Splitterbrötchen (DLV)

Wenn der Berliner zeigen will, wie schön seine Stadt eigentlich ist, macht er das Licht aus. Dolle Mondscheinfahrt mitjemacht.

Auf diesen Theaterbesuch hatte ich mich seit Wochen gefreut. „Mord auf Haversham“ tatsächlich „Der nackte Wahnsinn“ vom Thron der besten Hyper-Farce aller Zeiten stoßen können? Die Antwort fiel eindeutiger als gedacht aus: Not even close. „Haversham“ ist „nur“ eine saukomische, einfallsreiche Gagsammlung, Gegen das perfekt gebaute Stück „Der nackte Wahnsinn“ mit seinen dreidimensionalen, sich entwickelnden Figuren kann es nicht anstinken. Aber für einen entspannt verlachten Abend mit zwei, drei wohldosierten Erstickungsanfällen lohnt der Besuch des Renaissance Theaters allemal.

Von der Heynckes-Verpflichtung bin ich eher unterwältigt. Okay, direkte CL-Qualifikation sollte damit gebongt sein, aber die Lösung der eigentlichen Probleme (Umstrukturierung der Mannschaft, Trennung von Robbery) wird lediglich aufgeschoben. Nächste Saison, nächste Krise.

Vor der Vorstellung schnell noch mal im Marjellchen vorbeigeschaut, war ja um die Ecke. Der Pillkaller hatte Klappstullen-Format, der Pannfisch mit Senfsauce und Bratkartoffeln war mal wieder ein Gedicht.

 

Splitterbrötchen (DLIV)

Gegend

Die letzte Woche habe ich endlich mal wieder mit meinen vier besten Freunden auf dem Wasser verbracht, genauer gesagt auf der Mecklenbiurgischen Seenplatte.

Unser Boot

Dies war unser Fortbewegungsmittel.

Kulinarische Wochenhöhepunkte waren dreimal Matjes mit Bratkartoffeln, ein Gericht, das Köche in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Effeff beherrschen.

Matjes mit Bratkartoffeln

Matjes mit Bratkartoffel

Matjes mit Bratkartoffel

Gottseidank mag ich Matjes mit Bratkartoffeln.

Abseits von See und Matjes ist Mecklenburg-Vorpommern anders, als man es sich vorstellt.

So is Mirow

Kopfsteinpflaster ist übrigens weder romantisch noch nostalgisch oder irgendwie romantisch sondern einfach nur unbequem,

Nachdem wir das Heimat-Ufer erreicht und unser Boot zurückgegeben hatten, wären wir dann beinahe doch noch havariert: der Deutschen Bahn sei Dank, die noch am Freitagabend behauptet hatte, Wittstock/Dosse zu bedienen, sich Sonnabendfrüh kurzfristig anders entschied und uns auf eine kleine Odyssee schickte. Dazu lediglich eins: Manager von Unternehmen und Politiker, die nicht sinnvoll in ihre Infrastruktur investieren, um den vorhersehbaren(!) Folgen des Klimawandels zu begegnen, sind Verbrecher. Denk-Kräppel. Arschgeigen. Korrumpel. Gauner. Verklagt mich doch.

Friseurwerbung

Friseure mit Hang zur neckischen Außendarstellung mag ich übrigens auch nicht.

 

Splitterbrötchen (DLIII)

Einer Legende unter den  Aperitiven: Scheibe Hausmacher-Leberwurst mit einem Klacks Senf, untersetzt von einem klaren Schnaps – das ist der legendäre „Pillkaller“, kreiert in der gleichnamigen ostpreußischen Stadt. Gebrauchsanweisung: Leberwurst mit Senf ankauen, Schnaps drüberkippen, im Munde mixen und runter damit. Ja, ich war diese Woche endlich mal wieder im „Marjellchen„. Großes Kino, wie immer.

Was mich im Marjellchen sehr gefreut hat: es waren viele junge Leute (deutlich unter 30) da. Klops schlägt Chiasamen!

Was mich bei Maischberger überhaupt nicht gefreut hat: die Bildregie. Das dauernde Einblenden der zuhörenden Frau Petry war doch vollkommen überflüssig. Oder sollte mir dummem Zuschauer verklart werden, dass Madame deutlich weniger nervt, wenn sie die Klappe hält?

