Splitterbrötchen (DCCCLV)

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, hat sich mit einer fatalen Äußerung an die Öffentlichkeit gewandt. Er forderte die Politik auf, mehr Druck zu machen, damit mehr Menschen sich impfen lassen, und empfahl u. a. „kein Theater-Besuch ohne PCR-Test“ als Druckmittel. Eigentor. Jetzt sagen sich doch Hunderttausende: „Ich lass mich nicht impfen, dann muss ich nicht ins Theater.“

Ohne Unvernunft kann es keinen Fortschritt geben

Für den Twitterlacher der Woche hat Das Netzteil gesorgt:
„In Excel ein Komma entfernt.
Alle Zeilen werden plötzlich rot, Winamp wird gestartet, Karl Klammer erscheint – will ein Steak braten. Die Klimaanlage geht an, das Garagentor öffnet sich, 3 hungrige Hobbits tauchen auf. Oma rollt einen Riesenknödel rein.
In der Ferne Sirenen.“

„So viel Knoblauch? Werden wir dann nicht riechen, wenn wir auf die Party gehen?“ Ich denke, hier ist Alfred Biolek die genialstmögliche Eröffnung einer Kochsendung überhaupt gelungen.

Über dieses Foto, das ich vor drei Wochen schon mal gebracht hab, ist das letzte Wort übrigens noch nicht gesprochen. Ich hab  da eine Idee für einen superscharfen Wortwitz (Dienste, die nur an Rainer zustellen dürfen, bruhahahaha), den muss ich nur noch ausarbeiten. Will nichts übers Knie brechen, gut Ding, Weile, Sie kennen das. Stay tuned.

Recht so. Gerade, was Angaben anbelangt, darf auf Speisekarten nichts dem Zufall überlassen werden.

Wer Kareen Zebroff verkraftet hat, den schmeißt so schnell nichts mehr um.

Splitterbrötchen (DCCCLIV)

Pöbeln ist grundsätzlich keine Option.

Von der Existenz eines Gunter-Philipp-Museums erfahren. Mit der Planung einer Wallfahrt begonnen.

Spontane Begeisterung anlässlich der Installierung eines Weltraum-Kommandos der Bundeswehr. Aber auch Fragen tauchten auf: Wurde schon ein Mutanten-Corps gegründet? Wann beginnen endlich die Impulsnadler zu fauchen? Erreiche ich den Großadministrator bereits unter rhodan@bundeswehr.de?

Am Theater lernt man so allerlei über die Natur des Menschen, auf und hinter der Bühne. Wenn Komödie gespielt wird, schwankt die Stimmung in der Garderobee meist zwischen gedeckt und bierernst. Wenn eine Tragödie gespielt wird, ist Heiterkeit angesagt: Witze werden gerissen, alberne Streiche gespielt usw. Der Mensch braucht diesen Ausgleich, wenn er sich mit Schrecklichem konfrontiert sieht.

Die Meldung der Woche, vielleicht des Jahres:

In Berliner Bäckerei-Fachgeschäften ist „junger Mann“ übrigens eine übliche Anrede. Auch für Männer meines Alters.

Es scheint tatsächlich Menschen zu geben, die den ganzen Tag auf ihr Smartphone starren, weil sie auf einen Grund zur Empörung warten.

Und dann war da noch dieser englische Wortwitz für Fortgeschrittene:
Me: „Our kids were arrested for starting a fire.“
Wife: „Arson?“
Me: „And daughter.“

Auf Nebenkriegsschauplätzen gibt es, außer billigen Triumphen, nichts zu gewinnen.

Selbstverständlich ist Julian Nagelsmann nach der mit einem Rumpfkader eingefahrenen Niederlage im ersten Testspiel der Saison als Bayerntrainer gescheitert. Bei uns weht ein anderer Wind als bei den Software-Hökern und Brausebrauern.

Die SPD hat wirklich nachhaltig beim Wähler verschissen. Wie  wenig Olaf Scholz von den Fehlern seiner Konkurrenten profitiert, ist höchst erstaunlich.

