Shit happens

Bis gestern hab ich immer gedacht, dass ich ziemlich gut koordiniert bin. Aber dann nahm ich diese Tomate zur Hand und ging zum Waschbecken, um sie zu waschen, und im Waschbecken lag noch ein Scheuerschwamm herum. Den nahm ich in die andere Hand, und Scheuerschwämme kann ich nicht in die Hand nehmen, ohne sie reflexhaft auszudrücken. Nuja.
Nachdem ich dann Hemd und Hose gewechselt hatte, stellte ich fest, dass Tomaten alle waren.

[tags]Tomate, Scheuerschwamm, geistige und körperliche Flexibilität[/tags]

Splitterbrötchen (XXXIV)

Gestern war ich ca. zweieinhalb Stunden mit Bus und U-Bahn unterwegs, dabei habe ich gezwungenermaßen ca. eine Stunde lang unfreiwillig den Handy-Gesprächen meiner Mitfahrer gelauscht. Seit gestern bin ich der unverrückbaren Ansicht, dass nur eine sofortige Erhöhung der Mobilfunk-Gebühren um mehrere tausend Prozent eine Möglichkeit ist, so etwas wie Kommunikationshygiene zumindest ansatzweise wieder herzustellen.

Es scheint sich noch nicht überall in Deutschland herumgesprochen zu haben, dass man sich streiten kann, ohne den Gegner verletzen oder vernichten zu wollen.

Ich erinnere mich noch an die Zeit, als Biathlon eine Nischensportart für Gebirgsjäger mit zuviel Tagesfreizeit war.

Erstaunlich, dass es Ronald Pofalla noch nicht einmal gelingt, einen Politiker glaubwürdig nachzuahmen.

[tags]Pseudoweisheiten, Tiefsinn, Wichtigtuerei[/tags]

Der Nudelhammer

Manche Koch-Trends krieg ich nur mit Verspätung mit. Ich hab vor ein paar Jahren aufgehört, Fresszeitschriften zu lesen, weil mir die meisten Rezepte zu fisselig wurden und ich eh meist frei Schnauze koche. Deshalb hab ich wohl diesen ganzen Pastasottokram verpennt oder nicht mitgekriegt, oder was. Gestern hab ich’s zum ersten Mal ausprobiert. Also Nudeln nicht in Wasser kochen, sondern so ’ne Handvoll Nudeln pro Nase (100 g vielleicht) nehmen, mit ’ner Schalotte in Olivenöl auf mittlerer Hitze unter Rühren anbraten, mit Hühnerbrühe ablöschen (so 200 ml auf 100 g Nudeln dürften hinkommen) und köcheln lassen, bis die Nudeln die Flüssigkeit aufgenommen haben und noch Biss haben. Dann noch ein bißchen Parmesan untergerührt…

Pastasotto

Das rockt! Eine echte Bereicherung des Pasta-Repertoires, und das war ja erst die Simpel-Variante. Ich hab schon ein paar ganz verwegene Ideen, unter anderem eine süße Variante, bei der man die Nudeln mit Apfelstücken anbrät, mit ordentlich Apfelwein (das wird Fressack freuen) und einem Schuß Sahne ablöscht, bißchen Zimt, vielleicht noch ein paar Rosinen dazu, garen lassen und dann mit Vanilleeis… Nuja, wenn das nächste Mal Gäste kommen, weiß ich, was es zum Dessert gibt.

[tags]Pasta, Pastasotto, Kochen [/tags]

Geistesblitz

Schild vom Friseur

Wie sind diese Friseure Haarstylisten nur  auf diesen ge-ni-a-len Firmennamen gekommen? Bestimmt haben sie eine Werbeagentur damit beauftragt, die nach einem tagelangen Brainstorming und einem knallharten Auswahlprozess schließlich diesen Kreativ-Hammer herausgehauen hat. Chapeau, das geht nicht besser!

