Schlagwort-Archive: Wichtigtuerei

Splitterbrötchen (XXXIII)

Normalerweise interessiert mich nicht die Bohne, was im Absender von Spam-Mails steht. Aber ein Name wie „Porfirio Leach“ ist natürlich fantastisch.

Dieter Kosslick kann nicht nur Festivals leiten, er kann auch dämlich fragenden Filmjournalisten die Welt erklären:
„Wie hat man sich den Stones-Auftritt vorzustellen: Landen sie im Privatjet in Tempelhof? Wird das Hotel de Rome gemietet?“ – „Sie kommen wohl nicht mit Easyjet und schlafen nicht im Backpacker-Hotel.“

Interessant, dass im TV-Werbespot der Weight Watchers keine übergewichtigen Menschen zu sehen sind.

„Fühlen Sie sich ganz wie zuhause!“ plärrt es mir aus einem Hotelprospekt entgegen. Aber haargenau das will ich doch nicht, wenn ich verreise.


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Splitterbrötchen (XXXII)

Einmalig, wie Vogts Nigeria runterrockt. Die Jungs vom Nigerianischen Fußballverband müssen langsam glauben, dass dieser Trainer ihnen in einem hölzernen Pferd geliefert wurde.

Das Internet besteht aus Millionen kleiner Fenster, in die Millionen Menschen hineinsehen, um dem Leben beim Vergehen zuzugucken.

In der U-Bahn sehe ich immer mehr Menschen, die minutenlang schweigend in ihre Handys hinein horchen. Was machen die? Hören die sich besonders liebgewordene Mailbox-Nachrichten immer wieder an?

Manchmal erschrecke ich ob der Naivität von Zeitungsschlagzeilen: „Börsenhändler zockte mit 50 Milliarden Euro“. Warum soll so ein Mann nicht das machen, was in seiner Job-Beschreibung steht?

Titelidee für die Memoiren von Markus Maria Profitlich: „An den Haaren herbeigezogen“.

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Splitterbrötchen (XXXI)

Letzte Woche träumte ich zum ersten Mal in meinem Leben davon, in der deutschen Fußballnationalmannschaft zu stehen und im Finale um die Fußballweltmeisterschaft zu spielen. Als ich endlich den Pokal in Händen hielt, kamen natürlich Heerscharen von Gratulanten auf mich zu… die mich alle dazu beglückwünschten, dass es mir endlich gelungen wäre, diesen Traum zu träumen.

Warum um alles in der Welt regt sich dieselbe über das Cruise-Video auf? Dass er Scientology-Mitglied ist und haufenweise dummes Zeug labert ist doch weiß Gott nichts neues.

Die SPD ist die einzige Partei Deutschlands, die sich aus jeder, aber auch wirklich jeder Lage selber ins Knie zu schießen kann.


Waren das Zeiten, als man nur den Schallplattenbesitz eines Mannes durchsehen musste, um Rückschlüsse auf seine Gesinnung ziehen zu können.

 

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Im Camp oder Die Böhmsche Röhre

Meine Begeisterung für das Dschungelcamp begann mit der ersten Staffel, genauer gesagt mit der Folge, in der Schlagerurgestein Werner Böhm sich mit außergewöhnlichem Enthusiasmus in eine zehn Meter lange Plastikröhre voller Schlangen, Maden und ekligem Krabbelgetier warf. Erschien ihm wohl als ein attraktiverer Aufenthaltsort als das Festzelt bei der Kirmes in Niddawitzhausen. Wie dem auch sei, Böhm robbte durchs Rohr, wurde mit Klebstoff, Schleim und Federn übergossen und torkelte in durchaus beklagenswertem Zustand am anderen Ende aus der Röhre. Sofort griff er sich ein Mikrofon, und noch während sich Maden in seinem Ohr ringelten und ihm die Federn aus dem Mund flogen, bedankte er sich bei allen Fernsehzuschauern, die ihn für diese fan-tas-ti-sche Prüfung ausgewählt hätten. Böhm betonte, welche Freude und Ehre es für ihn gewesen wäre, durch diese Röhre zu kriechen und sich von schleimigem Krabbelgetier angreifen zu lassen und bat inständig, auch für zukünftige, nach Möglichkeit aber bitte noch anstrengendere und ekligere Prüfungen berücksichtigt zu werden. Ein sichtlich um Fassung ringender Dirk Bach lies mit einem trockenen „Du siehst aus wie Bibo in der Mauser.“ die Heißluft aus Böhm und beendete die Szene.
Seitdem bin ich ein Fan dieser Serie dieses Events dieser wilden Stunde, in der C-Promis ihre letzte Runde drehen, bevor es endgültig ins Abseits geht. Denn genau das ist das Dschungelcamp: ein Ort der Hoffnungslosigkeit, die letzte Ehrenrunde vor dem großen Vergessen, das Winken vor dem endgültigen Exit, denn diejenigen, die sich in den australischen Dschungel verabschiedet haben, bleiben auch verabschiedet. Was macht eigentlich Carsten Spengemann? Wo ist Küblböck? Ist das Caro Beil, die da gerade eine Aldi-Filiale eröffnet? Wie hieß nochmal diese mütterliche Sängerin aus der zwoten Staffel? Ich weiß es nicht mehr.
Schwärzere Szenarien, in denen auf dem Müllhaufen der Geschichte gestrandeten Existenzen die letzte Hoffnung geraubt wird, habe ich noch nicht mal im absurden Theater gesehen. Ich glaube, Samuel Beckett hätte diese Sendung geliebt.
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