 

Splitterbrötchen (DCCCLIII)

Das Problem sind nicht Menschen, die alles ganz anders machen wollen. Das Problem sind Menschen, die es nicht können.

Harry Lime – Orson Welles – Citizen Kane – Harry Kane. Zufall oder Chiffre?

Chilenischer Straßenmusiker spielt „Griechischer Wein“ auf der Panflöte. Allgemeines Entsetzen wegen dieser übergriffigen kulturellen Aneignung.

Ich bin mir ziemlich sicher: Italiens Kapitän Chiellini spielt nicht nur Fußball. Dieser unglaublich smarte Move, vor dem Elfmeterschießen durch maximal exzentrisches Verhalten den Gegner aus der Spur zu bringen, ist im Amateur-Tennis Standard.

Meinen aktuellen Lieblingswitz hat Jörg Scheller auf Twitter erzählt:
„Ein Soziologe, ein Ingenieur, ein Experimentalphysiker, ein Mathematiker und ein theoretischer Physiker sitzen in einem Zugabteil auf ihrer ersten Englandreise.
Der Soziologe schaut aus dem Fenster und sagt: ‚Oh, wie interessant: ein schwarzes Schaf.‘
Daraufhin der Ingenieur: ‚In England sind alle Schafe schwarz.‘
Daraufhin der Experimentalphysiker: ‚In England gibt es mindestens ein schwarzes Schaf.‘
Daraufhin der Mathematiker: ‚In England gibt es mindestens ein Schaf, das von einer Seite aus schwarz ist.‘
Daraufhin der theoretische Physiker: ‚In England gibt es mindestens ein Schaf, das uns aus dieser Entfernung unter diesen optischen Bedingungen schwarz erscheint.‘ Dem Soziologen wird es zu bunt, er zieht die Notbremse, der Zug kommt zum Stehen und die fünf steigen aus, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Als sie das Tier erreicht haben, stellen sie fest, dass es tatsächlich auf der einen Seite weiß ist und auf der anderen Seite schwarz mit kleinen aus der Ferne nicht erkennbaren weißen Flecken.
Daraufhin tritt der Bauer heran, der sich über den Aufmarsch auf seinem Feld wundert.
Der Soziologe spricht ihn an: ‚Seltsame Schafe haben Sie hier.‘
Daraufhin der Bauer: ‚Das ist kein Schaf, das ist eine Ziege!‘“

Wechsel bei den Dänen: Rulle Poelser kommt für Rabatten Bloeder.

Was ich nicht verstehe: Dass Armin Laschet die Plakat-Aktion der CDU nicht genutzt hat, um die Causa Maaßen zu beenden: „Natürlich machen wir auch ein schönes Plakat mit dir, lieber Hans-Georg. Ich hab mir ein ganz wunderbares Motiv einfallen lassen: Hier, du klebst dir diesen prachtvollen Schnurrbart an, dann stellen wir dich neben diesen Dönerspieß und… Hans-Georg! Wenn du nicht mitmachst, ist das parteischädigendes Verhalten!“

Splitterbrötchen (DCCCLII)

Es ist ganz einfach: Man übernimmt keine fremden Texte in eigene, ohne sie als Zitate kenntlich zu machen bzw. eine Quellenangabe zu machen. Alles andere ist mindestens unprofessionell.

Was, um Himmelwillen, soll das „vielleicht nachhaltigste Pflanzenfleisch der Welt“ sein?

Löw ist nicht mehr Bundestrainer. Ich habe die Bundestrainer Schön, Derwall, Beckenbauer, Vogts, Ribbeck, Klinsmann und Löw erlebt. Der Löw von 2006 bis 2017 war der Beste von allen. Der Löw der Jahre 2018 bis 2021 orientierte sich dann eher an Erich Ribbeck, ich vermisste jedoch einen Assistenten mit kariertem Jackett als „comic relief“.

Gestern angesichts einer SpOn-Headline ins Grübeln gekommen: „Was sage ich, wenn mein Kind die Rutsche blockiert?“ Nach reiflicher Überlegung schlage ich „Geh von der Rutsche weg!“ vor.

