Splitterbrötchen (CDXXVI)

Ich schreib es jetzt mal in die Splitterbrötchen, vielleicht merke ich mir dann endlich, dass es komplett idiotisch ist, volle Thermoskannen fest zuzuschrauben. Hörst du, Chris? NICHT FEST ZUSCHRAUBEN!

Alternde Nerds entlarven sich fast immer als digitale Spießer.

Der Stromzähler unserer Wohnung hängt in einer dunklen, schlecht erreichbaren Ecke. Dreieinhalb Jahre lang hab ich mit Trittleiter, Taschenlampe und Verrenkungen operiert, um den Zählerstand abzulesen. Erst diese Woche bin ich Depp endlich auf die Idee gekommen, einfach einen langen Arm zu machen und den Zähler mit dem Smartphone abzufotografieren.

Diesen Triumph des Einfallsreichtums habe ich ans Techniktagebuch weitergeleitet.

Ein Gesetzesvorhaben, das ich unterstützen würde: Jedem, der ein Flüchtlingsheim angreift, die deutsche Staatsbürgerschaft zu entziehen.

Neid ist ein Symptom geistiger und seelischer Armut.

Übrigens möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich festhalten, dass ich bereits lange vor Effjott Wagner vor den unabsehbaren Folgen des Smoothie-Trinkens gewarnt habe.

Der Wochenhöhepunkt kam unverhofft gestern Abend auf zdfneo daher: „Der Dieb von Monte Carlo„, ein mir bisher vollkommen unbekannter, mehrfach ironisch gebrochener Caper-Movie von Neil Jordan. Sensationeller Nick Nolte, sensationelle Kamera, cooler Soundtrack.

 

Splitterbrötchen (CDXXV)

Diese Woche haben wir wieder mal bestätigt bekommen, dass man Führungspersönlichkeit werden und gleichzeitig schwere soziale Defizite haben kann. Was ich (noch?) nicht verstehe: Muss man diese soziale Inkompetenz irgendwie kompensieren oder ist es am Ende gar hilfreich, Menschen schlecht zu behandeln, wenn man Oberpropeller werden will?

Vollkommen abseitig, was manche Leute in den Schweinsteiger-Transfer hineingeheimnissen: Der Mann war 17 Jahre beim FCB, hat dort ALLES gewonnen, was es im Fußball zu gewinnen gibt und will zum Karriereende nochmal zu einem absoluten Top-Club ins Ausland. Und der Verein legt einem derart verdienten Spieler keine Steine in den Weg. Mehr ist nun wirklich nicht.

Manchmal weiß ich nicht, wo ich mit dem Wundern anfangen soll: Bei der Tatsache, dass SpOn tatsächlich eine Anleitung veröffentlicht, wie man einen Purzelbaum schlägt? Bei der Einordnung unter „Nahrung“, wie die URL suggeriert? Oder bei den Kommentaren, wo… ach nein, da wundere ich mich schon nicht mehr.

Um die Kirche im Dorf zu lassen: Ich fand Frau Merkels Reaktion dem Flüchtlingsmädchen gegenüber nicht schlimm. Das war unbeholfen. Schlimm ist Frau Merkels Nicht-Politik, was die Flüchtlingsfrage anbelangt.

KalamariaKulinarisches Wochenhighlight: Unglaublich gute Kalamaria beim Griechen gegenüber.

Und im größten China-Restaurant Deutschlands waren wir nun endlich auch.

In Friedenau kommt gerade ein sagenhafter Wolkenbruch runter. Tiere beginnen, paarweise Schlange zu stehen.

T-Shirt-Idee: „Ich schäme mich für Wolfgang Schäuble“.

Splitterbrötchen (CDXXIV)

Mein Wort der Woche: Bügelbeule. Zum ersten Mal gehört. Ganz fantastisch.

