Splitterbrötchen (CDLXIV)

DraussenEndlich darf ich wieder draußen spielen.

In dieser Woche zum ersten Mal Spare Ribs vom Wildschwein zubereitet und gegessen. Geschmacklich ausgezeichnet, an der Konsistenz muss ich noch arbeiten.

„Führungsqualität zeigen… hat das Sagen… muss ein Machtwort sprechen…“ So viele Mitbürger sind einfach nicht glücklich, wenn sie nicht mit den Hacken knallen dürfen.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt waren wun-der-bare St. L ouis Ribs bei Tony Roma’s, wohin die liebe Nichte eingeladen hatte. Bessere Spare Ribs als dort hab ich nach wie vor nicht gegessen. Auf einem starken zweiten Platz landete grüner und weißer Spargel aus dem Ofen mit Hollandaise und kurzgebratenen Scheiben von der Lammkeule aus Eigenproduktion.

Wenn’s zum Spargel Hollandaise oder zerlassene Butter gibt, hat sich ein Utensil als unverzichtbar erwiesen, das wir erst seit wenigen Monaten verwenden: eine Thermo-Sauciere. Ich hab um die Dinger immer einen Bogen gemacht („Rentnerkram“), was ein Fehler war. Sauce zubereiten, einfüllen und vergessen erleichtert das Küchen-Finish enorm, und die Sauce bleibt tatsächlich heiß bis warm, je nach Einfüll-Temperatur. Einziger Nachteil: Das Ding ist dermaßen unfotogen, dass mir eine halbwegs akzeptable Ablichtung bisher nicht gelungen ist.

Tim Curry ist diese Woche 70 geworden. Wenigstens der lebt noch.

Die ersten Tennis-Stunden im Freien verliefen unspektakulär. Bis vor wenigen Jahren habe ich mich tagelang regelrecht gequält, bis ich die Umstellung von Halle auf Freiluft hinbekommen habe. Nach kurzem Nachdenken kam ich auf die Ursache: nachlassender Ehrgeiz. Es macht mir nichts mehr aus, die Bälle eine Weile lang unspektakulär rüber zu löffeln, bis ich mich akklimatisiert habe.

 

 

Splitterbrötchen (CDLXIII)

Dass eine Kanzlerin  und ihr Kabinett tagelang über ein Gedicht debattieren, das ein Nischen-Komiker zu später Stunde in einem Sparten-Sender aufgesagt hat, zeugt von einem erstaunlichen Mangel an Souveränität.

Es gab Bouletten.

2016 scheint ein gutes Jahr für außergewöhnliche Fußballspiele zu sein.

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Man darf Despoten nicht beleidigen. Man muss.

Seltsame Aufforderung von Fa. Facebook: „Hilf _NameeinesFacebookfreundes_ dabei, seinen Geburtstag zu feiern Wenn ihr euch am _DatumseinesGeburtstags_ trefft, dann lade deine Freunde am besten über eine Veranstaltung ein!“ Ich soll einen dieser Flashmobs organisieren? Wirklich?

Eine sehr gute Sauce, z. B. zu Kassler: Gewürfelten Apfel in Brühe weich kochen, pürieren, etwas Creme Fraiche dazu, mit Meerrettich nach Geschmack abschmecken.

Wichtigtuerei und Hilflosigkeit treten fast immer gemeinsam auf.

Splitterbrötchen (CDLXII)

„Hierzulande herrscht Meinungs- und Kunstfreiheit. Was unsere Satiriker so sagen, hat mich als Bundeskanzlerin nichts anzugehen.“ Hätte ich wirklich gerne gehört, diese Sätze.

Trippa Romana

Kulinarischer Wochenhöhepunkt waren Trippa Romana aus Convenience-Kutteln, die die geduldigste, beste Gemahlin beim türkischen Fleischer entdeckt hatte.