[tags]Schilder, Friseur, Gehirnschwurbel, Originalitätskrampf[/tags]

Mensch, Fernseh-Kurti von den Sozis…

ich bin ja total beeindruckt, mit welcher Sensibilität Sie auf mögliche Befindlichkeiten anderer Nationen reagieren. Gerade heute erst haben Sie dem Intendanten des SWR geraten,  den Tatort am kommenden Sonntag aus dem Programm zu nehmen, weil in dem Film Dinge wie arrangierte Ehen, Ehrenmorde und das ganze Pipapo vorkommen, und die könnten unseren türkischen Freunden ein bißchen sauer aufstoßen. Deshalb wird auf gut pfälzisch auf die Freiheit der Kunst geschissen und Rücksicht geübt, um nur ja niemand zu vergrätzen.
Super Sache, Herr Beck! Bloß: das ist ja wohl erst die halbe Strecke. Am Sonntag macht im ZDF das „Traumschiff“ halt, nachdem es am Kilimandscharo vor Anker gegangen ist. Am Kilimandscharo! Das geht ja nun gar nicht. Am Kilimandscharo ist gerade Africa Cup, die Bafana Bafana ist ausgeschieden, und wir haben mit dem üblichen Dusel den Ösi zerniert. So dicke dürfen wir unsere Überlegenheit nicht raushängen lassen. Also ab zu Herrn Schächter, er soll die Traumschiff-Folge einmotten und irgendeine möglichst unverfängliche Pilcher-Schmonzette senden.
Aber es kommt ja noch schöner. Kabel1 sendet am Sonntag zum neundundummzichsten Mal „Big Trouble in Little China“. Sie dürfen diesem dahergelaufenen Nischensender nicht gestatten, das wirtschaftliche Binnenklima zwischen China und Deutschland durch diesen Krachbummfilm zu beeinträchtigen, in dem wieder und wieder die Schlitzis die Bösen sind. Kabel1 soll Bud Spencer und Terence Hill senden, von denen wissen noch nicht mal die Italiener, dass das Italiener sind,und werden sich hoffentlich nicht beschweren.
Das Schlimmste hab ich mir für den Schluss aufgehoben. Beck, Mann Gottes (Nein, Beckmann, Sie nicht!) suchen Sie um Himmelswillen sofort den Herrn de Posch von Sat1 auf. Der will am Sonntag um 19 Uhr 15 zwei Folgen von „Maddin in Love“ hintereinander senden. Eine ganze Stunde lang Maddin. Andere Nationen, die mit Humor und Geschmack gesegnet sind, könnten das als Vorbereitung eines Angriffskrieges empfinden. Das müssen Sie verhindern!
Tschö.
Der Chris
[tags]Beck, SPD, Tatort, Gehirnmißbrauch, Ungeheuer![/tags]

Bei Anne Will: Der wilde Keiser

Mönsch, Herr Keiser vom Nichtraucherverband Wiesbaden,

jetzt muss ich mich schon wieder an Sie wenden. Seit ich Sie vorgestern bei „Anne Will“ gesehen habe, bin ich noch begeisterter von Ihnen als vorher. Sie sind ja nicht nur ein äußerst versierter Nichtraucher, Sie sind ja obendrein noch Experte für alles, u. a. Ernährungsberatung, persönliche Freiheit und Meinungsäußerung. Insbesondere dieser kleine, feine Dialog, in dem Sie dem Kubicki von der FDP, der doch glatt Eltern entscheiden lassen will, was Ihre Kinder zu Essen bekommen, mal so richtig gesagt haben, wo’s lang geht.


Wolfgang Kubicki:
Ich möchte, dass die Eltern das entscheiden, aber nicht Sie. Oder andere Leute.


Horst Keiser:
Herr Kubicki, Sie wollen immer die Selbstentscheidung, aber das funktioniert doch nicht. Das funktioniert einfach nicht. Kommen Sie da doch endlich mal runter.

Super, Herr Keiser. Das ist doch endlich mal ein Standpunkt, mit dem jeder etwas anfangen kann. Was nicht funktioniert, wird einfach nicht mehr gemacht. Und damit, dass Menschen frei entscheiden können, was Sie tun oder lassen wollen, fangen wir gleich an. Das hat ja noch nie funktioniert, ganz besonders in diesem Land nicht.
Diese dämliche Entscheidungs- und Meinungsfreiheit wird einmal noch unser Untergang. Hier kann jeder dahergehen und einen vollkommen sinnfreien Verein wie die Nichtraucher-Initiative Wiesbaden gründen und anderen mit seinem Rumtrompeten gewaltig auf den Zeiger gehen. Das führt zu nichts, damit werden die gesellschaftlichen Zustände nicht verändert, das nervt nur ganz gewaltig. Also, Herr Keiser, kommen Sie da endlich mal runter. Machen Sie Ihren Laden und Ihre Klappe dicht. Beides funktioniert nun gar nicht.
Tschö.
Der Chris

[tags]Keiser, Nichtraucher, Bevormundung, Dummschwatz, Ungeheuer![/tags]

Splitterbrötchen (XXXIII)

Normalerweise interessiert mich nicht die Bohne, was im Absender von Spam-Mails steht. Aber ein Name wie „Porfirio Leach“ ist natürlich fantastisch.

