Schlagwort-Archive: Pseudoweisheiten

Splitterbrötchen (DXLIII)

In beinahe jedem Supermarkt bekomme ich kaltes Bier, kalte Cola, kalter Mineralwasser… warum eigentlich keinen kalten Weißwein?

Alles muss! Nix darf! Schlissen, Baby!

Ein Beitrag geteilt von Chris Kurbjuhn (@kurbjuhn) am

Etwas erklären bedeutet eben nicht, es zu vereinfachen. Ganz im Gegenteil.

Bitte, verlassen Sie auch meine Netzecke, wie es sich gehört. Torkeln Sie nicht herum, gröhlen sie keine martialischen Trinklieder und vermeiden Sie Tanzdarbietungen, wenn sie kein Profi sind..

Splitterbrötchen (DXLII)

Steffen Hellmann beschreibt die typische Denk- und Handlungsweise von bestimmten Autonomen sehr genau.  Und jeder, der irgendwann mal an einer Demonstration teilgenommen hat, kennt den erfrischend direkten Umgang, den einige Polizisten auch mit friedlichen Demonstranten pflegen. Einer bestimmten Gruppe die Schuld an den G20-Krawallen zuzuschieben, wird nicht möglich sein, hier haben wieder einmal Minderheiten verschiedener Gruppen eine vollkommen legitime Demonstration für ihre Zwecke instrumentalisiert. Eine Diskussion darüber, warum niemand von verantwortlicher Seite die hundertprozentig vorhersehbare Gewalteskalation vorhersehen konnte oder wollte, wäre die einzig notwendige und ehrliche.

Gleiches gilt für Herrn Bosbach: Das Frau Ditfurth es in allen Talkshows, zu denen sie eingeladen wird, darauf anlegt, sämtlichen Anwesenden gewaltig auf den Zeiger zu gehen, ist doch nichts neues. Warum ist er überhaupt hingegangen, wenn er wusste, dass sie auch kommt?

Beim Anschauen des Herren-Halbfinales in Wimbledon sehr gelitten, als der SKY-Kommentator an der Identifizierung der Ehrengäste in der Royal Box scheiterte: „Bitte haben Sie Verständnis, dass ich nicht jeden englischen Landadeligen kennen kann“, sagte er, als die Kamera Ken Rosewall zeigte. Später hat diesem Kommentator wenigstens jemand gesagt, wer Rod Laver ist.

Kommen wir zu erfreulicherem: Verka Serduchka. Bestes Musikvideo aller Zeiten. Ever, ever, ever. Auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, worum es genau geht.

Und jetzt drück ich Federer alle Daumen, die ich hab. Mach et, Roger!

Splitterbrötchen (DXLI)

Ich komme mit dieser „Prime Now“-Same-Day-Lieferung bei amazon nicht klar. Obwohl ich dafür bezahle, ist es mir peinlich, solche Umstände zu machen.

Wunderbar, nach dem Samstag-Einkauf auf dem Markt am Breslauer Platz mit Freunden bei Frau Behrens zu hocken. Das war Walnuss-Streusel.

Nu mal ernsthaft, wie vermarkten wir unseren Confed-Cup-Helden Stindl? Filmkarriere ist ein Muss, aber wie starten wir ihn ein? Klassische Verwechslungs-Komödie vor dem Hintergrund des Profisports, Arbeitstitel „Der Stindl-Schwindel“? Oder ein Adventure-Bundle schnüren mit „Indiana Stindl und der Querpass des Todes“? Oder doch in die RomCom-Richtung gehen mit „The Stindl of Love“? Jutta Hanke warf auf Facebook noch „Die unerträgliche Leichtigkeit des Stindl“ in die Diskussion. Hat jemand weitere Alternativvorschläge?

Der aktuelle Lieblings-Spinner. Dreht gar nicht mal so lange, liegt aber sehr gut in der Hand.

Ca. 40 Jahre lang habe ich die Anschaffung eines Tortenrings mit 18 cm Durchmesser geplant. Gestern habe ich den Plan endlich in die Tat umgesetzt. Siebeck-Kenner wissen, was ich als erstes gebacken habe.

’ne Kugel? Wie Google? Geh mir fort (danke, Stefan Rose!)!

Da ich den Confed-Cup bis zum Halbfinale ignoriert habe, setzt jetzt bereits der auf Live-Fußball-Entzug zurückzuführende Cold Turkey ein. Gottseidank läuft die Quali der Champions League. Diese Woche werde ich wohl APOEL Nikosia gegen F91 Düdelingen streamen. Mal sehen, ob die große Zukunft, die ich dem luxemburgischen Fußball vorhergesagt habe, bereits eintritt.

