Willi, Wuppi und Wudy… das sind tatsächlich Dinge, die man in Supermarkt oder Bäckerei erwerben und angeblich essen kann. Ich werde nie erfahren, wie das Zeugs schmeckt. Ich kann nicht „Einen Schoko-Wuppi, bitte“ oder „Ich nehm einen mit Käse überbackenen Willi“ sagen, ohne mir unerträglich dämlich vorzukommen.
Was wirklich nervt, sind Leute, die Fragen stellen, weil sie glauben, irgendwas fragen zu müssen. Ohne etwas wissen zu wollen.
„Zeitversetztes Fernsehen“ wird mir gerade als neuestes Trumpfas von T-Online angepriesen. Das ist natürlich der Wahnsinn. Davon träume ich von Kindesbeinen an. Lieber wäre es mir allerdings, wenn die Marketing-Deppen, die diesen idiotischen Begriff erfunden haben, nicht auf Zeit sondern auf Dauer versetzt würden.
Die gewissenlosen Dummschwatz-Profiteure von McKinsey warnen davor, dass die Mittelschicht hierzulande verfällt. Aha. Die gleichen Leute, die jahrelang den Stellenabbau als Allheilmittel für jedes wirtschaftliche Problem gepredigt haben, bemerken plötzlich, dass es volkswirtschaftliche Probleme gibt, wenn man einer größeren Menge Leute die Arbeit wegnimmt. Ein Verfall von Firmen wie McKinsey könnte das Problem schlagartig lösen.
[tags]Pseudoweisheiten, Tiefsinn, Wichtigtuerei[/tags]
Archiv des Autors: Chris Kurbjuhn
T-Shirt, anyone?
Stammgäste der Netzecke wissen, dass ich ein Fan ungewöhnlicher Berufe bin. Als ich dann im gestrigen Tagesspiegel auf den „Leiter eines Thinktanks“ stieß, kannte meine Begeisterung keine Grenzen mehr. Sofort fiel mir auf, dass ich über den Dresscode von Thinktank-Leitern überhaupt nichts weiß. Was tragen Thinktank-Leiter im Job? Business casual oder smart casual? Oder gar Tweed-Jackett mit Lederflicken an den Ellenbogen? Während ich noch rätselte, schoss mir spontan die Idee für ein T-Shirt für Schwerintellektuelle durch den Kopf, und Freund Carsten aus dem Mitzwinkel war so freundlich, meiner Idee Gestalt zu verleihen:
Keine Frage, ein solches Shirt MUSS ich haben. Bevor ich jedoch in den Copy-Shop tapse und ein Unikat mache: Will noch wer eins?
[tags]T-Shirt, Thinktank, Haut Couture[/tags]
Mehrmals ohne täglich
„In der Größe passen aber nicht alle Wörter drauf. Und wenn ich die Schrift kleiner mach, kann man’s nicht mehr lesen.“
„Dann lass ein Wort weg.“
„Welches denn?“
„‚Täglich‘. Die Leute kommen sowieso jeden Tag hier vorbei.“
[tags]Schilder, Denkunfall, Gehirnmissbrauch[/tags]
Splitterbrötchen (XLV)
Im Supermarkt einen Fehlkauf getätigt. Welcher grenzdebile Vollspaten ist nur auf die Idee gekommen, auf eine Packung, die 40 Müllbeutel mit je 20 Litern Inhalt enthält, eine riesengroße 40 zu drucken?
Ein Satz wie „Rufen Sie an und gewinnen Sie ein schickes Auto!“ (Sat1, Donnerstag abend) ist weder inhaltlich noch literarisch zu toppen.
In Minden gesehen – genialer Name für eine Boutique: „Bonnie sucht Kleid“.
Warum finden so viele Menschen Essen vom Buffet so toll? Mir was durcheinander auf den Teller packen kann ich auch zuhause.
Ein Service, den ich nicht mehr missen möchte: Der Celebrity-Deathbeeper.
[tags]Pseudoweisheiten, Tiefsinn, Wichtigtuerei[/tags]
Die Meldung des Tages
Ganz oben auf SPOn steht, dass irgendein schlimmer Finger schlimmes Ohr versucht hat, den Porsche-Oberpropeller Wendelin Wiedeking (mit so einem Namen wird man entweder ein verkrachter Heimatdichter oder etwas ganz großes) mit einem Babyphone abzuhören. Nun, das ist nicht weiter verwunderlich. Der Mann kennt jede Menge Geheimnisse (War James Dean wirklich selbst schuld, oder war es doch ein Konstruktionsfehler?), hinter die die Konkurrenz gerne kommen möchte. Das Babyphone ist aber eine glatte Beleidigung. Wie (und vor allen Dingen wer!) kann es denn wagen, den absoluten Superstar aller Bilanzen, den Dogen der Dividende mit einem Pfennigsartikel vom Elektronik-Discounter abzugreifen? Oder sind jetzt sogar schon unsere Industriespione knebelnden Sparzwängen unterworfen? Man kann eine Wirtschaft auch zu Tode sparen!
