Splitterbrötchen (LXVI)

„Riesenschwein terrorisiert Rentnerin“ – „Zug überrollt Paar beim Sex“ – „Frau bringt 15-Kilo-Baby zur Welt“
In dieser Woche hat Spiegel-Online der Beliebigkeit im Web mit echtem Premium-Content getrotzt.

Die Ursache der meisten Missverständnisse könnte tatsächlich in unterschiedlichen Erwartungshaltungen liegen.

Wall-E ist unglaublich kitschig. Wie eigentlich jedes Meisterwerk.

Gibt es eigentlich schon Lisbeth-Salander-Fan-T-Shirts? Kaffee-Tassen? Mousepads? Wenn nein, warum nicht?

Wenn man aufhören würde, zu glauben keine Zeit zu haben, sich auf andere Menschen einzulassen, wäre schon viel gewonnen.  Ebenso viel wie durch die Einschränkung des exzessiven Gebrauchs erweiterter Infinitive.

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Splitterbrötchen (LXV)

„Sie sind reich und prominent. Sie haben alles. Sie sind Milliardäre. Was ist ihr Geheimnis?“ fragt Guido Knopp in ZDF-History. Ist doch ganz einfach, Herr Knopp. Das Geheimnis der Milliardäre ist die riesige Menge Schotter, die die auf ihren Konten haben.

Siebecks achtzigster Geburtstag wäre so eine schöne Gelegenheit gewesen, die 12 Folgen seiner legendären Kochsendung auf DVD herauszubringen. Wäre gewesen. Schnarchsäcke.

Email ist not enough! Gestern die erste Potenzmittel-Werbung per Snailmail erhalten. Wie soll das weitergehen? Was sage ich, wenn der erste Viagra-Vertreter vor der Tür steht?

Hm. Seit ca. einem Jahr (geschätzt) habe ich nix mehr mit Estragon gekocht. Warum eigentlich? Ich mag Estragon

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Splitterbrötchen (LXII)

Die Fischfilets waren „angenehm zurückhaltend paniert“, schreibt Frau Binder vom Tagesspiegel. Interessant. Wie paniert man angenehm zurückhaltend? Drei Brösel pro Quadratzentimeter? Ab wann paniert man penetrant?

Laut einer Selbstmordstatistik bringen sich immer weniger Deutsche um. Spätestens morgen sollte einem Sat1-Selbstmord-Experten auffallen, dass das daran liegt, dass keine Wiederholungstäter in diese Statistik auftauchen.

Erkenntnis nach der „Langen Nacht der Museen“: Schieben, Schubsen und Versuchendurchanderemenschendurchzugehen ist unter kulturell interessierten Menschen mittlerweile vollkommen akzeptabel.

Schon als Shakespeare „All the world’s a stage, and all the men and women merely players“ schrieb, war das vermutlich ein Klischee. Heute mehrt sich von Tag zu Tag die Zahl der Schmieranten, die Dialog-Fetzen nachplappern, die sie nicht verstehen.

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Splitterbrötchen (LXI)

Der Spammer der Woche heißt Nuttipol Buckbee.

Schöne Wahrheit aus einem Internetforum: „Der normale mitteleuropäische Mann verträgt kein Gemüse.“

Seit einer Weile fangen alle Intercity-Züge an, bestialisch nach heißem Metall zu stinken, wenn er bremst. Die Zugbegleiter sagen, dass liege an den Bremsscheiben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Deutsche Bahn vor einem Jahr noch geruchlose Bremsscheiben verwendet hat.

Idee für eine neuartige Dienstleistung, die man einem veganen Zielpublikum anbieten könnte: Gemüseflüsterer.

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Splitterbrötchen (LX)

Phantastische Schlagzeile im Montags-Tagesspiegel: „Krude Geschichten pflastern ihren Weg – Die Hollywood-Autorin mit den Klon-Pitbulls soll früher einen Missionar vergewaltigt haben.“ Hollywood, Sex, Tiere, Religion… da wurde nichts vergessen, da stimmt einfach alles.

Im Netz gefunden: „Unsere Hausselektion deutscher Qualitätsweine von XXX, ist so ausgewählt, daß sie perfekt den jeweils typischen Geschmack wiedergibt, so wie man das von derartigen Weinen aus den verschiedenen Regionen auch erwarten darf.“ Genau. Nicht mehr und nicht weniger.


Pfiffig, pfiffig, liebe Gastwirte, die ihr eure Speisekarten ohne Preise ins Internet stellt. „Wenn die Leute sehen, was das kostet, kommen Sie gar nicht erst her!“ denkt ihr euch vermutlich. Nuja. Und weil ich mir denke, dass ihr das denkt, bleib ich erst recht weg.

Eben höre ich die geduldigste Gemahlin von allen sagen: „Die beiden sind ja noch ganz jung, Ende zwanzig…“ Ach.

Okay, ich hab doch mal in eine Olympia-Zusammenfassung vom ZDF reingeguckt. Seitdem bin ich ganz sicher, dass Johannes Baptist Kerner gedopt ist.

