Splitterbrötchen (CCCXXXVII)

Heute, beim Schrippenholen, roch die Luft zum ersten Mal in diesem Jahr nach Winter. Und zack! war sie wieder da, die Erinnerung an diese fürchterlich kratzende Skihose, die ich als Sechsjähriger tragen musste.

Gestern gab’s die erste Gans des Jahres. Es folgen die nachgänslichen Segnungen: Aufgebratene Knödelscheiben mit Schinkenwürfeln und Ei. Aufgewärmter (!) Grünkohl. Schwarzbrot mit Gänseschmalz und Kochkäse.

Nichtkulinarisches Highlight der Woche: Buchen der ersten Urlaubsreise 2014. 5 Mann in einem Boot. Nach zehn Jahren Pause nochmal mit den besten Freunden eine Woche lang im Kabinenkreuzer auf dem Shannon fahren. Im April ist es soweit.

Und dann ist auch noch Schach-WM. Wobei hier die Luft raus zu sein scheint. Früher verfolgte man noch atemlos dem Kampf Gut gegen Böse auf dem schachbrett, jetzt schaut man zwei netten Kerlen beim Klötzchenschieben zu. Ein kompromisslos böser Schach-Hooligan täte dem Spiel gut.

 

 

 

Splitterbrötchen (CCCXXXVI)

Das Projekt, das derzeit am meisten Spaß macht: Zusammen mit der besten, geduldigsten Gemahlin von allen „The Big Bang Theory“ komplett in der richtigen Reihenfolge durchgucken. Modebewussten Fans der Serie empfehle ich gerne http://www.sheldonshirts.com/. Sie haben auch Howard’s Gürtelschnallen!

Mein Wochenhighlight: der älteste Freund besucht mich auf ein verlängertes Wochenende. Vor 50 Jahren sind wir zusammen eingeschult worden, und sehen uns immer noch regelmäßig in die Augen. Das ist eine große Freude, die nicht vielen Menschen zuteil wird.

2022 ist noch lange hin. Bis dahin kann noch einiges passieren. Bis dahin muss noch einiges passieren. Sollte dennoch die Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar stattfinden, werde ich dieses Turnier boykottieren und kein Spiel anschauen. Menschen, die mich kennen, wissen, was das für mich bedeuten würde. Ich bitte darum, mich beim Wort zu nehmen und hoffe inständig, dass das nicht nötig werden wird.

Als ich den Ad-Blocker meines Browsers abgeschaltet hatte, wurde ich damit konfrontiert, dass die Bundeswehr jetzt „IT-Soldaten“ hat. Ich habe den Blocker sofort wieder eingeschaltet.

 

 

Danke, Bahn!

DB2

Liebe Deutsche Bahn,

ganz, ganz herzlich möchte ich mich bei Dir für die gelungene Geburtstagsüberraschung bedanken. Ich ahnte ja schon, dass du was für mich in petto hast, als du ein paar Tage vorher in einer Mail mit Hinweis auf meinen anstehenden Ehrentag meine Lieblingsfarbe, meinen Lieblingskuchen und meine Urlaubspräferenzen abgefragt hattest.

Pünktlich am 4. 11. war es dann soweit, du schicktest mir mein Geschenk: Eine E-Mail! Und die enthielt einen richtigen, echten Internet-Link, auf den man sogar klicken konnte. Was ich natürlich – aufgeregt wie nur was – sofort tat.

Hinter dem Link bei den sieben Zwergen erwarteten mich dann Deine großzügigen Geschenke: zwei PDF-Dateien. Eine mit einem Papiermodell meines „persönlichen Geburtstags-ICEs“ zum Ausdrucken und Zusammenbasteln, und eine mit einem Schokoladenkuchenrezept („Da es uns leider nicht möglich ist, Ihnen eine Torte per E-Mail zu schicken, haben wir Ihnen außerdem ein Rezept für einen leckeren Geburtstagskuchen angehängt.“).  Und da Du offenbar geahnt hast, dass ich als feinmotorisch herausgeforderter Mensch höchst ungern bastle, war die ICE-Bastelbogen-Datei auch noch defekt und ließ sich nicht öffnen. So dass Du mir nicht nur eine Freude gemacht, sondern auch Mühe erspart hast, liebe Deutsche Bahn.

