Irgendwas hat mich diese Woche dazu gebracht, an „Katzelmacher“ zu denken. Mal abgesehen von der Mischung aus Manierismus und Laienspiel, die mir schon damals auf den Zeiger gegangen ist: Kann es sein, dass Fassbinder schon 1969 einen Film über die AfD gedreht hat?
Apropos Politik: Die Kugelschreiber der Berliner CDU liegen m. E. nicht sonderlich gut in der Hand.
Kulinarischer Wochenhöhepunkt: Ein sehr, sehr leckerer Meeresfrüchtesalat im Castello am Sophie-Charlotte-Platz. Kam knapp vor den Schwarzwurzeln in Bechamelsauce vom letzten Sonntag über die Ziellinie.
Seit ein paar Wochen drücke ich wieder die Schulbank und nehme an den Wochenenden an einer Weiterbildung teil. Ich staune über mich selbst, mit welcher Selbstverständlichkeit ich gewisse schulische Techniken (Hausaufgaben auf dem Schulweg erledigen, ordentlich Alarm bei einfachen Fragen machen, damit man bei den schweren nicht gefragt wird) wieder aufgenommen habe.
Schockmoment beim Champions-League-Gucken am Mittwoch: Ich begann, Manchester-City-Fans um ihren Trainer zu beneiden.
Ich danke der Schweiz für die linguistisch wie semantisch gleich großartige Wortschöpfung „Impuls-Apéro“.
Jetzt hab ich endlich auch „Auerhaus“ von Bov Bjerg gelesen. Dicke Empfehlung, ein sehr, sehr komisches Buch. Die Vorbereitung der Ladendiebstahls-Pointe ist weltmeisterlich.
Ist „komaptibel“ nun der Rechtschreibfehler der Woche oder ein tolles neues Wort?
Taking the Schwarz out of Wurzel: geschälte Schwarzwurzeln im Kühlregal. Â Wunderbar!
Dem Vernehmen nach steht der Prototyp eines Doppelrumpfboots mit Segeln aus recycelten Spielkarten kurz vor dem Stapellauf, ein sogenannter Skatamaran.
Kulinarischer Höhepunkt der Woche: Essenseinladung bei einer befreundeten syrischen Familie. Ganz, ganz großes Küchen-Tennis, vor allen Dingen diese Lammhack-Auberginen-Dingsdas mit Minze!
Hörempfehlung der Woche: Sebels neues „Album vom Alleinesein“. Großes Songwriting!.
Mit der Wendung „nach reiflicher Überlegung“ wird üblicherweise eine Kurzschlusshandlung angekündigt.
Stuart MacBride, dessen Romanserie um Logan MacRae ich jedem Liebhaber von Polizeiromanen ans Herz lege, entzückte mich mit der Beschreibung einer schlechten Handschrift: „Als hätte sich eine Spinne mit Tequila die Kante gegeben und dann ihre ganze Tinte ausgekotzt.“
Normalerweise bin ich strikt gegen jede Gewalt. Das änderte sich am Dienstag kurzzeitig, als ich einen ARD-Kommentator die von den olympischen Spielen zurückkehrenden Sportler als „Rio-Reisers“ bezeichnen hörte- Spontan wäre ich dem Mann nur gar zu gern bei der Begradigung seiner Gesichtszüge behilflich gewesen.
Ichbrovnik… Dubrovnik… Wir alle sind Brovnik.
Gab es am Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts eigentlich spannendere Lektüre als die aktuellen Vobis- und Escom-Prospekte?
Verwirrung angesichts eines Herrn, der ein T-Shirt mit der Aufschrift „Hollister Surf Sharks 22“ trug. Wie kann man sich freiwillig in ein Kleidungsstück hüllen, das so viele Fragen aufwirft?
Ärgernis der Woche: Revanchefouls vorm Mikrofon. Wie Steffen Simon und (ausgerechnet!) Mehmet Scholl versuchten, am Freitagabend Guardiolas Trainerleistung im Nachhinein zu desavouieren, zeugte von extremer Kleingeistigkeit. Und – möglicherweise – von einem verheerenden Prinzip: „Hört her, Spieler und Trainer, das blüht euch, wenn ihr, wie Guardiola, uns Sportjournalisten die Nähe verweigert.“
Beim olympischen Turnen wurde ich mit einer einarmigen Riesenfelge konfrontiert. Fragte mich, ob diese Übung auch als „Dr.- Kimble-Riesenfelge“ bezeichnet wird.
Trouvaille im Baumarkt: der „Solarspieß Meike“.