Thomas Middelhoff, der Oberpropeller von Arcandor/Karstadt will in Zukunft etwas namens „Aufenthaltskompetenz“ anbieten. Vergesst Karstadt.

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Splitterbrötchen (LVIX)

Buchbeschreibung auf der Homepage eines (angehenden) Autors: Die Anthologie enthält mehrere Kurzgeschichten, von Horror bis hin zu Dramen, Horror und Schickalsschlägen auch für Kinder ist etwas dabei .“

Eine medizinische Sensation: Offenbar ist deutschen Sportärzten die erste totale Gehirnamputation gelungen. Wie anders lässt sich erklären, was Stabhochtrottel Tim Lobinger zu BILD sagte: „Kein Militär der Welt kann uns Sportler stoppen, wenn wir eine Party machen wollen.“

Wenn man es geschafft hat. halbwegs unfallfrei ins Internet zu kommen, ist man noch lange nicht der Mittelpunkt desselben.

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Splitterbrötchen (LVIII)

Erstaunlich, dass es einen doch immer wieder erstaunt, dass aus dummen, bornierten Kindern dumme, bornierte Erwachsene werden.

Manchmal stelle ich mir vor, wie Amy Winehouse bei Kräutertee und Dinkelkeksen zuhause sitzt und Tränen über die Presse lacht, die ihr all diese Drogengeschichten abkauft. Nichtsdestoweniger begeistert die Lakonie ihres Vaters, wenn er Sätze wie „Sie hat ihre Medikamente durcheinander gebracht.“ sagt.

Die Spam-Versenderin der Woche heißt Concepcion McCracken. Was für ein Name!

Eine Kunst, die nicht jeder beherrscht: Das kontrovers geführte Selbstgespräch.

Das Wort der Woche bei Sebastian gefunden: Dilldolde.

Beim Lesen der Blog-Kommentare und Leserbriefe zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Sachen Rauchverbot: Vor 6 Jahren habe ich mit dem Rauchen aufgehört. Ich bin stolz darauf, mich immer noch nicht auf das geistige Niveau eines militanten Nichtrauchers herabgelassen zu haben.

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Splitterbrötchen (LVII)

Ist das noch ein tragfähiges Konzept von „Zivilisation“, wenn der Einkauf einer Packung Staubsaugerbeutel zu einer nervenzerfetzenden Odyssee mutiert, deren Ende mit Jubelstürmen begrüßt wird?

Jürgen Röber weist als Sat1-Fußball-Experte zwingend nach, warum das Wort „unbedarft“ einen wichtigen Platz in unserem Wortschatz hat.

Verpass ich was, oder ist Mr. Obama wirklich nur ein sehr sympathischer Herr, der geschmeidig mit Worthülsen um sich wirft?

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Splitterbrötchen (LV)

Es gibt Orte, an denen sich trefflich schwermütig werden lässt. Der Bahnhof in Würzburg ist einer von diesen.

„Regen und Dunkelheit bestimmten Schüttlers Spiel“, hieß es im ZDF-Morgenmagazin. Das hätte man positiver formulieren müssen.

Es ist nicht witzig, wenn jemand den Verstand verliert. Aber als der Trinker im Nürnberger Hauptbahnhof anfing, seinen beiden unsichtbaren Zechkumpanen Witze zu erzählen und sich vor Lachen ausschütten wollte… das wahr im Wortsinn irrsinnig komisch.

In den letzten Tagen mehrfach erlebt: Junge Menschen, die – offenbar fremd am Ort – mit dem Handy zuhause anriefen und Sätze wie „Papa. ich steh hier an der Sowiesostraße, kannst du mal schnell bei Google Maps gucken, wie ich in die Dingenskirchenstraße komme?!“ Ich glaube, es wird Zeit, sich um die Zukunft Sorgen zu machen.

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Splitterbrötchen (LIV)

Neulich sah ich auf dem Marktplatz in Minden einen blitzsauber restaurierten Opel Blitz, Baujahr 1951, stehen, an sich schon ein erfreulicher Anblick. Noch mehr freute mich, dass ich zur Abwechslung mal einen Gegenstand betrachten dürfte, der älter war als ich.

Wenn ich mich über die unproduktive Disziplinlosigkeit z. B. auf Theaterproben aufrege, die offenbar mir als einzigem gewaltig auf den Zeiger geht, bin ich dann ein gerade eben noch sympathischer Wertkonservativer, oder bin ich mittlerweile schon der ekelhafte Korinthenkacker, der ich niemals werden wollte?

In einer Pressemitteilung von Vodafone gelesen, dass man sich jetzt daran macht, Shops zu „Erlebniszonen“ umzubauen. Soso, Erlebniszonen. Manchen Marketing-Nutten ist nichts peinlich.

Im TV ein wunderbares Wort auf einem Arbeitsbogen des Neuköllner Jobcenters erhascht: Kundenreaktionsmanagement.

Lukas Podolski selbst ist mittlerweile komischer als Olli Pocher, wenn er Lukas Podolski nachmacht.

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