Mit einer solchen Großzügigkeit gegenüber einem Bahncard-Kunden der 1. Stunde (seit 1993, seit 1996 inkl. Partner-Bahncard), der jährlich schon mal einen vierstelligen Betrag für Bahntickets bei euch lässt, konnte niemand rechnen.

Danke! Danke! Danke!

 

Splitterbrötchen (CCCXXXV)

Ich baue ab. Habe „Westlich von Santa Fé“ und „Geächtet“ durcheinandergeschmissen. Das Chuck Connors in beiden Serien die Hauptrolle spielte, ist keine Entschuldigung. So etwas DARF nicht passieren.

In diesem Zusammenhang habe ich mich jedoch an eine der besten TV-Serien überhaupt erinnert: „The Rogues“ (1964), zu deutsch „Gauner gegen Gauner“, top-besetzt mit u. a. David Niven, Charles Boyer, Gladys Cooper, Gig Young und Larry Hagman. Es geht um eine international im Jetset agierende Trickbetrüger-Familie. Grandioses Old-School-Entertainment. Sämtliche Folgen sind auf youtube zu finden, dicke Empfehlung.

Die Suche nach dem grausamsten Mann aller Zeiten ist beendet. Niemand hätte gedacht, dass es ausgerechnet ein norwegischer Krimi-Autor sein würde, aber doch, es ist Jo Nesbø. Am 11. November erscheint ein neuer Harry-Hole-Roman. Er hat den armen Kerl den grauenhaften Schluss von „Die Larve“ tatsächlich überleben lassen.

Eigentlich ist es doch die Aufgabe eines Geheimdienstes, die Geheimnisse anderer Regierungen herauszukriegen. Aus professioneller Sicht müsste man sich über einen Dienst empören, der NICHT versucht, ein Staatsoberhaupt abzuhören. Und ein Staatsoberhaupt, das nicht damit rechnet, abgehört zu werden, ist ähnlich verwunderlich.

Splitterbrötchen (CCCXXXIV)

Melancholie ist ein Gewächs, dass mit Erkenntnis gepflanzt und mit Lebenserfahrung gedüngt wird.

Dialoge wie „Ich könnte das Mobiltelefon von Regierungschef XYZ anzapfen!“ – „Das unterbleibt, sowas dürfen wir nicht!“ werden täglich weltweit in den Geheimdienstzentralen geführt. Geheimdienste sind dafür bekannt, dass sie sich penibel an Gesetzen, Moral und Ethik orientieren.

Wenn man versucht, den kulinarischen Alltag zu bereichern und nach der besseren Butter, den besseren Eiern, dem besseren Spinat usw. zu suchen beginnt, merkt man schnell, dass derartige Dinge wesentlich schwerer zu finden und zu beschaffen sind als das ganze Gourmet-Gedöns.

Beim Wettbewerb „Adjektiv der Woche“ preschte Claudia Simionescu, Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk, unangefochten auf Platz 1, als sie meisterlich die „produzentische Vorbereitung“ kreierte.

 

Splitterbrötchen (CCCXXXIII)

Numerus spirituosus.

Sätze, die mit „Zu meiner Zeit…“ anfangen, sind mir grundsätzlich suspekt. Als ich diese Woche jedoch von deutschen Hochschulen las, die anfangen, Elternabende zu veranstalten, konnte ich nicht anders, ich musste selbst einen bilden: Zu meiner Zeit waren Universitäten Orte für erwachsene Menschen.

Darüber hinaus sucht mich eine verstörende Vision heim, seit ich diese Meldung gelesen habe: Ein Mann und eine Frau mittlere Alters sitzen Anfang der sechziger Jahre in der FU einem Prof gegenüber. „Guten Tag, wir sind die Dutschkes. Wir wollten uns mal erkundigen, wie sich unser Rudi so macht.“

Wunderbares Frühstück mit frischen Brötchen und herrlicher Butter aus der Normandie… da vermiss ich gar kein Fett!

SpOn sortiert die Meldung, dass Wolfgang Joop Juror bei Heidi Klum wird, in die Rubrik „Kultur“ ein. Ja. Auch. Denn…