Ich glaube, das ist ein Splitterbrötchen-Novum: Die Headline der Woche wird von der taz geliefert. „Der Bio-Papst sagt: Gentechnik kann öko sein“ ist ein Kracher, auf den sogar ein Diekmann neidisch sein dürfte.

In München gesehen: Spargel mit Leberkäs und Süßer-Senf-Hollandaise. Eines der wenigen Male, an dem ich meinem Credo „Grundsätzlich wird alles probiert!“ untreu geworden bin.

Ratlosigkeit beim Anschauen einer martialisch gesicherten Wohnanlage für Angehörige der saudi-arabischen Botschaft zwischen Tharauer und Angerburger Allee. Die müssen furchtbare Angst haben. Oder sie sind total bekloppt. Oder beides.

Was nicht jeder weiß: Wenn man vermeiden möchte, ohnmächtig zu Boden zu sinken, kann man sich einfach zu Boden werfen, solange man noch bei Bewusstsein ist.

Jetzt schon vormerken: Am 7. Mai ist Welt-Fischbrötchen-Tag.

Was ich wirklich sehr, sehr gern sehen würde: Böhmermann bei „Let’s Dance“.

Splitterbrötchen (CDLXI)

KaeferGanz (!) kurzer Moment der Wehmut an der Kaisereiche, dann holten mich die Erinnerungen an die zahllosen Macken dieser Karren aus der sinnfreien Nostalgie zurück.

Die Menschen, die am lautesten schreien tragen fast immer auch das kleinste Karo-Muster.

Toter KorporalWurde diese Produktbezeichnung im Sinne internationalen Marketings wirklich weise gewählt? Könnte nicht gerade die explizit angesprochene englische Kundschaft auf Abwege geraten und denken, das Fläschchen enthielte Sekrete eines kürzlich verstorbenen Korporals?

TreppenabsatzBerliner scheitern nicht nur am Flughafenbau. Dieser beinahe rührende Versuch, aus einem ehemaligen Etagenklo eine Idylle zu machen, ist identisch auf jedem zweiten Treppenabsatz eines Friedrichshainer Mietshauses mit mehr als zehn Stockwerken zu finden.

2016-04-02 18.07.47Kulinarische Höhepunkte der Woche: eine unfotografierte, sehr, sehr gute Caponata und eine eben so gute Pizza mit neapolitanischer Salami und Rucola beim neuen Italiener an der Friedenauer Brücke. Wir geben dem Laden ein paar Wochen Zeit, die Organisation des Service auf die Reihe zu bringen, dann gehen wir nochmal hin und ich schreib ausführlich was drüber.

Seit letzter Woche habe ich so einen Filter auf dem Tablet, der abends den Blau-Anteil des Lichts rausfiltert, um für besseren Schlaf zu sorgen. Verblüffenderweise scheint das tatsächlich zu funktionieren: Seit der Filter seine Arbeit aufgenommen hat, werde ich nachts seltener wach und schlafe tatsächlich besser. Hättichnichgedacht.

Da ganz offensichtlich deutlich mehr als die Hälfte der Bevölkerung unseres Landes schwere Probleme mit Ironie und Ambivalenz hat, sollte man entweder vom Einsatz entsprechender Stilmittel absehen oder deren Einsatz vervielfachen.

Splitterbrötchen (CDLX)

Nun auch noch Cruyff…

Viele Menschen in meinen Timelines bezeichnen 2016 als „Seuchenjahr“, weil schon so viele Menschen gestorben sind, die meiner Generation viel bedeuteten. Nun, es ist nicht 2016, es ist unser Alter. Philip Roth hat das, was gerade geschieht, in seinem sehr empfehlenswerten Roman „Jedermann“ treffend beschrieben: „Das Alter ist ein Massaker“. Übrigens verlangt Rowohlt den gleichen Preis für E-Book- und Taschenbuch-Ausgabe dieses Buchs. Das ist freche Halsabschneiderei.