Das Mindener Tageblatt hingegen berichtet uns von unglaublichen Vorfällen:
Gegen 21 Uhr kommt der große Augenblick: Knutsch-Alarm! Florian Silbereisen bricht den Weltrekord im Schnellküssen, stürzt sich auf die fassungslosen Damen im Publikum und schafft 81 Küsse in 2.37 Minuten. Doch während sich seine Verehrerinnen, die nahezu enthemmt auf ihn zugestürzt waren, noch wie ferngesteuert zurück zu ihren Plätzen tasten, singen und feiern die Gäste schon mit DJ Ötzi den Hit „Ein Stern, der deinen Namen trägt“.
Früher war es ja so, dass die Menschen auf der Bühne bis zur Oberkante Unterlippe voll mit Drogen waren. Jetzt scheint das Publikum zugedröhnt zu sein.
Den Vogel abgeschossen hat hingegen die Nichte von Konrad Kujau. Wie diese Dame es geschafft hat, mit einer einzigen, sehr einfachen, aber überaus folgerichtigen Idee aus dem scheinbar übermächtigen Schatten ihres Oheims zu treten… das muss nicht weiter kommentiert werden, das ist eine einzigartige, makellose Perle unter den Nachrichten, lässt uns alle Silbereisens und Wiedekings vergessen und gibt uns das schöne Gefühl, in großen Zeiten zu leben:
Die Nichte des Fälschers der Hitler-Tagebücher, Petra Kujau, muss sich einem Zeitungsbericht zufolge demnächst wegen Betrugs und Urheberrechtsverletzung vor Gericht verantworten. Die entsprechende Anklageschrift der Dresdner Staatsanwaltschaft sei nach über zweijährigen Ermittlungen nun fertig, berichten die „Stuttgarter Nachrichten“. Die Beschuldigte soll übers Internet mehrere Hundert Bilder alter Meister als echte „Kujau-Fälschungen“ verkauft haben. Tatsächlich seien diese Bilder billig in China hergestellt worden, berichtet die Zeitung.
[tags]Nachrichten, Tageszeitungen, Wiedeking, Silbereisen, Kujau, Ungeheuer![/tags]
Kopfrechnen und Handarbeit
Effjott, alte Nase, war ja ganz schön ruhig um Sie geworden in den letzten Wochen und Monaten, aber heute haben Sie mit einer gewagten Links-Rechts-Kombination ein fulminantes Comeback eingeleitet:
Vor 25 Jahren stellte IBM den ersten Personalcomputer vor und George Lucas faszinierte die Welt mit seiner „Star Wars“-Trilogie. Etwas Erregenderes, Neuartigeres, Unerwarteteres lässt sich heute gar nicht denken. Bei „Star Wars“ ist es die Fantasie zu grenzenlosen, gottartigen Extremen aufzubrechen.
Ähm… kann ja sein, dass Ihnen der mit einem Laserschwert herumfuchtelnde Alec Guinness im Verbund mit einem Raumschiffe lenkenden Menschenaffen als „gottartiges Extrem“ vorkommt (ist wohl gestern mit Udo wieder spät geworden?), aber der erste Star Wars Film erschien vor 31 Jahren, nicht vor 25. Hätten Ihnen die Stinker von der BILD-Redaktion ruhig sagen können. Keine Ahnung, warum die Sie boykottieren und Ihnen Grammatik-Auffahrunfälle wie diesen durchgehen lassen:
Beim Computer ist es, das manuelle Zeitalter zu verlassen.
Aber jetzt hab ich wenigstens endlich kapiert, warum Sie mit Elektronengehirnen nicht zurande kommen. Sie versuchen immer noch, die Dinger wie in einem 50er-Jahre-SF-Film mit der Kraft Ihrer Gedanken zu lenken. Klappt nicht. Schauen Sie doch mal auf Ihren Schreibtisch. Irgendwo vor Ihnen liegt ein flacher, rechteckiger Kasten mit vielen Tasten, auf denen sich Buchstaben, Zahlen und so Zeugs befinden. Das nennt man eine Tastatur. Wenn Sie die manuell bedienen (auch wenn’s Ihnen als Rückschritt erscheinen muss), klappt’s auch mit dem Elektronengehirn. Willkommen im Zeitalter der Maschinenmenschen.
[tags]Effjott, Denkschwurbel, Gehirnmissbrauch, Ungeheuer![/tags]
Splitterbrötchen (XLIV)
Verleser der Woche: Bei „Dichter Rauch legt Buenos Aires lahm“ fragte ich mich tatsächlich ein Weilchen, was dieser Herr Rauch wohl gedichtet haben mag, um eine Großstadt lahmlegen zu können.
Wer hat eigentlich erfunden, dass man sich ständig neu erfinden muss?
Warum glaubt Fa. Bauhaus, dass es mich am Samstagabend während des Pokalfinales interessiert, dass ihr neuer Katalog da ist?