Laut Perlentaucher finden an der Schaubühne jetzt „performative Aufführungen“ statt. Gut zu wissen, was immer das auch sein mag.

Pfiffige Geschäftsidee: Wenn einem irgendjemand krumm kommt, ruft man einfach einen dieser neuartigen Zustelldienste an. Die kommen dann mit mehreren Fahrzeugen und stellen das Auto des Widersachers zu, der nicht mehr aus der Parklücke rauskommt und sich schwarz ärgert.

Ohne Pandemie und ohne das unsägliche Verhalten der UEFA wäre diese EM ein sehr schönes Turnier.

Die ganze befremdliche Debatte über die „Stellen“ in Frau Baerbocks Buch hat zumindest eines deutlich klargestellt: Welchen Wert die Kanzlerkandidatin geistiger Arbeit und denjenigen, die sie leisten, zumisst.

Splitterbrötchen (DCCCLI)

Habe für Dienstagvormittag einen Friseurtermin gemacht. Bekomme jetzt Zweifel: Ist es wirklich klug, sich vor Deutschland-England die Haare schneiden zu lassen? Samson hat da ja mal ganz schlechte Erfahrungen gemacht…

„Accordion to a recent study, 7 out of 10 People don’t notice when a word in a sentence is replaced by a musical instrument“ las ich diese Woche auf Facebook, und postete diesen gelungenen Scherz natürlich sofort an meine Humor-affinen Whatsapp-Kontakte. „Shit, got me“ postete einer meiner Freunde sofort sofort zurück. Natürlich spielte er kenntnisreich auf die Shigomi (übersetzt: „Harfe des Samurai“) an, ein beliebtes Musikinstrument in Japan. Man unterscheidet die vier- und die fünfsaitige Shigomi. Bei besonderen Anlässen kann man auch die saitenlose Shigomi hören, die jedoch nur von Samurai im Ruhestand gespielt werden darf, die beide Arme im Schwertkampf verloren haben.

Meine Damen und Herren, die Headline des Jahrhunderts:

„Was hat euch politisiert?“ wurde auf Twitter gefragt. Ich musste nicht nachdenken, bei mir war’s der „Wandel durch Annäherung“, Willy Brandts Ostpolitik. Wäre schön, wenn sich auch ein paar aktuelle Entscheidungsträger daran erinnern würden.

Sebastian Vettels Aussage „Ja, ich werde grün wählen“ muss sich auf „british racing green“ beziehen. Alles andere ergibt keinen Sinn.

Mein kulinarischer Wochenhöhepunkt war (schon wieder) ein Filetto Gorgonzola im Mare E Monti.

Der Niedergang der Debattenkultur begann hierzulande in etwa zeitgleich mit dem Verschwinden der Fischkonserve vom Abendbrottisch. Korrelation oder Kausalität?

Das ist auf kommunaler Ebene schon ziemlich häufig vorgekommen: ein ehrgeiziger Politiker, der unbedingt bestimmte Ziele durchsetzen will, bringt – politisch völlig uninteressierte – Freunde, Bekannte und Verwandte dazu, schnell mal in seine Partei einzutreten („Kannst ja in ein paar Wochen wieder austreten, Mitgliedsbeitrag zahle ich.“), damit sie bei anstehenden Mitgliederversammlungen in seinem Sinne abstimmen. Dank überschaubarer Mitgliedszahlen und Mandaten, die mit Quoten verbunden werden, funktioniert das jetzt augenscheinlich auch auf Landesebene, wie man im Saarland gesehen hat.

Warum es gegen Ungarn ein bisschen unrund lief, erklärte überzeugend Louis Klamroth auf Twitter.

Das Zerkleinern von Kartons an der Papierabfall-Tonne ist meist Aufgabe von mit Weitblick ausgestatteten Männern in den mittleren Jahren. Wenn einem bei dieser Tätigkeit zum ersten Mal Hilfe angeboten wird, weiß man, dass die nächste Generation nunmehr bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Und man selbst begonnen hat, die ersten Meter Richtung Abstellgleis zurückzulegen.

