Splitterbrötchen (CCLXII)

Den Satz der Woche prägte die geduldigste, beste Gemahlin von allen: „Das ist ein unvergleichliches Geräusch, wenn in Podersdorf eine Sonnenbrille herunterfällt.“

Als Gott der Menschheit sehr zürnte, schuf er die Blasmusik.

Friede Springer hat Matthias Döpfner ein Aktienpaket im Wert von ca. 70 Millionen Euro geschenkt. Diese Schenkung, so hieß es in der Springerschen Verlautbarung, habe einen „privaten Hintergrund“. Wie habe ich mir diesen Hintedrgrund vorzustellen? „Nett von dir, dass du nach der Party noch ein bisschen geblieben bist und beim Aufräumen und Abwaschen geholfen hast. Hier, nimm dir ein paar Aktien…“?

Eine Vermutung, die diese Woche endgültig zur Gewissheit wurde: Ich kann das Wetter beeinflussen. Wenn ich z. B. Gegenwind erzeugen möchte, brauche ich mich nur auf einen Fahrradsattel zu setzen.

Man muss den Bürokraten das Abenteuer abtrotzen.

Schöner Satz in der Urlaubslektüre: „Freiheit ist eine Illusion, sie hat immer ihren Preis.“ (Jonathan Stroud: Das Amulett von Samarkand).

 

Splitterbrötchen (CCLXI)

Auch wenn’s ein Volksfest ist: Für die unwürdige Plörre, die im Festzelt als Zweigelt ausgeschenkt wird, sollte sich eine Weinbau-Gemeinde wie Gols in Grund und Boden schämen.

Gute Idee: Ingwer in den Teig der Vollkorn-Frühstücksbrötchen.

Kreativität ist nichts ohne Beharrungsvermögen.

Erhellender Satz in der Urlaubslektüre: „Er machte den Eindruck, als ginge er über Leichen, wie die meisten Afrikaner, die ja alle am Tropenkoller leiden.“ (Gustav Steinhauer: Ich war der Spion des Kaisers)

Kann sein, dass ich mich täusche, aber mir scheint, dass die Seewinkler Winzer den Welschriesling immer mehr auf Gefälligkeit trimmen. Die kernige Säure, wegen der ich ihn schätzen gelernt habe, scheint mir von Jahr zu Jahr weniger zu werden.

Ärgernis der Woche war die herablassende Arroganz, mit der große Teile des Feuilletons Hermann Hesses 50. Todestag kommentierten. Die Literatur-Hochnasen sehen Hesse als allenfalls mittelmäßig begabten Autor, gerade noch geeignet, um pubertierenden Jugendlichen bei der Sinnsuche behilflich zu sein. Liebe deutsche Schwerintellektuelle, das kriegt auch nur ihr fertig: über einen Autor die Nase zu rümpfen, weil (!) er auch noch fünfzig Jahre nach seinem Tod jugendliche Leser erreicht.

Splitterbrötchen (CCLX)

Ob das nicht „Sippenhaft“ wäre, fragen einige Journalisten angesichts der Abreise von Frau Drygalla. Und ob das nicht Privatsache sei, dass sie mutmaßlich einen Neonazi zum Freund hat. Nuja, da stellen wir uns doch einfach mal vor, ein junges Mädchen kommt mit Adolf Hitler am Arm nach Hause und bittet ihre Eltern, das Politische außen vor zu lassen. Privat wäre er ja ganz nett. Diese kleine Imagination sollte alle offenen Fragen beantworten.

Anders verhält es sich mit Herrschaften, die banale, der Lebenserhaltung dienende  Tätigkeiten des Alltags wie Einkaufen oder Essen zu politischen Taten raufstilisieren möchten. Eine solche Einstellung legt die Latte für erfolgreiches politisches Engagement auf eine erstaunlich niedrige Höhe.  Und postuliert gleichzeitig, dass ein gehobenes Einkommen und ausreichend freie Zeit (beides notwendig für die Beschaffungpolitisch korrdekter Lebensmittel) Grundvoraussetzungen für politisches Handeln sind.

