Splitterbrötchen (LXXVIII)

Vor einem Jahr habe ich mich über Mails beschwert, die mit dem Satz „Weihnachten steht vor der Tür“ beginnen. In diesem Jahr sind diese Mails deutlich weniger geworden. Meckern hilft.

Gerade zehn Jahre tot und schon beinahe komplett aus der Mode und vergessen: Das hat Eric Ambler nicht verdient!

Gestern war ich durch die Abwesenheit eines Erstliga-Spieltages dermaßen irritiert, dass ich mir auf WDR die Drittligapartien Paderborn gegen Düsseldorf und Wuppertal gegen Emden angeschaut und mich im Internet über die dortige Tabellensituation schlau gemacht habe. Sieht so aus, als würde der WSV-Trainer morgen geschasst. Bei der Fortuna geht’s wohl aufwärts. Gut zu wissen. Vermutlich benötige ich mittlerweile professionelle Hilfe.

Zum ersten Mal seit über zwanzig Jahren eine Weihnachtskarte vom Steuerberatungsbüro erhalten. Jetzt mach ich mir wirklich Sorgen, dass diese Wirtschaftskrise richtig reinhaut.

Im Zeitungsladen: „Ich hab gehört, dass Falko Götz jetzt irgendwas in der Dritten Liga macht. Wie Hoffenheim.“ – „Genau. Wie Hoffenheim. Das machen jetzt alle.“

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Splitterbrötchen (LXXVII)

Ja, ja. Ich weiß. BILD ist böse. Aber Schlagzeilen wie „Beim Sex nimmt Heino die Brille ab!“ sind größtmögliches Tennis. Ich hätte übrigens gewettet, dass er sie aufbehält.

Interessant, dass Männer sich nur mit „Männer!“ anreden, wenn sie unter sich sind. Die selektive Konnotation dieser Anrede kommt praktisch nie zur Anwendung.

Kunst hat mehr mit Disziplin zu tun als jedes andere Dings.

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Splitterbrötchen (LXXVI)

Da es sich sonst niemand zu sagen traut, sag ich es eben: Armin Mueller-Stahl wird als Schauspieler vollkommen überschätzt. Mag sein, dass seine Masche (wässrig vor sich hingucken und grundsätzlich überhaucht sprechen) mal unter seinem Namen an Schauspielschulen gelehrt wird („Heute lernen wir Stahlmüllern!“), aber richtig gute Menschendarstellung geht anders.

Die Betreffzeile der Woche (aus dem Spam-Filter gefischt): „Weihnachten ist Potenz-Zeit“

Die Fernsehseite im Tagesspiegel am Mittwoch traf mich unvorbereitet wie ein Schock: Da hat ein Pathologe einen Besinnungsaufsatz darüber geschrieben, dass Serien wie „CSI Miami“ u.ä. nichts mit dem normalen Alltag des Gerichtsmediziners zu tun haben. Das hätte ich nie für möglich gehalten.

Nochmal Mueller-Stahl: Ist klar. Fast die ganze Zeit eine Schauspielerlebens verbringt man mit Warten. Da wird einem schon mal langweilig, dann schmiert man im Drehbuch herum, malt kleine Männchen… ist doch okay. Aber muss man das Gekritzel wirklich verscheuern?

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Was mag das sein?

Lange kein Netzecken-Rätsel mehr gestellt. Zeit für ein neues. Gaaanz einfach: Was ist das?

Rätsel

Derjenige, der als erster in den Kommentaren die korrekte Lösung nennt, erhält 1 von der geduldigsten Gemahlin von allen und mir signiertes Exemplar des „Ratgeber für den faulen Haushalt„.

Ratgeber

Teilnahmeberechtigt sind alle Netzecken-Leser außer mir. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eltern haften für ihre Kinder.

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Splitterbrötchen (LXXV)

Die Suchmaschinenanfrage der Woche betraf mein Schreibblog. Dort schlug jemand auf, der Google die Frage „wie schreibe ich einen dialog zwischen zwei fachmännin?“ gestellt hatte.

Heftig und ergebnislos sann ich nach einer Eindeutschung des Worts „Gadget“.

Kult auf RTL. Für Freunde des Absurden und diejenigen, die über laienhaft gestellten Unfug lachen können: Die Mutter, die das Internetradio mehr liebt als ihre Familie  – zwischen Tattoo und Damenbart (dauert 45 Minuten!).

