Splitterbrötchen (DXLVI)

Das merkwürdigste Traumerlebnis meines Lebens ereignete sich diese Woche. Ich war in nicht näher definierter, dennoch offizieller Funktion bei der Gründung eines athenischen Stadtstaates zugegen und langweilte mich zu Tode. Als ich die Langeweile nicht mehr aushielt, beschloss ich aufzuwachen, was mir erfolgreich gelang. Ebenso problemlos gelang mir das Wiedereinschlafen, nur dass ich mich auf der gleichen, immer noch stinklangweiligen Gründungsversammlung wiederzufinden. Das ging so fünf, sechs mal während der ganzen Nacht, ich konnte der Sache nicht entkommen. Im Nachhinein habe ich keine Ahnung, warum ich zum Schlafen nicht einfach in der Versammlung geblieben bin.

Falls mich irgendjemand der Altersgelassenheit verdächtigen sollte: Vermutlich bin ich bloß ein bisschen müde.

Apropos Alter: Mit jedem vollendeten Lebensjahr verdoppelt sich die Anstrengung, die man aufwenden muss, um einen gedankenlos preisgegebenen Millimeter zurückzuerobern.

Ein wunderbarer schlechter Witz bei SpOn: „Wie heißt den Tubbs aus Miami Vice mit vornammen?“ – „Correga.“ – „Nord-Correga oder Süd-Correga?“

Gestern angefangen, „Totenkalt“ von StuartMacBride zu lesen. Dies ist nunmehr der zehnte Band in der Mogan-acRae-Reihe, und MacBride lässt immer noch nicht nach, bewunderungswürdig. Ich schrieb’s bereits: für mich die beste Polizei-Thriller-Serie überhaupt.

Wissenschaftler, die einem Problem mit nicht-wissenschaftlicher Argumentation beizukommen versuchen, sind keine.

Nun auch noch Glen Campbell. Hierzulande hielten die meisten Leute ihn für einen Country-Schnulzer. In Wirklichkeit war Campbell einer der besten, vielseitigsten Gitarristen überhaupt.

Splitterbrötchen (DXLV)

Menschen, die mich kennen, zweifeln an meinem Verstand, Whisky-Experten platzt das Gehirn. Jahrzehntelang ging bei mir nichts über Laphroaig, gar nichts. Und jetzt beginnt ganz plötzlich, der Port Charlotte Scottish Barley von Bruichladdich am Thron zu kratzen… Die Dinge geraten in Bewegung.

Wäre das mein Land, dann würde ich mir ja Gedanken machen, wenn ein Schrauberladen wie Apple massiv Schatzbriefe kauft…

Am Freitagnachmittag wollten die geduldigste, beste Gemahlin von allen und ich das Wochenende mit einem Impuls-Apero beim Italiener jejenüber vonne Arbeet einläuten. Doch der war ankündigungslos in Urlaub gefahren. Mählich mäanderten wir Richtung Friedenau als die jeduldigste Jemahlin mit der ihr eijenen jeistijen Klarheit vorschlug, doch endlich den „neuen Italiener“ (seit ca. 1 Jahr) im ehemaligen Tomasa inner Hauptstraße auszuprobieren. Vorjesacht, nachjemacht. Die Pizza sieht so aus …

 … und schmeckt auch so. Ich hatte ge-ni-a-le frittierte Baby-Calamari …

… und zur Vorspeise – gegrillten Oktopus mit Kartoffeln und weißen Bohnen – war mir nur ein „Doll!“ eingefallen.

Lässige ital. Atmo inkl. Biergarten ist ebenfalls vorhanden, hier kann man den Lambo öfter abstellen. „Malafemmena„.

Dem Vernehmen nach führen hochrangige Würdenträger im Vatikan mehrmals täglich einen Sündersuchlauf durch.

Warum befasst sich eigentlich nur Don Alphonso vonne FAZ mit diesem Skandal? Warum beschränken sich die Mainstream-Medien auf grämlich-gnädige Kurzkommentare, anstatt nachzuhaken?

Den Vogel der Woche schossen allerdings gestern die Reporter des ZDF beim Supercup ab, die bei der erstmaligen offiziellen Inbetriebnahme des Videobeweises sofort insinuierten, die Bayern würden beim Videobeweis „grundsätzlich“ bevorteilt. Mann, Mann, Mann. Muss Neid schön sein.

