Splitterbrötchen (CMIII)

Meine Versicherung hat mir eine Mail mit dem Betreff „Nachlassplanung: Jetzt Klarheit für die Zukunft schaffen“ geschickt. Sollte ich mir Sorgen machen?

Obwohl ich mit seiner Partei nichts am Hut hatte und habe, hab ich Herrn Ströbele immer als Direktkandidaten gewählt, solange ich in seinem Wahlkreis gewohnt habe. Der hat sich wirklich um die Bürger gekümmert und ihre Interessen vertreten. Gefühlt jedes Mal, wenn ich sonnabends in die Marheinekehalle zum Einkaufen gegangen bin, stand da der Ströbele und hat die Leute gefragt, wie’s ihnen geht. Ein vorbildlicher Abgeordneter, solche Leute fehlen.

Das Konzept der Woche:

Im Forum Steglitz hat ein riesengroßer Edeka eröffnet. Die Fleischabteilung lässt aufmerken, exzellente Dry-aged-Auswahl, Zuschnitte für den Kenner usw. Ein kurzer Plausch mit den Fachverkäufern bestätigte den ersten Eindruck: brandgefährliche  Location. Das wird teuer.

In Sachen Kopfhörer weiß ich mich mit Peter Breuer einig:

Es gibt Schauspieler, die können Pickelhaube tragen, und es gibt Schauspieler, die können das nicht. Jürgens und Fröbe zum Beispieöl, diese Meister-Outranten, waren sensationelle Pickhelhaubenträger.

So langsam müssen Frau Baerbock und Herr Habeck liefern. Haltungspunkte werden nur von der wohlwollenden Presse und den Fans auf Twitter verteilt. Die Mehrheit der Menschen möchte eine Verbesserung der Situation.

Die kulinarische Woche fand ihren Höhepunkt in der selbstgeklöppelten, klassischen Schmorgurke. Als Beilage dazu habe ich grüne Heringe gereicht.

Wer bei Duolingo einen „Dr.“ im Usernamen hat, hat’s wohl nötig.

BREAKING: Wie gewöhnlich gut unterrichtete Kreise in Erfahrung gebracht haben wollen, hat ein Booking.com-User namens „Brazzo_der_Checker“ für drei Wochen die Präsidentensuite eines bekannten Luxushotels am Tegernsee gebucht. Für den gleichen Zeitraum wurde in einer nahegelegenen Kurklinik eine Frischzellenkur für einen Patienten namens „Jupp Machts“ gebucht.

Die Weisheit der Woche prägte ein kenntnisreicher, lebenserfahrener Fleischermeister aus Kiel: „Von den leichten Landweinen ist mir der Cognac doch am liebsten“

Jeder Gefängniswärter kann einem in wenigen Sätzen erklären, wie eine Zelle funktioniert. Und Biologen forschen da jahrzehntelang dran rum? Ernsthaft?

Es gibt übrigens keinen Grund, „Imam Bayildi“ nicht mit Käse zu überbacken. Für Sie getestet.

Seit wann ist es eigentlich üblich, eigentlich eindeutige Begriffe in Nebelkerzen zu verwandeln? Nehmen wir die Bezeichnung „Strompreisbörse“. Man sollte doch meinen, dass das ein Handelsplatz ist, an dem – wie an einer Börse eben üblich – der Strompreis durch Angebot und Nachfrage ermittelt wird. Das dachte auch ich, bis ich diese Woche erst staunenden, dann hervorquellenden Auges las, dass dort ein sogenanntes „Merit-Order-System“ verwendet wird, dass dafür sorgt, dass der Strompreis sich am teuersten Anbieter orientiert. Mit „Börse“ hat das derzeit nichts mehr zu tun, sondern allein mit Profitmaximierung. Vielleicht sollte jemand mal den Wirtschaftsminister (s.o.) auf diesen Missstand aufmerksam machen.

 

Splitterbrötchen (CMII)

Ein Nachbar verschenkt über nebenan.de drei Ikea-Spiegel. Ich nehme an, dass das, was im Produkt zu sehen war, den Erwartungen nicht entsprochen hat.