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In eigener Sache: Back to „Business as usual“

NanoWinner

Vor ca. 4 Wochen hab ich die relative Blogruhe für November wg. anderer Aktivitäten angekündigt. Das ist nun vorbei, gestern hab ich mich über die Ziellinie geschrieben. Ein paar Tage werde ich noch brauchen, um wieder zu mir zu kommen. aber ab nächste Woche gibt’s (hoffentlich) wieder das normale Netzecken-Programm. Ich danke für die Geduld.

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Splitterbrötchen (LXXIV)

Ich bin mir relativ sicher, dass zwischen gleichgeschlechtlicher Liebe, der Beschäftigung mit Bildender Kunst und fortschreitender Gehirnerweichung ein Zusammenhang besteht.

Peter Neururer über die Intelligenz eines seiner Spieler: „Der hat gehupt, wenn er gegen einen Baum gefahren ist.“

Wundert sich irgendwer, dass kein Mensch mehr Zeitungen und Zeitschriften kaufen will, in denen Inhalte zu „Content“ verkommen sind?

Bruce Springsteen schreibt Lieder, die man mitsingen kann, bevor man sie gehört hat.

Der Tagtraum der Woche: Aus allen Rohren feuernd in das Finanzministerium eindringen, sich dort reuelos den Weg in Steinbrücks Büro freischießen, und ihm dort – mit aller zur Verfügung stehenden Coolness  – die Wumme an den Kopf setzen und gaaanz gelassen sagen: „Peer, ich will meinen Anteil.“

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Am Tiefpunkt

 Länderspielticket

Nun war ich endlich mal bei einem „neuerlichen Tiefpunkt“ live dabei. Muss man auch mal miterlebt haben.

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Ich hätte es besser wissen müssen. Letztes Länderspiel des Jahres, Freundschaftsspiel um die goldene Ananas, alle Kumpels hatten mich gewarnt: Tu dir das nicht an. Aber Länderspiele sind für mich etwas besonderes, und Länderspiele gegen England etwas ganz besonderes. Schade, dass die Spieler das anders sehen.

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Der Umbau des Olympiastadions anlässlich der WM 2006 hat ja einen satten, dreistelligen Millionenbeitrag gekostet. Warum kein Geld für ein paar Lautsprecherboxen drin war, entgeht mit. Trotz Grabesstille wg. Scheißstimmung (s.u.) war keine einzige Ansage zu verstehen. Immerhin konnte man sich so während des Spiels die Zeit mit lustigen Ratespielen vertreiben: „Was hat er jetzt gesagt?“ – „Ich glaube Birgit Prinz kommt für Klose.“ – „Hab ich auch so verstanden.“

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Es reicht jetzt mit Gomez.

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Stimmung will im Olympiastadion eigentlich nur aufkommen, wenn die Hütte voll ist, dann allerdings richtig. Gestern war die Stimmung trotz voller Hütte nur richtig mau bis gar nicht vorhanden. Was zum Teil sicherlich der Witterung geschuldet war.
Es war wirklich arschkalt, insbesondere im Oberring, wo der Wind durch alle Goretex-Klamotten durchpfiff. Da hätte es schon eines wirklich mitreißenden Spiels bedürft, um die Fans aufzuwecken. So bleibt zu konstatieren: Auch wir waren für die Scheißstimmung verantwortlich.

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Splitterbrötchen (LXXIII)

Die Enttäuschung der Woche: „Nicht mein Tag“. Sich aus einer Position vermeintlicher Coolness über Spießer lustig zu machen, ist erst recht spießig. Von Husmann hatte ich viel mehr erwartet.

Wenn mir vor dreißig Jahren jemand gesagt hätte, dass ich mir irgendwann über Herkunft und Qualität von Panierbröseln Gedanken machen werde, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

Charlotte Link im Tagesspiegel: „Diese Gunst der Stunde nutzen zu müssen hat mich wahnsinnig gestresst.“ Für diesen Satz gehört Frau Link geohrfeigt.

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Splitterbrötchen (LXXII)

Gestern seit Jahren (vermutlich Jahrzehnten) mal wieder Kriter getrunken. Ganz ausgezeichneter Sekt mit fantastischem Preisleistungsverhältnis. Wieso ist das Zeug irgendwann aus der Mode gekommen?

Den Wortmüll der Woche lieferte mein Lieblings-Snob, Hobbykoch Peter Wagner auf SpOn: „Quartalsbookazine“ ist ab sofort offizieller Geheimfavorit beim Unwort des Jahres.

Es ist immer wieder ein tolles Gefühl, eine Eintrittskarte mit dem Aufdruck „Länderspiel“ in der Hand zu halten.

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