

Die Steakmesser, die sie dort ausgeben, sind eine Ansage.

Und wieder einmal hat sich erwiesen: Facebook ist die ultimative Geburtstags-App. Man kann den ganzen Tag lang Glückwünsche liken und sich an dem Einfallsreichtum der Gratulanten erfreuen. Das Gratulations-Highlight erreichte mich allerdings per E-Mail:

“You´re one year older. You´re getting closer and closer to that age where a life sentence isn´t really that big of a threat.“

In der Tat fühlt sich die 60 nach dem eigentlichen Geburtstag deutlich angenehmer an als vorher. Hätte ich nicht gedacht, obwohl es mir prophezeit worden war. Von meiner lieben Mutter. „Christopher, du wirst es nicht glauben, aber 60 ist schön.“, hat sie zu mir gesagt. 1978.

 

Splitterbrötchen (CDXCVI)

Die in Worte gegossene Rache gepaart mit grundsolider Beschimpfung ist eine literarische Gattung, die hierzulande viel zu selten gepflegt wird. Manfred Krug hat vor 25 Jahren ein Meisterstück dieses Genres vorgelegt.

Immer mehr Restaurants, zu denen mir Groupon-Gutscheine offeriert werden, sind mir vollkommen unbekannt. Könnte es sein, dass ich mittlerweile „Lokale für alte Leute“ bevorzuge?

Am Freitag vertrat ich eine Kollegin. Anhand der Werbung, die mir ihr Dozentenrechner einblendete, konnte ich feststellen, dass sie augenscheinlich deutlich kultivierter ist als ich. Werbebanner von Konzert-Agenturen für klassische Musik beispielsweise sah ich zum ersten Mal in meinem Internetleben.

Unser Best-Ever-Manfred-Krug-Moment: Anwalt Liebling hat sich mit seiner Rochter im Restaurant verabredet. Folgender Dialog: „Papa, ich habe mich entschlossen, mein Germanistik-Studio abzubrechen und Schauspielerin zu werden.“ – „Sind wir hier beim Griechen oder Italiener?“ – „Beim Italiener…“ – „Ah, ja. Einen Grappa bitte!“ Ist natürlich ohne die entgeistert-versteinerte Miene, mit der Krug das gespielt hat, nur halb so komisch.

Überraschend wurde diese Woche der Konjunktiv II zum Thema. Ich wusste nur noch nebulös, was das sein sollte, bemühte die Wikipedia und las „Der Konjunktiv II ist innerhalb des grundsprachlichen Systems der Konjugation (Grammatik) formal der Optativ des Perfekts…“ Da wurde schlagartig alles einfach und klar.

Kulinarischer Höhepunkt der Woche war das an kulinarischen Höhepunkten reiche Verfressen unserer aktuellen Skat-Kasse im Paris-Moskau (gewohnt exzellente Küche, gewohnt exzellenter Service, einfach ein Klasse-Lokal).

2016-10-29-20-36-14Ein feststofflicher Höhebunkt: Kalbsbäckchen mit Pak Choi und Wasabi-Kartoffelpüree. Ein flüssiger Höhepunkt: der Rotwein zum Hauptgang, die von einem absoluten Spitzen-Kenner georderte Cuvée K7 vom Weingut Hoepler in Breitenbrunn am Neusiedlersee.

Der Vorschlag, die Kreuzberger Wrangelstraße in Manfred-Krug-Straße umzubenennen ist naheliegend und folgerichtig. Aber wäre es nicht noch einen Tick sinnvoller, die Kreuzbergstraße in Lieblingsstraße umzubenennen?

Splitterbrötchen (CDXCV)

Wer hätte denn gedacht, dass ein seriöses Nachrichtenportal wie ntv in die Splitterbrötchen möchte? Und dann beglücken sie uns mit einer Headline wie „Nasenknorpel funktioniert auch im Knie“!

Laut SpOn hat sich ein Mitglied der Schwedischen Akademie darüber empört, dass Dylan sich noch nicht in Sachen Nobel-Preis gemeldet hat. Kleiner Tipp für die Zukunft: Googlen Sie eine Person, bevor Sie ihr einen Preis verleihen.

2016-10-22-21-14-34Kulinarischer Wochenhöhepunkt: eine herrliche Pizza mit Cimi di Rape und stark gefenchelter Salsiccia im Miseria e Nobiltà nebenan. Dolle Kombination. Pizza können Sie da wirklich gut (aber am Rand sollten Sie noch arbeiten, meint die beste, geduldigste Gemahlin von allen).

Geistige Verrohung bricht sich immer in der Sprache Bahn. Man wählt Pöbeln nicht als Stilmittel, man pöbelt, weil man nicht anders kann.

Splitterbrötchen (CDXCIV)

Große Freude über den Nobelpreis für Bob Dylan. Wobei der Preis natürlich 40 Jahre zu spät verliehen wird.

Subterranean Homesick Blues, Highway 61 Revisited und Blonde on Blonde – diese drei Alben haben Popkultur und Hochkultur miteinander verschmolzen und dürften die einflussreichsten Alben aller Zeiten gewesen sein.