Immer wenn man denkt, dass es eine idiotischere Debatte nicht geben kann, kommt sie prompt daher. Diese Woche: Winnetou. Zounds, Meschurs, das liest doch wirklich keiner mehr. Jeder junge Leser, der noch alle Henry-Stutzen im Waffenschrank hat, greift doch zu zeitgemäßeren, spannenderen Büchern mit mehr Tempo und weniger Pathos. Karl May ist von vorgestern, das muss man doch nicht debattieren. Was allerdings gar nicht geht: May als Rassisten und Verharmloser der Eroberungskriege gegen die nordamerikanischen Ureinwohner hinzustellen. Das Gegenteil ist der Fall. Wer anderes behauptet, hat Mays Bücher nicht gelesen und/oder er ist ein bösartiger Mensch.

Gottseidank findet man auf Twitter nicht nur Stuss, sondern auch fundierte Überlegungen:

Da wir die Woche auf einer Fortbildung am Wannsee verbracht haben, haben wir abends ein paar mal auf der Terrasse vom „Bootshaus Bolle“ gehockt. Schade, dass es dort derzeit nicht das Weltklasse-Eisbein, sondern nur Imbissgerichte in Selbstbedienung gibt. Schön, dass der Laden bisher über die Runden gekommen ist, so dass man da immer noch herrlich sitzen und über den Wannsee kieken kann.

In Selbstbedienungsläden vergesse ich immer wieder, mir selber Trinkgeld zu geben.

Klima-Aktivisten, die sich kulturbarbarischer Mittel bedienen, sind inakzeptabel. Man kann sich nicht wie die Taliban aufführen, nur weil man auf der „richtigen Seite“ steht.

Eigentlich sollte man doch verbilligte Karten für „Die Ärzte“ bekommen, wenn man gesetzlich versichert ist. Oder?

Splitterbrötchen (CMI)

Die Faust auf dem Auge erspart den Zimmermann.

Politiker, die Spartipps zur Körperhygiene geben, sind genau wie ihre Ratschläge: einfach nur eklig.

Hängt es mit dem sprachlichen Wandel zusammen, dass in Bayern die Betonschwellen ausgetauscht werden müssen?

Kulinarischer und gesellschaftlicher Wochenhöhepunkt war ein fantastisches Menü in der „Peking Ente„, das Peter Jebsen organisiert hatte. 13 seiner Freunde und Bekannte – darunter einige höchst geschätzte Ex-Qyper – verdrückten gemeinsam diese durchweg sensationellen Gerichte:

Da wir uns die köstlichen Gerichte teilten, ist es mir nur gelungen, eins „unversehrt“ vor die Kamera zu bekommen, die Großgarnelen in Bierteig mit Wasabi-Mayonnaise:

Mein persönlicher Favorit war die Leibspeise des Großen Vorsitzenden, der butterzart in Sojasauce geschmorte Schweinebauch, und die scheinbar simplen gebratenen Auberginen mit Knoblauch und Koriander. Ganz großes Tennis!

Egal wie, der Runner-Up MUSS diese Woche erwähnt werden, weil er in jeder anderen Woche mühelos triumphiert hätte: die „Boudin noir“ mit Äpfeln und Kartoffelstampf im Pastis, wo wir den Geburtstag der besten, geduldigsten Gemahlin von allen feierten. Zusammen mit meinem dortigen Lieblingswein, dem saftigen Chardonnay von Madame Gigi ein perfektes Essen!

„Reden ist Silber, Schweigen ist Scholz.“ (Micky Beisenherz)

Es kann natürlich nicht sein, dass Buhrow und seine Intendatenkollegen sich ganz nonchalant geeinigt haben, den rbb zu opfern, damit bei ihren Sendern nicht nachgehakt wird. Ein Ding der Unmöglichkeit!

Wenn eine Leserin oder ein Leser der Splitterbrötchen eine aktuelle Studie über Reibungsverluste in der Online-Kommunikation kennt, würde ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren oder eine Mail freuen. Ich beobachte ein deutliches Ansteigen des Aufmerksamkeits- und Behaltensdefizits in meinen Online-Kursen und würde gern wissen, ob dem tatsächlich so ist und ob es Möglichkeiten gibt, gegenzusteuern.

 

Splitterbrötchen (CM)

Ungewöhnlich, diese römische Ziffer, nicht wahr?

Genauso ist das, passiert mir auch immer wieder.1

Ganz erstaunlich, dass intellektuelles Scheitern nicht nur mittlerweile gesellschaftlich akzeptabel sondern sogar eine Möglichkeit ist, den Lebensunterhalt zu verdienen.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war eine Pizza mit scharfer Salami, Artischocken und Gorgonzola im „Fellini“ in der Crellestr. Dazu gab’s einen ausgezeichneten Cabernet aus dem Veneto, das war insgesamt ein ganz wunderbares Abendessen in angenehmster Gesellschaft.