 

Splitterbrötchen (DCCCL)

Das Wichtigste im Fußball und in der Rockmusik: Einfache Bässe.

Menschen, die einen rhetorischen Offenbarungseid leisten, indem sie Anführungszeichen in die Luft malen, kann ich nicht ernst nehmen.

Churchill, der alte Rätselfuchs: Wo in diesem Waldidyll mag er die Superyacht pfiffig versteckt haben?

„Pirsch-Guru Götzfried zieht Bilanz“? „Ungarn – Ein Bockparadies wie kein zweites“? „Voll- und Sprengmast: Urknall der Sauenschwemme“? Ich denke, Jagdzeitschriften werden krass unterschätzt. Gerade von Nicht-Jägern.

Der kulinarische Wochenhöhepunkt kam aus der eigenen Küche: Flanksteak (vom Fleischer bei HIT-Ullrich) mit gratiniertem Spargel (Jakobshof-Stand in der Feuerbachstr.). Kein Foto, aus Gier-Gründen.

Seitdem Christina-Rose das Folgende auf Twitter gepostet hat, MUSS ich mir andauernd die Gesichter von Bob und Agnes vorstellen.

Kurze Durchsage für den Herrn Papke von der FDP: Das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit ist nicht „linker Mainstream“, das gilt für alle. Hätten Sie nicht gedacht? Dachte ich mir!

Wir sind Gosens!

Splitterbrötchen (DCCCIXL)

Herr Kaltenbach brachte bei Twitter auf den Punkt, was hierzulande schiefläuft: „Im Saarland hat ein Dieb Grillwürstchen und Schwenkbraten im Wert von 250 Euro aus einem Wurstautomaten gestohlen. Deutschland: Wir haben die Digitalisierung verpasst und die Impfkampagne vergurkt, aber Schwenkbratenautomaten erfunden. Kein Grund, verrückt zu werden.“

Ein wahrer Held muss scheitern. Erst der Fall trennt den Helden vom glücklichen Tor.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt: Unglaublich saftiges, auf den Punkt medium rare gebratenes Steak im „Hugo“ am Volkspark Wilmersdorf.

Bevor man seinen Gegner dämonisiert, sollte man sich fragen, ob man ihm nicht dadurch einen Gefallen tut.

„Das ist *kein* Entwurf der Regierung, sondern einer dieser feuchten Träume aus dem Hause Seehofer. Die SPD wird das nicht mitmachen.“ twitterte Saskia Esken 2019. Diese Woche nun hat die SPD-Bundestagsfraktion dem Staatstrojaner zugestimmt. Einen Tag nachdem bekannt wurde, dass der Verfassungsschutz in Sachsen rechtschaffene Bürger (unter anderem den SPD-Wirtschaftsminister) beobachtet hat, weil sie sich GEGEN Rechtsextremismus positioniert haben, geben Sozialdemokraten einem zweifelhaft agierenden Dienst eine solche Waffe in die Hand. Was ist mit dieser Partei los? Wie kann einem die eigene Glaubwürdigkeit dermaßen scheißegal sein? 5 Prozent sind noch zu viel für euch, ihr verlogenen Knalldeppen!

Wer versucht, sich einen Mitleidsbonus herbeizureden, hat schon verloren.

Splitterbrötchen (DCCCXIIIL)

Hochinteressant, liebe Redakteure beim Hessischen Rundfunk, hochinteressant. Die Sprache von Erwin Kostedde ist also vergiftet, so vergiftet, dass ihr eine ominöse „Triggerwarnung“ vor seinem Sprachgebrauch aussprecht. Kein Mensch muss vor Kosteddes Sprache gewarnt werden, ihr Arschgeigen. Vergiftet ist etwas ganz anderes, nämlich das, was ihr zwischen den Ohren mit euch rumtragt.

Ach, guck. Veganer Strom.

Leute, die nicht „Worscht“ sagen können oder wollen, bekommen eben keine. So einfach ist die Welt.

