
Archiv des Autors: Chris Kurbjuhn
Splitterbrötchen (CDXI)
Punktest and what? Ach so, Punktestand! Sagt das doch gleich.
Erfolgreich angespargelt. Spargelrisotto grün/weiß, dazu Vinho Verde. Kann man so machen.
Man kann niemanden vor der Unwahrheit schützen, noch nicht einmal sich selbst.
Jetzt ist es schon eine Sensation, wenn Pep Guardiola auf einem Klappstuhl sitzt. Wenn ich auf einem Klappstuhl sitze… wir lassen das besser, glaube ich.
Splitterbrötchen (CDX)
Beim Discounter 2 kg Äpfel für 1,79 Euro gesichtet. Ein solcher Preis ist nur durch Massenobsthaltung realisierbar.
Mal wieder einen Versuch mit der Volksbühne unternommen, nach 30 Minuten aus „der die mann“ rausgegangen. Ich kann mit dieser Sorte Theater einfach nichts anfangen, ich sehe und höre nur nackte Kaiser.
Kulturelles Highlight der Woche: das „Rossini“-Wiedersehen Donnerstagspätabend im Ersten. Den Film von „sehr, sehr gut“ auf „Meisterwerk“ hochgestuft. Fast alle beteiligten Schauspieler waren nie wieder so gut wie in diesem Film. Und: desillusionierter und zynischer als Dietl mit diesem Film kann man keinen Blick auf das männliche Geschlecht werfen.
Angesichts der Formulierung „Ei-Lights zu Ostern“ überkam mich der unbändige Wunsch, ihren Urheber in die Low Lights zu treten.
Zu „Rossini“ noch ein wunderschönes Detail: Der einzige Rezensent, der Rossini bei amazon nur 1 Stern gegeben hat, hat den Film vollkommen korrekt verstanden, aber überhaupt nicht begriffen. Dietl hätte Tränen gelacht.
Die einzige noch offene Frage bezüglich des anstehenden Endes von „Mad Men“: Springt er oder wird er gestoßen?
„Schon 2009“
Ich habe einmal miterleben müssen, wie ein Kollege während einer Theateraufführung einen schweren Nervenzusammenbruch erlitt. Wir hatten gerade noch in der Garderobe locker geplaudert, den üblichen Unsinn, den man in Theatergarderoben so erzählt, haben dann dann das Zeichen vom Inspizienten bekommen und sind zum Auftritt gegangen. Wir waren zu dritt und spielten vollkommen unwichtige Nebenrollen, Knallchargen, Stichwortgeber für den Protagonisten. Nichts Anstrengendes, einer von vielen Bread-and-Butter-Jobs. Wir standen am Auftritt, es waren vielleicht noch 30 Sekunden bis zu unserem Stichwort, da fiel der Kollege plötzlich um. Wir bückten uns, um ihm aufzuhelfen, da begann er mit schriller Stimme zu kreischen, robbte in panischer Angst vor uns weg und rief um Hilfe. Auf Französisch.
In solchen Momenten läufst du auf reinem Adrenalin, wir nahmen den armen, sich heftig wehrenden Mann zwischen uns und schafften ihn in den Garderobengang, wo bereits andere Kollegen zusammengelaufen waren. „Krankenwagen, sofort“ riefen wir denen zu, setzten den Mann auf einen Stuhl und sprinteten zurück auf die Bühne, um den Knallchargen-Auftritt improvisiert zu zweit zu erledigen. Wenn die Aufführung läuft, gibt es nichts wichtigeres als die Aufführung. „The Show must go on“, sagen die Engländer.
Von einer vollkommen normalen Alltagssituation bis zu einem erschütternden Zusammenbruch, von dem ich noch heute gelegentlich träume, hat es damals gerade mal zwei Minuten gedauert. Daher versteht man vielleicht, dass ich angesichts von Schlagzeilen wie „Lufthansa wusste seit 2009 von der Depression des Co-Piloten“ noch nicht mal mehr den Kopf schütteln mag. Wie kenntnislos, dumm und zynisch muss man sein, um so einen Mist zu schreiben und zu titeln?
Der Kollege hat sich übrigens erholt und nach einer Therapie wieder als Schauspieler gearbeitet. Inzwischen habe ich ihn aus den Augen verloren.
Hohes Lob
Hätte ich nie gedacht, dass ich CDU-Verkehrspolitiker mal ausdrücklich loben möchte, aber bei Dirk Fischer und Thomas Jarzombek bleibt einem ja gar nichts anderes übrig. Laut Rheinischer Post wollen beide, dass die ärztliche Schweigepflicht für „Angehörige sensibler Berufsgruppen“ gelockert wird.