Und dann war da noch die Seniorin, deren gleißnerisch vorgetragenes Angebot „Ich steige aus, möchten Sie sich auf meinen Platz setzen?“ ich mit einem knappen „Nein, danke, ich sterbe lieber im Stehen.“ auskontern konnte.

War das jetzt alles ausführlich jenuch, Hörr Frössack?!

Splitterbrötchen (DXLIV)

Kulinarischer Höhepunkt der Woche: eine sehr, sehr dünne, sehr, sehr knusprige, sehr, sehr gute  Steinofenpizza im neu eröffneten „Tre Fratelli“ an der Rubensstr. Man sitzt drinnen wie draußen sehr angenehm, der Chardonnay ist durchaus  trinkbar.

Bizarrere kulinarische Abendunterhaltung bietet das ebenfalls erst kürzlich eröffnete „BBQ Streetfood“ am Rathaus Steglitz. Es gibt so ein Feuertopf-Dingenskirchen-Buffet, die Beschriftung des Buffets erfolgte allerdings ausschließlich mit asiatischen Schriftzeichen, so dass … mehr muss ich nicht schreiben, oder? Hat verspielten, abenteuerlustigen Naturen wie uns durchaus Spaß gemacht.

 

 

 

Splitterbrötchen (DXLIII)

In beinahe jedem Supermarkt bekomme ich kaltes Bier, kalte Cola, kalter Mineralwasser… warum eigentlich keinen kalten Weißwein?

Alles muss! Nix darf! Schlissen, Baby!

Ein Beitrag geteilt von Chris Kurbjuhn (@kurbjuhn) am

Etwas erklären bedeutet eben nicht, es zu vereinfachen. Ganz im Gegenteil.

Bitte, verlassen Sie auch meine Netzecke, wie es sich gehört. Torkeln Sie nicht herum, gröhlen sie keine martialischen Trinklieder und vermeiden Sie Tanzdarbietungen, wenn sie kein Profi sind..

Splitterbrötchen (DXLII)

Steffen Hellmann beschreibt die typische Denk- und Handlungsweise von bestimmten Autonomen sehr genau.  Und jeder, der irgendwann mal an einer Demonstration teilgenommen hat, kennt den erfrischend direkten Umgang, den einige Polizisten auch mit friedlichen Demonstranten pflegen. Einer bestimmten Gruppe die Schuld an den G20-Krawallen zuzuschieben, wird nicht möglich sein, hier haben wieder einmal Minderheiten verschiedener Gruppen eine vollkommen legitime Demonstration für ihre Zwecke instrumentalisiert. Eine Diskussion darüber, warum niemand von verantwortlicher Seite die hundertprozentig vorhersehbare Gewalteskalation vorhersehen konnte oder wollte, wäre die einzig notwendige und ehrliche.

Gleiches gilt für Herrn Bosbach: Das Frau Ditfurth es in allen Talkshows, zu denen sie eingeladen wird, darauf anlegt, sämtlichen Anwesenden gewaltig auf den Zeiger zu gehen, ist doch nichts neues. Warum ist er überhaupt hingegangen, wenn er wusste, dass sie auch kommt?

Beim Anschauen des Herren-Halbfinales in Wimbledon sehr gelitten, als der SKY-Kommentator an der Identifizierung der Ehrengäste in der Royal Box scheiterte: „Bitte haben Sie Verständnis, dass ich nicht jeden englischen Landadeligen kennen kann“, sagte er, als die Kamera Ken Rosewall zeigte. Später hat diesem Kommentator wenigstens jemand gesagt, wer Rod Laver ist.

Kommen wir zu erfreulicherem: Verka Serduchka. Bestes Musikvideo aller Zeiten. Ever, ever, ever. Auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, worum es genau geht.

Und jetzt drück ich Federer alle Daumen, die ich hab. Mach et, Roger!

Splitterbrötchen (DXLI)

Ich komme mit dieser „Prime Now“-Same-Day-Lieferung bei amazon nicht klar. Obwohl ich dafür bezahle, ist es mir peinlich, solche Umstände zu machen.

Wunderbar, nach dem Samstag-Einkauf auf dem Markt am Breslauer Platz mit Freunden bei Frau Behrens zu hocken. Das war Walnuss-Streusel.

