Gestern war Kiezfest in der Cranachstraße. Wie fast immer betätigte sich die geduldigste, beste Gemahlin von allen als Flohmarktwirtschaftlerin, ich verrichtete Hilfsdienste. Ein Blick auf unser herausragendes, kennerisch zusammengestelltes Sortiment:
Was auffiel: der durchaus ruppige Umgangston zahlreicher Festgäste, und die Bereitschaft und Vehemenz, mit der überraschend viele Menschen meinten, sich als Nicht-Leser outen zu müssen. Als ob’s eine Befreiung wär, auf die man stolz sein darf.
Wir brauchen keinen neuen Antisemitismus. Der alte funktioniert doch noch prächtig.
Verwundert bin ich über die Naivität, mit der derzeit die Diskussion über ein allgemeines, bedingungsloses Grundeinkommen geführt wird. Wie kann irgendjemand auf die Idee kommen, die Marktradikalen hätten plötzlich etwas zu verschenken? Kann das eine großartige Sache sein, mit Spielgeld an einen richtigen  Roulettetisch gesetzt zu werden? Schaut euch die Neu- und Umbauten in den gentrifizierten Vierteln an, die Stahltore, die massiven Rollläden, die durch Designer-Schießscharten ersetzten Fenster, dann wisst ihr, worauf gewisse Eliten sich vorbereiten.
Und dann fiel mir auf, dass ich, wenn ich immer nur im Urlaub Kühlschrank-Magneten kaufe, ja gar keine Berliner Magnete (oder „Mangnete“, wie der Berliner sagt) in meiner Sammlung haben werde. Geht ja gar nicht! Und so machte ich mich daran, die hässlichsten Kühlschrank-Magnete der Stadt zu finden…

Vom Kiezfest ging’s dann direktemang zum kulinarischen Wochenhöhepunkt, Antipasti Misto …



Der kulinarische Wochenhöhepunkt: Ein medium rare gebratenes Rinderfilet auf einem Brotsalat mit gerösteten statt eingeweichten Brotresten im Restaurant
Und dann gab’s auf dem samstäglichen Markt auch noch einen Stand mit Wurst vom Eichsfeld… Nee, über Quedlinburg kann man nicht meckern.
Heute um 17 Uhr lese ich in der Winebar Amarcord in der Handjerystr. 55 in Berlin zwei Kurzgeschichten von P.G. Wodehouse vor, Rob Crouch und Emile spielen entspannten Gitarren-Jazz, wenn ich mal luftholen muss. Der Eintritt ist frei.
… und ein unfotografiertes, sensationelles Kamm-Kasseler vom Edeka-Fleischer in der Hedwigstr. Der Mann versteht sein Handwerk und hat u.a. auch exzellente grobe Bratwürste im Angebot.
Die ansonsten sehr geschätzte Fa. Bachhuber wagte diese Woche ein Tänzchen auf sehr dünnem Eis: In der Filiale Bayerischer Platz offerierte man mir eine „Stracke“ zum Sensationspreis von 3,99 Euro pro 100g. Den Ruin nicht fürchtend erwarb ich ein Stück und probierte. Im Anschnitt offenbarte sich ein dunkler Rand, der bei einer Ahlen Wurscht so nichts zu suchen hat – besonders, wenn sie noch so weich ist wie die Bachhubersche Variante, der Geschmack war wurstig plump, beinahe ohne Abgang… und das für den Preis
Kulinarischer Wochenhöhepunkt: EIne Einladung der geduldigsten, besten Gemahlin von allen ins sehr empfehlenswerte „


Niemand hat das Know-how, eine Mauer zu errichten.
Kulinarischer Wochenhöhepunkt 1: Exzellentes fränkisches Schäufele im
…kulinarischen Wochenhöhepunkt 2: Salsiccie im
Das Auge isst ja bekanntlich mit, und wenn der Chris keine Salsiccie abgibt, zwängt es sich eben blaue Blümelein hinein.
Meine erste selbstgeklöppelte Limonade: 1 Liter Ingwertee aus ca. 10 cm Bio-Ingwerwurzel, abkühlen lassen und mit dem Saft zweier Zitronen, einer Verschlusskappe flüssigen Süßstoff und etwas mehr als einem halben Liter Soda verrühren.