Splitterbrötchen (DCCCXXV)

Und wieder haben wir vom Drecks-Virus ein Stück Zivilisation zurückerobert: Die beste, geduldigste Gemahlin von allen hat mir die Haare geschnitten. Ich bin ein neuer Mensch!

Wenn jemand die aktuellen Einschränkungen (kein Shopping, kein Kino, kein Theater, keine Reisen, meistens Zuhause bleiben, keine Perspektive) als unzumutbar empfindet: Genau das mutet dieser Staat Menschen in Not zu. Man nennt es Hartz IV.

Was nicht jeder weiß: Die nordhessische Sensationsspezialität „Weckewerk1 kann „nach Bürgermeisterart“ zubereitet werden, d.h. bis zu starker Knusprigkeit gebraten (oder „angebrannt“ wie übersensible Nicht-Nordhessen sagen würden). Die Bezeichnung „Bürgermeisterart“ geht auf einen ehemaligen Oberbürgermeister Kassels zurück, der diese Zubereitungsart schätzte. Sein Name war Philipp Scheidemann.

Menschen in Gruppen einteilen, diese gegeneinander ausspielen und davon profitieren – das ist das typische Handlungsmuster der Antagonisten in Karl-May-Romanen. Lagerdenken ausnutzen ist heutzutage immer noch ein funktionierendes Geschäftsmodell. Es lesen zu wenig Menschen Karl May.

Wir Verbrecher gehen eben mit der Zeit.

Wenn jemand „den Staat“ oder „die Gesellschaft“ für etwas verantwortlich macht, muss er sich fragen lassen, ob er den Sachverhalt wirklich ganz zu Ende gedacht hat.

Ein Feinkost-Versand bescherte mir die Leseherausforderung der Woche: Porzellansenflöffel. Für norddeutsche Mitleser besonders schwer zu decodieren.

Der WDR will „Mord mit Aussicht“ mit neuen Hauptdarstellern fortsetzen. Ich habe Zweifel. Fremde in Hengasch, wie soll das gehen? Mann, Mann, Mann…

Im Wettbewerb „bester Käsebegleiter“ ist Quittenmarmelade nebst Quittengelee diese Woche knapp an Feigensenf vorbeigezogen. Bin gespannt, ob die Quitte2 diese Position halten kann.

Kathrin Passig hat den Satz „Je Türenknall, desto wiederkomm“ geprägt, der mich an einen der ersten Theaterkräche (von vielen) meines Lebens erinnert: „Ich gehe! Du lässt mir ja keine andere Wahl, ich gehe! Am ersten Probentag GEHE ICH!“ – „Bring mir eine Leberkäs-Semmel mit.“

Der kulinarische Wochenhöhepunkt stand schon kurz nach Erscheinen der letzten Splitterbrötchen auf dem Tisch: butterzarter, aromatischer Tafelspitz (Danke, Herr Benser!) mit Spinat und Meerrettichsauce.

Bei Maybritt Illner stimmten am Donnerstagabend der deutsche Wirtschaftsminister und der FDP-Vorsitzende Daniel-Cohn-Bendit mehrfach ausdrücklich zu und betonten, mit ihm vollkommen einer Meinung zu sein. Gottseidank hat mir das niemand in den 70er Jahren vorausgesagt. Ich hätte meine ganze Lebensplanung auf den Sieg einer sozialistischen Revolution ausgerichtet.

Sublimes Vergnügen: Bei einer Online-Weinprobe den Ton abstellen.

Heribert Prantl hat mit diesem Text sehr, sehr recht: Nur die Grundrechte sind alternativlos. 

So viele kreative Menschen sind doch eher produktiv.

Splitterbrötchen (DCCCXXIV)

Die Forderung, der Staat müsse Social Media kontrollieren, ist einigermaßen kühn. Wie sollen Politiker, die im Dezember 2020 allen Ernstes ein „Pilotprojekt“, Lehrer mit E-Mail-Adressen auszustatten gestartet haben, Facebook und Twitter kontrollieren? Da wird doch nicht getrommelt.

