Schlagwort-Archive: Wichtigtuerei

Splitterbrötchen (XLVI)

Willi, Wuppi und Wudy… das sind tatsächlich Dinge, die man in Supermarkt oder Bäckerei erwerben und angeblich essen kann. Ich werde nie erfahren, wie das Zeugs schmeckt. Ich kann nicht „Einen Schoko-Wuppi, bitte“ oder „Ich nehm einen mit Käse überbackenen Willi“ sagen, ohne mir unerträglich dämlich vorzukommen.

Was wirklich nervt, sind Leute, die Fragen stellen, weil sie glauben, irgendwas fragen zu müssen. Ohne etwas wissen zu wollen.

„Zeitversetztes Fernsehen“ wird mir gerade als neuestes Trumpfas von T-Online angepriesen. Das ist natürlich der Wahnsinn. Davon träume ich von Kindesbeinen an. Lieber wäre es mir allerdings, wenn die Marketing-Deppen, die diesen idiotischen Begriff erfunden haben, nicht auf Zeit sondern auf Dauer versetzt würden.

Die gewissenlosen Dummschwatz-Profiteure von McKinsey warnen davor, dass die Mittelschicht hierzulande verfällt. Aha. Die gleichen Leute, die jahrelang den Stellenabbau als Allheilmittel für jedes wirtschaftliche Problem gepredigt haben, bemerken plötzlich, dass es volkswirtschaftliche Probleme gibt, wenn man einer größeren Menge Leute die Arbeit wegnimmt. Ein Verfall von Firmen wie McKinsey könnte das Problem schlagartig lösen.

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Splitterbrötchen (XLV)

Im Supermarkt einen Fehlkauf getätigt. Welcher grenzdebile Vollspaten ist nur auf die Idee gekommen, auf eine Packung, die 40 Müllbeutel mit je 20 Litern Inhalt enthält, eine riesengroße 40 zu drucken?

Ein Satz wie „Rufen Sie an und gewinnen Sie ein schickes Auto!“ (Sat1, Donnerstag abend) ist weder inhaltlich noch literarisch zu toppen.

In Minden gesehen – genialer Name für eine Boutique: „Bonnie sucht Kleid“.

Warum finden so viele Menschen Essen vom Buffet so toll? Mir was durcheinander auf den Teller packen kann ich auch zuhause.

Ein Service, den ich nicht mehr missen möchte: Der Celebrity-Deathbeeper.

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Splitterbrötchen (XLIV)

Verleser der Woche: Bei „Dichter Rauch legt Buenos Aires lahm“ fragte ich mich tatsächlich ein Weilchen, was dieser Herr Rauch wohl gedichtet haben mag, um eine Großstadt lahmlegen zu können.

Wer hat eigentlich erfunden, dass man sich ständig neu erfinden muss?

Warum glaubt Fa. Bauhaus, dass es mich am Samstagabend während des Pokalfinales interessiert, dass ihr neuer Katalog da ist?

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Splitterbrötchen (XLIII)

Natürlich bin ich ein Gegner jeder Zensur. Aber diese unerträglich kitschigen, unbeholfenen Sprüche auf Kondolenz-Karten würde ich sofort verbieten lassen.

Zum Kotzen: Willi Lemkes selbstgefälliges, an den Fakten vorbeigehendes Gelaber im Sportstudio. Wieso dieser eitle Floskel-Daherbeter von einem Großteil der Presse hartnäckig als Sympath gefeiert wird, entgeht mir komplett.

Wenn Jogi Löw genug Cojones hat, ruft er Olli Kahn an und fragt ihn, ob er im Juni ein paar Wochen Zeit hat.

Mit jedem Rezept, das Peter Wagner sonntäglich auf Spiegel ONLINE veröffentlicht, werden meine Zweifel größer, ob der Mann schon mal eine Küche von innen gesehen hat. Wer Hobbyköchen empfiehlt, ihren Backofen auf 83 Grad einzustellen, Lachsbonbons zu drehen oder durch ein Haarsieb passierte Meerrettichraspel in einen „Thermo-Whip“ zu füllen, ist ein snobistischer Sadist oder weiß nicht, wovon er schreibt. Vermutlich ist beides der Fall.

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Splitterbrötchen (XLII)

Banale Sätzen werden nicht dadurch wichtig, dass man sie aufschreibt.

Kluge Menschen haben es hierzulande immer schwerer. Weil die Deppen Kompetenz und Bildung als Bedrohung empfinden.

Einem Spiegel-Online-Artikel entnehme ich, dass Naomi Campbell eine Drogenberaterin hatte (wurde natürlich verprügelt). Warum gönne ich mir nicht einen Wein-Coach?

Warum um Himmels Willen entschließen sich nur noch Kleinbürger zur linken Gesinnung?