Apropos Pillkallen:
„Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd,
In Pillkallen ist es umgekehrt.“ (unbekannter Dichter)

Splitterbrötchen (DLII)

Die ersten Wahlen, die ich bewusst miterlebt habe, waren 69, die Willy-Wahl 72, und beim Wahl-Krimi 76 dürfte ich zum ersten Mal selbst wählen. Es fällt mir gerade sehr schwer, nicht „Früher war alles besser“ zu schreiben.

Wo wir bei „Der Senator erzählt vom Wackelsteiner Ländchen“ sind: als im Jahr 1956 Geborener hatte ich mehr als ausreichend Gelegenheit, Nazis kennen zu lernen und mich mit ihnen auseinanderzusetzen. Die Unterschiede zwischen alten und neuen Nazis sind minimal. Beide haben keine gangbaren Lösungsvorschläge für aktuelle Probleme, beide sind unfähig zu jeglicher Empathie. Weil sie zu dumm sind, um Humor zu verstehen, haben sie Angst vor Menschen, die gute Witze erzählen können und drohen ihnen mit höhnischem Feixen Prügel oder Schlimmeres an.

Überraschend gut: Samosas im kleinen indischen Café-Restaurant „Joseph“ am Dürerplatz nebenem Aldi.

Heute besonders vermisst: Kiezneurotikers wahltägliche Rechtfertigung, warum er nicht wählen geht. Den Schwurbelschluss, wie das die AfD nicht stärken würde, würde ich wirklich gern lesen. Wie so einiges mehr: Zum Beispiel steige ich fast jeden Morgen neben einem Bäcker namens „Sweet Back Home“ in den Bus… Nur ein Kiezneurotiker in Topform hätte den Nerv, die völlig zerstörten  Leichen aus diesen Trümmerfeld von Sprache und Semantik herauszuziehen und zu sezieren… Aber ach, er hat sein Blog gelöscht. Bitte, Kiezneurotiker, komm endlich zurück!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Splitterbrötchen (DLI)

Für die Weisheit der Woche bedanke ich mich bei Facebook-Freund Tommy Tulip: „Wortspiele über Vegetarier könnt Ihr Euch bitte schinken!“

„Richtig guter Fußball, das macht Spaß, zuzusehen!“ meinte der Sport1-Reporter pfeilgerade in dem Moment, als ich mit dem Rücken zum Bildschirm stand und nichts sehen konnte. Ich erwog kurz den Entwurf einer neuen Verschwörungstheorie, musste aber vor deren Komplexität kapitulieren.

Zum kulinarischen Höhepunkt der Woche hatte die geduldigste, beste Gemahlin von allen eingeladen. Ganze Kalbshaxe für zwei im „Roten Jäger“ in Mitte. Das war perfekt gemachte, bürgerliche Küche, eine Kalbshaxe im ganzen so knusprig und saftig hinzukriegen ist nicht einfach, großes Kompliment!

Soeben gesehen: Jo Nesbø hat es wieder getan und einen elften Roman mit dem gebeuteltsten Protagonisten der Literaturgeschichte geschrieben: Was wird er dem armen Harry Hole jetzt wieder antun? Und warum tut er das? Doch hoffentlich nicht, weil verantwortungslose Sadisten wie ich diese Bücher zwanghaft kaufen?

Heimlich, still und leise hat Fa. Apple diese Woche die E-Books aus dem iTunes-Store entfernt. Dass es schwer ist, auf dem E-Book-Sektor gegen amazon anzustinken, ist einigermaßen klar, aber Bezos einfach sang-, klang- und vor allen Dingen kampflos gewinnen zu lassen, scheint mir keine weise Entscheidung zu sein. Erinnert ein bisschen an Fa. Siemens, die vor ein paar Jahren so furchtbar froh war, ihre Handysparte verkloppt zu haben. War ja eh gesättigt, der Markt…

Splitterbrötchen (DL)

3 Wochen Podersdorf sind um. Es war sehr schön. Wie immer.

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Am Montag dieser Woche sind wir aus unserem dreiwöchigen Podersdorf-Urlaub zurückgekehrt. Es war sehr schön, wie immer.

