Splitterbrötchen (CVII)

Wieso ist eigentlich die Wirtshausschlägerei als zivilisierter männlicher Zeitvertreib beinahe komplett aus dem Weltfilm verschwunden?

Es gibt wenige Menschen, die humorloser sind als deutsche Filmkritiker von Rang.

Schon erstaunlich, wie engagiert die Debatte um die Zukunft des E-Books geführt wird, bevor es hierzulande überhaupt Ernst zu nehmende Angebote gibt.

Seit Handys, Internet und dieses ganze Pipapo unsere Kommunikationsmöglichkeiten vervielfacht haben, ist es wesentlich einfacher geworden, für ein richtig deftiges Missverständnis zu sorgen.

Mittlerweile richtet die organisierte Dummheit wesentlich größeren Schaden an als das organisierte Verbrechen.

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Splitterbrötchen (CVI)

Immer wieder schön: Die bizarren Menschen, mit denen Fa. Facebook mich befreunden will.

Erstaunlich, wieviel Zeit man mittlerweile für Idiotenabwehr aufwenden muss.

Manche Texte wehren sich heftiger als andere dagegen, geschrieben zu werden.

Wenn Gesprächsabläufe in Callcentern standardisiert sind, warum erwisch ich dann in letzter Zeit immer den Abzweig Richtung Pampigkeit?

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Splitterbrötchen (CV)

Verblüffend: Louis van Gaal spricht jetzt schon besser deutsch als Jürgen Klinsmann.

Die Schlagzeile  der Woche wurde bei Spiegel Online kreiert: „Gekenterter  CSU-Politiker – Alligatoren verschmähten  Günter Beckstein“

Im Bekanntenkreis bekanntgegeben: „Heut abend gehen wir ins Theater.“  Die erste Frage: „Wieso könnt ihr euch die teuren Karten leisten?“ Tja. Es scheint weit gekommen zu sein.

Ein Ärgernis, mit dem ich mich ausführlich befassen werde, wenn es denn die leidige Zeit erlaubt: Die bizarren Preise für Paketsendungen zwischen Österreich und Deutschland.

Immer öfter verspüre ich das Bedürfnis, mal wieder  einen Besinnungsaufsatz zu schreiben. Es lässt sich nicht mehr leugnen: ich werde alt.

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Splitterbrötchen (CIV)

Verwirrende Nach-Urlaubs-Beobachtung:In Österreich verbraucht man mehr Handy-Strom aber weniger Aftershave als hierzulande.

Wo liegt eigentlich dieser Kurort, der jetzt in aller Munde ist? Bad Banks? Zahlt den Aufenthalt die Kasse?

Entweder bin ich in 3 Urlaubswochen gewachsen, oder mein Bäcker backt jetzt kleinere Brötchen.

In Wien an einer „Zentralanstalt Schweißtechnik“ vorbeigefahren. Es hat aber nicht gerochen.

Genial formuliert: „Der Kerl hat keine Handschlagqualität!“

Es gibt keinen Dienstleister, an den Männer und Frauen derart unterschiedliche Ansprüche stellen, wie an den Friseur.

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Netzecken-Rätsel: Wer kriegt Post?

Nach etwas mehr als drei Urlaubswochen geht heute die Netzecke wieder an den Start. Und gleich mit einem neuen – hoffentlich gewohnt schwierigem – Rätsel:

Postkarte aus Podersdorf

An wen hab ich am letzten Urlaubstag diese Postkarte geschickt?
Derjenige, der in den Kommentaren zuerst den korrekten Adressaten nennt, gewinnt…
Was der genau gewinnt, sag ich später. Wäre zu einfach, wenn ich’s gleich sage. Ausgeschlossen von der Teilnahme an diesem Netzeckenrätsel sind der Adressat (der die Karte heute in der Post finden sollte) und die geduldigste Gemahlin von allen, weil die beiden nämlich wissen, an wen ich die Karte geschrieben hab. Obwohl ich auf Grund meiner Lebenserfahrung nichts mehr ausschließe, ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Viel Spaß.