Tja, da muss sie jetzt wohl durch.

Splitterbrötchen (DXXIX)

Gestern war Kiezfest in der Cranachstraße. Wie fast immer betätigte sich die geduldigste, beste Gemahlin von allen als Flohmarktwirtschaftlerin, ich verrichtete Hilfsdienste. Ein Blick auf unser herausragendes, kennerisch zusammengestelltes Sortiment:

Was auffiel: der durchaus ruppige Umgangston zahlreicher Festgäste, und die Bereitschaft und Vehemenz, mit der überraschend viele Menschen meinten, sich als Nicht-Leser outen zu müssen. Als ob’s eine Befreiung wär, auf die man stolz sein darf.

Wir brauchen keinen neuen Antisemitismus. Der alte funktioniert doch noch prächtig.

Verwundert bin ich über die Naivität, mit der derzeit die Diskussion über ein allgemeines, bedingungsloses Grundeinkommen geführt wird. Wie kann irgendjemand auf die Idee kommen, die Marktradikalen hätten plötzlich etwas zu verschenken? Kann das eine großartige Sache sein, mit Spielgeld an einen richtigen  Roulettetisch gesetzt zu werden? Schaut euch die Neu- und Umbauten in den gentrifizierten Vierteln an, die Stahltore, die massiven Rollläden, die durch Designer-Schießscharten ersetzten Fenster, dann wisst ihr, worauf gewisse Eliten sich vorbereiten.

Und dann fiel mir auf, dass ich, wenn ich immer nur im Urlaub Kühlschrank-Magneten kaufe, ja gar keine Berliner Magnete (oder „Mangnete“, wie der Berliner sagt) in meiner Sammlung haben werde. Geht ja gar nicht! Und so machte ich mich daran, die hässlichsten Kühlschrank-Magnete der Stadt zu finden…

…was dann überraschend schnell ging.

Vom Kiezfest ging’s dann direktemang zum kulinarischen Wochenhöhepunkt, Antipasti Misto …

… und Pizza mit scharfer italienischer Salami und Ruccola bei Daniele.

Splitterbrötchen (DXXVIII)

ING-DiBa begeisterte Deutschlands Semantiker mit den „Girokonto Empfehlerwochen“.

Herr Kohl ist diese Woche gestorben. Er und seine allzu hemdsärmelig vor sich her getragene kleinbürgerliche Art waren mir immer herzlich unsympathisch. Aber er hat es auf politischer Ebene verstanden, sich viele einflussreiche Menschen gewogen zu machen. Darauf kommt’s an in der Politik. Das muss man respektieren. Mehr nicht.

Der kulinarische Wochenhöhepunkt: Ein medium rare gebratenes Rinderfilet auf einem Brotsalat mit gerösteten statt eingeweichten Brotresten im Restaurant Benedikt in Quedlinburg. Der rote Hauswein (Merlot) diente in seiner fröhlich-fuseligen Art allerdings eher der Erheiterung als der Speisenbegleitung.

Ja, nach 6 Jahren haben wir Quedlinburg wiederbesucht. Das Weltkulutrerbe-gedöns hat der Stadt gutgetan, es war deutlich mehr los als bei unserem Erstbesuch.

Dortselbst in einem Regio-Laden getrunken und für gut befunden: Cannabium-Bier von Eckart. Sehr frisch und angenehm, besonders wenn’s heiß ist. Aus lauter Dankbarkeit für diese wirklich gelungene Bierempfehlung hab ich der Ladeninhaberin dann noch einen geschmackvollen Kühlschrankmagneten abgekauft.

Und dann gab’s auf dem samstäglichen Markt auch noch einen Stand mit Wurst vom Eichsfeld… Nee, über Quedlinburg kann man nicht meckern.

Dass ich das noch erleben darf: Noddy Holder (Slade) unplugged.

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Splitterbrötchen (DXXVII)

Heute um 17 Uhr lese ich in der Winebar Amarcord in der Handjerystr. 55 in Berlin zwei Kurzgeschichten von P.G. Wodehouse vor, Rob Crouch und Emile spielen entspannten Gitarren-Jazz, wenn ich mal luftholen muss. Der Eintritt ist frei.

Kulinarische Wochenhöhepunkte: Ein ganz ausgezeichnetes Cordon Bleu im „Sardegna a Tavola„…

… und ein unfotografiertes, sensationelles Kamm-Kasseler vom Edeka-Fleischer in der Hedwigstr. Der Mann versteht sein Handwerk und hat u.a. auch exzellente grobe Bratwürste im Angebot.

