Und plötzlich war’s wieder Winter.
[tags]Berlin, Hermsdorf, Nacht, S-Bahn[/tags]
Und plötzlich war’s wieder Winter.
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Also, noch mal ganz langsam zum Mitschreiben für die Damen und Herren aus der Marketing-Abteilung: Wenn etwas gratis ist, dann ist es umsonst! Das kostet dann nix, Ihr Denk-Kräppel! Ihr könnt nicht etwas für 99 Cent verkaufen, was nix kostet!
Wie? Interessiert euch nicht? Ihr merkt eh nix mehr? Ja, das merkt man.
[tags]Ungeheuer, Schilder[/tags]
„Ich esse alles!“ sage ich immer, wenn ich gefragt werde, ob es irgend etwas gibt, was ich nicht esse. Und in der Tat glaubte ich bisher, nicht nur alles, sondern das meiste davon auch richtig gerne zu essen. Innereien aller Art, Polypen von der Größe eines Bienenkorbs, gern auch mal ein Stückchen Krokodil… bisher habe ich mich für einen unerschrockenen Esser gehalten, der neugierig (fast) alles ausprobiert. Bis ich auf Eddie Lin stieß. Der Mann ist mir über. Was heißt mir? Der Mann ist ein absolutes Unikat, ein furchtloser Indiana Jones der Gourmandise, ein Pionier der Esskultur, der die Grenzen des guten wie des schlechten Geschmacks bewusst durchbricht, um sie zu erweitern.
Es war Hande, die mich auf Eddie Lin’s Deep End Dining Blog aufmerksam machte, in dem sie ihn nebenbei in einem ganz fantastischen Rezept für Oktopus-Salat erwähnte. Neugierig klickte ich auf den Link und gelangte auf das vermutlich ungewöhnlichste Foodblog der Welt. Ich warne sensible Naturen ausdrücklich davor, es mir nach zu tun. Das, was Mr. Lin in seinem Blog einer staunenden Öffentlichkeit präsentiert, ist nichts für schwache Nerven oder gar Mägen. Der derzeit aktuelle Beitrag ist ein Video, in dem Mr. Lin dokumentiert, wie er seinen erweiterten Freundeskreis mit „Peanut Butter & Jellyfish-Sandwiches“ traktierte. Jellyfish ist Qualle. Ja, genau. Qualle. Und das ist erst der Anfang.
Mr. Lin scheint (erfolgreich) den Beweis führen zu wollen, das man alles, aber auch wirklich alles essen kann. Er schreibt einen lebhaften, äußerst komischen Stil, der sich dem Leser am besten über einen überaus anschaulichen Bericht erschließt, in dem Mr. Lin beschreibt, wie er im Hinterzimmer eines leicht eigenartigen koreanischen Etablissements lebende Tentakel mit großem Appetit verspeist hat. Mit dem dazugehörigen Video hat sich Mr. Lin als DER Cinema-Verité-Filmer unter den Foodbloggern etabliert, wohingegen er in „Eddie Lin and the Hot Pot of Doom“ souverän Restaurantkritik mit einer Hommage an Ernst Stavro Blofelds Selbstmord-Garten aus „Man lebt nur zweimal“ verbindet.
Wirklich ganz großes Tennis auf Deep End Dining. Ich hab mich schlapp gelacht.
[tags]Blog, Link, Dining, Eddie Lin[/tags]
Junger Eisbär: Knut soll weiterleben – SPIEGEL ONLINE:
Das Schicksal des Eisbärbabys Knut erhitzt weiterhin die Gemüter. Seit Wochen streiten Experten über die Handaufzucht des Bären im Zoologischen Garten von Berlin. Aber jetzt steht fest: Knut darf leben. Spekulationen um eine Todesspritze wegen angeblich nicht artgerechter Haltung wies Zoo-Tierarzt André Schüle als „kompletten Blödsinn“ zurück.