„Piloten müssen zu Ärzten gehen, die ihnen vom Arbeitgeber vorgegeben werden. Diese Ärzte müssen dann gegenüber dem Arbeitgeber und dem Luftfahrtbundesamt von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden sein“, meint Fischer und Jarzombek will „eine Expertenkommission einberufen, die klären muss, wie mit ärztlichen Diagnosen bei Menschen in besonders verantwortungsvollen Berufen, wie Piloten, umzugehen ist. Hier sollten vor allem medizinische und ethische Fragen diskutiert und abgewogen werden“.
Da steh ich auf und applaudiere, meine Unterstützung haben beide Herren und ich bin dafür, dass wir sofort lsolegen. Gibt es eine sensiblere Berufsgruppe, die mehr Verantwortung trägt als unsere Politiker? Wohl kaum. Wenn da im Oberstübchen nicht alles in geordneten Bahnen läuft, dann wird schnell mal die eigene Hausbank unterstützt statt des darbenden Griechenlands, dann winkt man eben mal ein vollkommen wirkungsloses Leistungsschutzrecht durch oder verheddert sich gar im Ukraine-Konflikt, weil man nicht mehr zwischen rechtmäßiger Regierung, Putschisten und irgendwelchen marodierenden Nazi-Horden unterscheiden kann.
Also sollten die Poltiker mit gutem Beispiel vorangehen. Ab zu Frau Merkel, die Herren Fischer und Jarzombek, lassen Sie sich von der zum Arzt schicken. Â Nur präventiv, natürlich.
Splitterbrötchen (CDIX)
Magischer Moment am Freitagmorgen vor dem „Nah und gut“ in der Beckerstr. „Sie sind doch der, der das Blog schreibt! Ich habe einen Kneipentipp für Sie!“ – Auf offener Straße erkannt, ich werde berühmt!
Eine Woche lang überlegt, wie ich das höchst inspirierende Treffen mit Frank Baade in adäquate Worte fasse. Dann war er schneller und treffsicherer als ich.
Wir trafen uns übrigens im Teehaus: Sehr angenehm dort.
Das Gegenteil von Wehmut setzte ein, als ich Im Tennisverein zum letzten Mal beim Abbau der Traglufthalle mitgeholfen habe. Unsere neue, massive Tennishalle konnte ich mit einem problemlosen Zwei-Satz-Sieg einweihen. So stelle ich mir moderne Sportstätten-Architektur vor.
Wenn es die Absicht deutscher Journalisten war, sich letzte Woche mehrheitlich als würdeloser Sauhaufen zu präsentieren, ist ihnen das gelungen.
Ergänzend dazu: Â hier ist ein Staatsanwalt, der knapp 24 Stunden nach einem Flugzeug-Unglück eine auf einem akustischen Mitschnitt aus dem Cockpit basierende Theorie präsentiert, die von der deutschen Presse unisono akzeptiert und als Faktum verbreitet wird. Von der gleichen Presse kommt keinerlei Wort der Verwunderung darüber, dass es 8 Monate nach dem Abschuss von Flug MH17 über der Ukraine immer noch lediglich einen vorläufigen Untersuchungsbericht gibt, in dem nur wolkig von „Teilen mit hoher Geschwindigkeit“ die Rede ist, die das Flugzeug zerstört hätten. Â Ich bin sicherlich nicht der einzige, der sich über diese Diskrepanz wundert.
I am the Viper
Splitterbrötchen (CDVIII)
Den Satz der Woche schuf ein Kollege der geduldigsten Gemahlin von allen: „Die Kidneybohne ist das Klavier des kleinen Mannes.“
Geradezu verbrecherisch, was manche Gastronomen ihren Gästen servieren. Ob Tellergerichte eine Lösung wären?
Auch die Sonnenfinsternis war ein Fake. Jan Böhmermann hat sie mit etwas schwarzer Pappe und seiner Nachttischlampe hingezwiebelt.
Bezeichnend für den Zustand des deutschen Journalismus: Der Chefredakteur des SPIEGEL erklärt im SPIEGEL-Blog das Titelbild der Printausgabe. Früher war nicht alles besser, aber Titelbilder, die man erklären musste, wurden damals einfach weggelassen. War doch vernünftig.
Kulinarischer Wochen-Höhepunkt: Hausgemachter Obatzter bei guten Freunden. Sensationell.
Frühling in Paris
Ungewöhniche Dienstleistung
Auch wenn es nix kostet: Warum zum Henker soll ich meine Haustür zum Flughafen schaffen lassen? Noch dazu mit dem Taxi?