Die beiden ersten Folgen der 4. „Sherlock“-Staffel haben mich umgehauen. Wie die Protagonisten formal und inhaltlich durch die Mangel gedreht werden, das setzt Maßstäbe. Grandios, wie einem am Ende der 2. Folge der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, das ist alles extrem clever gemacht. Ich freue mich sehr auf die 3. Folge heute Abend.

Die Kinder, die in unserem Haus wohnen, haben begonnen, im Hof zu spielen und dabei ordentlich Krach zu machen. Es macht wirklich Spaß, ihnen zuzuhören.

Unsere Sammlung beknackter Kühlschrank-Magnete wächst.

Ich habe diese Woche begonnen, einen dieser neuen  „Fidget Spinner“ auszuprobieren. Das ist so ein Ding-a-ling mit Kugellagern, dass man zwischen zwei Fingern herumwirbeln lassen kann, mehr eigentlich nicht. Trotz der eher begrenzten Handlungsmöglichkeiten macht das bisher ziemlich Spaß. Ob der Spaß andauert, muss die Zeit zeigen.

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Und gestern kurz vor sechs kam noch das Päckchen vom Internet-Versandhaus mit 2 Box-Sets: einmal 24 Folgen „Simon Templar“ und einmal 20 Folgen „Gauner gegen Gauner„, Templar war sogar noch ironischer, als ich ihn in Erinnerung hatte. Die „Gauner“ lösten nostalgische Wehmut aus: Wie viel Mühe man sich damals mit Buch, Produktion und Cast gegeben hat. Das sind eher kurze Filme als Serienfolgen, Vintage Hollywood at its best.

Splitterbrötchen (DXXVI)

Pointen, die man erklären muss, sind keine.

Die ansonsten sehr geschätzte Fa. Bachhuber wagte diese Woche ein Tänzchen auf sehr dünnem Eis: In der Filiale Bayerischer Platz offerierte man mir eine „Stracke“ zum Sensationspreis von 3,99 Euro pro 100g. Den Ruin nicht fürchtend erwarb ich ein Stück und probierte. Im Anschnitt offenbarte sich ein dunkler Rand, der bei einer Ahlen Wurscht so nichts zu suchen hat – besonders, wenn sie noch so weich ist wie die Bachhubersche Variante, der Geschmack war wurstig plump, beinahe ohne Abgang… und das für den Preis1? Oh, oh…

Kulinarischer Wochenhöhepunkt: EIne Einladung der geduldigsten, besten Gemahlin von allen ins sehr empfehlenswerte „Esszimmer„. Man sitzt dort sehr angenehm und isst noch besser, u. a. die abgebildeten Ochsenbäckchen.

Die Grenzen zwischen Originalitätskrampf und Geschichtsklitterung verschwimmen: Die ZEIT kündigt eine Serie über die 68er an, und wovon handelt die erste Folge? Von maulenden Ossis. Doll.

Aber auch nach Nordhessen muss ich ein paar Wurst-Backpfeifen verteilen. Da sind ein paar windige Wurster auf die Idee gekommen, die Ahle Worscht vor dem Reifen zu wiegen und dem Kunden diesen Preis zu berechnen. Herrschaften, in dem Nordhessen, in dem ich aufgewachsen bin, da haben die Herren Gebauer, Wassmann, Mangold und wie sie alle hießen die Wurst auf die Waage gelegt, und das angezeigte Gewicht hat man bezahlt. Was ihr da probiert, nämlich den Kunden die Reife bezahlen zu lassen, geht gar nicht.

Foto: unlisted photographer for Screenland (Screenland, August 1930 (Vol XXI, No 4); p. 20) [Public domain], via Wikimedia Commons
Am Sonntag, dem 11.6. um 17 Uhr lese ich im Amarcord in der Handjerystr. zwei hochkomische Kurzgeschichten von P.G. Wodehouse vor. Beide Geschichten befassen sich mit den Themenkreisen „Sex & Golf & Rock’n Roll“. Rob Crouch und Emil spielen gepflegten Gitarrenjazz dazu. Der Eintritt ist frei.

 

 

  1. Meine derzeitige Lieblingsstracke von Strube kostet um die 9 Euro für ca. 600g.

Splitterbrötchen (DXXV)

Kulinarischer Wochenhöhepunkt: Saftgulasch „Fauler Sack“ aus Beinscheiben überirdischer Qualität vom Bachhuber.  Bei der Gulaschzubereitung spielen wirklich nur Fleischqualität und niedrige Hitze eine Rolle, sonst nix.

