Splitterbrötchen (CC)

Die große Splitterbrötchen-Sause

Tausende Menschen haben sich zur Stunde in Berlin Kreuzberg vor meiner Wohnung versammelt und feiern die zweihundertste Ausgabe der Splitterbrötchen. Ich bin begeistert und gerührt.

Immer wenn ich „So doof kann eigentlich keiner sein!“ sage, kommt einer an, der haargenau so doof ist.

Spam-Betreff der Woche ist selbstverständlich „Penis Growth Free Trial“. Find ich gut, dass man nicht die Katze im Sack kaufen muss und in Ruhe probieren kann.

Die beste der Wahrheitsfindung dienende Zeugenaussage der Woche gelang selbstverständlich Bommi Baumann im Prozess gegen Verena Becker:
„Herr Baumann, nehmen Sie Drogen?“
„Ja.“
„Seit wann?“
„Ich nehme seit 1967 Opiate.“
„Ununterbrochen?“
„Nee. 1993 habe ich 15 Jahre lang gar nichts mehr genommen.“
„Und warum haben Sie mit Ihrem Drogenkonsum wieder begonnen?“
„Wegen meiner geringen Lebenserwartung habe ich mir gesagt, jetzt kommt es auch nicht mehr drauf an. Irgend’n Hobby hat schließlich ’n jeder.“1

Grundsätzliche Frage nach Beobachtung des ersten Fußballspiels in einem hochauflösenden TV-Format: Warum sollte man Hans-Hubert Vogts in HD betrachten wollen?

Ich danke den Splitterbrötchen-Lesern und Netzecken-Besuchern für Aufmerksamkeit, Geduld und Treue. Bis spätestens nächsten Sonntag!

  1. zitiert nach der taz

Splitterbrötchen (CXCIX)

Wirklich, Fa Daimler Benz? Ich brauche einen „Aufmerksamkeits-Assistenten“? Der mich auf die nächste Pause hinweist? Den brauche ich? Wirklich?

Das erste Hefeweizen nach einer 85-km-Radtour ist eine der größten Delikatessen dieser Welt.

Die sinn- und hilfreichste Mitteilung der Woche verdanke ich Fa. KabelDeutschland:
Und bei Fa. Groupon hat wohl ein Versicherungsvertreter seinen Koksbeutel liegen lassen. Oder wie anders lässt sich ein Angebot wie „Perfekter Start in den Herrentag mit Frühstück Breaky for Men and Friends im Café Checker“ erklären?

In den Kommentaren hat mich Carsten Sohn darauf hingewiesen, dass Google einem die arabischen Ziffern in römische Ziffern umrechnet, wenn man lieb bittet. Als ich das ausprobierte, stellte ich bestürzt fest, dass ich alle Splitterbrötchen ab Nr. 190 peinlicherweise mit falschen römischen Ziffern versehen hatte. Ich danke allen Lesern, die so sensibel waren, mich nicht auf diese Serie peinlicher – wie geht eigentlich des Plural von Fauxpas? Fauxpasse klingt eher nach einem französischen Schriftsteller – hinzuweisen. Dass es einfach niemand gemerkt hat, ist ja total unwahrscheinlich.

 

 

 

Splitterbrötchen (CXCVIII)

Als ich die Tage an einem 5-Sterne-Hotel vorbeiging, vor dem die gepanzerten Limousinen parkten, musste ich unwillkürlich „Da drinnen jagen jetzt die Banker die Zimmermädchen“ denken. Strauss-Kahn hat meine Weltsicht radikal und dauerhaft verändert.

Das alte Europa versagt angesichts der Gurkenstaaten.

Tweet der Woche (C_Holler): „Wer nichts wird, wird Wirt. Wer mehr auf Koks und Nutten steht, für Ergo ist es nie zu spät.“

Ich muss mich immer öfter bei Wikipedia wegen der richtigen Schreibweise der römischen Ziffern versichern. Das Jubiläum droht.

Splitterbrötchen (CXCVII)

Menschen, die ein „Dating-Portal mit TÜV-Plakette“ nutzen, verlassen vermutlich ein Bordell auch ausschließlich durch den Auspuff.

Möglicher Titel für ein Ratgeber-Buch, das Angela Merkel schreiben könnte: „Regieren ohne nachzudenken“.

Cristiano Ronaldo hat in einem Interview gesagt, dass er vom Toreschießen nicht besessen sei („I’m not obsessed with scoring goals“). Wenn Mourinho cojones hat, dann feuert er ihn wegen dieser Äußerung.

 

Splitterbrötchen (CXCVI)

Bei den Top-Suchbegriffen der Netzecke hat jetzt die Suche nach „Bolognese Rezept“ die Suche nach „Chris Kurbjuhn“ von Platz 1 verdrängt. Wir sind nichts, Kochkunst ist alles.

Man hätte sich doch um einen Job bei Apple bemühen sollen, denn augenscheinlich werden dort die Angestellten derart mit Geld zugeschissen, dass sie ihren Kinder Taschengeld in vierstelliger Höhe geben. Wie anders bitteschön soll ich die Mail mit Betreff „iPad2. Das perfekte Geschenk zum Vatertag“ verstehen, in der es heißt „Schenk Papa zum Vatertag eine neue Möglichkeit, all das zu machen, was er so gerne macht … Kauf das iPad2 in einem Apple Store“?