Falls jemand nach einem universell einsetzbaren E-Mail-Betreff sucht, bei mir ist diese Woche „What’s happening right now?“ aufgeschlagen.

Die Aufgeregtheit über edle Parkettböden und Pflanzenwände teile ich nur bedingt. Ein Chefbüro muss meines Erachtens Beeindruckungspotenzial haben, nach Möglichkeit mehr als der Chef oder die Chefin selbst. Natürlich geht’s auch mit Linoleum und Resopal, aber will man wirklich die DDR wiederhaben?

Nichts ist gefährlicher als eine Gruppe dummer Menschen, die sich im Recht wähnt.

Microsoft bleibt Microsoft. Word kennt „goutierbar“ nicht und will dann tatsächlich einen Goutierbär ins Rennen schicken.

Mit weichgespülten Lobhudeleien nimmt man das Volk aus dem Volkssport.

Wenn jeder die Gelegenheit hat, sich lächerlich zu machen, müssen auch Politiker keine Angst mehr vor der Lächerlichkeit haben. Die sozialen Netzwerke haben dem Kabarett den Todesstoß versetzt.

Splitterbrötchen (DCCCXCIX)

Auf Facebook, Twitter und Instagram bin ich ja nur zum Blödeln und um gelegentlich ein bisschen Foodporn zu posten. Trotzdem, man bekommt ja mit, wie Leute, die glauben, sie würden ernsthaft diskutieren, sich da total aufgeregt verbal auf die 12 geben. Ich kapier das nicht. Mir macht es keine Freude, von anderen Leuten beschimpft zu werden, und ich habe auch keine Freude daran, andere Leute zu beschimpfen1. Haben die Menschen wirklich so viel Freude an unerfreulichem, unzivilisiertem Verhalten?

Ich weiß nicht, wieso, aber es ist lange her, dass ich mich so auf den Start einer Bundesligasaison gefreut habe wie auf diesen.

Da musste ich dann doch sehr lachen:

In einer idealen Welt sind es nicht Emotionen, sondern Argumente, die Menschen überzeugen. Wir leben sonstwo, aber nicht in einer idealen Welt.

Der kulinarische Wochenhöhepunkt war selbstgeklöppelt: Schwarze Nudeln, Seeteufel, Safransauce. Kann man.

Dass noch nicht allen Journalisten, die sich in Lindners Hochzeit und seine Porsche-Telefonate verbissen haben, langsam dämmert, dass Wirecard und Cum-Ex offenbar doch keine lässlichen Sünden sind, sagt einiges über den Zustand unserer Leitmedien aus.

„Wir spielen weiter nach vorne.“ Warum eigentlich? Warum nicht mal den Gegner düpieren und nach hinten spielen?

Bier. Freude.

Offen gestanden verstehe ich die Beschwerden über Papierstrohhalme nicht. Ich werfe ein solches Utensil grundsätzlich weg und trinke direkt aus dem Becher. Wo ist da ein Problem?

 

 

Splitterbrötchen (DCCCXCVIII)

Zwei Tage Warnstreik auf den Flughäfen: der Weltuntergang wird ausgerufen. Wochenlanger Streik an den Unikliniken in NRW: nonmention. Die Leitmedien kotzen mich derzeit ziemlich an.

Seit letzten Sonntag führt Fa. Groupon im Rennen um den idiotischsten E-Mail-Betreff aller Zeiten deutlich mit „Hurra! Es ist soweit, du kannst endlich 24 Stunden lang sparen!!!“

Die unfassbare Erfolgssaga geht weiter: 1,5 Millionen kritischer User sind vor Begeisterung ausgerastet, als sie mein Käsestullenfoto auf Google Maps angesehen haben. Über meiner Käsestulle ist nur der Himmel!

Warum heißt es in Österreich Polenta und nicht „Kieberer-Pampe“?

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war eine Meisterleistung in Understatement: Als „Fischsemmerl“ steht diese Vorspeise auf der Speisekarte des Lokalaugenschein in Podersdorf, doch der Zusammenklang von warm getoasteter Käsesemmel, mehreren aromatischen Salaten, hausgemachter Knoblauchmayonnaise und geräuchertem Wels war von dermaßen großer Delikatesse, dass ich mir beinahe den Hauptgang geschenkt und eine zweite verdrückt hätte.