In Facebook wurde ich mit einem modernen Frühstück konfrontiert, und zwar mit „Speed-Wakeup-Granola mit Bio-Hanfnüssen und Cold-Brew-Coffee“. We’ve come a long way from Marmeladenbrötchen.

Hingucker der letzten zwei Wochen waren die sechs Folgen der zweiten Staffel von „Peaky Blinders“ (britische Serie, auf arte ausgestrahlt), über eine Gangster-Gang im Birmingham des Jahres 1919. Buch, Kamera, Regie und Darsteller samt und sonders herausragend, ich warte auf die dritte Staffel.

Das war aber nur der Runner-Up für den kulturellen Wochenhöhepunkt, der lief gestern Abend auf servus.tv: „Die unglaubliche Tragödie von Richard III“, eine Shakespeare-Bearbeitung von und mit Michael Niavarani. Was haben wir gelacht!

Die „Verrohung der Gesellschaft“ ist seit bald sechzig Jahren ein Thema,  mit dem „die Medien“  mich immer wieder konfrontieren. Wenigstens wechselt die Ursache alle paar Jahre. In meiner Jugend waren Comics und Heftromane schuld, später kamen dann die Computerspiele und jetzt sind es die sozialen Netzwerke.

Am Montag vor dem „Meins“ in der Rembrandtstr.:

CaipiDas Rennen um den „Sick-Shit-Award“ für den beknacktesten Mail-Betreff der Woche endete mit einem klaren Sieger. „Sparen Sie sich durch Ostern, Kurbjuhn“ (Fa. ebay) ist gar nicht schlecht, aber deutlich weniger bizarr als „Christopher, holen Sie sich jeden Tag ein Landei der Familie Dotter“ (Fa. Lottoland).

Zwischendrin, eh ich’s vergesse: Frohe Ostern!

Warum Diskussionen in Facebook, Twitter und in Kommentarbereichen oft so unbefriedigend verlaufen: Weil es meist weder um Erkenntnisgewinn noch wenigstens um die Validierung der vorgebrachten Argumente geht, sondern nur um die Einordnung der Diskutierenden. Wenn geklärt ist, wer welchem Lager zuzurechnen ist, hört die Diskussion meistens auf.

Die Headline der Woche lieferte die (ausnahmsweise einmal pünktlich im Briefkasten gelandete) „Einkauf aktuell“ trefflich und unnachahmlich mit „Reizdarm im Fokus der Öffentlichkeit“.

Die Idiotie des Frühjahrs gelang Fa. Call-a-Pizza, die allen Ernstes einen „Oster-Adventskalender“ ins Netz stellte.

Dolle Sache, dass EU-Abkommen mit der Türkei. Riesen-Erfolg. Wie  viele der Menschen, die wir dort in den Auffanglagern wider jedes Menschenrecht stranden lassen, werden beginnen, das saturierte, zur Solidarität unfähige Europa zu hassen? Wie viele werden sich radikalisieren? Dieses Europa braucht keinen Islamismus, um Hass und Gewalt zu verursachen, dieses Europa kann das sehr gut selbst.

 

Splitterbrötchen (CDLIX)

Diese Woche auf arte gesehen: die britische Serie „Peaky Blinders“ über Gangster in Birmingham nach dem 1. Weltkrieg. Extrem stilsicher. Und mordsspannend.

Vertrauensverluste kann man besonders effizient durch das Führen von Scheindebatten erzeugen.

Absoluter Wochenhöhepunkt war natürlich das CL-Achtelfinale Bayern-Juve. Ich dachte eigentlich, dass mich Fußball-mäßig nichts mehr aus den Socken haut, aber diese Partie war mit das verblüffendste, was ich je gesehen habe. Gegen eine italienische Mannschaft mit Buffon(!) im Tor nach 0:2 noch 4 Buden zu machen…

FiletSpHeute wird weiß angespargelt. Grün hatten wir schon letzte Woche,  leicht tomatisiert, zum Schweinefilet.