Welschriesling

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So ein Glas Welchriesling ist alle Mühen wert.

Speckbrot

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Ebenso wie das dazugehörige Speckbrot.

FeWo with a View.

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Oder diese morgendliche Aussicht aus dem Fenster unserer Ferienwohnung.

Die geduldigste Gemahlin von allen hat wieder fleißig fotografiert…

Endlich weiß ich, was ein Uhudler ist.

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… während ich verzweifelt versucht hab, zu begreifen, was ein Uhudler ist.

Auf einem Tagesausflug nach Bratislava hattte ich dann Gelegenheit, zum ersten Mal in meinem Leben askenasisch zu essen:

Tscholent

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Tscholent ist ein Eintopf aus Bohnen und Graupen, der mit einer mächtigen Scheibe gepökelten Rindfleischs serviert wird.

Am schönsten war’s aber wieder – wie immer – beim Lentsch in der Dankbarkeit, im Lieblingswirtshaus.

Jiddische Hühnerleberpastete mit Brioche

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Jetzt sind’s nur noch 48 Wochen…

Splitterbrötchen (DIL)

Im Jahr 2017 des Herren riskieren die Auguren des DFB einen Blick auf die Stadiontribüne und entdecken Nazis. Dieser Schreck! NAZIS! Ohmyfuckinggod!
Meine ersten Prügel aus der rechten Ecke bekam ich bei meinem ersten Stadionbesuch Mitte der 70er Jahre angedroht, zum letzten Mal musste ich Ende der 80er Jahre vor dem rechten Mob davonlaufen. Die Zahl der rechtsradikalen im Stadion und drumherum scheint fulminant angestiegen zu sein, sonst würden die Funktionäre sie nach wie vor ignorieren.

Ich hatte vollkommen übersehen, dass Ridley Scotts „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ auf einem SF-Roman basiert. Den hab ich deshalb erst letzte Woche gelesen, er ist auf Anhieb in meinen Top 10 gelandet, dicke Empfehlung für die Freunde der wertkonservativen Wissenschafts-SF.

Kaum hatte Italines Top-Tennis-Profi Fognini bei den US-Open eine Schiedsrichterin „häßliches Eichhörnchen“ genannt, war er auch schon aus dem Turnier geflogen, Geldstrafe inklusive. Selber schuld. Mit dem Riviera-erprobten, entschlossen überhauchten „Ti amo, du raffiniertes Nagetier!“ wäre er weiter gekommen.

Kay Ebel interviewt mittlerweile alles, was ihm vors Mikrofon kommt. Selbst einer Schlagbohrmaschine würde er unüberrascht zwei, drei routinierte Fragen stellen, um dann zum nächsten Gesprächspartner zu wechseln.

Splitterbrötchen (DXLVIII)

Man soll es nicht für möglcih halten, aber so Mitte der 70er, da gab’s in meiner nordhessischen Heimatstadt eine eigene K-Gruppe, die KGE („Kommunistische Gruppe Eschwege“). Protoplasma-Spuren derselben sind sogar noch im Internetz zu finden, Das waren so vier bis acht verlässlich in Flügelkämpfe verwickelte Menschen von atemberaubender politischer Wirkungslosigkeit, die – und das sollten wir nicht vergessen – die Eschweger Jugend konsequent davor schützten, Sympathien für kommunistisches Gedankengut zu entwickeln. Mit den pathetischen Jammerlappen wollte nun wirklich niemand was zu tun haben, um Himmelswillen. Wäre alldings irgendein Denk-Kräppel damals auf die Schnapsidee gekommen, sie verbieten zu wollen …

Ja, ja natürlich mein ich das so. Und wenn der Herr Spahn von der CDU so weiter macht, werd ick Hipster.

All die, die sich darüber beschweren, dass heutzutage jeder dauernd online sein will, haben vergessen, wie es offline war.