Das Leseerlebnis der Woche: David Ensikat ruft seinem Lehrer nach.

Und dann las ich staunend auf Twitter, wie eine freundliche Lehrerin von einer an Long Covid leidenden Schülerin berichtete. Sieben Fehler hatte die in einem einzigen Satz gemacht. Die freundliche Lehrerin hat ihr alles erklärt, aber wegen Long Covid konnte sich das arme Kind nicht alles auf einmal merken, und tauchte immer wieder (insgesamt neunmal) am Lehrerpult auf, bis der Satz endlich richtig war. Meine Frage, warum die freundliche Lehrerin das Kind neunmal zwischen seinem Platz und dem Lehrerpult hat hin und her laufen lassen, blieb unbeantwortet.

Gibt’s auf der documenta eigentlich, außer antisemitischen Linolschnitten, was Bemerkenswertes zu sehen? So Kunst, zum Beispiel? Die einen anrührt, zum Nachdenken bringt, sowas in der Art? Darüber liest man gar nichts.

Auch wenn Twitter derzeit vorwiegend ein Treffpunkt für auf Bestätigung angewiesene geistige Minderleister ist, ein paar Accounts, die für gute Unterhaltung sorgen, gibt’s ja doch, zum Beispiel den von Jaythechou, der Paddington in bekannte Film- und Fernsehszenen photoshopt. Diese Woche hat der Überbär endlich ein Gastspiel in meiner Lieblings-Serie gegeben.

Thema Wahlrecht für Kinder und Jugendliche: Hätte ich vor meinem 18. Geburtstag wählen dürfen, hätte ich sicherlich die Wahlentscheidung getroffen, die meinen Vater maximal geärgert hätte. Mit demokratischer Willensbildung hätte das wirklich nichts zu tun gehabt.

Gestern sind wir aus unserem wundervollen Podersdorf-Urlaub zurückgekommen. Heute hat die Vorfreude auf Podersdorf 2023 begonnen.

 

 

Splitterbrötchen (DCCCXCVII)

Derzeit bin ich unfassbar schlagfertig. Als irgendwer auf Facebook nach „deutschen Wörtern mit ‚Q'“ gefragt hat, hab ich doch total spontan „Qtips“ geantwortet. „Qtips“! Hahahahaha!

Auf Twitter hat Peter Glaser erneut unter Beweis gestellt, dass er ein Genie ist:

„Jedermann“ ist eine platt dahingekrittelte, anbiederische Dummheit, sonst nichts.

Als ob’s schon Herbst wäre.

Der stete Tropfen höhlt vielleicht Steine, aber Menschen macht das dauernde Getröpfel einfach nur wahnsinnig wütend.

Was in den Nachrufen auf Uwe Seeler nicht genügend herausgestellt worden ist: Was für eine feine Technik er hatte, was für ein außergewöhnlicher FußballSPIELER er war. Betont wurden immer wieder – vollkommen zurecht – sein Wille, seine Kampfkraft, seine Bereitschaft, sich aufzuopfern. Aber solche Tore (Pokalspiel HSV-Westfalia Herne, Tilkowski im Tor) …

… schießt man eben nicht nur mit Willen und Kampfkraft. Dazu braucht es extreme Fitness, Körperbeherrschung und Ballgefühl. Weder Pelé noch Maradona hätten dieses Tor machen können, Beckenbauer schon gar nicht (der wäre nie in eine solche Situation geraten). Messi? Technisch vielleicht, aber dem fehlt diese fast schon turnerische Athletik.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war eine überraschende Beilage, die beinahe einem saftig gebratenen Hecht die Schau gestohlen hätte: gegrillter, mit knoblauchlastigem Kräuterpesto bekleckerter Eisbergsalat. Durch die Hitze bekommt der üblicherweise vollkommen geschmacklose Eisberg tatsächlich ein angenehm nussiges Latticharoma.

Noch während ich mir einige sehr unangenehme Dinge überlegte, die ich gern mit einer Person machen würde, die ein Wordle-Rätsel mit „aerob“ als Lösungswort in die Welt gesetzt hatte, legte sie mit „Binom“ nach. Da sucht jemand Streit…

Falls noch jemand „Zufälle gibt’s!“ ausrufen möchte…

er

Splitterbrötchen (DCCCXCVI)

Was nicht jeder weiß: Auch wenn man Wein nur in Achteln trinkt, kann man betrunken werden, wenn man eine ausreichende Menge zu sich nimmt.

