Natürlich bin ich ein Gegner jeder Zensur. Aber diese unerträglich kitschigen, unbeholfenen Sprüche auf Kondolenz-Karten würde ich sofort verbieten lassen.
Zum Kotzen: Willi Lemkes selbstgefälliges, an den Fakten vorbeigehendes Gelaber im Sportstudio. Wieso dieser eitle Floskel-Daherbeter von einem Großteil der Presse hartnäckig als Sympath gefeiert wird, entgeht mir komplett.
Wenn Jogi Löw genug Cojones hat, ruft er Olli Kahn an und fragt ihn, ob er im Juni ein paar Wochen Zeit hat.
Mit jedem Rezept, das Peter Wagner sonntäglich auf Spiegel ONLINE veröffentlicht, werden meine Zweifel größer, ob der Mann schon mal eine Küche von innen gesehen hat. Wer Hobbyköchen empfiehlt, ihren Backofen auf 83 Grad einzustellen, Lachsbonbons zu drehen oder durch ein Haarsieb passierte Meerrettichraspel in einen „Thermo-Whip“ zu füllen, ist ein snobistischer Sadist oder weiß nicht, wovon er schreibt. Vermutlich ist beides der Fall.
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Archiv der Kategorie: Dies und das
Splitterbrötchen (XLII)
Banale Sätzen werden nicht dadurch wichtig, dass man sie aufschreibt.
Kluge Menschen haben es hierzulande immer schwerer. Weil die Deppen Kompetenz und Bildung als Bedrohung empfinden.
Einem Spiegel-Online-Artikel entnehme ich, dass Naomi Campbell eine Drogenberaterin hatte (wurde natürlich verprügelt). Warum gönne ich mir nicht einen Wein-Coach?
Warum um Himmels Willen entschließen sich nur noch Kleinbürger zur linken Gesinnung?
[tags]Pseudoweisheiten, Tiefsinn, Wichtigtuerei[/tags]
Splitterbrötchen (XLI)
Nichts gegen Gastronomen, die sich gegen das – in meinen Augen Bürger beleidigend bevormundende – Rauchverbot wehren. Allein die beinahe ausschließlich vorgebrachten wirtschaftlichen Argumente („Wir können das Rauchverbot nicht einhalten, unsere Umsätze gehen zu stark zurück!“) irritieren mich. Nehmen wir mal an, ich wäre ein Auftragskiller. Nette Menschen informieren mich dahingehend, dass meine berufliche Tätigkeit illegal ist. Ich erschrecke und höre damit auf, meine Mitmenschen ins Jenseits zu schicken. Nach einigen Wochen stelle ich fest, dass meine Umsätze zurückgehen, und mit eben dieser Begründung nehme ich meine Geschäftstätigkeit wieder auf…
Wenn man bei einem Umzug Kisten trägt und plötzlich nimmt ein junger Mensch einem die Kiste mit den Worten „Die ist zu schwer für dich.“ weg… au weh. Blödes Gefühl.
Ich will wirklich nicht kleinlich sein, aber mich würde wirklich eine überzeugende Begründung interessieren, warum ich Wurstpellen und Käserinden bezahlen muss, die grundsätzlich mit abgewogen werden, obwohl ich sie nicht esse.
[tags]Pseudoweisheiten, Tiefsinn, Wichtigtuerei[/tags]
Will history blame Widmark or the bees?
Richard Widmark ist tot. Sicherlich ist es angesichts der Lebensleistung dieses Mannes absurd, jetzt ausgerechnet daran zu denken, dass er die vermutlichst abstruseste Dialogzeile aller Zeiten gesprochen hat, als Major General Thalius Slater in Irwin Allen’s unsterblichem Meisterwerk „The Swarm“
Houston on fire. Will history blame me, or the bees?
Man muss ein Profi wie Widmark sein, um so einen Bullshit entkorken zu können, ohne in haltloses Gelächter auszubrechen.
Tja, wieder einer weniger. Nicht schön.
[tags]Widmark, Swarm, Bullshit, Professional[/tags]
Splitterbrötchen (XL)
Mittelmaß macht ein Geräusch. Es greint.
Ich gucke House wegen House, aber Monk wegen Stottlemeyer.
Wer kennt eigentlich noch Carlo Schmid? Warum zitiert niemand mehr Carlo Schmid? Könnte es an der simplen Erkenntnis liegen, dass man große Vorbilder, die man nicht annähernd erreicht, besser totschweigt, um keine peinlichen Vergleiche zu provozieren?
Talent ist ein Versprechen, dass oft nicht gehalten wird.
[tags]Pseudoweisheiten, Tiefsinn, Wichtigtuerei[/tags]
Springtime for Wieners
Was – bitte – soll ich mir darunter vorstellen? Alte Wurst wird wieder jung? Oder wurden die Dinger im Prater von den blühenden Wurstbäumen gepflückt?
[tags]Schilder, Wurst, Wirrnis, Ungeheuer![/tags]
In eigener Sache: Comedy-Projekt
Für ein Projekt im Bereich politische Comedy (vormals Kabarett) suche ich eine/n Parodistin/en und einen Puppenbauer/spieler (bäuerin/spielerin) mit Wohnort Berlin. Keine Vorfinanzierung, Geld also nur im Erfolgsfall. Bitte anrufen oder mailen.
[tags]Comedy, Kabarett, Job, Berlin, Puppenspieler, Parodist[/tags]
Splitterbrötchen (XXXIX)
Im Hof des Mietshaus, in dem wir wohnen, stehen heute zehn Fahrräder mehr als zu Beginn des Streiks im ÖPNV. Irgendwie glaub ich nicht, dass alle dieser Fahrradfahrer wieder Bus fahren werden. Könnte sein, dass ver.di der BVG doch ziemlich geschadet hat.
Das waren schöne Filme, in denen eine Prügelei noch als gesellschaftlich akzeptabler Zeitvertreib angesehen wurde. Und wo sind eigentlich die Auto-Verfolgungsjagden geblieben, bei denen richtig Material zerdeppert wurde?
Gerade im Radio gehört, dass man bei der BVG berät, wie man den Fahrbetrieb wieder anlaufen lassen kann. Hm. Eigentlich sollte doch so ein Plan nach zehn Tagen Streik fixfertig in der Schublade liegen. Erinnert irgendwie an das „Ministerium für gesamtdeutsche Fragen“, das seinerzeit vom Fall der Mauer auf dem linken Fuß erwischt wurde.
Splitterbrötchen (XXXVIII)
„Wichtig ist, dass man morgens in den Spiegel schauen kann. Und das kann ich.“, gab Mirko Slomka zu Protokoll. Toll. Andererseits: Wer kann das nicht?
Wo wir bei Slomka sind: Wieso hat der sich am Mittwoch angezogen wie ein Unterbösewicht in einem Italo-Western? Wie die schwarz gekleidete Type, die immer die Ohrfeigen-Kaskaden von Terence Hill einsteckt?
Wenn ich die armen Raucher sehe, die auf der Straße stehen, an ihren Zigaretten ziehen und sich nervös umgucken, dann muss ich schaudernd daran denken, dass die Deutschen es wie kein zweites Volk verstehen, Minderheiten auszugrenzen.
Dass zwischen Macht und Verantwortung im Idealfall ein Zusammenhang bestehen sollte, scheint nur einer erstaunlich geringen Zahl von Politikern klar zu sein.
Mahlzeit!
Nuja, mit Ketchup kann man alles essen.
[tags]Schilder, Dummfug, Gehirnmissbrauch, Ungeheuer![/tags]