Nu mal ernsthaft, wie vermarkten wir unseren Confed-Cup-Helden Stindl? Filmkarriere ist ein Muss, aber wie starten wir ihn ein? Klassische Verwechslungs-Komödie vor dem Hintergrund des Profisports, Arbeitstitel „Der Stindl-Schwindel“? Oder ein Adventure-Bundle schnüren mit „Indiana Stindl und der Querpass des Todes“? Oder doch in die RomCom-Richtung gehen mit „The Stindl of Love“? Jutta Hanke warf auf Facebook noch „Die unerträgliche Leichtigkeit des Stindl“ in die Diskussion. Hat jemand weitere Alternativvorschläge?

Der aktuelle Lieblings-Spinner. Dreht gar nicht mal so lange, liegt aber sehr gut in der Hand.

Ca. 40 Jahre lang habe ich die Anschaffung eines Tortenrings mit 18 cm Durchmesser geplant. Gestern habe ich den Plan endlich in die Tat umgesetzt. Siebeck-Kenner wissen, was ich als erstes gebacken habe.

’ne Kugel? Wie Google? Geh mir fort (danke, Stefan Rose!)!

Da ich den Confed-Cup bis zum Halbfinale ignoriert habe, setzt jetzt bereits der auf Live-Fußball-Entzug zurückzuführende Cold Turkey ein. Gottseidank läuft die Quali der Champions League. Diese Woche werde ich wohl APOEL Nikosia gegen F91 Düdelingen streamen. Mal sehen, ob die große Zukunft, die ich dem luxemburgischen Fußball vorhergesagt habe, bereits eintritt.

Tja, da muss sie jetzt wohl durch.

Splitterbrötchen (DXL)

Diese Woche hat die Kanzlerin sich elegant eines ihr unliebsamen Wahlkampfthemas entledigt. Mehr war nicht.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt: Herrlicher Old-School-Eiskaffee bei Vanille & Co. Old School bedeutet beim Eiskaffee: der Kaffee muss sehr, sehr stark und sehr, sehr bitter sein, dass es einen schönen Kontrast zum Eis und zur Sahne gibt.

Blödsinniger Stolz auf nicht eingesetztes Verhandlungsgeschick bei der Verlängerung meines Mobilfunkvertrags.

„Das iPhone ist 10, mein Sohn 11 Jahre alt. Letztlich bedeutet das, dass er niemals meine volle Aufmerksamkeit hatte.“ Dave Pell1

Trainingsauftakt bei den Bayern. Ich leg mich mal zeitig fest: Platz 3. es wird zwei bis drei Saisons dauern, bis der Abgang von Philipp kompensiert werden kann.

Der Tagesspiegel fragt, ob man die „Lindenstraße“ weiterlaufen lassen oder einstellen sollte.  Ich habe vor ca. 25 Jahren das letzte Mal reingeschaut, ich bin daher fürs Weitermachen.

  1. Dave Pell schreibt Next Draft, einen der besten kostenlosen Newsletter des Internet. Ich freue mich täglich auf die neue Ausgabe, dicke Empfehlung.

Splitterbrötchen (DXXIX)

Gestern war Kiezfest in der Cranachstraße. Wie fast immer betätigte sich die geduldigste, beste Gemahlin von allen als Flohmarktwirtschaftlerin, ich verrichtete Hilfsdienste. Ein Blick auf unser herausragendes, kennerisch zusammengestelltes Sortiment:

Was auffiel: der durchaus ruppige Umgangston zahlreicher Festgäste, und die Bereitschaft und Vehemenz, mit der überraschend viele Menschen meinten, sich als Nicht-Leser outen zu müssen. Als ob’s eine Befreiung wär, auf die man stolz sein darf.

Wir brauchen keinen neuen Antisemitismus. Der alte funktioniert doch noch prächtig.

Verwundert bin ich über die Naivität, mit der derzeit die Diskussion über ein allgemeines, bedingungsloses Grundeinkommen geführt wird. Wie kann irgendjemand auf die Idee kommen, die Marktradikalen hätten plötzlich etwas zu verschenken? Kann das eine großartige Sache sein, mit Spielgeld an einen richtigen  Roulettetisch gesetzt zu werden? Schaut euch die Neu- und Umbauten in den gentrifizierten Vierteln an, die Stahltore, die massiven Rollläden, die durch Designer-Schießscharten ersetzten Fenster, dann wisst ihr, worauf gewisse Eliten sich vorbereiten.

Und dann fiel mir auf, dass ich, wenn ich immer nur im Urlaub Kühlschrank-Magneten kaufe, ja gar keine Berliner Magnete (oder „Mangnete“, wie der Berliner sagt) in meiner Sammlung haben werde. Geht ja gar nicht! Und so machte ich mich daran, die hässlichsten Kühlschrank-Magnete der Stadt zu finden…

…was dann überraschend schnell ging.