Der Grünen-Vorstand hat anscheinend nur männliche Gegner.

Weltidee! Biopic über die erste ungarische Kampfpilotin und ihren Wingman, Sendezeit Mittwoch 20 Uhr 15, Besetzungsidee Veronica Ferres und Hardy Krüger jr., Arbeitstitel: „Marika Maverökk“

Schmerzlich vermisst: einen Live-Ticker von der abgeschalteten Gasleitung.

Auf Twitter wurde ich nach 10 Bands, die mein Leben begleitet haben, gefragt. Die waren schnell gelistet:
The Beatles
The Rolling Stones
Jefferson Airplane
Crosby, Stills & Nash
Emerson, Lake & Palmer
Little Feat
The Grateful Dead
The Who
The Pirates
Simon & Garfunkel
Doch dann kam ich ins Grübeln.

Offenbar habe ich soviel nachgesalzen, dass ich bereits 1980 gestorben bin und es nur nicht gemerkt habe.

Herr Kaltenbach analysierte die ersten Ergebnisse des James-Webb-Weltraumteleskops löwensenfscharf:

Kontextwerbung: Ich soll mir Aktien von „Profiteuren der Energiekrise“ ins Depot legen, um meine Verluste durch gestiegene Energiekosten auszugleichen. Doll.

Die nunmehr zwei Wochen andauernde, immer bizarrer werdende Diskussion über die Anzahl der biologischen Geschlechter lässt nur ein Fazit zu: Wir müssen etwas gegen das großflächige Versagen unserer Biologie-Lehrer unternehmen, und zwar schnell.

Ebenfalls auf Twitter bat man mich, meinen Lieblingsfilm möglichst langweilig zu schildern. Nun denn: Gastronom gerät wegen seiner Ex in Turbulenzen.

Stolz darauf sein, etwas nicht zu kennen – gibt es dazu schon eine Studie?

Dank der bereits von Herrn Kaltenbach erwähnten Bilder, die wir vom James-Webb-Weltraumteleskop bekommen („Sternenporno“ hat sie jemand bei der SZ genannt), wissen wir jetzt, dass das Universum aussieht wie ein T-Shirt für Motorradfahrer Mitte 40, die sich in der Midlife-Crisis befinden. Aber warum fehlt der Wolf?

Splitterbrötchen (DCCCXCV)

Eigentlich wäre mit dem Tweet der Woche ja alles gesagt…

… aber ich leg trotzdem noch ein bisschen was nach. Weil Sonntag ist.

Ich kann nicht aufhören, mich über Helikopter-Eltern zu wundern, die ihre Kinder immer nur als Opfer, aber nie als potenzielle Täter imaginieren können. Vollkommen fassungslos las ich auf Twitter den Thread einer Mutter, die von Problemen bei der stundenlangen, erfolglosen „Einschlafbegleitung“ ihres Sohnes berichtete. Wäre mir als Kleinkind ein derartiges Unterhaltungsprogramm (Einschlafbegleitung = statt drögen Solo-Einschlafversuchen bei gelöschtem Licht den Eltern durch Rumgequengel auf den Zeiger gehen zu können) angeboten worden, hätte ich auch beherzt zugegriffen.

Dicke Empfehlung für die neue Netflix-Serie „King of Stonks“, die zwar eine ziemliche schamlose „Wolf of Wallstreet“-Kopie ist, aber dennoch sehr gut unterhält, zuvörderst natürlich durch einen souverän auf die Kacke hauenden Matthias Brandt.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war eine mit ein wenig Salz auf Butterbrot genossene, wunderbar aromatische San-Marzano-Tomate aus dem Seewinkel.

Tränen lachte ich über eine Pointe aus der österreichischen Kabarettsendung „Pratersterne“: „Der Friedhofsgärtner im amerikanischen Seattle hat mir erzählt, dass er während des MTV-Unplugged-Konzerts von Andreas Gabalier aus dem Grab von Kurt Cobain einen zweiten Schuss gehört hat.“

Menschen, die in den sozialen Medien nach Dingen fragen, die sie problemlos Googlen könnten – gibt es da schon eine Studie?