Und – wo wir beim Thema sind – seit wann gibt es eigentlich Vatertags-Geschenke?

Schöner Satz aus der neuesten „Unter Verdacht“-Folge: „Das ist keine Gerechtigkeit, das ist Rache.“

Splitterbrötchen (CXCV)

Nur etwas googlen, etwas downloaden, etwas uploaden, etwas aktivieren und ich verfüge in der Netzecke über ganz neue Möglichkeiten1. Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Wir leben in einer großen Zeit!

Diese Woche, im Supermarkt: „Möchten sie die Treueherzen2?“ – „Nein, danke. Aus dem Lego-Alter bin ich raus.“ – „Aber vielleicht für die Enkel…“ Autsch.

Rechtsstaat hat etwas mit dem Festhalten an Grundsätzen zu tun, nicht mit der Freude darüber, dass andere die mal eben schnell über den Haufen werfen.

Irritierende Beobachtung: Professionelle Trauerredner scheinen gern darauf hinzuweisen, dass der oder die Verstorbene gern gebastelt habe. Sollte das nach meinem Ableben jemand von mir behaupten, bitte ich, dem Betreffenden eine runter zu hauen.

 

  1. Fußnoten!
  2. Bei Kaiser’s gibt es pro 5 Euro, die man ausgibt, ein Treueherz. Die Dinger kann man sammeln, und dann rabattiert irgendeinen Ramsch kaufen. Zur Zeit sind’s Legosteine.

Splitterbrötchen (CXCIV)

Wie jetzt? BILD veröffentlicht die Liste der peinlichsten deutschen Adeligen, und Prinz Fréderic von Anhalt landet nur auf Platz 7? Total gemein! Das dürfen Hoheit nicht auf sich sitzen lassen!

„Bestellsoftware hier gratis erhältlich“ – die Großzügigkeit von Fa. Bertelsmann lässt mich erschaudern.

Auch wenn Herr Knipphals von der taz das möglicherweise nur schrieb, um zu provozieren: Der Satz „Ironie kann jeder.“ ist die Dummbeutelei der Woche. Mindestens der Woche.

Das war zu erwarten: Menschen, die ihr Lokal „Baku-Napoli (italienische und internationale Spezialitäten)“ nennen, glauben auch, dass „Biergarten im Restaurant“ eine sinnreiche Information ist.

 

 

Splitterbrötchen (CXCIII)

Da kommt man ins Büro und der Router tut so, als wäre er nicht da. Anderthalb Stunden frickelt man rum, probiert dies, probiert das, nix da, der Router blinkt, bleibt aber verschwunden. Und plötzlich, zack!, ist er wieder da. Als wäre nix gewesen. Soll ich mich jetzt freuen, dass er wieder da ist, oder soll ich ihn wegen der vergeudeten Lebenszeit verfluchen?

Diese Woche mal Tee mit und ohne vorgewärmte Kanne zubereitet. Der Tee in der vorgewärmten Kanne schmeckte deutlich aromatischer. Gibt es dafür eigentlich eine begreifbare Erklärung?

Thomas Wark hat beim Clásico richtig gerockt: „Sie rücken nicht mehr nach! Sie hinterlassen Löcher!“

Splitterbrötchen (CXCII)

Clemens Tönnies sieht immer mehr aus wie der junge Helmut Kohl. Vielleicht sollte er einen Arzt aufsuchen.

Diese Woche angespargelt und nachgespargelt. Ab nächster Woche wird durchgespargelt.

Immer öfter liest man als Berufsbezeichnung „Buchautor“. Wodurch unterscheidet sich ein Buchautor von einem Schriftsteller?

Seit ich vor ca. einer Woche nach einer bestimmten Sorte italienischen Olivenöls gegooglet habe, verfolgt mich die Werbung eines Internet-Gourmet-Shops auf allen Webseiten, die ich besuche. Natürlich ist derartiges „Ad-Stalking“ die sicherste Methode, mich NICHT als Kunden zu gewinnen. Hallo, ihr aufdringlichen Trottel von gourmondo: Eh ich bei euch einkaufe, verhungere ich lieber.

Splitterbrötchen (CXCI)

Spruch der Woche: May the bridges I burn light the way.

Zwomal in dieser Woche hat Firma Groupon mein Leben bereichert: zum einen mit der brillanten Abseitigkeit „foodmarkt der unendlichen Möglichkeiten“, zum anderen mit der Vorlage zum Verleser des Jahres, der mir bei dem Wort „Schiess-Simulator“ unterlief.

Kaum zu glauben, aber es gibt tatsächlich Buchhändler (!), die hartnäckig darauf  beharren (!), dass es „Rezession“ und nicht Rezension heißt.

Nach der van-Gaal-Entlassung habe ich nur noch einen Wunsch: Dass die Saison möglichst schnell vorüber geht.