Unangenehme Nebenwirkung der Pandemie: Durch die Kontakteinschränkungen dauert das Einlatschen neuer Schuhe deutlich länger als gewohnt. So sad!

Jetzt hab ich’s amtlich vom Senat: Ich bin nicht systemrelevant. Alles andere hätte mich auch sehr überrascht.

Soso, in Aschaffenburg sind also Masken zurückgerufen worden, und keiner fragt nach! Das bedeutet doch, dass Bill Gates jetzt offenbar auch Masken mit G5-Chips ausstattet. Sonst könnte man sie ja nicht zurückrufen. Warum bin ich immer der einzige, dem so etwas auffällt?

Krisen meistert man nicht mit der Mentalität eines schwäbischen Sparvereins-Vorsitzenden. Piefige Kleinkariertheit gefährdet Menschenleben. Jeder halbwegs weltgewandte Zocker hätte gewusst, dass, wenn man gleich zeitig auf Schwarz und Rot setzt, die Chance, zu verlieren verschwindend gering ist und beim Impstoff-Ankauf entsprechend gehandelt. Es ist die gleiche volkswirtschaftlich extrem fragwürdige Idee von der „schwarzen Null“, mit der schon die Infrastruktur dieses Landes heruntergerockt worden ist.

Sucht jemand zufällig ein Thema für eine Magisterarbeit im Bereich Film? Wie wäre es mit „Die Essgewohnheiten des Rudi Birkenberger und ihre filmische Umsetzung“?

Ich verstehe nicht, warum Lars Stindl im defensiven Mittelfeld spielt und nicht ganz hinten in der Abwehr. Allein die Möglichkeit, eine Autobiographie mit dem Titel „Last Man Stindl“ veröffentlichen zu können…

Zum xten Male: Wer versucht, ihm unliebsame Meinungen zu unterdrücken, stärkt sie auf lange Sicht. Geschichtsbücher helfen sehr.

Rege Reisetätigkeit: Ich war in Neukölln, um beim Benser den kulinarischen Wochenhöhepunkt einzukaufen: seine göttliche Blutwurst mit den üblichen Verdächtigen als Beilage.

Der Benser ist ja nicht nur Blutwurst-Weltmeister. Der Benser ist einer der herausragenden Fleischer Berlins. Wenn man in diesem einmaligen Old-School-Laden war, lässt man automatisch den Discounter-Dreck wochenlang links liegen. Ich hab außer Blutwurst auch noch frische, grobe Bratwurst und einen Tafelspitz mitgenommen, sensationelle Qualität.

Trotzdem kam die Nummer 2 der kulinarischen Wochenrangliste aus der Gemüse-Ecke: Rosenkohl in Chilibutter, nach Petra Holzapfels Blumenkohl-Rezept. Boah, eyh. Das wird schwierig, Rosenkohl in Zukunft anders zuzubereiten.

Den unteren Einzug der Spülmaschine mit neuen Rollen ausgestattet und auf Vordermann gebracht, läuft! Dieser Lockdown ist der reinste Segen. Endlich kriegt man im Haushalt was gebacken!

Dieses Land hat die Monarchie immer noch nicht überwunden. Der Kaiser hielt seine Untertanen für dumm, faul und frech, und unsere Eliten folgen immer noch seinem Beispiel. Führung wird hierzulande immer noch gern mit Kontrolle verwechselt. Schade, eigentlich.

Der hochgeschätzte Facebook-Freund Tommy Tulip hat es auf den Punkt gebracht: „Mir geht es wie der Weimarer Republik: Meine Verfassung könnte besser sein.“

Und das mit den Mailadressen für Lehrer, das MUSS schiefgehen. Blinder Fortschrittsglaube! Das gleiche Debakel hatten wir schon mit dem pferdelosen Wagen.

 

 

Splitterbrötchen (DCCCXXIII)

Was nicht jeder weiß: Donald Trump ist der einzige Schauspieler aus „Kevin allein in New York“, gegen den zweimal ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wurde.

