Ich dachte, ich hätte schon alles gesehen, aber dann kam ein künstlicher Weihnachtsbaum mit „True Needle“-Technologie.
Seit zwei Wochen habe ich in verschiedenen Berliner Tageszeitungen verschiedene Artikel über die „Gänse-Krise“ in der Gastronomie gelesen. Die Viecher sind dieses Jahr zu teuer, müssen von der Karte genommen werden, weil die Kunden die teuren Gänse nicht mehr bezahlen können und wollen. Schlimm. Ganz schlimm. Am Freitag wollten die geduldigste, beste Gemahlin von allen und ich in Friedrichshagen vor der Videonnale noch was essen – und schafften eine Tischreservierung erst im dritten Lokal: „Tut uns leid, wir sind bis auf den letzten Platz besetzt, heute ist bei uns Martins-Gans-Essen.“ Die früher mal als „Qualitätsmedien“ bezeichneten Zeitungen dürfen sich über die stetig sinkende Akzeptanz nicht beschweren: Wenn man die Lebensrealität der Leser nicht mehr abbildet, hat man eben weniger Leser.

Maximal rücksichtslose Schlagfertigkeit bewies ich diese Woche, als ich die auf Twitter gestellte Frage nach dem besten Song von „The Police“ mit „Lalü-Lala!“ beantwortete.
Falls sich jetzt irgendjemand vollkommen zurecht fragt, wie es uns nach Rieben verschlagen konnte: die „Weidelandfarm“ bzw. deren Hofladen hatte uns angelockt. Die ausgezeichnete, in Gläsern eingeweckte „Bullion“ hat bereits unsere samstagabendliche Bohnensuppe bereichert, der frische „Edelgulasch vom Rind“ könnte heute für den nächsten kulinarischen Wochenhöhepunkt sorgen, im Tiefkühler warten Short-Ribs und dann war da noch ein Glas mit Herz-Ragout… Ich hätte nie für möglich gehalten, dass Rieben soviel aufregendes bereithält.
Samstagabend-Unterhaltung war die FIFA-Doku auf Netflix. Ich kannte das meiste ja schon, aber mal konzentriert dargeboten zu bekommen, was Slippery Sepp und seine Korrumpels so alles durchgezogen haben, erstaunt dann doch wieder. Starke Empfehlung also, trotz kleiner faktischer Unschärfen: Die Mitglieder des Exekutiv-Komitees haben ihre Stimmen meistens nicht verkauft, sondern versteigert.
Ich mag beim derzeit wechselseitig abgenickten Elon-Musk-Bashing nicht mitmachen. Der Mann ist Unternehmer, und man kann ihm nicht vorwerfen, dass er wie einer denkt, nämlich so:

Wenn jemand etwas über Freundschaft erfahren, bestens unterhalten und schwer erschüttert werden will, dann lese er „Mayflies“ von Andrew O’Hagan (skandalöserweise nicht auf deutsch erschienen).


Kulinarischer Wochenhöhepunkt – neben diversen ungebrühten, groben Bratwürsten, war ein Panade-zerstörendes, höchst delikates Schmandschnitzel an exzellenten Bratkartoffeln im „Goldenen Engel“ mit korrespondierender Klosterbräu-Begleitung.
Man muss doch nicht aus allem eine Kampfsportart machen!

Ich finde, die Abscheulichkeiten von Harvey Weinstein dürfen keinesfalls in Vergessenheit geraten. Vielleicht könnte man etwas Unangenehmes nach ihm benennen, zum Beispiel diesen ekligen, kristallinen Rückstand in Weingläsern?







Was nicht jeder weiß: Man kann die Genesung von einer Krankheit nicht beschleunigen, indem man seinen Gesundheitszustand in die sozialen Netzwerke postet.
… was wegen der einmaligen Atmosphäre dieses Orts nicht verwunderlich ist. Aber natürlich auch, weil man hier verlässlich genau so kocht, wie ich es liebe: ungekünstelt, einfach, trotzdem einfallsreich. Sonntagsessen eben. Diesmal gab’s…
… geräucherte Lachsstreifen mit Kartoffelmousse und Matjes-Sauce, Dorsch unter der Kartoffelkruste und ein crunchiges Schokotörtchen.
Perlen der Dialogkunst: „Abgesehen von der Landung der Hindenburg bei Gewitter ist das wohl die beschissenste Idee, die man haben kann.“ („
Hm, das ist wirklich eine knifflige Frage, liebe SpOn-Redakteure. Wäre „Ihre Kinder sind zu laut!“ vielleicht eine Möglichkeit?
…selbstgeklöppelte Kabeljaufilets in Senfbutter auf dreimal aufgewärmtem Wirsingkohl, eine Spezialität für Kenner, zum anderen …
… Bratkartoffeln mit Pfifferlingen in der Heimat der Skatrunde, dem
Marcel Peithmann hat hundertprozentig recht. Das einzige Ziel im Leben, das ich noch habe, ist zu verhindern, dass mir dieser Satz entfleucht.
Kulinarischer Wochenhöhepunkt war eine Zeitreise in Form einer Pizza, bei Daniele im
Mail von meiner Versicherung erhalten: Man bot mir Tickets für die NFL an. Ich denke, jetzt brauche ich eine mentale Schadensregulierung.
Kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein wirklich perfekt medium rare gegrilltes Filetto mit Pfifferlingen, Ergänzungsgemüsen und Salat in der „