Weiters: Wie sind Politiker zu beurteilen, die wirklich etwas bewegt haben, jedoch ihren Einkaufswagen politisch unkorrekt befüllten? Müssen wir unsere Meinung z. B. über Mathma Gandhi revidieren, wenn wir erfahren sollten 1, dass der Mann gerne an die Stopfleber ging, wenn niemand guckte?

Wobei der Einkaufskorb von Frau Merkel sehr sympathisch sein dürfte. ICh bin ihr schon des öfteren in den Galeries Lafayette begegnet, die Dame weiß, was gut ist.

Abschließend die Erkenntnis der Woche: Ich kenne tatsächlich niemanden, der Sir Michael Caine nicht mag.

  1. Wass Gott verhüten möge!

Splitterbrötchen (CCLIX)

Nach der Premiere vom „Olympia-Express“ Komplimente bekommen, Bier-Tycoon Heinrich von Hopfenberg sei ja wohl die „Rolle meines Lebens“. Aha. Engstirnig, stur, prüde, egomanisch und quengelig. Das kann ich also.

Die Kombination aus Pathos und tongue-in-cheek kriegt keiner so gut hin wie die Briten. Ganz, ganz tolle Eröffnungsfeier.

Was mir jedoch anhaltendes Nachdenken beschert: Paul McCartney’s Äußeres. Hat der Kerl irgendwie begnadete Gene, beschäftigt er eine Horde Chirurgen und Kosmetiker, oder hat doch irgendwann ein Double übernommen?

Das einzige, was Drohgebärden gegen Griechenland oder Spanien oder sonstwen bewirken: Sie entlarven diejenigen, die sie ausstoßen, als Anti-Europäer. Man droht niemandem, mit dem man als gleichberechtigter Partner zusammenarbeiten möchte.

Splitterbrötchen (CCLVIII)

Die Empörung der Woche betraf die Fernsteuerung der Politik durch die Wirtschaft am Beispiel des Herrn Mappus. Überraschend ist nicht das „was“ sondern nur das „wie“. Ist Herr Mappus wirklich so doof, dass er derart ausführliche Regieanweisungen benötigt?

Eine höchst angenehme Sendung: „Nicht nachmachen“, freitagabendlich im ZDF.

Fortschritt und Zivilisation – auch diese Güter sind nur zu einem hohen Preis zu haben.

Ein gutes Gedächtnis kann beides sein: Vorteil und Nachteil.

„Dying is Easy, comedy is hard“, soll angeblich Edmund Kean auf dem Totenbett gesagt haben. Solche Totenbett-Zitate sind zwar meist erfunden, aber: Auch wenn Kean es nicht gesagt haben sollte, er hätte trotzdem recht.

Nur noch eine knappe Woche bis zur Premiere des „Olympia Express„.  Ich werd jetzt doch langsam nerviös.

Splitterbrötchen (CCLVII)

Meine tollkühne Aktion der Woche: Für 2 Wochen verreist und nur zwei Netzteile mitgenommen.

Auf der Zugfahrt nach Minden einen jungen Mann beobachtet, der ca. eine halbe Stunde lang höchst interessiert in den Texten las, die auf seine Packung Tempotaschentücher gedruckt waren. Wenigstens hat er dabei nicht die Lippen bewegt.

Sportwagenproblem: Solange man noch reinkommt, kann man sie sich nicht leisten. Wenn man sie sich leisten kann, kommt man nicht mehr raus.

 

Splitterbrötchen (CCLVI)

Allen Event-Fans ins Stammbuch: Der Zweite lässt nur einen weniger hinter sich als der Erste.