Endlich ist die Situation bereinigt.

Der Tweet der Woche gelang Herr Kaltenbach1 vor mehr als einem halben Jahr2: „Aus Respekt und Selbstachtung sieze ich mich bereits seit mehr als zehn Jahren und habe damit durchweg positive Erfahrungen gemacht. Selbstgespräche verlaufen meist sehr diszipliniert und man bleibt professionell distanziert, auch und gerade in schwierigen Situationen.“

Immer, wenn Saurons Döpfners Springer-Horden mit einer Kampagne scheitern, freu ich mich wie ein kleines Kind.

Im dritten Anlauf hab ich’s unfallfrei lesen können: Startelfeinsatz.

Was mich im Superwahljahr wundert: dass m. W. noch keine Partei und kein Politiker die Ausweitung und bessere Finanzierung des Gesundheitswesens zum Programm gemacht hat. Geld für die Gesundheit kommt beim Wähler an. Das Brexit-Referendum war u.a. deshalb erfolgreich, weil man den Wählern vorlog, man würde durch den Austritt Milliarden sparen, die man dann ins Gesundheitswesen stecken würde.

Ich bin so alt, mir wurden noch „Heftchen“ verboten und keine Comics.

Diese Woche hatte zwei kulinarische Höhepunkte: Einmal ein Blumenkohl in Chilibutter, den ich spontan nach einem Rezept von Petra Holzapfel nachkochte, der obwohl ganz ausverschämt lecker …

… nur den zweiten Rang erreichte. Den ersten musste er der besten, geduldigsten Gemahlin von alle überlassen, die bei einem ihrer seltenen Gastspiele in der Küche mit einem toskanischen „Peposo“ triumphierte.

Immer öfter bekomme ich Werbung für irgendwelchen Schreibkram in den Browser gespült, die Stockphotos mit Schreibmaschinen benutzt, vermutlich um mit irgendeinem nostalgischen Touch zu punkten. Diese Art der Werbung ist abschreckend. Wer sich nach Schreibmaschinen zurücksehnt, ist total irre.

Was auch nicht jeder weiß: Dummköpfe erkennt man daran, dass sie ihre Nasenlöcher zeigen.

 

 

Gegen die Angst

„Liebe Jungs, herzlich willkommen auf der Friedrich-Wilhelm-Schule! Damit wir uns gleich richtig verstehen: in drei Jahren ist die Hälfte von euch weg, und Abitur machen höchstens 10 Prozent.“ Mit diesen Worten wurde ich – zehn Jahre war ich damals jung – von meinem ersten Klassenlehrer auf dem Gymnasium meiner Heimatstadt begrüßt. Damit war dann auch die Marschroute für die nächsten neun Jahre vorgegeben: Uns wurde Angst eingejagt, ordentlich Druck gemacht. Damit wir gehorchten und ackerten. Und die Nummer funktionierte sehr gut. Wir bekamen solchen Schiss, dass wir gehorchten und ackerten wie die Weltmeister. Eine Weile lang. Irgendwann hält man den durch dauerndes Angst Machen ausgelösten Druck nicht mehr aus und sucht sich ein Ventil. Wir fingen damals an zu bescheißen. Spickzettel, Vorsagen, Abschreiben, das war nur der Anfang. Und das machten auch die Besten von uns, obwohl sie es eigentlich nicht nötig hatten. Man beschiss nicht nur, um bessere Noten zu bekommen. Das Gefühl, den damals allmächtigen Lehrer übers Ohr hauen zu können, war wunderbar. Man spürte eine große Erleichterung, wenn man es einmal getan hatte. Und tat es dann immer wieder. Weil es Spaß machte. Ungefähr achtzig Prozent meiner Abiturnoten – ja, ich gehörte zu den zehn Prozent – sind durch zum Teil ausgefeilte Betrugsmethoden zustande gekommen. Ich hab sogar im Sport-Abi beschissen. Weil ich es konnte.