Ich bin wirklich sehr erleichtert. Ich hatte schon befürchtet, demnächst in der Tagesschau mit Horrorbildern wie diesem konfrontiert zu werden:

Eisbär-Bild: Peter Griesbach, Zoo Berlin – Montage: Mario Vorberg
[tags]Knut, Eisbär, Berlin, Ungeheuer[/tags]
Es gibt tatsächlich in Paris noch Orte, die aussehen wie die Kulisse aus einem alten französischen Schwarzweiß-Film.
Kopfsteinpflaster, hölzerne Fensterläden und eine Architektur, die sich eher am 19. denn am 20. Jahrhundert orientiert. Eigentlich müsste hier jeden Augenblick der junge Jean Gabin um die Ecke biegen, Schiebermütze auf dem Kopf, Gauloise im Mundwinkel, Stangenbrot in einem, „jeune fille“ im andern Arm. Aber das wäre ja ein Klischee. Und Klischees gibt’s nur noch an magischen Orten.
Ein solch magischer Ort ist das kleine Arbeiterviertel Butte aux Cailles im 13. Arrondissement. Butte aux Cailles liegt um die Ecke vom Place de l’Italie und besteht nur aus ein paar verwinkelten Straßen um einen Hügel herum, auf dem am 21. November 1783 die Montgolfiére nach ihrem ersten freien Flug gelandet ist. Während der Pariser Kommune gab es die „Fédérés de la Butte aux Cailles“, denen es mehrfach gelungen ist, die fortschrittsfeindlichen Regierungstruppen zurückzuschlagen.
Heute ist es – zumindest tagsüber – deutlich friedfertiger in Butte aux Cailles. Man stellt die Stühle hoch, wischt die Fußböden und freut sich schon auf Chris Kurbjuhn, der mit seiner lieben Frau am Abend zum Essen kommen und sicher wieder eine Flasche des leckeren Muscadet bestellen wird.
Tagsüber ist hier wirklich nicht viel los. Ein paar kleine Galerien, ein Mini-Museum zu Ehren der Kommune, eine Wäscherei und eine Boulangerie, deren Angebot hier mit einem Achselzucken akzeptiert wird, während es in Berlin vermutlich für stadtweite Aufregung sorgen würde. Tagsüber tut man gut daran, sich den zahllosen anderen Sehenswürdigkeiten von Paris zu widmen. In deren Dunstkreis sollte man sich jedoch auf einen kleinen Imbiß beschränken, denn spätestens wenn das Licht um St. Anne-de-la-Butte-aux-Cailles weicher wird und die Dämmerung hereinbricht …
… sollte man wieder das Kopfsteinpflaster unter den Sohlen spüren. Wenn die Leuchtreklamen der Kneipen und kleinen Restaurants zu strahlen beginnen, sollte man seinen Aperitif nehmen und sich ein Restaurant für sein Abendessen aussuchen. Über Essen und Trinken an diesem verträumt-traumhaften Ort berichte ich demnächst.
[tags]Paris, Butte aux Cailles[/tags]
Während wir uns auf 3sat die Übertragung von der Verleihung des Deutschen Kleinkunstpreises anschauten, entspann sich zwischen der geduldigsten Gemahlin von allen (GGA) und mir folgender bedeutungsvolle, aussagekräftige Dialog:
GGA: Wer ist der Moderator, den mag ich so gern?
Ich: Ich glaub, das ist Dieter Nuhr.
GGA: Ach, das ist Dieter Nuhr?
Ich: Ja. Wenn es nicht der ist, den ich ständig mit Dieter Nuhr verwechsel.
GGA: Und wer ist das?
Ich: Wenn ich das wüßte, würde ich ihn nicht ständig mit Dieter Nuhr verwechseln.
GGA: (auf den Fernseher deutend) Aber das ist Dieter Nuhr?
Ich: Ja. Nein. Ich weiß nicht.
Pause.
Ich: (nach demütigendem Nachschlagen in der Programmzeitschrift) Ja. Das ist Dieter Nuhr.
