Splitterbrötchen (CCLIX)

Nach der Premiere vom „Olympia-Express“ Komplimente bekommen, Bier-Tycoon Heinrich von Hopfenberg sei ja wohl die „Rolle meines Lebens“. Aha. Engstirnig, stur, prüde, egomanisch und quengelig. Das kann ich also.

Die Kombination aus Pathos und tongue-in-cheek kriegt keiner so gut hin wie die Briten. Ganz, ganz tolle Eröffnungsfeier.

Was mir jedoch anhaltendes Nachdenken beschert: Paul McCartney’s Äußeres. Hat der Kerl irgendwie begnadete Gene, beschäftigt er eine Horde Chirurgen und Kosmetiker, oder hat doch irgendwann ein Double übernommen?

Das einzige, was Drohgebärden gegen Griechenland oder Spanien oder sonstwen bewirken: Sie entlarven diejenigen, die sie ausstoßen, als Anti-Europäer. Man droht niemandem, mit dem man als gleichberechtigter Partner zusammenarbeiten möchte.

Splitterbrötchen (CCLVIII)

Die Empörung der Woche betraf die Fernsteuerung der Politik durch die Wirtschaft am Beispiel des Herrn Mappus. Überraschend ist nicht das „was“ sondern nur das „wie“. Ist Herr Mappus wirklich so doof, dass er derart ausführliche Regieanweisungen benötigt?

Eine höchst angenehme Sendung: „Nicht nachmachen“, freitagabendlich im ZDF.

Fortschritt und Zivilisation – auch diese Güter sind nur zu einem hohen Preis zu haben.

Ein gutes Gedächtnis kann beides sein: Vorteil und Nachteil.

„Dying is Easy, comedy is hard“, soll angeblich Edmund Kean auf dem Totenbett gesagt haben. Solche Totenbett-Zitate sind zwar meist erfunden, aber: Auch wenn Kean es nicht gesagt haben sollte, er hätte trotzdem recht.

Nur noch eine knappe Woche bis zur Premiere des „Olympia Express„.  Ich werd jetzt doch langsam nerviös.

Splitterbrötchen (CCLVII)

Meine tollkühne Aktion der Woche: Für 2 Wochen verreist und nur zwei Netzteile mitgenommen.

Auf der Zugfahrt nach Minden einen jungen Mann beobachtet, der ca. eine halbe Stunde lang höchst interessiert in den Texten las, die auf seine Packung Tempotaschentücher gedruckt waren. Wenigstens hat er dabei nicht die Lippen bewegt.

Sportwagenproblem: Solange man noch reinkommt, kann man sie sich nicht leisten. Wenn man sie sich leisten kann, kommt man nicht mehr raus.

 

Krautshäuptchen reloaded

Irgendwann im Pleistozän hab ich schon mal das Rezept für Krautshäuptchen in die Netzecke gestellt, eine nordhessische Spezialität, die zu meinen absoluten Lieblingsgerichten zählt. Das koch ich selber ein paar Mal pro Jahr, weils auch der geduldigsten Gemahlin von allen trefflich mundet, und trotz aller Routine habe ich dem Rezept einen neuen Dreh verpasst, der den ausgezeichneten Geschmack nicht verändert, die Zubereitung aber leicht vereinfacht: statt traditionell in einer Puddingform1 im Wasserbad bereite ich die Krautshäuptchen jetzt in einer Guglhupf-Form im Ofen zu.
Für 6 Leute braucht’s 750g Gehacktes vom Schwein, 2 Brötchen, 2 Eier, so ungefähr 2 Kilo Weißkohl oder Spitzkohl und Semmelbrösel. Außerdem Butter zum einfetten, Senf, Salz, Pfeffer, Kümmel, eventuell Muskatnuss. Den Kohl entstrunken, äußere Blätter entfernen, in Streifen schneiden und in kochendem Salzwasser 5 (Spitzkohl) bis 10 (Weißkohl) Minuten blanchieren, abgießen, etwas abkühlen lassen. Brötchen einweichen, ausdrücken, mit dem Gehackten und den Eiern mischen. Soll flüssiger sein als Boulettenteig. Mit dem leicht abgekühlten Kohl mischen, eventuell mit wenig (!) Kümmel oder Muskatnuss würzen. Guglhpf-Form großzügig ausbuttern, mit Semmelbröseln ausstreuen und die Kohl/Hackfleisch-Masse einfüllen. Meine Guglhupfform wird mit der angegebenen Menge Material nicht ganz voll, uns das ist gut so, weil sonst das austretende Fett überlaufen und für Sauerei im Ofen sorgen würde.
Denn dahin kommt jetzt das Zeugs, eine Stunde bei 200 Grad. Dann aus dem Ofen nehmen, sich 5 Minuten setzen lassen und stürzen. In Scheiben schneiden und servieren.
Wer das Krautshäuptchen vorkocht, abkühlen lässt, in Scheiben schneidet und die Scheiben vor dem Servieren in der Pfanne braun brät, weiß was gut ist.