Dieter Kosslick kann nicht nur Festivals leiten, er kann auch dämlich fragenden Filmjournalisten die Welt erklären:
„Wie hat man sich den Stones-Auftritt vorzustellen: Landen sie im Privatjet in Tempelhof? Wird das Hotel de Rome gemietet?“ – „Sie kommen wohl nicht mit Easyjet und schlafen nicht im Backpacker-Hotel.“

Interessant, dass im TV-Werbespot der Weight Watchers keine übergewichtigen Menschen zu sehen sind.

„Fühlen Sie sich ganz wie zuhause!“ plärrt es mir aus einem Hotelprospekt entgegen. Aber haargenau das will ich doch nicht, wenn ich verreise.


[tags]Pseudoweisheiten, Tiefsinn, Wichtigtuerei[/tags]

Kontrolle? Find ich gut!

Mensch, Maren Peters vom Tagesspiegel,

ich bin richtiggehend begeistert, dass Sie dem vordergründig-liberalen Wolfsgeheul Ihres Berufskollegen-Rudels einen besonnenen Standpunkt voller Klarheit entgegensetzen. Wo schwermütige Berufs-Intellektuelle Ihre Zeit mit Zaudern und dem sinnfreien beschwören individueller Freiheiten vertun, preschen Sie mutig voran, weil Sie erkannt haben, dass eine starke Gemeinschaft, die von verantwortungsbewussten Politikern repräsentiert wird, besser für das das Wohl des einzelnen sorgen kann, als er selbst, wie sie heute schreiben:

Mehr als die Hälfte [der Deutschen] ist zu dick, wie eine Studie zeigt, die Seehofer gestern Karotten kauend vorgestellt hat. Nun könnte man natürlich sagen, na und, sind sie halt dick, Essen ist Privatsache, da muss sich der Staat nicht auch noch einmischen. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn Übergewicht macht krank. Dicke leiden eher unter Herz-Kreislauf-Problemen und Diabetes. Das führt nicht nur dazu, dass die Lebenserwartung sinkt – was schlimm genug ist –, sondern belastet auch die Krankenkassen und damit uns alle ganz erheblich. Da die dicken Deutschen es allein offensichtlich nicht hinbekommen, vernünftig zu essen und wieder dünner zu werden, sollte der Staat ihnen dabei helfen.

Natürlich kann es nicht angehen, dass die Bürger unseres Landes ihr Leben so führen, wie es ihnen passt. Nur ein starker Staat, der dem Bürger durch eine rigide Normenvorgabe beim Leben behilflich ist, garantiert das Wohlbefinden seiner Bürger. Aber warum sollte der Staat ängstlich bei der Regulierung der körperlichen Gesundheit seiner Bürger verharren, wo es doch viel wichtiger wäre, auch die geistige Gesundheit derselben sicherzustellen? Wenn man dem Bürger schon sagen muss, was er sich auf den Teller packen darf und was nicht, dann muss er z. B. auch bei der viel schwierigeren Frage, was denn nun in seinen Bücherschrank gehört, staatlicherseits unterstützt werden. Die vielbeschworene Freiheit der Kunst ist letztendlich nur ein Popanz, der von gewissenlosen Intellektuellen missbraucht wird, um das Gift der Desorientierung in brave Bürgerherzen zu streuen.
Nicht nur fettige Fleischbrocken auf den Tellern beeinträchtigen das Wohl unserer Bürger, auch und gerade sind es die Worte und Gedanken zwielichtiger Freigeister, die die geistige Volksgesundheit schmälern und unserem Bruttosozialprodukt Milliardenschäden zufügen. Mit dem Denken ist es wie mit der Freiheit: Beide werden von Intellektuellen überschätzt und lähmen letztlich den Tatmenschen! Da ist es wohltuend, einer Stimme wie der Ihren zuzuhören, deren Inhaberin beides offensichtlich nur vom Hörensagen her kennt.

In diesem Sinne, Tschö
Der Chris

[tags]Freiheit, Dummschwatz, Ungeheuer![/tags]

Das gibt nix!