Kulinarischer Wochenhöhepunlt war eine Bildunterschrift der Tagesschau: „Bouillon zu Bundeswehreinsätzen im Inneren“
.Wäre ich einer dieser fundamentlistischen Scheichs, würde ich ein paar Millionen aus der Kaffeekasse in die Hand nehmen, bei einem bekannten Modehaus einen Satz Designer-Niquabs und – Burkas in Auftrag geben und das Gelump zu Spottpreisen über Primark verticken lassen. Und dann würd ich mal abwarten. Die Innenministerkonferenz kann verdammt froh sein, dass ich kein Scheich bin.
Das IOC, seine Sponsoren und unsere Fernsehsender haben aus dem Leistungssport, ein gekünsteltes, normiertes und entmenschlichtes Produkt gemacht. Merkt denn wirklich keiner, wie lächerlich diese weichgespülten Grinseparaden im TV-Studio „vor Ort“ rüberkommen? Diskuswerfer Harting, einen der wenigen Sportler, die sich diesem unwürdigen Pathos-Gebläh entzogen haben, hätte man nicht maßregeln sondern zum neuen IOC-Präsidenten küren sollen.
Vor beinahe 40 Jahren wurde ich – durch „Harpo speaks“, die Autobiographie von Harpo Marx – auf den Algonquin Round Table aufmerksam, einen Stammtisch von Autoren, Journalisten, Kritikern, Künstlern und Intellektuellen, an dem letztendlich die moderne Komödie erfunden wurde. Ich bin seitdem nicht müde geworden, mich mit diesem Round Table und seinen Mitgliedern zu befassen und alles zu lesen, was ich über ihn und von seinen Mitgliedern in die Finger bekommen kann. Auch nach 40 Jahren entdecke ich immer wieder Neues, zum Beispiel dieses hinreißende Dorothy-Parker-Zitat: „Salary is no object. I only want enough to keep body and soul apart.“
Riesengroßes Tennis beim Wassersport bot ZDF-Reporter Norbert Galeske, als er dem deutschen Achter „Durchzug-orientiertes Rudern“ attestierte.
Sollte ich jetzt bei einigen Splitterbrötchen-Lesern das Interesse am Algonquin Round Table geweckt haben, gleich eine Warnung: AUF KEINEN FALL den völlig missratenen Film „Mrs. Parker und ihr lasterhafter Kreis“ als Einstieg angucken. Über den hab ich mich schon vor einiger Zeit geärgert.
Verwunderung beim Diskuswerfen: Sind das Männer, denen ihr Äußeres egal ist oder doch gedopte Nazis?
Den Netbook auf Peppermint OS 7 upgedatet. Das schon lange in die Jahre gekommene Gerät, das mit Windows 7 und Windows 10 hoffnungslos überfordert war, läuft unter Linux immer noch mit akzeptabler Geschwindigkeit.
Was Spannung und Dynamik angeht, können nur wenige Sportarten mit der Dressur der Vielseitigkeitsreiter mithalten.
Kulinarischer Wochenhöhepunkt waren tolles Vitello Tonnato und eine sehr, sehr gute Pizza mit Ruccola, Parmesan und scharfer Salami im Miseria e Nobiltà an der Friedenauer Brücke.
…nehmen wir hiermit Titelschutz in Anspruch für „Angelique und der Matchball“.
Ja, ich weiß. Letzten Sonntag schrob ich von meinem Desinteresse an den Olympischen Spielen. Ich gucke ja auch nur aus Notwehr, weil sonst kein anderer Sport läuft.
Zum Schluss noch ein Zitat eines weiteren formidablen Algonquin-Round-Table-Mitglieds, Alexander Woollcott: „A hick town is one where there is no place to go where you shouldn’t go.“ Ich danke Mr. Woollcott für die präzise Beschreibung meiner Heimatstadt.
Jungen Menschen fällt der Toast auf die gebutterte Seite. Ältere Menschen öffnen die Tablettenschachtel auf der Seite mit dem Beipackzettel.
Aus gegebenem Anlass erinnere ich an eine kleine Posting-Serie, die ich vor acht Jahren hier in die Netz-Ecke gestellt habe: Olympische Gänsehaut-Momente. An den aktuellen Spielen bin ich (wie 2008 und 2012) herzlich desinteressiert: Nicht nur wegen der mit Olympia wohl unzertrennbar verbundenen Korrumpe- und  Heuchelei, sondern auch, weil in der Berichterstellung mittlerweile das Story-Telling überwiegt: Die herbeigekünstelten Dramaturgien, die das Authentische verdecken, gehen mir auf den Zeiger.
Ja, genau. Früher war besser. Ich werde alt.
Unfotografierter kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein ohne Firlefanz im Ofen knusprig gebratenes1 Kamm-Kassler, dass ich bei Reichelt geholt habe. Dass Kassler vom Reichelt in der Körnerstraße ist wirklich verlässlich gut.