Den Knalldeppen, der „The Rise of Gru“ mit „Auf der Suche nach dem Mini-Boss“ übersetzt hat, würde ich gern stundenlang auf ausgesucht grausame Weise foltern. Ansonsten ist der neue Minions-Film beste, mit zahllosen Filmzitaten gespickte Unterhaltung.

Nach einem „deutschen Wort mit ‚i'“ wurde ich auf Facebook gefragt. „Intransitiv“, antwortete ich spontan.

Gute Schauspieler können auch besser Outrieren als schlechte Schauspieler.

Wenn man etwas selbst nicht tun kann oder will, dürfen es die anderen auch nicht. Klar.

Tatsächlich sind Annalena Baerbock und Robert Habeck aktuell die Minister, an denen ich am wenigstens auszusetzen habe. Trotzdem stehen sie wegen ihrer permanenten, durchkalkulierten Selbstinszenierung bei mir weiterhin unter Verdacht.

Kulinarische Entdeckung der Woche war eine Nudelsalat-Sauce: 1/3 Mayonnaise, 1/3 Sauerrahm, 1/3 im Kochwasser pürierte weiße Bohnen. Das gibt einen sehr runden, angenehmen Geschmack, der den Salat ergänzt und nicht dominiert. Wenn man nicht weiß, dass Bohnen drin sind, schmeckt man sie nicht heraus.

Informationsübermittlung war nie das Geschäftsmodell der Medien. Das bestand durchaus darin, das Niveau des öffentlichen Diskurses durch ständiges Skandalisieren von Bagatellen so weit abzusenken, dass immer mehr Menschen bei den Medien Orientierung suchten. Durch Social Media hat sich das gravierend geändert, leider nicht zum Besseren. Vielleicht versucht man’s doch mal mit Informationsübermittlung? Das – statt des umpfzichtausendsten Tik-Tok-Kanals oder eines kreuzdämlichen Leistungsschutzrechts – wäre mal echt innovativ.

 

Splitterbrötchen (DCCCXCIV)

Wer Olaf Scholz für arrogant hält, hat Helmut Schmidt nicht erlebt.

Werbung für ein Hundekissen gesehen, dass den Viechern die „täglichen Ängste“ nehmen soll. Das Ende der Zivilisation dürfte unmittelbar bevorstehen.

Der Twitter-Lacher der Woche:

Die Hölle, das sind die hilfsbereit Säuselnden.

Auf Facebook habe ich eine sehr, sehr charmante Paul-Newman-Anekdote entdeckt.

Der Mindset des Kleinbürgers ist an Einfachheit nicht zu überbieten, deshalb ist er auch so erfolgreich. Logisch, dass Social Media mittlerweile „Spießers Paradise“ ist.

Den kulinarischen Wochenhöhepunkt musste ich nicht erneut fotografieren, das hab ich schon oft genug getan: die im Paradies erfundene Kombination aus Speckbrot und eiskaltem Welschriesling.

Für ein Lead-In wie „Janine D. ist Kleiderschrankberaterin.“ ist die Tagesspiegel-Redaktion allein wegen ihres Muts zu loben. Als ich im Folgenden allerdings erfuhr, dass Frau D. nicht nur Aufbewahrungsmöbel coacht, sondern sich auch als „Sinnfluencerin“ und „Aktivistin gegen ‚Fast Fashion'“ begreift, habe ich ermattet zu lesen aufgehört.

Ich bin nach der ersten Woche Grundschule nie mehr von meinen Eltern zur Schule gebracht oder von dort abgeholt worden. Eine derartige Begleitung hätte ich als unerwünschten Eingriff in meine Privatsphäre abgelehnt. Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass „Der Junge muss möglichst bald selbständig werden“ das wichtigste Ziel meiner Erziehung war.

Ich bin sehr gespannt, wie die Berliner Humboldt-Universität sicherstellen wird, dass in Zukunft die dort studierenden Menschen die Grundlagen akademischen Arbeitens beherrschen. Ganz offensichtlich wissen die autoritären Knalldeppen, die dort gestern einen Vortrag verhindert haben, noch nicht mal ansatzweise, was Wissenschaft ist. Es ist Aufgabe der Humboldt-Universität, zu verhindern, dass die Professoren und Dozenten dieser Menschen weiterhin bei der Vermittlung akademischer Grundlagen derart eklatant versagen.