Da geistert so ein Rezept für einen 5-Minuten-Brotteig durch die Foodblogs, das ist so simpel, dass ich nicht glauben wollte, dass es funktioniert: etwas mehr als 700 ml Wasser, 3 Teelöffel Salz (nächstes Mal nehme ich nur zwei), 1 Päckchen Trockenhefe verrühren, dann 1kg Mehl (ich hab 550er genommen) dazugeben, und mit dem Kochlöffel (Knethaken müssten auch gehen) vermischen, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist (dauert tatsächlich keine fünf Minuten). Deckel drauf, zwei (wenn man warmes Wasser genommen hat, ansonsten fünf) Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen, dann in den Kühlschrank stellen. Ein Tag warten. Brot backen. Ist doch Quatsch. Kann gar nicht gehen.

BrotteigAm nächsten Tag sah der Teig so aus. Dachte ich’s mir doch. Viel zu klebrig. Das gibt nix! Andererseits… man soll ihn ja gar nicht kneten, vielleicht geht’s ja doch. Hände eingemehlt, Teigstück abgenommen und – ohne zu kneten – zu sowas wie einer Kugel geformt, und auf ein Stück Backpapier gesetzt (überflüssige Vorsichtsmaßnahme). Hmmpf. Ging ja doch. War gar nicht klebrig, sah bloß so aus. 40 Minuten gehen lassen, während der Zeit den Backofen nebst Backstein vorheizen (volle Pulle). Teigkugel bemehlstäubt, eingeschnitten, auf den Backstein geschoben, Tasse Wasser in die Saftpfanne, zisch, zosch, Ofentür zu, Hitze runter (bei meinem ollen Gasherd auf 4), 40 bis 50 Minuten gewartet. Immer noch skeptisch. Das KANN nix geben.

Riecht ja doch ganz gut. Nach 50 Minuten Klopfprobe gemacht (auf die Unterseite des Brots klopfen, wenn’s hohl, klingt ist’s gut), raus aus dem Ofen, abkühlen lassen. Sieht ja doch ganz gut aus.

Brot fertig

Ist auch ziemlich aufgegangen im Ofen. Naja, die Optik mag hinkommen, aber bestimmt isses klitschig und schmeckt nicht.

Brot angeschnitten

Nix da. Ist genaus wie es sein soll und schmeckt absolut genial. Und das schöne ist: Der Teig hält sich bis zu 14 Tage im Kühlschrank. In Zukunft trennen mich nur anderthalb Stunden von einem frischen Weißbrot, Baguette, Brötchen… Und es funktioniert. Dieser Teig rockt!
Wem mein Rumgefuhrwerke in der Küche zu schlampig und ungenau ist, kann bei Petra oder Ilka nachlesen, wie kompetente Nicht-Chaoten zu Werke gehen.

[tags] Backen, Brot, Hefe, schnell[/tags]

Pasta-Bohnen-Gedöns

Aus irgendwelchen Gründen hatten wir am Sonnabend weder Bock noch Zeit, groß Einkaufen zu gehen. Deshalb war auch nix zu Essen im Haus, als ich Sonntag Abend zu kochen anfing. Nu, nix zu Essen im Haus ist natürlich stark übertrieben. Soll heißen: Nix außer den üblichen Verdächtigen Vorräten, aus denen ich dann so ’n Pasta-Bohnen-Gedöns improvisiert hab.
500g Spaghetti, 4 kleine, frische Salsiccie, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 3 getrocknete Tomaten, 1 kleine Büchse San-Marzano-Tomaten, 1 kleines Glas Borlotti-Bohnen, Tomatenmark, getrocknete Chilischoten, 1 Glas Rotwein, Olivenöl, Salz, Pfeffer.
Die Salsiccie pellen, kleinschneiden und in Olivenöl anbraten. Kleingeschnittene Zwiebel, Knoblauch, Tomatenmark und getrocknete Tomaten dazu, anschwitzen und mit dem Rotwein ablöschen. Wenn der Rotwein fasst verkocht ist, Tomaten samt Saft dazugeben, Chili nach Geschmack, salzen, pfeffern, Hitze runterdrehen und das Nudelwasser aufsetzen. Wenn das Nudelwasser kocht, Bohnen (abgegossen, abgespült) in die Sauce und Spaghetti ins Wasser geben. Wenn die Spaghetti knapp gar sind, abgießen, in den Saucentopf geben und gut mit der Sauce vermischen. Bei Tisch noch Parmesan und Olivenöl drangeben.

Pasta-Bohnen-Gedöns
War für improvisiert erstaunlich gut. Mach ich wohl bald nochmal.
[tags]Pasta, Tomaten, Bohnen, Kochen[/tags]