Die Parallelen zur aktuellen pandemischen Lage sind unübersehbar, nicht wahr?

Splitterbrötchen (DCCCXXII)

10. Januar, und man hat schon begonnen, sich nach dem wunderbar entspannten Jahr 2020 zurückzusehnen.

Die Headline der Woche gelang spektakulär dem Fachblatt Buchreport mit „Das Thema Fasten gewinnt an Gewicht“.

Kulinarischer Wochenhöhepunkte waren eine unfotogene Online-Weinprobe, vom Weingut Moosmann (sensationeller Grauburgunder, sehr guter Spätburgunder) veranstaltete Online-Weinprobe, und eine selbstgeklöppelte Kalbszunge in Rotweinsauce.

Wer das Tragen von Verantwortung als Privileg und nicht als Bürde empfindet, sollte auf keinen Fall Verantwortung tragen.

Kulturelles Ereignis der Woche: Der Typus des Gentleman-Ganoven kehrte triumphierend in die Populär-Kultur zurück. „Lupin“ ist wunderbare Unterhaltung.

Solange man sich von jedem Vollidioten, der auf Facebook oder Twitter Schwachsinn postet, persönlich angegriffen fühlt, darauf antwortet und stundelang schmollt, wenn man den Knalldeppen nicht von seinen Irrwegen abbringt, wird man im eigenen Leben naturgemäß nur noch sehr wenig zustande bringen.

Wurst-Uli entrückt? Rotbäckchen altersmilde? Brazzo befangen? Olli zu grün? Warum feuert niemand Flick wegen Erfolglosigkeit?

Wenn ein Politiker an die Vernunft der Menschen appelliert, gesteht er seine komplette Ratlosigkeit ein.

Mein Bedarf an historischen Stunden ist für den Rest des Jahres bereits gedeckt.

 

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Splitterbrötchen (DCCCXXI)

Kluge Ideen können in den Gehirnen dummer Menschen zu furchtbaren Waffen werden.

Erwachsensein bedeutet auch, irgendwann einmal mit den guten und den schlechten Seiten der eigenen Kindheit abgeschlossen zu haben.

Am 27.12. ist eine logistisch ein- und erstmalige Aktion – die zweimalige Verabreichung eines Impfstoffs1 an die gesamte Bevölkerung – angelaufen, und weil nicht alles auf Anhieb hundertprozentig klappt, fangen wir an wutentbrannt zu schimpfen. Ich liebe dieses Land. Wir sind Rohrspatz.

Einmal pro Woche werde ich in einer Suche auf LinkedIn gefunden. Wer ist der Idiot?

„Veganismus, Schutzgebiete und Blühwiesen“ – ob Leitmedien wie der Tagesspiegel sich mit solchen Headlines erfolgreich gegen den Abonnentenschwund stemmen können, scheint mir fraglich.

Unfotografierter kulinarischer Wochenhöhepunkt war das unprätentiöse Reste-Essen nach der letzten Gans: aufgebratene Knödel, Reste von Keule und Brust, Salat vom übrig gebliebenem Rotkohl, dazu ein St. Laurent aus Podersdorf. Das ging. Das ging gut.

Ist „Einschlafen mit Hörbüchern“ wirklich ein guter Claim?

Es ist nicht leicht, kultisch verehrt zu werden. Nur wer über eine gefestigte Persönlichkeit verfügt, wird das unbeschadet überstehen. Kinder haben eine solche Persönlichkeit meist nicht.

Ich möchte bitte ein „u“ kaufen.

Mit einer gewissen Genugtuung habe ich zur Kenntnis genommen, dass der höchst geschätzte Bjarne Mädel derzeit verstärkt dramatische statt komischer Rollen annimmt und spielt. Auch an ihm scheint die Zeit nicht spurlos vorüber zu gehen. Komödie spielen ist Schwerarbeit, das will man sich ab einem gewissen Alter nur noch wohldosiert zumuten.