Großes Entsetzen über den engstirnig-spießbürgerlichen Literatur- und Kulturbegriff, den erstaunlich viele Menschen noch zu pflegen scheinen. Stopp, pardon, „Entsetzen“ ist natürlich Quatsch. Eher kommt „Bedauern“ hin. Darüber, dass so viele Menschen Gefangene ihrer geistigen Schrebergärtnerei sind und offenbar nicht wissen, was sie alles verpassen. Nicht wahr, Mr. Jones?

https://youtu.be/CUNZRlCeaEI

Gestern im Fernsehen gesehen: „Zu blöd, um alt zu sein“ mit Otto Schenk und Michael Niavarani. Wer’s verpasst hat, den Abend gibt’s auf DVD. Sehr komisch, ich habe Tränen gelacht. Obwohl mir einige Witze, die Schenk erzählte, schon seit mehr als fünfzig Jahren bekannt waren. Also genau so lang wie viele Dylan-Songs.

 

Splitterbrötchen (CDXCIII)

Kulinarischer Wochenhöhepunkt: von der besten, geduldigsten Gemahlin von allen zubereitete Hühnerherzen. Jedesmal ein Festmahl.

Entdeckung der Woche: die Weinbar Amarcord. Tolle Weine (u. a. sensationeller weißer Rioja), souveränes, herzliches Gastgebership der Inhaberin Dana.

2016-10-03-11-03-13Seit ein paar Jahren verbringen wir den 3. Oktober immer in den in den Ministergärten gelegenen Landesvertretungen. Da herrscht eine entspannte, lockere Atmosphäre, und es  gibt gut zu essen und zu trinken. Dieses Jahr haben wir uns gefreut, dass unsere syrischen Freunde mitgekommen sind.

2016-10-03-12-30-40Ausgerechnet in der Vertretung des Saarlandes gab’s die kulinarische Befremdlichkeit der Woche, ein Stück Lyoner vom Schwenkgrill. Ich musste drei Plastikbestecke shreddern, um die ruppelharte Lederhaut runter zu bekommen. Muss das so?

Die Aufregung um die Aufdeckung des Pseudonyms „Elena Ferrante“ verstehe ich nicht. Sollen wir denn die Literaturwissenschaft, die sich ja u. a. damit beschäftigt, Werke Autoren zuzuordnen,  einstellen, nur weil jemand sein Inkognito wahren möchte? In dem Wort „Veröffentlichen“ steckt das Wort „Öffentlichkeit“.

2016-10-09-10-36-25Wenn es um das Führen von To-Do-Listen geht, sind moderne Tablet-Computer unschlagbar.

Splitterbrötchen (CDXCII)

Laut Terminkalender habe ich gestern mit meinem Kurs die Vergessenskurve nach Ebbinghaus durchgenommen. Es kann sich aber keiner dran erinnern.

Michael Altmann ist gestorben. Mit Heinz-Werner Krähkamp, der vor vier Jahren gestorben ist, bildete er eins der größten Komiker-Duos überhaupt. Höhepunkt des Schaffens der beiden war die Nummernrevue „Hartmann und Braun“1. Wer diese Show gesehen hat, muss instinktiv  Tränen lachen, wenn man den „indischen Hemdentrick“ auch nur erwähnt.

2016-10-01-16-11-07Kulinarischer Wochenhöhepunkt: schnell dahingeklöppelte, vage mediterrane Fischsuppe mit Knoblauch und Safran. Nicht im Bild: reichlich Aioli. Und Welschriesling von Frau Ettl aus Podersdorf.

ultimtumEin Ultimtum ist zwischen Verschwörung und Vermächtnis anzusiedeln. Vom Herzogtum ist das Ultimtum scharf abzugrenzen: Im Herzogtum wird Korrektur gelesen.

Und dann ist der neue Kluftinger in meinem E-Reader aufgeschlagen. Der Anfang ist furios: Klufti und Dr. Langhammer beim E-Mountain-Biking. Ich les jetzt weiter.

 

 

 

  1. nein, da reicht auch die „Kuh auf dem Dach“ nicht ran.

Splitterbrötchen (CDXCI)

Im Leipziger Zoo begegnete ich zum ersten Mal in meinem Leben einem Zwei-Finger-Faultier. „Ich hab zehn! Gewonnen!“, rief ich ihm zu. Das Tier reagierte perplex.

Es ist unmöglich, ein Wort wie Damschaffelsen auf Anhieb richtig zu lesen.

Im Leipziger Zoo hatte ich auch mein persönliches Wochenhighlight, als ich den Handkraft-Messer am Gorilla-Gehege benutzte. Ich kann mit den possierlichen Tieren ganz gut mithalten. Hätte ich nicht gedacht. Oder sollte der Messbereich etwas großzügig eingestellt gewesen sein?

Gegrillter Oktopus

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein hervorragendes Essen im Leipziger Lieblingslokal der besten, geduldigsten Gemahlin von allen, dem „La Provençe“. Wir hatten Blumenkohlsuppe mit Schinekn-Chips, gegrillten Oktopus (s. Foto), butterzart geschmorte Schweinebäckchen, gegrillte Wolfsbarschfilets, auf köstlichem, üppigem Spinat-Risotto und hinterher teilten wir uns noch eine Mouuse au Chocolat. Leipzig ohne das „La Provençe“ geht gar nicht.

WinUpdate

Dreieinhalb Stunden nahm sich mein Rechner beim Einschalten Zeit, um das Anniversary Update von Windows 10 zu installieren. Eine kleine Vorwarnung beim Ausschlaten wäre ganz nett gewesen. Meinichjanur.

Friebel

Für die Possierlichkeit der Woche sorgte ein Leipziger Apotheker.

Studio80

Und seine Nachbarn bewiesen, dass sie total cooles Design draufhaben.

Übrigens, wir waren in Leipzig.