Meine Karriere als Leser hatte kaum begonnen, als mich schon die wichtigste Erkenntnis meines Leselebens ereilte. Nämlich dass alles, was mein Vater, meine Lehrer oder ähnliche sogenannte Respektspersonen als „Schund“ bezeichneten, meist herrliche, spannende Lektüre  war. Bücher, die als „widerlicher Schund“ bezeichnet wurden, waren meist sogar besonders unterhaltsam. Seit bald 54 Jahren bin ich nun ein treuer, begeisterter Schund-Leser. Aktueller Schund-Favorit ist Fernando Gamboas „Die Abenteuer des Kapitän Riley“, eine wunderbare, knallige Abenteuergeschichte über den Kapitän eines Schmugglerboots im 2. Weltkrieg.

Vor ein paar Tagen hatte ein Komiker was in der Beckerstraße zu erledigen:

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Schließlich der Grund, warum ich seit dieser Woche ein ganz großer Böhmermann-Fan bin:

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Splitterbrötchen (CDLVII)

DanieleEgal, was kenntnislose Metereologen sagen: Frühling ist, wenn Daniele draußen aufstuhlt.

Wenn Idioten die Agenda bestimmen dürfen herrschen freudlsoe Zeiten.

Wie man sich in der Kneipe richtig beliebt macht (inspiriert von einem Facebook-Bild): „Kann ich einen Tisch für eine größere Gruppe reservieren?“ – „Aber natürlich, gern.“ – „Dann bitte 8 bis 10 Plätze für die Friedenauer Zeitreisenden, ich buchstabiere Z-e-i-t und dann Reisende…“ – „Zeitreisende, habe ich. Wann?“ – Um 17 Uhr.“ – „Ja. Und welches Datum?“ – „Donnerstag vor einer Woche.“

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Kulinarischer Wochenhöhepunkt: die nachgekochte Hammer-Spaghetti-Sauce von Claudio bei den Anonymen Köchen.  Diese oder nächste Woche wird’s beim „Männeressen“ verbloggt.

Noch eine Facebook-Perle: „Ich verstehe nicht, wie man beim Biathlon Zweiter werden kann. Man hat doch ein Gewehr…“

2016-03-05 17.47.15 (2)Sehr gute Idee: Tablet-Halterung am Kühlschrank. Kein umständliches Ausdrucken von Rezepten mehr, verbessertes Küchenmusik-Angebot durch Streaming-Dienste, und endlich ist Social-Media-Nutzung mit fettigen Fingern möglich.

Zum „Kölner Konzert-Mob„: Ich verstehe die Aufregung nicht. Komponist, Interpret und Intendanz können doch stolz darauf sein, mit einem 50 Jahre alten Minimal-Music-Stück (noch nicht mal Zwölfton!) derart heftige Reaktionen hervorgerufen zu haben. Und die geistig früh verrenteten Kölner Abonnenten können sich über soviel Aufmerksamkeit und Zuspruch von in den Kommentarbereichen herumpöbelnden Gesinnungsgenossen ebenfalls nur freuen. Wenn das mal keine klassische Win-Win-Situation ist…

 

Splitterbrötchen (CDLVI)

Eine in Vergessenheit geratene Hunderasse, die von unseren Vorfahren dazu abgerichtet worden war, die Tiere auf der Weide zu hüten und das Essen warm zu halten: der Deutsche Chafer-Hund.

WalnusskerUnmittelbar nach der Veröffentlichung der Splitterbrötchen am letzten Sonntag gelang mir die Entdeckung eines bis dato unbekannten Volksstammes.

Auf Anhieb nicht unfallfrei lesbar: Startelfeinsatz.

Über meine ersten Erfahrungen mit Cyber-Crime habe ich einen Beitrag fürs Techniktagebuch geschrieben.

Das Rennen um den bescheuertsten Mail-Betreff der Woche war bereits am Dienstagvormittag gelaufen. Fa. Booking.coms „Chris, setzen Sie Strausberg auf Ihre Wunschliste“ war einfach nicht zu toppen.