Ein plötzlicher fetter Regenguss trieb mich in die Parlamentarismus-Ausstellung im Deutschen Dom am Gendarmenmarkt. Alles in allem sehr interessant, lehrreich und unterhaltsam. Was ich vermisste (oder übersehen habe?): ein „Best of“ der Zwischenrufe.
Der beste Zwischenruf Die besten Zwischenrufe gelangen – natürlich – Herbert Wehner – während einer Rede des CSU-Abgeordneten Richard Jäger: „Sie hätten Theaterkritiker werden sollen!“ – „Herr Kollege Wehner, Theaterkritiker ist ein sehr ehrenwerter Beruf!“ – „Und deshalb sind Sie’s nicht geworden!“
eine Stunde bei 220 Grad, dann auf 80 Grad runterschalten, nach einer halben Stunde einmal drehen. ↩
Die IG Nuss, Schalen, Kerne hat sich mit den Arbeitgebern der Nuss-verarbeitenden Industrie auf einen Mandeltarifvertrag geeinigt.
Kulinarischer Höhepunkt der Woche waren ausgezeichnete Tapas und ein sehr, sehr guter im ganzen gegrillter Kalmar im Andalucia am Savignyplatz.
PokemonGo ist uninteressant geworden. Chuck Norris hat bereits alle Pokemons gefangen. Mit seinem Festnetz-Telefon.
Sportlicher und gesellschaftlicher Wochenhöhepunkt war ein Besuch der Trabrennbahn Mariendorf. Wir gehen da viel zu selten hin. Â Es gibt wenige Orte, die berlinischer sind als dieses gänzlich unterkandidelte Hippodrom. Hier treffen Berliner aller Schichten aufeinander,“Hautevolaute“Â und Proleten, Pferdekenner und Ahnungslose wie ich, Â und haben gemeinsam ihren Spaß bei übrigens überraschend gutem Essen und Trinken.
Diese Woche starb Marni Nixon im Alter von 86 Jahren. U. a. sang Mrs. Nixon in „West Side Story“ für Natalie Wood, in „The King and I“ für Deborah Kerr und in „My Fair Lady“ für Audrey Hepburn. Vor der Kamera stand sie m. W. nur in einem ebenfalls sehr erfolgreichen Film.
Sie spielte Sister Sophia, die in der zweiten Einstellung in der Mitte steht.
Die Überraschung der Woche kam gestern Abend um kurz nach sechs. Da klingelte es an der Haustür, und es war tatsächlich Frau Kolat, die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, die herein wollte, um Einladungen für eine Veranstaltung nächste Woche im Kiez in die Briefkästen zu stecken und ein wenig zu plauschen. Man kann gegen die Berliner SPD wirklich einiges sagen, aber DAS ist noch ganz alte sozialdemokratische Schule.
Dank der Großzügigkeit der besten, geduldigsten Gemahlin von allen habe ich ein neues Lieblings-T-Shirt.
Auf dem Rückflug von New York Endlich gesehen: The Big Short. Sollte eigentlich an Schulen gezeigt werden, wird den zuständigen Lehrern aber zu lustig sein.
Kulinarischer Wochenhöhepunkt waren exzellente Nackensteaks vom Grill, erstklassige Nordhessen-Ware von Fa. Happel. Dazu gab’s reichlich Eschweger Bier und Gutedel anlässlich des 60. Geburstags eines meiner ältesten, liebsten Freunde. War ein schöner Abend voller Erinnerungen.
Es braucht gar keine Terroristen, wenn man Angst haben will. Stinknormale Menschen genügen.
Deep in the heart of Eschwege.
Mittlerweile genügt es, einen Anschlag auf Twitter und Facebook zu faken, um eine Panik auszulösen. Die Frage ist, wer die dafür notwendigen, recht einfachen Techniken zuerst perfektioniert und sich zunutze macht: Terroristen oder doch Geschäftsleute.
Ein „Askhole“ ist eine Person, die dich ständig um Rat fragt und dann das Gegenteil von dem macht, was du gesagt hast (auf Facebook gefunden).
Ein landläufiger Irrtum: Dass in einer Demokratie die Mehrheit darüber entscheidet, was gut und richtig ist. Die Mehrheit entscheidet darüber, was das kleinere Übel ist.
Es gibt keinen „guten“ Militärputsch.
Mein derzeitiger Lieblingswitz: Ein Römer kommt in eine Kneipe, hebt zwei Finger und sagt „5 Pils!“.
Wer nach immer neuen Möglichkeiten sucht, sich vor Terrorismus zu schützen, ist ihm zum Opfer gefallen.
Interessante Idee für Fischfond: Gräten und Köpfe andünsten, dann Crushed Ice draufpacken, Deckel drauf und 20 Minuten lang schmelzen und köcheln lassen. Soll intensiveren Geschmack ergeben. Probier ich aus.
Diese Ausgabe der Splitterbrötchen kam von auswärts. New York grüßt Berlin!