2015-07-10 18.36.52Gastronomischer Wochenhöhepunkt: Ein Essen im Mare Monti mit der geduldigsten, besten Gemahlin von allen, wo neben Oktopus-Carpaccio und Pizza Napoli dieses fantastische Entrecote mit Pfifferlingen serviert wurden. Wunderbar saftig medium rare gebraten, herrlich zart… himmlisch.

BoulAngerAuf Platz zwo landete das „Bistro Angerburg„, ab sofort DIE Referenz für Bouletten und Bratkartoffeln in Berlin, Bandenburg und dem Rest der Welt.

Falls es jemand interessiert: Die 13s1 hatte letztes Wochenende ein sehr schönes, gut gelauntes Klassentreffen. Warum die Angestellten unseres Tagungslokals (die „Struth“) jedoch bereits um halb zwölf begannen, auf unseren Aufbruch zu drängen, bleibt deren Geheimnis. Vermutlich sind formidable Umsätze in der Struth nicht mehr gern gesehen.

Thema Sparen: Wenn es einem Unternehmen oder einem Land gut geht, ist Sparen ein sehr probates Mittel. man kann die Kosten senken und Dinge preiswerter anbieten als die Konkurrenz. Wenn aber alle sparen, verpufft dieser Effekt natürlich. Dazu passt, das wirtschaftliche Depressionen m. W. noch nie durch Sparen überwunden wurden., sondern durch das Gegenteil.

 

Eschwege im Johannisfest-Sommer 2015

Willkommen

Bratwurst

Nordhessische Ressourcen. Dies ist die letzte Bratwurst von Wagner in der Luisenstraße, die ich genießen dürfte. Der Ruhestand sei ihnen gegönnt. Trotzdem fühle ich im Stich gelassen.

Seebaer

Neustadt

Die Neustadt im Johannisfest-Fieber.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Die Schulfahne der Friedrich-Wilhelm-Schule beim Maien-Zug. Auch ich hatte mal das höchst zweifelhafte Vergnügen, sie zu tragen. Nicht zu zweit, wie das heutzutage gemacht wird. Allein. An einer langen, schweren Fahnenstange. Von Eschwege nach Grebendorf und zurück. Eine der sinnlosesten Aktionen, an denen ich je teilgenommen haben.

Riesenrad

Der Dreiklang des Werdchens, der Festwiese: Kettenkarussell, Riesenrad und der Leuchtberg dahinter. Seit Jahrzehnten das gleiche Arrangement.

HausEschwege war einmal ein Anziehungspunkt für Architekten mit Sinn für das Schöne.

Friseur

Heute scheint die Stadt in der Hand kalauernder Friseure zu sein.

Reiter

Die Johannisfest-Reiter erfrischen sich vor dem Traditionslokal „Zur Struth“. Wie die Tradition es erfordert, wird die Erfrischung aus kleinen Gläsern und mehrfach zu sich genommen.

AKEBulli

Bier

So ist das hier. Getrunken wird immer. Prost.

Splitterbrötchen (CDXXIII)

Diese Splitterbrötchen erscheinen automatisiert. Am Sonntag bin ich noch in der kalten nordhessischen Heimat. Johannisfest. Klassentreffen. 40jähriges Abitur-Jubiläum. Drückt mir die Daumen, dass ich’s überstehe.

Thema Johannisfest: Ich habe als Kind und als Jugendlicher die Festumzüge, an denen ich teilnehmen und mich zum Affen machen musste, gehasst wie die Pest. Trotzdem käme ich nie auf den Gedanken, die Abschaffung des Johannisfests zu fordern. Warum sollten nachfolgende Generationen weniger leiden als ich?

Ich kann mich nicht an die Nonchalance gewöhnen, mit der die neoliberalen Arschlöcher das Elend in Kauf nehmen, das ihr Handeln auslöst. Karrieren in den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und Politik stehen wohl nur noch komplett empathiefreien Personen offen.