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Splitterbrötchen (CIII)

Vor dem Supermarkt. Ein acht- vielleicht neunjähriges Mädchen schimpft mit seiner Mutter: „Immer muss ich dich zum Einkaufen begleiten. Und ich darf keine Entscheidung treffen. Keine einzige!“ Führungspersönlichkeit-in-the-making oder fleischgewordener Alptraum in Kinderkleidung?

Der Lesefehler der Woche unterlief mir bei dem Wort „Zensurinfrastruktur„.

Soso, die Piratenpartei (0,9% bei einer Wahlbeteiligung von 43%) ist also eine „neue soziale Bewegung“. Muss denn gleich jedes neue Steckenpferd, das von einem digitalen Bohémien geritten wird, eine neue soziale Bewegung sein?

Und Frau Becker geb. Kerssenberg ist bauchfrei auf dem Standesamt erschienen. Ich weiß nicht, ob das schon für „ordinär“ reicht, wie eine absolute Fachfrau meinte.  Vielleicht wollte Frau Becker nur klarstellen, dass das keine Muss-Ehe ist.

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Splitterbrötchen (CII)

Bisher war „Tschauiii!“ der tiefste Kreis in der Diminutiv-Hölle sich verabschiedender Frauen. Doch in dieser Woche kam „Bisdenniiii!“

Die Dunklen Horden der Dummheit preschen immer weiter voran. Bald wird ihnen alles gehören, und die Klugen, die übrig geblieben sind, werden ihre Sklaven sein.

Der Spam der Woche hatte den unschlagbaren Betreff „Ihre Spiritualität benutzerdefinierte“ und als Absender fungierte – na, wer wohl? – eine gewisse „Tara Medium“.

Bei Pro7 glaubt man, mich am Samstagabend fesseln zu können, indem man mir Lötzinn beim Schmelzen und Urinflaschen beim Umfallen zeigt. Nun weiß ich, was man bei Pro7 von mir hält.

Wenn man sich John Cleese’s Internetaktivitäten anguckt, dann staunt man unwillkürlich: Der Mann hat eine Homepage nebst Community, einen youtube-Channel, er twittert, er bloggt, er podcastet… und er weiß offensichtlich, wovon er spricht, wenn er sich zu Netz-Dingen äußert. Und wenn man sich das alles angeguckt und angehört hat, kratzt man sich verwundert am Kopf und fragt sich, warum ein bald 70jähriger britischer Komiker mehr vom Internet versteht als z. B. Wolfgang Schäuble. Oder Ursula von der Leyen. Oder…

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Splitterbrötchen (CI)

Die  Alternativen, die man immer hat, sind Verzweiflung und Ehrgeiz. Wenn eine von beiden fehlt, wird’s kritisch.

Was ich von all denen, die bei Opel nach „geordneter Planinsolvenz“ schreien, gern wüsste: Würden sie ein Auto mit mehrjähriger Garantie von einem (geplant) insolventen Konzern kaufen?

Wenn die Wirtschaft die Politik zur Hilfe ruft, beschleicht mich ein ungutes Gefühl: Da wird die nächste Runde eingeläutet, in der die Korrumpels die Deppen über den Tisch zu ziehen versuchen.

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Splitterbrötchen (C)

Jubiläen begeht man am besten, indem man zur Tagesordnung übergeht.

Warum Klinsmann wg. Kruzifix-Fotomontage gegen die taz geklagt hat: „Was sage ich da meinen Kindern, wenn die in der Schule darauf angesprochen werden? Die verstehen das doch nicht.“ Wenn er wegen allem, was seine Kinder nicht verstehen, zum Kadi rennt, bekommt er ganz schön zu tun.

Wie schaffen Frauen es, sich die Haare so hochzustecken, dass man denkt, ein Kanonenschlag habe ein Spatzennest verwüstet?

Den Satz der  Woche, möglicherweise des  Jahres, vielleicht des  Jahrzehnts oder tatsächlich sogar einen Generationen-Erklärungs-Satz verdanken wir Harry Rowohlt: „Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer.“ Danke.

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