Vom Kiezfest ging’s dann direktemang zum kulinarischen Wochenhöhepunkt, Antipasti Misto …

… und Pizza mit scharfer italienischer Salami und Ruccola bei Daniele.

Splitterbrötchen (DXXVIII)

ING-DiBa begeisterte Deutschlands Semantiker mit den „Girokonto Empfehlerwochen“.

Herr Kohl ist diese Woche gestorben. Er und seine allzu hemdsärmelig vor sich her getragene kleinbürgerliche Art waren mir immer herzlich unsympathisch. Aber er hat es auf politischer Ebene verstanden, sich viele einflussreiche Menschen gewogen zu machen. Darauf kommt’s an in der Politik. Das muss man respektieren. Mehr nicht.

Der kulinarische Wochenhöhepunkt: Ein medium rare gebratenes Rinderfilet auf einem Brotsalat mit gerösteten statt eingeweichten Brotresten im Restaurant Benedikt in Quedlinburg. Der rote Hauswein (Merlot) diente in seiner fröhlich-fuseligen Art allerdings eher der Erheiterung als der Speisenbegleitung.

Ja, nach 6 Jahren haben wir Quedlinburg wiederbesucht. Das Weltkulutrerbe-gedöns hat der Stadt gutgetan, es war deutlich mehr los als bei unserem Erstbesuch.

Dortselbst in einem Regio-Laden getrunken und für gut befunden: Cannabium-Bier von Eckart. Sehr frisch und angenehm, besonders wenn’s heiß ist. Aus lauter Dankbarkeit für diese wirklich gelungene Bierempfehlung hab ich der Ladeninhaberin dann noch einen geschmackvollen Kühlschrankmagneten abgekauft.

Und dann gab’s auf dem samstäglichen Markt auch noch einen Stand mit Wurst vom Eichsfeld… Nee, über Quedlinburg kann man nicht meckern.

Dass ich das noch erleben darf: Noddy Holder (Slade) unplugged.

er

Splitterbrötchen (DXXVII)

Heute um 17 Uhr lese ich in der Winebar Amarcord in der Handjerystr. 55 in Berlin zwei Kurzgeschichten von P.G. Wodehouse vor, Rob Crouch und Emile spielen entspannten Gitarren-Jazz, wenn ich mal luftholen muss. Der Eintritt ist frei.

Kulinarische Wochenhöhepunkte: Ein ganz ausgezeichnetes Cordon Bleu im „Sardegna a Tavola„…

… und ein unfotografiertes, sensationelles Kamm-Kasseler vom Edeka-Fleischer in der Hedwigstr. Der Mann versteht sein Handwerk und hat u.a. auch exzellente grobe Bratwürste im Angebot.

Die beiden ersten Folgen der 4. „Sherlock“-Staffel haben mich umgehauen. Wie die Protagonisten formal und inhaltlich durch die Mangel gedreht werden, das setzt Maßstäbe. Grandios, wie einem am Ende der 2. Folge der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, das ist alles extrem clever gemacht. Ich freue mich sehr auf die 3. Folge heute Abend.

Die Kinder, die in unserem Haus wohnen, haben begonnen, im Hof zu spielen und dabei ordentlich Krach zu machen. Es macht wirklich Spaß, ihnen zuzuhören.

Unsere Sammlung beknackter Kühlschrank-Magnete wächst.

Ich habe diese Woche begonnen, einen dieser neuen  „Fidget Spinner“ auszuprobieren. Das ist so ein Ding-a-ling mit Kugellagern, dass man zwischen zwei Fingern herumwirbeln lassen kann, mehr eigentlich nicht. Trotz der eher begrenzten Handlungsmöglichkeiten macht das bisher ziemlich Spaß. Ob der Spaß andauert, muss die Zeit zeigen.

+

Und gestern kurz vor sechs kam noch das Päckchen vom Internet-Versandhaus mit 2 Box-Sets: einmal 24 Folgen „Simon Templar“ und einmal 20 Folgen „Gauner gegen Gauner„, Templar war sogar noch ironischer, als ich ihn in Erinnerung hatte. Die „Gauner“ lösten nostalgische Wehmut aus: Wie viel Mühe man sich damals mit Buch, Produktion und Cast gegeben hat. Das sind eher kurze Filme als Serienfolgen, Vintage Hollywood at its best.

Kommentare und Kochrezepte zum Zeitgeschehen