Der Verband deutscher Augenärzte gibt bekannt: Ab sofort wird der Grad einer Kurzsichtigkeit nicht mehr umständlich in Dioptrin angegeben. Die neue, leichter verständliche Maßeinheit ist „Laschet“. Die Umrechnung ist einfach: ein Laschet ist doppelt so kurzsichtig wie angenommen.

Splitterbrötchen (DCCCXXI)

Die Menschen sehnen sich derzeit nach einer Gewissheit, die es nie gegeben hat. Früher wusste man auch nicht, wie’s ausgeht.

Zum ersten Mal seit 1988 konnte die Queen nicht auf Sandringham Weihnachten feiern sondern musste ins ungeliebte Windsor ausweichen. Was mutet man dieser armen, gebeutelten Frau nur alles zu!

In Krisenzeiten ist regelmäßige Selbstreflektion für das zukünftige Handeln entscheidend: Was habe ich richtig gemacht, was falsch? Welche Erfolge oder Misserfolge sind auf mein Handeln oder das Handeln anderer zurückzuführen, auf Glück oder Pech? Scheint derzeit nicht jeder zu machen.

Seit einigen Tagen ist es mir auf Grund eines technischen Fehlers nicht mehr möglich, die Leserkommentare beim Online-Auftritt des Tagesspiegels zu lesen. Ich empfinde das durchaus als Segen.

Die Filmanalyse des Jahres lieferte Ahoi Polloi auf Twitter: „‚Die Hard‘ ist eine Tragödie, in der eine Gruppe von progressiven deutschen Aktivisten versucht, einen globalkapitalistischen Konzern zu einer gerechteren Ressourcenverteilung zu bewegen, gegen den Widerstand eines toxisch heteronormativen, gewalttätigen Polizisten.“

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war die perfekte Weinbegleitung zur Weihnachtsgans, eine von Patricia Weisz kreierte „Laurentina“ von  Julius Steiner aus Podersdorf Cuvée aus St. Laurent, Merlot und Zweigelt.

Siege, die man gegen Gegner erringt, die sich nicht mehr wehren können oder wollen, sind nicht nur wertlos, sondern ein Eingeständnis der eigenen Feigheit.

Die Zahl der Fernsehfilme, in denen Simon Schwarz nicht mitspielte, ist 2020 erneut drastisch gesunken.

Kulturelle Wochenhöhepunkte waren der schlichtweg geniale Pixar-Fim „Soul“ und  Clooneys „The Midnight Sky“, ein sehr gut gemachter, spannender Abenteuerfilm, der eine Saite meiner Raumfahrerseele zum Klingen gebracht hat. Auch geschaut: das abgefilmte Theaterstück „Ma Rainey’s Black Bottom“. Ganz große Schauspielerei von Chadwick Boseman und vor allem Viola Davis.

Was nicht jeder weiß: ein Problem, das sich nicht lösen lässt, kann man auch ignorieren.

Splitterbrötchen (DCCCXX)

Erst seit dieser Woche ist Jürgen Klopp ein wirklich großer Trainer. Zur absoluten Weltspitze gehört man erst, wenn man von José Mourinho auf niedrigstem Niveau persönlich angegriffen wurde. Das Klopp bei der Wahl zum Trainer des Jahres Vorzug vor Flick bekommen hat, ist also folgerichtig und fachlich gut zu begründen.

Diese Woche habe ich begonnen, die ganz famose britische Hornblower-Serie zu streamen, die ab 1998 lief und die mir vollkommen entgangen war. Hauptdarsteller Ioan Gruffudd ist ein absoluter Glücksfall, und die Bücher sind erfreulich dicht an den Romanen dran, die ich als Jugendlicher verschlungen habe. Unter dem Einfluss dieser fantastischen Abenteuergeschichten hatte ich sogar kurzfristig erwogen, mich der Marine anzuschließen. Als ich jedoch erfuhr, dass die Gorch Fock ohne Bordkanonen unterwegs war, nahm ich von diesem Vorhaben Abstand.

Nordhessischer Afternoon Tea.