Natürlich ist es verwerflich, „Matt-Eagle“ als Vornamen für seinen Sohn eintragen zu lassen. Bravado und Einfallsreichtum dieser Aktion nötigen mir jedoch einen gewissen widerwilligen Respekt ab.

Wenn ein Schiffsunglück auf bayrischen Gewässern geschieht, spricht man dann von einer Bavarie?

MixitFotografierter kulinarischer Höhepunkt der Woche war dieser italienisch-thailändische Antipasti-Teller, den es bei der Eröffnung des Restaurants Mix.it in Charlottenburg, Alt-Lietzow 7, gab. Höchst delikate Angelegenheit, Ich werde ausführlich schreiben, sowie ich ausführlich dort gegessen habe.  Was recht bald sein wird. Jetzt schon dicke Empfehlung.

Unfotografierter kulinarischer Höhepunkt der Woche: Unglaublich leckere, scharfe Gemüse-Küchlein auf Kichererbsenmehl-Basis bei der Abschlussparty eines Sprachkurses für geflüchtete Menschen.

Die Perle der Woche gelang der Washington Post in einem Artikel über das Ableben des US-Supreme-Court-Richters Scalia. Der Mann hat wohl bei einem Zusammentreffen des Hubertusordens den Löffel die Flinte das Gesetzbuch abgegeben, und die Post spekuliert nun über Zusammenhänge zwischen dem Hubertusorden und dem Bohemian Club bzw. der Bohemian Grove in San Francisco, die sie als „one of the most well-known secret societies in the country“ bezeichnet.

Um Mr. Scalia richtig einschätzen zu können: Fa. Dow Chemicals schloss nach seinem Ableben Vergleiche mit zahlreichen Gegnern und zahlte insgesamt 850 Millionen Dollar.  Die Vergleiche wurden ausnahmslos in Verfahren geschlossen, in denen Mr. Scalia die Urteile gefällt hätte. The land of the free and the home of the brave.

Morgen feiern die beste, geduldigste Gemahlin von allen und ich den ersten Jahrestag unseres Umzugs nach Friedenau.

 

 

Splitterbrötchen (CDLV)

Yorckschlösschen-Wirt Olaf Dähmlow nötigt mir seit einigen Wochen tiefe Bewunderung ab. Die Engelsgeduld und Sachlichkeit, mit der dieser Mann auf Facebook unermüdlich gegen die steindummen Posts sogenannter Asylkritiker angeht, sucht ihresgleichen. Chapeau und danke!

Ich bin ein großer Freund exzentrischer Damenfrisuren. Diese Woche konnte ich gleich zweimal meine Lieblingskreation bewundern. Ich kenne den Fachbegriff für diese Frisur nicht, kann sie aber beschreiben: explodiertes Vogelnest mit eingeschossenen Essstäbchen.

Beim Friseur machte ich diese Woche meine erste metrosexuelle Erfahrung: Die Friseurin fegte mir die Nackenhaare mit einem rosa Pinsel ab. Ich bin mir dabei tatsächlich ein bisschen wie David Beckham vorgekommen.

Die „Katholische junge Gemeinde“ hat eine Fasten-App herausgebracht. Wenn ich mir das so vorstellen darf, dass die App fastet, während ich esse und trinke wie gewohnt, erscheint mir der Katholizismus in vollkommen neuem Licht.

Soso, 30 Polizeibeamte waren in Clausnitz und haben 13 Anzeigen aufgenommen. Und in Berlin fängt ein Kontaktbereichsbeamter eine Schelle, und zwei Stunden Später stürmen 500 Polizisten ein Haus in der Rigaer Straße. Noch Fragen?

Diabolische Herausforderung: Plötzlicher, heftiger Niesreiz , wenn man gerade Eier in den Kühlschrank packt.

Erinnert sich außer mir noch jemand an Frau Susemihl und ihre Kolumne? Googlen ist feige!

