Splitterbrötchen (CLIV) – WM-Special

Großes Kommentatoren-Tennis: „…während Ghana wankend die Verlängerung herbeisehnt.“

Gibt es eine verlässliche Statistik darüber, wieviele südamerikanische Fußballer „El Loco“ genannt werden?

„Wie kann ein Freistoß zum Bumerang werden?“ – „Das geht nur bei australischen Mannschaften.“

Splitterbrötchen (CLIII) – WM-Special

Als Poet der Woche entpuppte sich Löw-Assistent Hansi Flick: „Jerome Boateng hat eine Gefährdung in der Wade.“

Italienischer Fußball in drei Worten. „Beleidigen durch verteidigen.“

Wenn’s beim Italiener lustig werden soll: Einfach mal ’ne Pizza Slovakia ordern.

Splitterbrötchen (CLII) – WM-Special

Die ausdauernde Beschäftigung mit Sport säubert das Gehirn zuverlässig von allen anderen – unwichtigen – Themen.

Ein Sieg ist eine Momentaufnahme, mehr nicht. Eine Niederlage kann sehr viel mehr sein.

Nach ihrem Rücktritt vom aktiven Sport sind erfolgreiche Athleten gelegentlich verwundbar, aber immer unangreifbar.

Wenn mich jemand nach meinen Vorbildern fragt, oder nach Menschen, die mich in meiner Jugend prägend beeinflusst haben, ist Uwe Seeler immer unter den ersten Fünf, die mir einfallen.

Splitterbrötchen (CLI) – WM-Special

Tagtraum: Karel Gott mit „Biene Maja“ in einem Vuvuzela-Remix.

Früher pflegte die uruguayische Nationalmannschaft vor einem WM-Turnier ein Spezialtraining in einem Shaolin-Kloster zu absolvieren („Zeige deinem Gegner den Weg des unendlichen Schmerzes“), und danach haben sie dann auf alles getreten, was sich bewegt hat und nicht rund war. Soll heißen: Früher hätte sich der Uru niemals mit nur einem Platzverweis begnügt. Nuja, vielleicht war’s auch nur die Nervosität beim Turnierstart.

Der Mexikaner ist der Schwede Südamerikas, der Südafrikaner sucht noch nach seiner Identität.

Außergewöhnlich geschmeidig hat der Engländer die ungeliebte Favoritenrolle abgeschüttelt.

Messi brilliert in sämtlichen Aspekten des Spiels. Er kann sogar mehr Chancen auslassen als Gomez – ein Kunststück, das nur echten Ausnahmekönnern gelingt.

Das Räsonieren deutscher Journalisten über die Vuvuzelas erinnert doch stark an Pauschaltouristen, die sich darüber beschweren, dass es in der Halbpension auf Malle nur einheimische Gerichte und keinen Sauerbraten gibt.

Splitterbrötchen (CL)

Die Amerikaner haben Konservative wie Clint Eastwood. Und wir haben Konservative wie Köhler, Koch, Wulff. Ach je…

Nichtsdestotrotz ist Horst Köhler für seinen Rücktritt zu danken.  Wir brauchen nun wirklich keinen Bundespräsident, der weniger Kritik verträgt als ein Fußballtrainer.

Wurde eigentlich schon mal ein Minister oder Kanzler oder Präsident wegen Meineid beim Amtseid belangt? Ich mein ja nur, wegen „Schaden vom deutschen Volk wenden“.

Das Zitat der Woche stammt vom Mann der Woche und das kann nur Argentiniens Ex-Weltmeistertrainer und derzeitiger „Generaldirektor“ der argentinischen Fußballnationalmannschaft Dr. Carlos Bilardo sein, dem wir für seine offenen Worte und einen tiefen Einblick in die sexuellen Präferenzen der „Seleccion“ zu Dank verpflichtet sind: „Wer das Tor im Finale macht, kann mich von hinten nehmen. Ich weiß schon, dass das weh tut und die Leute sagen, der ist verrückt. Mir doch egal, Hauptsache, wir werden Weltmeister.“

Wenn ich mich recht entsinne, hat Dieter Hildebrandt vor 40 Jahren Rainer Barzel den „großen, glatten Gott der Faltenlosigkeit mit eingehängter Zigarre genannt.“ So weit ich weiß, ist Christian Wulff Nichtraucher, ansonsten passt die Beschreibung.

Splitterbrötchen (CXLIX)

Nicht auszudenken, was möglich wäre, wenn Louis van Gaal Lena trainieren würde.

Irgendwo hab ich mal gelesen, dass man bei wirklich bahnbrechenden Erfindungen erst nach ca. 25 Jahren weiß, wofür sie gut sind. Also werden wir im Jahr 2035 endlich wissen, was man mit diesem iPad so alles anfangen kann.

Wenn ich meine masochistischen Anwandlungen bekomme, lese ich die Leserbriefspalten der Tageszeitungen. Den meisten Leserbriefschreibern fällt seit geraumerZeit nichts anderes ein, als ständig neue, strengere Gesetze zu fordern. Als ob ein Staat die Fehler und Versäumnisse seiner Bürger mit Gesetzen wieder gut machen könnte. Sicherlich könnte man das Niveau der Leserbriefe gewaltig steigern, wenn man die Forderung nach neuen Gesetzen gesetzlich verbieten würde.