„Wenn sie versuchen, dir Angst zu machen, dann hast du nix.“ Ein ehemaliger Mediziner redet Klartext über seinen Berufsstand.

Das Gulasch blieb übrigens unfotografiert, weil ich erstens schon genug Gulasch fotografiert hab und Gulaschfotos zweitens keine Aussagekraft besitzen. Gutes Gulasch sieht miesem Gulasch verblüffend ähnlich.

Und jetzt tun sie alle überrascht, das Frau Fischer in der Halbzeit des Pokalfinales ausgepfiffen wurde. Das Pfeifkonzert konnte jeder prognostizieren, der in den letzten 100 Jahren ein deutsches Fußballstadion betreten hat. Hierzulande benutzt der Fußballfreund die knapp bemessenen 15 Pausenminuten zur körperlichen Erleichterung, zum Erwerb einer Bratwurst nebst neuerlichem Kaltgetränk und zur fachlichen Analyse des in der ersten Halbzeit gesehenem. Eine Schlagerdarbietung passt rein zeitlich schon nicht in dieses Schema. Inhaltliche Probleme kommen hinzu: Nur wer oberflächlich an die Sache herangeht, denkt, dass „Atemlos durch die Nacht“ sich zur Untermalung eines Flutlichtspiels eignen könnte.

Nich vajessen: Nächsten Freitag rocken Harry, Rob und ich das „meins“ in der Rembrandtstr. mit irischem Kram Craic: Harry erzählt Witze und macht ein Pub QUiz, Rob macht Musik, ich erzähle ein paar geschichten und lese was von Spike Milligan.

Die Facebook-Albernheit der Woche: Sitze in einem Café und verbinde mich mit einem Netzwerk namens „Martin Router King“. Und, was soll ich sagen? „I have a stream!“

Und den nächsten unverzichtbaren Hymniker hat’s erwischt. Ach, Gregg Allman…

 

Splitterbrötchen (DXXIII)

Niemand hat das Know-how, eine Mauer zu errichten.

Und wieder nur Vorletzter. Weil die Regierung tatenlos zusieht, wie die Ostblock-Container-Luder sich gegenseitig die Punkte zuschieben. Danke, Merkel!

Fantastische Neuigkeiten aus dem Mitzwinkel: Carstens Swiss Champ ist wieder da,  zweifellos weil ich den Verlust hier in den Splitterbrötchen erwähnt habe. Ich warte mit angehaltenem Atem (aus Gründen!) auf Neuigkeiten von Fressacks Socke, dann können wir die nächste Stufe des Wiederbeschaffungs-Service zünden. Wie sollen wir vorgehen? Gestohlene Fahrräder? Oder doch gleich verstorbene Haustiere?

Kulinarischer Wochenhöhepunkt 1: Exzellentes fränkisches Schäufele im Michl umma Ecke. Kraut, Kloß und Sauce ebenfalls ausgezeichnet, ich werde zeitnah wiederkommen, um die fränkische Bratwurst zu testen. Apropos Bratwurst, das bringt uns zum…

…kulinarischen Wochenhöhepunkt 2: Salsiccie im Sicilia. Klassisch mit Fenchel und Knoblauch gewürzt, von grober, sensationeller Struktur, ein echter Gaumenschmeichler, gefertigt von „einem neuen Fleischer in der Heerstr.“, der dem Vernehmen nach auch eine Art Merguez am Start hat. Sowie ich näheres weiß, poste ich NAmen und Anschrift dieses wackeren Protein-Providers. Zurück zum Sicilia: Hier stimmt nicht nur die Bratwurst, hier stimmt auch die Biergarten-Deko.

Das Auge isst ja bekanntlich mit, und wenn der Chris keine Salsiccie abgibt, zwängt es sich eben blaue Blümelein hinein.

 

Splitterbrötchen (DXXII)

Wenn man als Politiker jahrelang das eigene Land mehr verwaltet als gestaltet hat, darf man sich nicht über das Erstarken von Populisten wundern, die auch eher nichts machen wollen, aber die attraktivere Verpackung anbieten.

Wobei die AfD mit einem selbstentrückten Polit-Altclown und einer Schweizerin auf Kaperfahrt, die augenscheinlich nicht kapiert, was sie selbst sagt, schon ein besonderes Paket anbietet. In dem Zusammenhng: Was macht eigentlich Helga Zepp-Larouche?

Zur Zeit ist es so, dass man sich als wähler vor den nächsten wahlen fürchtet. Wir müssen wieder dahin kommen, dass Poitiker die Wahlen fürchten.q