Noch eine Erinnerung, zum 125jährigen Vereinsjubiläum von Hertha BSC: Wer das Ende der 70er Jahre ganz oben auf den einsamen, windumtosten Tribünen des Olympiastadions nicht erlebt hat, kann nicht mitreden. Ich wäre einmal beinahe vor Schreck gestorben, als ein neben mir in stundelnage Schockstarre versunkener Rentner plötzlich aufsprang und „Gebt dem Schiedsrichter eine Bratwurst mit Gift!“ brüllte. Wäre tatsächlich eine solche dagewesen, wir hätten uns vor Verzweiflung um sie gestritten. Wie es heutzzutage ist, weiß ich nicht. Es soll ganz ähnlich sein, nur voller und lauter.

Laut SpOn hat der HSV jetzt ein „Erfolgsrezept“! Der HSV! Ausgerechnet! Ich freu mich so für unsere wackeren, von Erfolg geschüttelten Hanseaten!

Splitterbrötchen (DXLVII)

Wenn ich mit dem Flugzeug verreise, wird häufig ein gewisser Kevin Crew ausgerufen, der sich um irgendwelche Landeprozeduren kümmern soll. Kommt ganz schön herum, der junge Mann. aus

Nochmal: Menschen, die in der Wirtschaft arbeiten, denken grundsätzlich anders, als Menschen, die in der Politik arbeiten. Das hat der Trump nicht erfundenen, das ist seit ein paar hundert Jahren so. Wer das nicht begreifen will, sollte nicht Journalist werden und mich mit dem ständig wiederkehrenden, immer gleichen Trump-Artikeln nerven.

Wie immer kurz vor Wahlen beginnt Sigmar Gabriel, sich für große Koalitionen zu interessieren. Die Position der Duden-Redaktion, das Wort „rückgratlos“ weiterhin den nicht steiferbaren Adjektiven zuzurechnen, wird immer unhaltbarer.

Meine bisherige Methode zum Entblättern von Mais hatte ich aus einem ollen Rex-Stout-Krimi („Murder is corny“, wenn ich mich nicht irre): Mais ungeschält bei Top-Temperatur jn den Ofen, Blätter gehen quasi von alleine ab, buttern, verzehren. Ich hätte nie gedacht, dass das unkomplizierter geht, aber offensichtlich ist das der Fall:

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Splitterbrötchen (DXLVI)

Das merkwürdigste Traumerlebnis meines Lebens ereignete sich diese Woche. Ich war in nicht näher definierter, dennoch offizieller Funktion bei der Gründung eines athenischen Stadtstaates zugegen und langweilte mich zu Tode. Als ich die Langeweile nicht mehr aushielt, beschloss ich aufzuwachen, was mir erfolgreich gelang. Ebenso problemlos gelang mir das Wiedereinschlafen, nur dass ich mich auf der gleichen, immer noch stinklangweiligen Gründungsversammlung wiederzufinden. Das ging so fünf, sechs mal während der ganzen Nacht, ich konnte der Sache nicht entkommen. Im Nachhinein habe ich keine Ahnung, warum ich zum Schlafen nicht einfach in der Versammlung geblieben bin.

Falls mich irgendjemand der Altersgelassenheit verdächtigen sollte: Vermutlich bin ich bloß ein bisschen müde.

Apropos Alter: Mit jedem vollendeten Lebensjahr verdoppelt sich die Anstrengung, die man aufwenden muss, um einen gedankenlos preisgegebenen Millimeter zurückzuerobern.

Ein wunderbarer schlechter Witz bei SpOn: „Wie heißt den Tubbs aus Miami Vice mit vornammen?“ – „Correga.“ – „Nord-Correga oder Süd-Correga?“

Gestern angefangen, „Totenkalt“ von StuartMacBride zu lesen. Dies ist nunmehr der zehnte Band in der Mogan-acRae-Reihe, und MacBride lässt immer noch nicht nach, bewunderungswürdig. Ich schrieb’s bereits: für mich die beste Polizei-Thriller-Serie überhaupt.

Wissenschaftler, die einem Problem mit nicht-wissenschaftlicher Argumentation beizukommen versuchen, sind keine.

Nun auch noch Glen Campbell. Hierzulande hielten die meisten Leute ihn für einen Country-Schnulzer. In Wirklichkeit war Campbell einer der besten, vielseitigsten Gitarristen überhaupt.

Kommentare und Kochrezepte zum Zeitgeschehen