Ich wäre Vertretern der Qualitätsmedien sehr dankbar, wenn sie mak begründen würden, warum sie mitten in einer Pandemie der Diskussion sinnfreier Brüll-Artikel von Reichelts Gossenblatt mehr Raum widmen als seriösen wissenschaftlichen Fachbeiträgen mit tatsächlichem Neuigkeitswert.

Drei Dinge können wir von Covid-19 lernen, schrieb OG AD auf Twitter:
1. Die Wirtschaft bricht zusammen, sowie wir aufhören unnützes Zeugs an überschuldete Menschen zu verkaufen.
2. Es ist definitiv möglich, Umweltverschmutzung zu reduzieren.
3. Von den am schlechtesten bezahlten Menschen hängt unser Gemeinwesen ab.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war eine delikate nordhessische Kochwurst, hergestellt von Fa. Ross in Melsungen. Nach dem Posten des Bildes bei den üblichen Verdächtigen wurde ich mehrfach darauf hingewiesen, dass das keine Kochwurst sondern eine Lyoner, eine Rheinische Fleischwurst sei. Soso. Dann versucht doch mal, in einer beliebigen nordhessischen Metzgerei eine Lyoner zubekommen. Die Rückfragen „Meinen Sie jetzt eine Kochwurst?“ ist unausweichlich. In Nordhessen heißt das so.

Das gesamte Home-Improvement-Programm für den Lockdown habe ich bereits durchgezogen: TK-Schrank abgetaut, Spülmaschine mit Maschinenreiniger laufen lassen, Kaffeemaschine, Kartusche im Wasserfilter gewechselt und Wasserkocher entkalkt.

„Hornblower“ ist bereits 1951 mal mit Gregory Peck verfilmt worden. Man beachte die Fanfare am Anfang des Trailers. Die ersten drei Töne leisteten ca. 15 Jahre später einem anderen Captain gute Dienste…

Splitterbrötchen (DCCCXIX)

Es ist also nicht mehr die Filiale ums Eck, es ist jetzt „meine Filialwelt“. Gut zu wissen!

Schrecklicher Alptraum: Man ist in „Marathon Mann“ geraten, sitzt gefesselt im Zahnarztstuhl, aber nicht Laurence Olivier bohrt einem in den Nerv, sondern Markus Lanz. Und statt „Sind sie außer Gefahr“ fragt er die ganze Zeit „Was macht das mit Ihnen?“.

Wer ist eigentlich dieser Jack Vierundzwanzig?

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein Firlefranz-freier Steinbutt aus dem Ofen.

Morgens in der U-Bahn. Helikopter-Mutter („Lesen, Schreiben UND das ABC, alles auf einmal – die armen Kinder!“) brüskiert, in dem ich die Vorzüge der 1963 an mir praktizierten „Ganzheits-Methode“ pries. Das war ein guter Tag!

Zum vierzigsten Mal jährte sich in dieser Woche der Todestag von John Lennon, für mich eine der schlimmsten Tragödien überhaupt. Um Himmelswillen, wieviel geniale Songs, die vielleicht die Welt ein bisschen zum Besseren verändert hätten, dürfte dieser Mann nicht mehr schreiben?

Das Wichtigste am neuen Notebook ist natürlich das alte Hintergrundbild.

Apropos U-Bahn: Da hab ich letzte Woche bei den regelmäßigen morgendlichen U-Bahn-Fahrten einigen Schülern zugehört. Was die sich so erzählt haben, deckt sich nicht mit dem am Donnerstag vom Regierenden mal wieder verkündeten „kein besonderes Infektionsgeschehen an Schulen“. Im Gegenteil. Ganz im Gegenteil.

Große Enttäuschung über die 90jährige Erstgeimpfte aus dem United Kingdom. Warum hat diese Frau die einmalige Chance ausgelassen, mit einem Jahrhundert-Gag unsterblich zu werden? Warum ist sie nicht direkt nach der Impfung aufgesprungen, um zu salutieren und „G5 activated! G5 acticated! Awaiting your orders, Mr. Gates!“ gerufen?