Es musste so kommen. Diese Woche war in Berlin die Stelle eines „Customer Happiness Manager“ zu besetzen.
Facebook blendete mir Werbung für eine Gruppe ein, in der über Nahtoderfahrungen diskutiert wird. Mit meinem Gesundheitszustand scheint es nicht zum besten zu stehen.
Das Wort der Woche schuf Sascha Lobo, als er in seiner SpOn-Kolumne von „tiefster Unterirdik“ sprach.
Lobos Vokabel trifft insbesondere auf die vollkommen überflüssige Diskussion über Adblocker zu. Wenn die Industrie Werbung produzieren würde, die die Menschen gern anschauen (doch, sowas gibt’s), würden die wenigsten Ad-Blocker benutzen.Ein Geschäftsmodell, dass darauf beruht, Menschen zu zwingen, Dinge anzuschauen, die sie nicht sehen wollen, kann nicht funktionieren. Nur mal als Beispiel: Als Steffi Graf und Boris Becker beide Einzelkonkurrenzen in Wimbledon vor ca. 25 Jahren gewannen, übertrug RTL und sendete in jeder Wechselpause den gleichen Tütensuppen-Werbespot. Ich meide bis heute die Produkte dieser Firma, weil sie mir so auf den Zeiger gegangen ist.
Kulinarischer Höhepunkt der Woche: der erste Rosenkohl, gewürzt mit dem „nordhessischen Dreiklang“ Speck, Schmand, Muskat – die reine Wonne.
Neuen Reisepass beantragt: Termin auf dem Bürgeramt gemacht, Termin wahrgenommen, neues Passfoto abgegeben, Personalausweis vorgezeigt, Fingerabdrücke scannen lassen, zwomal unterschrieben, 56 Euro (!) für den Spaß bezahlt. Das hat keine fünf Minuten gedauert, aber ich musste fünf Wochen auf den Termin warten. Dasss das mühelos schneller geht, demonstrierte Fa. Facebook. Kaum hatte ich den Pass beantragt, begann man, mir Werbung für Länder anzuzeigen, die ich mit Pass bereisen kann.
Extrem verstörende Headline bei SpOn: „Gesunde Darmflora schützt vor Asthma“.
Apropos verstörend:
Diese Woche wurden zwei meiner Lebensobsessionen (die Romane Ian Flemings und die Küche meiner nordhessischen Heimat) in beglückender Weise zusammengeführt. Im neuen James-Bond-Roman „Trigger Mortis“ lässt der Commander sich zum Lunch Ahle Worscht servieren. Kein Blatt Papier passt mehr zwischen ihn und mich.
„Trigger Mortis“ spielt übrigens Ende der 50er Jahre und verwendet Originalmaterial von Fleming, dass er für eine nie realisierte TV-Serie geschrieben hat. Sehr gut nachgemachter Vintage-Fleming. Ich werde direkt nochmal „Colonel Sun“ von Kingsley Amis lesen müssen, um nachzuschauen, ob das immer noch der beste Post-Fleming-Bond ist, oder ob „Trigger Mortis“-Autor Alexander Horowitz jetzt in Führung liegt.
Und dann offerierte Fa. Groupon mir auch noch einen „asymmetrischen Wassserfallmantel“. Ich möchte gar nicht wissen, was das sein könnte.