Splitterbrötchen (CXLVIII – Madrid-Edition)

Der Triumph des Intellekts über die Leidenschaft sollte logisch und daher kein Grund für Traurigkeit sein. Sollte.

Wenn ich nix verpasst habe, hat es in diesem Spiel keinen einzigen Abseitspfiff gegeben. Gab es vorher schon mal ein Finale ohne Abseits-Situation?

Die Erkenntnis aus diesem Finale: Ballbesitz kann nichts, Effizienz alles sein.

„Wenn es eng wird, gewinnt derjenige, der etwas riskiert.“ Das hat mir vor ein paar Jahren Tennis-Trainer Wolfgang in Waging mit auf den Weg gegeben. Trainer Wolfgang ist auch in diesem Finale bestätigt worden: Mourinho hat alles auf eine Karte gesetzt, die Dominanz des van-Gaal-Systems in Kauf genommen und auf die individuelle Klasse seiner Konter-Spieler vertraut. Man braucht sehr, sehr viel Mut, um sich für solch eine Taktik zu entscheiden.

Warum Inter letztlich gewonnen hat: weil die Bayern ihr Spiel nicht umgestellt haben, als Klose eingewechselt wurde. Spieler wie Klose muss man mit Flanken füttern, ansonsten macht ihr Einsatz keinen Sinn.

Schließlich und endlich: Romantiker müssen stur sein. Ein Mensch, der nicht starrsinnig ist, kann kein Romantiker sein. Louis van Gaal ist der letzte fußballerische Romantiker.

Rock on, Louis!

Splitterbrötchen (CXLVII)

Nur weil man etwas nicht verstehen kann oder will, muss man es noch lange nicht abschaffen.

In der U-Bahn sah ich einen Menschen, der ein Paket mit „Premium-Windeln“ unter dem Arm trug. Wenn man dieses faszinierende Konzept zu Ende denkt, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, das es so etwas wie Premium-Scheisse geben muss. Premium-Scheisse. Das ist wirklich groß.

Was Angela Merkel und Guido Westerwelle vollkommen abzugehen scheint: Empathie. Laut wikipedia die Fähigkeit „sich in die Lage´(eines anderen Menschen) zu versetzen und mit ihm mitzufühlen, sich darüber klar zu werden, was der andere fühlen muss, sowie die eigenen Gefühle zu erkennen und angemessen zu reagieren.“ Nuja, wenn man das so liest… wer das nicht kann, hätte eigentlich nicht Politiker werden sollen.

Nach dem Gewinn des Doubles sollte der FC Bayern München den Vertrag mit den Versicherungsfuzzis auslaufen lassen und die Allianz-Arena in“Louis-van-Gaal-Stadion“ umbenennen. Sollte der Louis in einer Woche tatsächlich noch eine Schippe drauflegen, muss in München zwingend über einen neuen Namen für die Frauenkirche nachgedacht werden.

Splitterbrötchen (CXLVI)

Grandiose Kleinanzeige: „Gratis Millionär werden! Genießen Sie 20 Jahre lang jeden Monat 5555 Euro völlig gratis.“ Nur: Was mach ich, nachdem ich das Geld gratis genossen habe? Und was kostet das?

Vor einer Woche geschah bei Anne Will das Unglaubliche: Man talkte über ungebildete Jugendliche, und in der Runde befand  sich kein Schauspieler, der mal einen Lehrer gespielt hatte.

Die wichtigsten Küchenwerkzeuge: Küchenweinglas und Küchentisch.

Splitterbrötchen (CXLV)

Vielleicht ist Korruption manchmal billiger und sinnvoller als Bürokratie.

Das politische Erdbeben der Woche wurde von den Rating-Agenturen ausgelöst. Den gleichen Rating-Agenturen, die gewisse amerikanische Immobilien-Papiere mit Triple-A bewertet haben. Dazu sehr treffend yeahyeahyens auf Twitter: „kein idiot würde seine finanzen nach dem richten, was der besoffene, krankhafte spieler am automaten in der eckkneipe vor sich hin faselt“

Das Zitat der Woche prägte Albert Camus bereits im Jahr 1957: „Alles, was ich schließlich am sichersten über Moral und menschliche Verpflichtungen weiß, verdanke ich dem Fußball.“ Mit aktuellen Statements gemeinsam auf Platz zwo: Oberst Gaddafi mit „Ich rufe deshalb dazu auf, das Staatswesen der Schweiz aufzulösen.“ und Louis van Gaal mit „Ich bin ein Feierbiest.“

Und, um beim Thema Fußball zu bleiben, die aussagekräftigste Kurzanalyse gelang Peter Ahrens von SpOn mit dem Satz: „Trainer Mourinho formte aus der Mannschaft (Inter Mailand) eine Art bewegliche Mauer.“

Und fußball-endlich: Nach dem Labbadia-Rausschmiss muss der HSV schnellstmöglichst zur Seriosität zurückfinden. Sie sollten Lothar Matthäus holen.

Die Kneipen ändern sich nicht, und wir ändern uns nicht in ihnen.