Es gibt Sätze aus der Kindheit, die einem ein Leben lang nicht aus dem Ohr gehen. Bei mir ist das unter anderem „Wir machen nur, was wir wollen.“ Das sagte mein Vater immer, wenn er seinen Willen durchsetzen wollte.

Was bei der ganzen Debatte ums Gendern gern vergessen wird: Es steht nicht gut um die Lesefähigkeit vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger. Eine sehr große Zahl von Menschen ist mit der Lektüre längerer (mehr als zwei Absätze) Texte, die Haupt- und Nebensätze enthalten, schlichtweg überfordert. Solche Menschen scheitern schon an einem kurzen, mit Binnen-I, Stern oder Doppelpunkt gegendertem Text. Sie verstehen ihn schlicht nicht, weil sie diese Schreibweise aus ihren vage erinnerten Schulbüchern und dem Wenigen, was sie täglich lesen, nicht kennen und hören auf zu lesen. Gesprächsangebote über die hinter dem Gendern stehenden Gedanken werden meist brüsk abgelehnt, weil diese Ideen in der Lebensrealität dieser Menschen allenfalls am Rande vorkommen. Diese doch recht große Menge von Menschen 1 wird derzeit eben nicht „mitgemeint“, wenn gegendert wird.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein perfekter Dreiklang aus Spätzle, Bergkäse und sehr, sehr gutem Grauburgunder, der mir im „Zehlendorfer Hof“ serviert wurde.

Momentan bin ich im vierten Kapitel des Marlowe-Romans „Die Blonde mit den schwarzen Augen“ von Benjamin Black2 angekommen, und ich bin über die Buchbeschreibungen in der Presse nicht wenig irritiert. „… trifft Chandlers Ton perfekt …“, „Bis in die exquisite Tonlage des Meisters hinein hat Banville Chandler gekonnt adaptiert …“, „Das hätte Chandler nicht besser gekonnt.“ Haben die alle nie Chandler gelesen? Chandler hätte den Stil, in dem Banville schreibt und die Stimme, die er Marlowe verliehen hat, abgelehnt und mit einem politisch mittlerweile sehr inkorrekten Wort bezeichnet3. Banvilles Marlowe ist eine Metaphernschleuder, die in Konjunktiven schwelgt und Sätze wie „Vor uns lag der Ozean, als hätte ich ihn in Gedanken heraufbeschworen“ sagt. Für so einen Quatsch hätte ein Profi wie der echte Marlowe allenfalls ein Kopfschütteln übrig gehabt. Banvilles Marlowe ist ein verhinderter Poet, Chandlers Marlowe war ein Killer mit der beschränkten Fähigkeit zu Reflektion und Melancholie. Banvilles Marlowe kommt als aufgeblasener Möchtegern daher, dem das Original mit sardonischer Freude die Luft raus gelassen hätte.

Ganz erstaunlich: Dass bei vielen Menschen immer noch nicht angekommen ist, dass man sich, seit es die Recherchemöglichkeiten des Internets gibt, beim Lügen mehr Mühe geben muss, wenn man nicht auffliegen will.

Was Social Media tatsächlich kaputt zu machen scheint: Mit jemandem stundenlang total zu streiten, und dann zusammen Bier trinken gehen und über was anderes reden.

Heißer Tipp für die Freunde des britischen Regional-Krimis: „Wild Bill“ (6 Folgen, noch bis Ende des Monats in der ZDF-Mediathek): Technokratischer Superbulle aus den USA wird Polizeichef in der englischen Provinz. Spannend, komisch und gelegentlich anrührend. Toller, vielschichtiger Protagonist.

Es will mir immer noch nicht gelingen, mich wirklich auf die EM zu freuen. Merkwürdiger Zustand.

 

 

Splitterbrötchen (DCCCXIIL)

Beim Versuch, dumme Menschen zu beeindrucken, schreckt man meist die klugen Menschen ab.