Ebenfalls ohne Googlen haben die beste, geduldigste Gemahlin von allen und ich uns daran erinnert, wie der Teppichhändler mit den „ährlischen Preisen“ hieß. Der das Spandauer Volksblatt den „Abend“ 1 zu retten versuchte. Wie gesagt, Googlen ist feige.

Und wieder habe ich mich sehr über den Newsletter von Spiegel Online geärgert, insbesondere über die plumpe Stimmungsmache von Dirk Kurbjuweit am Mittwoch: „Haben Sie auch dieses ungute Gefühl, dass Wladimir Putin derzeit auch der Präsident Ihres Lebens ist, dass er dort hineinregiert, ein bisschen jedenfalls? Mir geht es so. Vielleicht ist das eine besondere Form von Ichbezogenheit, aber ich lese täglich die Nachrichten aus Syrien und denke immer: Der meint uns, den Westen, Europa, Deutschland, also auch mich, einen Bürger all dieser Gebilde… Manchmal habe ich das Gefühl, als läge eine Schlinge um meinen Hals, an der Putin ein bisschen zieht, wenn es ihm gefällt. Oder ist das nur ein böser Traum?“
Was das mit Journalismus zu tun haben soll, würde ich wirklich gern mal wissen.

Andererseits geht Newsletter auch richtig gut. Auf zwei Newsletter freue ich mich wochentäglich: Morgens auf den Checkpoint vom Tagesspiegel, abends auf Nextdraft (englisch).

Eine Frage, die immer häufiger auftaucht: „Was wollte ich doch gleich hier?“

Foto by Mingle Media TV [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Foto by Mingle Media TV [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Erst diese Woche habe ich realisiert, dass Benicio del Toro ein tatsächlich existierender Mensch ist. Bisher habe ich – aus Gründen (Name, Aussehen) – geglaubt, es handle sich bei del Toro um eine Kunstfigur aus einem Film der Coen-Brothers, von Brad Pitt in einem besonders bizarren Make-Up-Job dargestellt.

 

  1. richtigen Namen erinnert, aber die falsche Zeitung

Splitterbrötchen (CDLV)

Den Top-Aufreger der Woche verdanken wir der wegweisenden SpOn-Headline zum Thema Klimawandel „Regierung gibt zwei Drittel der deutschen Skigebiete verloren!“ Das ist in der Tat unfassbar. Was sind das für Weicheier, die nicht die Traute haben, die Nato zu alarmieren, den Bündnisfall zu erklären und Putin oder wem auch immer unsere Skigebiete wieder zu entreißen? Wozu gibt’s eigentlich Schneekanonen?

Apropos SpOn, im neu eingerichteten Newsletter „Die Lage – Morning Briefing“ (schicker Name!) schreibt Politkchef Roland Nelles zu Gerüchten über eine zweite Amstzeit Gaucks vollkommen ironiefrei: „Und der weise alte Mann im Schloss schweigt weiter eisern.“ Wieso müffelt’s hier plötzlich so streng nach Hindenburg?

Durchsage auf der Kinder-Eisbahn: „Der dreifache Axel hat seine Mutti verloren.“

Im Fenster des bevorzugten Kopierladens:

2016-02-13 11.37.41Auf Facebook gesehen, geliked und geteilt: „Mit dummen Menschen zu diskutieren ist wie mit einer Taube Schach zu spielen. Auch wenn du viel besser spielst, wird sie die Figuren umschmeißen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.“

Ab einer gewissen Distanz ist Nähe zur Macht nicht mehr bloß ungesund sondern toxisch.

2016-02-12 20.23.39

Bestes Low-Carb-Abendessen der Woche: Entenbrust mit leicht geapfeltem Rosenkohl, beides leicht unscharf (Cayenne weglassen!).

In sozialen Netzwerken wird gern an Außergewöhnliches der Maßstab des Gewöhnlichen angelegt. Das kann nicht funktionieren.