Mit seinem legendären Balkon-Auftritt auf dem Münchner Marienplatz vor zwei Jahren hat Feierbiest der neue Bondscoach Louis van Gaal mehr für die Entkrampfung des deutsch-holländischen Verhältnisses getan als Rudi Carrell, Herman van Veen und alle Politiker zusammen.

Die Firma Kabeldeutschland scheint zu denken, dass es ihren Kunden einen tierischen Spaß macht, alle paar Tage eine zwölfstellige Smartcard-Nummer in die Telefontastatur einzugeben. Deshalb lässt sie uns das immer wieder machen.

Unverständnis über die vollkommen überrissenen Preise von DVDs mit Belmondo-Filmen. Warum sind die Dinger eigentlich so teuer?

Meine Geschäftsidee der Woche: der Handel mit Antiquitäten-Futures. Ich setze große Hoffnungen in diese Idee, nicht zuletzt weil jeder das dahinter stehende Konzept sofort versteht.

Vorfreude auf Minden. Nur noch acht Tage bis zum Probenbeginn vom Olympia-Express.

Splitterbrötchen (CCLV)

Was bei diesen ganzen Debatten (den professionellen und den anderen) über den Ausgang der EM erstaunt: die totale Sportferne, aus der die meisten Menschen heraus argumentieren. Und der vollkommene Mangel an Empathie, mit dem diese Menschen sich ereifern.

Diese Woche das Palm-WebOs-Handy eingemottet und mich in Android eingearbeitet. Jetzt erst gemerkt, wie toll WebOs war/ist.

Kulinarische Entdeckung der Woche: Spareribs vom Kalb. Supersimple Zubereitung (Marinade draufpappen, in Alu eingewickelt 3 Stunden bei 150 Grad in den Ofen, Alu auf, mehr Marinade, zehn Minuten übergrillen, fertig) nach einem Rezept von Petra Holzapfel. Gibt’s jetzt jedesmal, wenn wir in der Metro waren (weils da die Kalbsrippen gibt).

Wieso ich allerdings nicht einfach zum nahen Fleischer gehe und Kalbsrippen vorbestelle, ist wiederum eine andere Frage. Vermutlich will ich Idiot wieder mal keine Umstände machen.

Und warum ich nicht „Kalbsrippen“ tippen kann, ohne vorher „Klabsrippen“ getippt zu haben, ist… nein, das interessiert nun wirklich niemanden mehr.

 

 

Splitterbrötchen (CCLIV)

„Vorurteil“ ist nur ein irreführender Ausdruck für „durch leidvolle Erfahrung gewonnene Lebensklugheit“.

Und schon wieder ein Wembley-Tor in einem Länderspiel mit englischer Beteiligung. Das KANN kein Zufall sein.

Den Kommentar der Woche twitterte Gary Lineker: „I hope the Greeks are useless, otherwise Germany are terrifyingly good!“

Ganz erstaunlich: „unsere“ Friedenauer Ecke ist komplett Autokorso-frei.

Splitterbrötchen (CCLIII)

Die Weisheit der Woche entschlüpfte Mehmet Scholl in Gegenwart von Reinhold Beckmann: “Übertrag einem Genie Verantwortung, und er verlässt dich. Ganz schnell.“

Twitter-Geniestreich von Hans Sarpei: „Heute besuchte die holländische Elf ein Kinderheim in der Ukraine. Es war traurig, diese hoffnungslosen Gesichter zu sehen, sagte Andrej (6)“

Bei großen Turnieren kommen die Fußballverächter gern aus Ihren Löchern und tragen ihr Desinteresse dröhnend vor sich her. Dabei wäre es doch ganz einfach: Sportteil der Zeitung nicht lesen und die zwei, drei berichtenden TV-Kanäle zur Spielzeit nicht einschalten, schon hat man seine Ruhe.

Naif ibn Abd al-Aziz, der Kronprinz von Saudi-Arabien, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Prince Charles sollte sich langsam mal Gedanken über den Mitgliederschwund in seiner Selbsthilfegruppe machen.