 

Krautshäuptchen, in der Pfanne braun gebraten mit Senfsauce und Bratkartoffeln

Dazu gibt’s reichlich Senfsauce. Und mehlige Salzkartoffeln. Oder Bratkartoffeln. Bratkartoffeln gehen immer. Mahlzeit!

 

  1. Früher gab’s in Nordhessen spezielle Krautshäuptchen-Formen. Aus Steingut, wenn ich mich recht entsinne. Die gibt es aber nicht mehr zu kaufen.

Splitterbrötchen (CCLVI)

Allen Event-Fans ins Stammbuch: Der Zweite lässt nur einen weniger hinter sich als der Erste.

Mit seinem legendären Balkon-Auftritt auf dem Münchner Marienplatz vor zwei Jahren hat Feierbiest der neue Bondscoach Louis van Gaal mehr für die Entkrampfung des deutsch-holländischen Verhältnisses getan als Rudi Carrell, Herman van Veen und alle Politiker zusammen.

Die Firma Kabeldeutschland scheint zu denken, dass es ihren Kunden einen tierischen Spaß macht, alle paar Tage eine zwölfstellige Smartcard-Nummer in die Telefontastatur einzugeben. Deshalb lässt sie uns das immer wieder machen.

Unverständnis über die vollkommen überrissenen Preise von DVDs mit Belmondo-Filmen. Warum sind die Dinger eigentlich so teuer?

Meine Geschäftsidee der Woche: der Handel mit Antiquitäten-Futures. Ich setze große Hoffnungen in diese Idee, nicht zuletzt weil jeder das dahinter stehende Konzept sofort versteht.

Vorfreude auf Minden. Nur noch acht Tage bis zum Probenbeginn vom Olympia-Express.

Turnierküche

Während der EM hab ich fürs Männerblog recht fleißig gekocht, meistens Klassiker aus aller Herren1 Länder.

Hier die Links zu den Rezepten:

Bigos aus Polen
Francesinha aus Portugal
Andivje-Stamppot aus Holland
Romfromage aus Dänemark
Moussaka aus Griechenland
Ossobuco aus Italien
Borschtsch aus der Ukraine

Und ein wenig Luft abgelassen bezüglich Event- und Ergebnis-Fans hab ich auch.

  1. Männerblog! Herren! Superscherz!

Splitterbrötchen (CCLV)

Was bei diesen ganzen Debatten (den professionellen und den anderen) über den Ausgang der EM erstaunt: die totale Sportferne, aus der die meisten Menschen heraus argumentieren. Und der vollkommene Mangel an Empathie, mit dem diese Menschen sich ereifern.

Diese Woche das Palm-WebOs-Handy eingemottet und mich in Android eingearbeitet. Jetzt erst gemerkt, wie toll WebOs war/ist.

Kulinarische Entdeckung der Woche: Spareribs vom Kalb. Supersimple Zubereitung (Marinade draufpappen, in Alu eingewickelt 3 Stunden bei 150 Grad in den Ofen, Alu auf, mehr Marinade, zehn Minuten übergrillen, fertig) nach einem Rezept von Petra Holzapfel. Gibt’s jetzt jedesmal, wenn wir in der Metro waren (weils da die Kalbsrippen gibt).

Wieso ich allerdings nicht einfach zum nahen Fleischer gehe und Kalbsrippen vorbestelle, ist wiederum eine andere Frage. Vermutlich will ich Idiot wieder mal keine Umstände machen.

Und warum ich nicht „Kalbsrippen“ tippen kann, ohne vorher „Klabsrippen“ getippt zu haben, ist… nein, das interessiert nun wirklich niemanden mehr.

 

 

Splitterbrötchen (CCLIV)

„Vorurteil“ ist nur ein irreführender Ausdruck für „durch leidvolle Erfahrung gewonnene Lebensklugheit“.

Und schon wieder ein Wembley-Tor in einem Länderspiel mit englischer Beteiligung. Das KANN kein Zufall sein.

Den Kommentar der Woche twitterte Gary Lineker: „I hope the Greeks are useless, otherwise Germany are terrifyingly good!“

Ganz erstaunlich: „unsere“ Friedenauer Ecke ist komplett Autokorso-frei.

Splitterbrötchen (CCLIII)

Die Weisheit der Woche entschlüpfte Mehmet Scholl in Gegenwart von Reinhold Beckmann: “Übertrag einem Genie Verantwortung, und er verlässt dich. Ganz schnell.“

Twitter-Geniestreich von Hans Sarpei: „Heute besuchte die holländische Elf ein Kinderheim in der Ukraine. Es war traurig, diese hoffnungslosen Gesichter zu sehen, sagte Andrej (6)“

Bei großen Turnieren kommen die Fußballverächter gern aus Ihren Löchern und tragen ihr Desinteresse dröhnend vor sich her. Dabei wäre es doch ganz einfach: Sportteil der Zeitung nicht lesen und die zwei, drei berichtenden TV-Kanäle zur Spielzeit nicht einschalten, schon hat man seine Ruhe.

Naif ibn Abd al-Aziz, der Kronprinz von Saudi-Arabien, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Prince Charles sollte sich langsam mal Gedanken über den Mitgliederschwund in seiner Selbsthilfegruppe machen.