„Befremdlich“ ist für das, was im Netzwerk von nebenan.de gelegentlich abgeht1, eine stark untertreibende Bezeichnung. Aber muss man den Laden für Posts mit Headlines wie „Zu verschenken: Elektro-Müll“ oder „Ich habe Zucchini gekauft!“ nicht einfach lieben?

Den kulinarischen Wochenhöhepunkt erlebten wir in der Brasserie Lamazère, in die die beste, geduldigste Gemahlin eingeladen hatte. Zwischen Lieblings-Vorspeise (Oeufs en Cocotte) und aufregendem Dessert (Himbeeren im weiße Schokolade-Creme-Schiffchen mit Himbeersorbet auf Himbeercrunch) eingeklemmt kam eine absolut amtliche Cote de Boeuf mit der besten Sauce Hollandaise, die ich seit Jahren gegessen habe.

Julian Reichelt hat auf BILD-Online einen Kommentar rausgehauen: „Weil die Bundesregierung es nicht macht: Wir bitten alle Kinder um Verzeihung.“ Hm. Wie wäre es mit „Weil die Bundesregierung es nicht macht: Wir schenken jedem Bürger 50.000 Euro und ein kleines Bier?“

Kultureller Wochenhöhepunkt war das Durchbingen der 3. Staffel der „Kominsky Method“. Leider ohne Alan Arkin, leider nur sechs Folgen, aber wieder mit brillanter Schauspielerei und dieser wunderbaren Mixtur aus Hammer-Gags und hemmungsloser Sentimentalität.

Liebe Frau Bundeskanzler, wäre es nicht eine gute Idee, die Außengastronomie möglichst schnell wieder zu schließen? Bevor ich in die Pleite schliddere?

Wirklich, Firma HIT-Ullrich? „Hausgemachte“ Doraden? Ganz sicher?

Wenn wir alle Fehler, die wir je gemacht haben, aus dem kollektiven Gedächtnis  streichen, werden wir sie wieder machen.

 

 

Splitterbrötchen (DCCCXIL)

Unter Menschen sein ist etwas Wunderbares.

Nachricht von Fa. Google Maps: 600 000 Menschen haben dieses von mir durchaus lieblos fabrizierte Foto einer Käsestulle angeschaut. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Hashtag „#IrreKäsestulle“ trendet. Made it, Ma! Top of the world!

Wer das Wort „Solidarität“ in ein Handy tippt, übt noch lange keine Solidarität. Er tippt nur ein Wort in ein Handy.

Kulinarischer und gesellschaftlicher Wochenhöhepunkt war natürlich der erste Restaurantbesuch seit Oktober 2020. Um 17 Uhr 15 waren wir getestet, eine halbe Stunde später saßen wir auf der Terrasse vom „Mare e Monti„. Prosecco aufs Haus,  Späßchen mit dem Signore, Bier vom Fass und Aperol, Bruschetta, Antipasti, Späßchen mit dem Signore, Plausch mit den Gästen am Nebentisch, Primitivo, Filetto Gorgonzola, mehr Primitivo, Späßchen mit dem Signore, vom Nachtisch der besten, geduldigsten Gemahlin von allen genascht, Rechnung, Grappa aufs Haus, „Ja, ganz bald wieder, Buonanotte!“, Seligkeit. Wie haben wir das vermisst.

Made my Day, an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen:

In der Presse und in den sozialen Medien beklagte man sich in den letzten Tagen lautstark und ausdauernd über „importierten Antisemitismus“. Vollkommen zurecht. Dieses Land hat es gar nicht nötig, Antisemitismus zu importieren, die lokale Produktion läuft seit langer Zeit auf Hochtouren.

Was wäre denn, wenn Frau Giffey gar nicht wegen ihrer Doktorarbeit zurückgetreten ist? Sondern um zu verhindern, dass das Verhältnis, das sie mit Bill Gates hat, ans Tageslicht kommt?

Und weil der Schnelltest am nächsten Nachmittag noch gültig war, haben wir uns geistesgegenwärtig auf der Terrasse von Danieles „Sicilia“ eingenistet und eine Pizza verdrückt. Was für ein Spaß!