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Splitterbrötchen (XLI)

Nichts gegen Gastronomen, die sich gegen das – in meinen Augen Bürger beleidigend bevormundende – Rauchverbot wehren. Allein die beinahe ausschließlich vorgebrachten wirtschaftlichen Argumente („Wir können das Rauchverbot nicht einhalten, unsere Umsätze gehen zu stark zurück!“) irritieren mich. Nehmen wir mal an, ich wäre ein Auftragskiller. Nette Menschen informieren mich dahingehend, dass meine berufliche Tätigkeit illegal ist. Ich erschrecke und höre damit auf, meine Mitmenschen ins Jenseits zu schicken. Nach einigen Wochen stelle ich fest, dass meine Umsätze zurückgehen, und mit eben dieser Begründung nehme ich meine Geschäftstätigkeit wieder auf…

Wenn man bei einem Umzug Kisten trägt und plötzlich nimmt ein junger Mensch einem die Kiste mit den Worten „Die ist zu schwer für dich.“ weg… au weh. Blödes Gefühl.

Ich will wirklich nicht kleinlich sein, aber mich würde wirklich eine überzeugende Begründung interessieren, warum ich Wurstpellen und Käserinden bezahlen muss, die grundsätzlich mit abgewogen werden, obwohl ich sie nicht esse.

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Splitterbrötchen (XL)

Mittelmaß macht ein Geräusch. Es greint.

Ich gucke House wegen House, aber Monk wegen Stottlemeyer.

Wer kennt eigentlich noch Carlo Schmid? Warum zitiert niemand mehr Carlo Schmid? Könnte es an der simplen Erkenntnis liegen, dass man große Vorbilder, die man nicht annähernd erreicht, besser totschweigt, um keine peinlichen Vergleiche zu provozieren?

Talent ist ein Versprechen, dass oft nicht gehalten wird.

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Splitterbrötchen (XXXIX)

Im Hof des Mietshaus, in dem wir wohnen, stehen heute zehn Fahrräder mehr als zu Beginn des Streiks im ÖPNV. Irgendwie glaub ich nicht, dass alle dieser Fahrradfahrer wieder Bus fahren werden. Könnte sein, dass ver.di der BVG doch ziemlich geschadet hat.

Das waren schöne Filme, in denen eine Prügelei noch als gesellschaftlich akzeptabler Zeitvertreib angesehen wurde. Und wo sind eigentlich die Auto-Verfolgungsjagden geblieben, bei denen richtig Material zerdeppert wurde?

Gerade im Radio gehört, dass man bei der BVG berät, wie man den Fahrbetrieb wieder anlaufen lassen kann. Hm. Eigentlich sollte doch so ein Plan nach zehn Tagen Streik fixfertig in der Schublade liegen. Erinnert irgendwie an das „Ministerium für gesamtdeutsche Fragen“, das seinerzeit vom Fall der Mauer auf dem linken Fuß erwischt wurde.

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Splitterbrötchen (XXXVIII)

„Wichtig ist, dass man morgens in den Spiegel schauen kann. Und das kann ich.“, gab Mirko Slomka zu Protokoll. Toll. Andererseits: Wer kann das nicht?

Wo wir bei Slomka sind: Wieso hat der sich am Mittwoch angezogen wie ein Unterbösewicht in einem Italo-Western? Wie die schwarz gekleidete Type, die immer die Ohrfeigen-Kaskaden von Terence Hill einsteckt?

Wenn ich die armen Raucher sehe, die auf der Straße stehen, an ihren Zigaretten ziehen und sich nervös umgucken, dann muss ich schaudernd daran denken, dass die Deutschen es wie kein zweites Volk verstehen, Minderheiten auszugrenzen.

Dass zwischen Macht und Verantwortung im Idealfall ein Zusammenhang bestehen sollte, scheint nur einer erstaunlich geringen Zahl von Politikern klar zu sein.

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Splitterbrötchen (XXXVII)

Die Fußballkommentare Wolf-Dieter Poschmanns ähneln mehr und mehr dem Rauschen bei schlechtem Radio-Empfang: störend, überflüssig, unvermeidlich.

Es gibt nur wenige Menschen, die ein spannenderes Leben führen als ein Paranoiker.

Eben in der U-Bahn mitgehört: „Kreuzberg ist mir zu spießig, zu yuppiehaft.“ Hm. Gibt es überhaupt noch Yuppies? Heißen die nicht mittlerweile irgendwie anders?

Bescheuerte Frage im Restaurant: „Den Salat mit Dressing?“ Fragt man zurück, was denn die Alternative wäre, bekommt man unfehlbar „Mit Essig und Öl“ zu hören. Als ob das kein Dressing wäre.

Wenn man wichtig sein will, langt es nicht, sich selbst für wichtig zu erklären. Man muss schon gelegentlich etwas wichtiges tun.

Nochmal Paranoia: Hat eigentlich schon mal jemand versucht, eine Verschwörungstheorie in die Praxis umzusetzen?

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