[tags]Pseudoweisheiten, Tiefsinn, Wichtigtuerei[/tags]
Fress leider nur Privatica
Heute steigt bei Fressack die FressPublica, ein Treffen von Menschen, die sich in ihren Blogs vorwiegend oder auch – wie ich – gelegentlich mit Kochen und dem anhängenden Gedöns beschäftigen. Die meisten, ach, Quatsch, alle dieser lieben Menschen (wer gern und gut kocht, kann kein langweiliger Mensch sein) hätte ich rasend gern kennengelernt, aber mir ist wieder einmal der Beruf quer zwischen die Freizeitplanung gefahren. Bis eben musste ich heute arbeiten… jetzt tafeln sie schon ohne mich.
Statt die mitgebrachten Gustostückerl der Foodblogger zu kosten, Fressacks hessische Spezialitäten zu goutieren und eine Riesenbresche in seine legendäre Schnapskarte zu schlagen, muss ich mich mit diesem Abendbrot begnügen:

[tags]Kochen, FressPublica, Foodblogs[/tags]
Splitterbrötchen (XLIII)
Natürlich bin ich ein Gegner jeder Zensur. Aber diese unerträglich kitschigen, unbeholfenen Sprüche auf Kondolenz-Karten würde ich sofort verbieten lassen.
Zum Kotzen: Willi Lemkes selbstgefälliges, an den Fakten vorbeigehendes Gelaber im Sportstudio. Wieso dieser eitle Floskel-Daherbeter von einem Großteil der Presse hartnäckig als Sympath gefeiert wird, entgeht mir komplett.
Wenn Jogi Löw genug Cojones hat, ruft er Olli Kahn an und fragt ihn, ob er im Juni ein paar Wochen Zeit hat.
Mit jedem Rezept, das Peter Wagner sonntäglich auf Spiegel ONLINE veröffentlicht, werden meine Zweifel größer, ob der Mann schon mal eine Küche von innen gesehen hat. Wer Hobbyköchen empfiehlt, ihren Backofen auf 83 Grad einzustellen, Lachsbonbons zu drehen oder durch ein Haarsieb passierte Meerrettichraspel in einen „Thermo-Whip“ zu füllen, ist ein snobistischer Sadist oder weiß nicht, wovon er schreibt. Vermutlich ist beides der Fall.
[tags]Pseudoweisheiten, Tiefsinn, Wichtigtuerei[/tags]
Oh, no! Chuck Norris!
Heute habe ich erfahren, dass es Chuck-Norris-Witze gibt. Ich hab ein bisschen recherchiert und bin zu der Erkenntnis gelangt, dass diese Witze primitiv, peinlich und eigentlich nur von adoleszenten Menschen zu ertragen sind. Vermutlich deswegen finde ich sie saukomisch. Hier sind meine Favoriten:
Chuck Norris liest keine Bücher: Er starrt sie so lange an, bis sie ihm freiwillig sagen, was er wissen will.
Chuck Norris kann eine Drehtür zuschlagen.
Wenn Chuck Norris Honig essen will, zerkaut er ein paar Bienen.
Wenn Chuck Norris ins Bett geht, zählen ihn die Schafe.
Chuck Norris schläft mit einem Kopfkissen unter seiner Waffe
Chuck Norris trägt keine Uhr – ER entscheidet wie spät es ist
Chuck Norris hat Schwarz erfunden. Tatsächlich hat Chuck Norris alle Farben erfunden – außer Rosa. Tom Cruise hat Rosa erfunden.
Chuck Noris kann ohne eine Frage zu beantworten ein Sandwich bei Subway bestellen.
Gott sprach: „Es werde Licht!“ Chuck Norris antwortete: „Sag bitte!“
Wenn Chuck Norris ein Ei essen will, pellt er sich ein Huhn.
Chuck Norris hat 1983 die World Series of Poker mit folgendem Blatt gewonnen: Kreuzbube, Pik Sieben, eine grüne 4 aus einem UNO-Spiel, ein Joker und eine „Du kommst aus dem Gefängnis frei“-Karte.
Und zwei englische Perlen, die sich letztlich der Übersetzung entziehen:
Chuck Norris built a time machine and went back in time to stop the JFK assassination. As Oswald shot, Chuck met all three bullets with his beard, deflecting them. JFK’s head exploded out of sheer amazement.
Chuck Norris’s girlfriend once asked him how much wood a woodchuck could chuck if a woodchuck could chuck wood. He then shouted, „HOW DARE YOU RHYME IN THE PRESENCE OF CHUCK NORRIS!“ and ripped out her throat. Holding his girlfriend’s bloody throat in his hand he bellowed, „Don’t fuck with Chuck!“ Two years and five months later he realized the irony of this statement and laughed so hard that anyone within a hundred mile radius of the blast went deaf.
[tags]Chuck Norris, Witze, peinlich, Ungeheuer![/tags]