[tags]Nuhr, Ungeheuer[/tags]
Es gab mal eine Zeit, da war eine Kreditkarte genau das, was der Name ansagte: Eine Karte, mit der man belegen konnte, dass man kreditwürdig war. Wenn eine Rechnung zu bezahlen war, wurde die Karte in eine Schraddelapparatur gelegt, ein Belegformular wurde drüber geschraddelt, man unterschrieb den Beleg und hatte bezahlt. Wunderbar.
Doch dann erfand irgendjemand die Datenfernübertragung. Und die Kontrollfreaks in den Banken kamen auf die Idee, dass es nicht genügt, nur einmal im Monat nachzugucken, ob der Kerl, der die Karte hat, noch kreditwürdig ist. Warum nicht jedesmal nachgucken, wenn der freche Kerl mit seiner Karte bezahlt? Und das Sterben der Schraddelappaturen begann, denn die Schraddelapparatur wurde durch das Durchziehdingsbums mit Modemanschluß ersetzt, mit dem nun bei jedem Bezahlvorgang Kartennummer, aktueller Kontostand, Schuhgröße der Lebensabschnittsgefährtin und Innentemperatur der zum Unterschreiben benutzten Kugelschreibermine ein paar Mal auf der Datenautobahn hin- und hergefahren werden.
Der Karteninhaber hat also gar keinen Kredit mehr, sondern nur ein Instrument mit dem jederzeit nachgefragt werden kann, ob er noch Kredit hat. Und damit ist auch der Vorteil des schnellen, unkomplizierten bargeldlos Bezahlens dahin. Denn wie sieht denn der normale Bezahlvorgang mit sogenannter Kreditkarte heutzutage aus?
Die vor mir in der Supermarktkassenschlange stehende Kundin zückt eine vermutlich von einer kasachischen Privatbank ausgestellte und von Borat persönlich verschmutzte VISA-Karte, die mehrfach abgerieben und durch das Lesegerät gezogen werden muss, bevor sie sich endlich mit einem mysteriösen „Zentralsörfer“ (so Frau F. an Kasse 3 von Kaiser’s am Theo) verbunden hat. Mit gleichzeitiger Stentor- und Grabesstimme (ein Kunststück, das nur Frau F. beherrscht) verkündet sie nun, dass „er sie nicht will“. Da aber nun mal der wertvolle Kontakt zum „Zentralsörfer“ besteht, gibt Frau F. mit den Worten „Vielleicht frißt er’s so“ die Kredikartennummer händisch ein, woraufhin die Verbindung brüsk unterbrochen wird. „Letzter Versuch!“ trompetet Frau F. nun triumphal und zieht die Karte schwungvoll durchs Lesegerät, das angesichts dieser Drohung in die Knie geht und sofort eine Verbindung zum mittlerweile geheiligten „Zentralsörfer“ herstellt. Der löst – ob dieser Insubordination sicherlich vollkommen perplex – einen Zahlungsvorgang aus. Der Belegdrucker an Kasse 3 beginnt verheißungsvoll zu rattern, was Frau F. mit einem komplett sinnfreien „Ich sach’s ja!“ kommentiert. Beseligte Kunden geben sich dem Wahn hin, bald selbst an der Reihe zu sein und beginnen, ihre Waren auf das Transportband zu stapeln. Doch plötzlich schweigt der Belegdrucker. Der halb fertig gedruckte Beleg hängt ihm aus dem Schlitz, als wollte er uns Wartenden die Zunge herausstrecken. Wir halten minutenlang den Atem an. Hat der „Zentralsörfer“ den Zahlungsvorgang storniert? Ist in Kasachstan der aus Ziegenkot erzeugte Strom ausgefallen? Ist die Weltbank zusammengebrochen? Mit einem gelassenen „Nu wird’s aber langsam Zeit!“ bringt Frau F. die Weltfinanzlage wieder in Ordnung und den Belegdrucker zur Raison, der mit einem röchelnden Rattern sein Werk vollendet und den Papierstreifen verächtlich ausspeit. Die Kundin vor mir unterschreibt das mühsam erkämpfte Zeugnis ihrer Kreditwürdigkeit.