Kulinarischer Höhepunkt der Woche wird die erste nordhessische Bratwurst sein, die ich Freitagnachmittag zusammen mit einem Eschweger Bier unmittelbar nach Ankunt inhalieren werden. Natürlich bei Wagner in der Luisenstr.

 

Splitterbrötchen (CDXXII)

Als ich von Helmut Lohners Tod erfuhr, fielen mir sofort zwei Fernsehfilme mit ihm in der Titelrolle ein, beides Verfilmungen von Theaterstücken.  Zum einen „Don Juan und die Liebe zur Geometrie“, das war – zumindest damals (60er) – höchst komisch. Und „Liliom“, Anfang der Siebziger. Das hat mich umgehauen. Es ist Quatsch, Schauspieler miteinander zu vergleichen, aber einen besseren Liliom als Lohner? Nee. Nie gesehen.

Und wieder sind mir nur Sachen von vor vierzig Jahren eingefallen. Grauenhaft.

Per Mail erhalten: „Henry Kissinger once asked Chou En-Lai to theorize on what might have happened if Nikita Khrushchev had been assassinated instead of John F.Kennedy. After a moment’s thought, Chou En-Lai answered: ‚I don’t believe Mr. Onassis would have married Mrs. Khrushchev.'“ Sehr gelacht.

Aus einem Interview mit Harald Schmidt: „“Das Licht am Ende des Tunnels sind nur die Lichter der entgegenkommenden Lok.“

2015-06-21 16.03.27Das kulinarische Highlight der Woche kam unmittelbar nach Veröffentlichung der letzten Splitterbrötchen: Gegrillte Kalmare im Mare Monte. Die haben die Küchenleistung mächtig aufgebohrt. Auf den unfotografierten Plätzen 2 und 3: aus einer Augenblickslaune zusammengezimmertes Beefsteak à la Meyer (also Riesen-Boulette mit Spiegelei, plus im Bratfett geschwenktes Mischgemüse vom Vortag) und ein Stück getoastetes Graubrot mit geschmolzenem Rindermark und grobem Salz.

Mit dem Claim der Woche erfreute Fa. Balli an der Kaiser-Eiche: „Jeder Burger ist auch als Menü erhältlich.“ So wird es einfach und klar.

Ärger über die Arroganz der Queen, die bei ihrem Berlin-Besuch wieder den Dürer-Kiez ausgespart hat. Prince Philip hätte einen dermaßenen Spaß gehabt, die Cranachstraße rauf und runter zu gehen, seltsames Zeugs zu erzählen und die Leute zu beleidigen. Und auch für einen Besuch der Dürerstuben war sich die Dame zu fein. Statt preiswertem, schmackhaften Back-Pangasius mit Kartoffelsalat musste es mal wieder Staatsbankett sein. Typisch. Die Windsors können nicht aus ihrer Haut.

Unnachahmlich: die Haltung, mit der Steed die Rückkehr Mrs. Peels zu ihrem Mann hingenommen hat.

Das wirklich Irritierende an einer der unsinnigsten Debatten der letzten Jahre: Dass Menschen die Bundesjugendspiele so ernst nehmen, dass sie sie abschaffen wollen.

 

Splitterbrötchen (CDXXI)

Ein wunderbares Wort: Online-Rüpel.

Täuscht mich der subjektive Eindruck, oder wird derzeit mehr und flagranter öffentlich gelogen als je zuvor?

Hier ist ein Rückgrat abgegeben worden. Soll ich’s aufbewahren oder brauchen Sie’s nicht mehr, Herr Gabriel?

Spam-Mail mit dem Betreff: „Die grauen Haare sollen verschwinden!“ bekommen. Als Drohung aufgefasst.

Ob aus den zu jeder Gelegenheit Schutzhelm tragenden Kindern tatsächlich die erste behelmte Fußgänger-Generation heranwächst?

Wohl tatsächlich ausgestorben: die Bezeichnung „Kliffchen“ für ein kleines Küchenmesser.

 

Kommentare und Kochrezepte zum Zeitgeschehen