Splitterbrötchen (CXXIX)

Die Facebook-Werbung der Woche: „Why be normal? Do Jivamukti Yoga! Hot, hip and holy in Berlin-Mitte.“

Ja, ich weiß. BILD ist böse. Aber die Schlagzeile „Dr. Tod plastiniert sich selbst!“ ist ein Geniestreich.

Dietrich Fischer-Dieskau hat ein Buch über Wilhelm Furtwängler geschrieben. Immerhin 69 Seiten stark. Und sein Verlag feiert diesen Kraftakt mit einem Buchpreis von 19,90 Euro.  Man gönnt sich ja sonst nichts.

Seit es Journalisten und Wetterdiensten gelungen ist, eine ganze Jahreszeit zu vergessen, muss Gedächtnisverlust als Kunstform angesehen werden.

Marcell Davis ist die neue Nicole Okaj.

Splitterbrötchen (CXXVIII)

Wenn man nach ein paar Jahren in die Heimat zurückkommt und dort eine junge Frau sieht, die einem bekannt vorkommt, fragt man sich „Kannte ich die?“ Wenn man nach vielen Jahren in die Heimat zurückkommt und dort eine junge Frau sieht, die einem bekannt vorkommt, fragt man sich „Kannte ich die Mutter?“

Der Spam-Betreff der Woche war: „Der Baumgeruch und Geldgeruch im Haus“

Das Zitat der Woche urheberte Rowan Atkinson vor 5 Jahren: „Das Recht, zu beleidigen, ist wesentlich wichtiger als jegliches Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Bin ich der einzige, der sich bei dem Wort „Nacktscanner“ zuverlässig an die Anzeigenseiten in alten Jerry-Cotton-Heften erinnert, auf denen es eine „Röntgenbrille“ zu kaufen gab?

Splitterbrötchen(CXXVII)

Weihnachten wird unterschätzt.

Kurz vor den Feiertagen wurde im Büro eine neue Türklingel – unter anderem mit Farbmonitor – installiert. Abschließend überreichte mir der Handwerker ein Handbuch, dass mir die Benutzung der neuen Türklingel erklärt. Handbücher für Türklingeln – der Preis des Fortschritts kommt mir manchmal ziemlich hoch vor.

Erkenntnis beim Kofferpacken: Knüllen ist das neue Falten.

Weihnachten wird überschätzt.

Splitterbrötchen (CXXVI)

Berufserfahrung: Nach über 30 Jahren Theater erkenne ich eine Intrige ca. eine Woche, bevor sie dem Intriganten einfällt.

Wenn ich Zeit zum Nachdenken habe, kann ich sehr schlagfertig sein.

Laut Fa. Tchibo hat Christian Rach einen „interaktiven Toaster“. Nuja, Erfolg macht einsam. Wird wohl nötig sein.

Splitterbrötchen (CXXV)

Mehrheit und Mittelmaß fangen beide mit „M“ an.

Tiger Woods will auf Golf verzichten, um sein Familienleben zu retten. Wäre der Verzicht auf Cocktail-Kellnerinnen nicht wesentlich sinnvoller?

Eine Abstimmung löst kein Problem, sie reduziert es lediglich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.

Die Erkenntnis, dass man sich nur weiterentwickeln kann, wenn man sich gelegentlich überfordert fühlt, sollte eine Binsenweisheit sein.  Da muss man nicht viele Worte drüber machen.

Eine Gruppe kann allenfalls über die Beliebtheit eines Einzelnen entscheiden, niemals über seine Eignung.

Splitterbrötchen (CXXIV)

Mann der Woche ist Tiger Woods. Ich wusste gar nicht, was für eine aufregende Sportart er betreibt.

Den Beruf der Woche ist „Cocktailkellnerin“. Wenn man es in dieser rasant fortschreitenden Welt zu etwas bringen will, muss man sich spezialisieren.

Die Formulierung der Woche gelang der BILD, in dem sie den Mann der Woche als „Schniedel“ Woods bezeichnete.

Und die Innovation der Woche erfand Mrs. Woods bzw. ihre Anwälte: Sich im Ehevertrag eine „Bleibeprämie“ auszubedingen ist im wahrsten Sinne des Wortes herzallerliebst.

Splitterbrötchen (CXXIII)

Erstaunlich, was für große Hallen Atze Schröder ohne jegliches Timing füllen kann.

Das Weinerlebnis der Woche: Ein an der Mosel abgefüllter Riesling aus der Pfalz, der noch nicht mal entfernt nach Riesling geschmeckt hat. Eine önologische Meisterleistung.

Alles, was vom „Baader-Meinhof-Komplex“ hängenbleibt: Unglaublich, was damals gequalmt wurde.

Den Slogan der Woche schuf RTL II: „„Wunschkinder – die Dokusoap über Paare, deren Wille stärker ist als die Natur“

Verbrecher und Politiker haben eines gemeinsam: Sie glauben fest daran, dass sie nicht erwischt werden.

Splitterbrötchen (CXXII)

Wer zwingt Wettbüros eigentlich, bizarre, unkontrollierbare Wetten – z. B. auf den Zeitpunkt von Freistößen, die in Sechstliga-Spielen in einem fernen Land verhängt werden – überhaupt anzunehmen?

Beim Wiederansehen von „Deutschland im Herbst“: Einen Menschen wie Rainer Werner Faßbinder würde man heutzutage keinen einzigen Film mehr drehen lassen. Sogar für einen Container-Auftritt wäre er den zuständigen Redakteuren zu mutig.

Heidi Klum hat also Seals Namen angenommen. Ab sofort heißt sie dann wohl Seal Klum.

Nochmal 1977:  die  „klammheimliche Freude“ haben damals m. E. nur Idioten empfinden können. Ich erinnere mich nur an ohnmächtige Wut und Hilflosigkeit.

Splitterbrötchen (CXX)

Nach zwei magenverstimmten Tagen mit Weißbrot und Kamillentee riechen altes Frittenfett und versalzene Pommes wie das reine Manna.

Der Satz „Mir ist egal, was die anderen sagen“ wird immer von der Ursache des Problems ausgesprochen.

Auffällig 20 Jahre nach dem Fall der Mauer: Wie groß und allgegenwärtig ausgerechnet in diesem Land die Angst vor Veränderung ist.