Ich trete erleichtert an die Kasse und bete, das ich genug Bares dabei habe, um nur ja nicht mit Karte bezahlen zu müssen.
[tags]Kreditkarte, Ungeheuer[/tags]
Unaufwendig, unkompliziert und ziemlich lecker: pro Nase eine Entenkeule, 1/4 bis 1/2 Apfel, geschält, entkernt und kleingewürfelt, 1 kleine kleingewürfelte Zwiebel und 1 ebensolche Knoblauchzehe, zwei bis drei oder vier blättrig geschnittene Champignons, was zum Ablöschen (Wein, Cidre, Calvados, Hühnerbrühe), bißchen Creme Fraiche, Salz und Pfeffer. Die Entenkeulen salzen und pfeffern und bei relativ niedriger Hitze auf der Hautseite ohne zusätzliches Fett langsam anbraten. Zwischendrin mal umdrehen, und sich ruhig 15 Minuten Zeit für die Anbraterei nehmen. Wenn die Keulen allseits gebräunt sind, nimmt man sie kurz aus der Pfanne, gießt das ausgetretene Fett ab, lässt, Apfel, Zwiebel und Knoblauch kurz angehen, löscht mit wenig Flüssigkeit ab und legt den Deckel auf die Pfanne. Nun lässt man die Keulen 45 bis 60 Minuten in Ruhe, guckt nur mal gelegentlich nach, ob noch genug Flüssigkeit da ist und kippt gegebenenfalls nach. Die Keulen sind meistens dann fertig, wenn die Äpfel sich restlos aufgelöst haben. Dann nimmt man die Keulen aus der Pfanne und stellt sie kurz warm, während man die Champignonscheiben in die Pfanne schmeißt, brät, die Creme Fraiche unterrührt und alles etwas einköcheln lässt. Nochmal abschmecken und auf den Tisch damit. Grünes Gemüse passt ganz gut dazu, also Bohnen, Wirsing, Rosenkohl, was aus der Ecke. Mahlzeit.
[tags]Kochen, Rezept, Entenkeule, Apfel[/tags]
Rufschädigung – Frederic von Anhalt verklagt US-Fernsehsender – SPIEGEL ONLINE:
Prinz Frederic von Anhalt hat den US-Fernsehsender Fox und dessen Moderator Bill O’Reilly wegen Beleidigung verklagt und fordert 7,5 Millionen Euro Entschädigung. Der Moderator hatte den Ehemann von Zsa Zsa Gabor als Betrüger tituliert, weil sich dieser als potentieller Vater der Tochter von Anna Nicole Smith ins Spiel brachte …
Von Anhalt erklärte, seit der Sendung werde er auf der Straße schief angesehen. „Sie sagen ‚Schaut, da kommt der Betrüger'“, sagte er. „Ich bekomme viele E-Mails, in denen ich beschimpft werde. Es ist sehr peinlich.“
Das ist natürlich äußerst unangenehm, dass Hoheit jetzt sogar elektronisch belästigt weren. Halten jedoch zu Gnaden, ich verstehe nicht ganz, woher die Belästiger die prinzliche Email-Adresse haben könnten. Sollten Hoheit etwa Kunde bei einem der Mailanbieter für den Pöbel sein und sich dort unvorsichtigerweise eine naheliegende Adresse wie „ichhabzsazsaskreditkarte@web.de“ oder „prinzuebermut@gmx.de“ gesichert haben? Oder ist es sogar noch einfacher: „vollspaten@gigolo.biz“?
[tags]Frederic, Anhalt, hirntot, Ungeheuer[/tags]

[tags]Berlin, Hermsdorf, S-Bahn, Nacht[/tags]