Splitterbrötchen (CDXCI)

Im Leipziger Zoo begegnete ich zum ersten Mal in meinem Leben einem Zwei-Finger-Faultier. „Ich hab zehn! Gewonnen!“, rief ich ihm zu. Das Tier reagierte perplex.

Es ist unmöglich, ein Wort wie Damschaffelsen auf Anhieb richtig zu lesen.

Im Leipziger Zoo hatte ich auch mein persönliches Wochenhighlight, als ich den Handkraft-Messer am Gorilla-Gehege benutzte. Ich kann mit den possierlichen Tieren ganz gut mithalten. Hätte ich nicht gedacht. Oder sollte der Messbereich etwas großzügig eingestellt gewesen sein?

Gegrillter Oktopus

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein hervorragendes Essen im Leipziger Lieblingslokal der besten, geduldigsten Gemahlin von allen, dem „La Provençe“. Wir hatten Blumenkohlsuppe mit Schinekn-Chips, gegrillten Oktopus (s. Foto), butterzart geschmorte Schweinebäckchen, gegrillte Wolfsbarschfilets, auf köstlichem, üppigem Spinat-Risotto und hinterher teilten wir uns noch eine Mouuse au Chocolat. Leipzig ohne das „La Provençe“ geht gar nicht.

WinUpdate

Dreieinhalb Stunden nahm sich mein Rechner beim Einschalten Zeit, um das Anniversary Update von Windows 10 zu installieren. Eine kleine Vorwarnung beim Ausschlaten wäre ganz nett gewesen. Meinichjanur.

Friebel

Für die Possierlichkeit der Woche sorgte ein Leipziger Apotheker.

Studio80

Und seine Nachbarn bewiesen, dass sie total cooles Design draufhaben.

Übrigens, wir waren in Leipzig.

Splitterbrötchen (CDXC)

Irgendwas hat mich diese Woche dazu gebracht, an „Katzelmacher“ zu denken. Mal abgesehen von der Mischung aus Manierismus und Laienspiel, die mir schon damals auf den Zeiger gegangen ist: Kann es sein, dass Fassbinder schon 1969 einen Film über die AfD gedreht hat?

Apropos Politik: Die Kugelschreiber der Berliner CDU liegen m. E. nicht sonderlich gut in der Hand.

2016-09-12-14-16-42Kulinarischer Wochenhöhepunkt: Ein sehr, sehr leckerer Meeresfrüchtesalat im Castello am Sophie-Charlotte-Platz. Kam knapp vor den Schwarzwurzeln in Bechamelsauce vom letzten Sonntag über die Ziellinie.

Seit ein paar Wochen drücke ich wieder die Schulbank und nehme an den Wochenenden an einer Weiterbildung teil. Ich staune über mich selbst, mit welcher Selbstverständlichkeit ich gewisse schulische Techniken (Hausaufgaben auf dem Schulweg erledigen, ordentlich Alarm bei einfachen Fragen machen, damit man bei den schweren nicht gefragt wird) wieder aufgenommen habe.

Schockmoment beim Champions-League-Gucken am Mittwoch: Ich begann, Manchester-City-Fans um ihren Trainer zu beneiden.

Splitterbrötchen (CDLXXXIX)

Ich danke der Schweiz für die linguistisch wie semantisch gleich großartige Wortschöpfung „Impuls-Apéro“.

Jetzt hab ich endlich auch „Auerhaus“ von Bov Bjerg gelesen. Dicke Empfehlung, ein sehr, sehr komisches Buch. Die Vorbereitung der Ladendiebstahls-Pointe ist weltmeisterlich.

Ist „komaptibel“ nun der Rechtschreibfehler der Woche oder ein tolles neues Wort?

2016-09-11-09-39-44Taking the Schwarz out of Wurzel: geschälte Schwarzwurzeln im Kühlregal.  Wunderbar!

Dem Vernehmen nach steht der Prototyp eines Doppelrumpfboots mit Segeln aus recycelten Spielkarten kurz vor dem Stapellauf, ein sogenannter Skatamaran.

Kulinarischer Höhepunkt der Woche: Essenseinladung bei einer befreundeten syrischen Familie. Ganz, ganz großes Küchen-Tennis, vor allen Dingen diese Lammhack-Auberginen-Dingsdas mit Minze!

Hörempfehlung der Woche: Sebels neues „Album vom Alleinesein“. Großes Songwriting!.

 

 

Podersdorf 2016

Es war mal wieder ganz bonfortionös am Neusiedlersee. Wir haben alte und neue Wege gefunden…

Julawiesen…ich war des öfteren mit dem Fahrrad unterwegs…

Fahrrad… um mir anschließend oder unterwegs das ein oder andere Speckbrot zu gönnen…

SpeckbrotElisabeth… wie zum Beispiel dieses wohlgeratene Exemplar in der Elisabethschenke. Die Brettljause in Jupps Bierstüberl (alles mögliche vom Mangalitza-Schwein inkl. Brot, Schmalz und Schnaps) ist die logische Fortsetzung des Speckbrots, und ein Abendessen, auf das ich mich das ganze Jahr lang freue.

BrettljauseNatürlich haben wir auch wieder in meinem Lieblingsrestaurant gegessen, dem Gasthaus zur Dankbarkeit. Köstlicher Zitronenbiskuit!

DankbarDessertDie beste, geduldigste Gemahlin von allen schoss wieder ein Foto nach dem anderen…

GGFoto1… unter anderem auch eins von einem Baum, unter erschwerten Bedingungen..

GGfoto4

Der Wein war fast immer schön kalt, der Himmel meistens blau…
Jagakölla… und wie immer wurden an den ungewöhnlichsten Orten ungewöhnliche Fragen aufgeworfen.

SandburgMacGyverEs war sehr, sehr schön. Nächster Jahr wieder.

Am Ende des Tages in Podersdorf

 

Splitterbrötchen (CDLXXXIII)

Mit der Wendung „Es geht mir ums Prinzip…“ wird in 99 Prozent der Fälle ein persönlicher Angriff eingeleitet.

MangaSchnitzel

Kulinarischer Wochenhöhepunkt war unser Podersdorfer Urlaubs-Abschieds-Essen in Jupps Bierstüberl, Schnitzel vom Mangalitzaschwein.

Da man einem Schweigen nicht anhören kann, ob es nicht doch bestürzt ist, sollte man es niemals als Zustimmung werten.

Gene Wilder. „Frühling für Hitler“, „Frankenstein Junior“ und vor allen Dingen „Blazing Saddles“ waren prägende Erlebnisse.

Ebenfalls ganz und gar wundervoll: „Ein Rabbi im Wilden Westen“. eine Art Western-Version von „Jakobowsky und der Oberst“.

„BND soll massiv gegen Datenschutz verstoßen haben.“, titelte diese Woche SpOn. Nun, dazu sind Geheimdienste ja auch da.

GGFoto3Und natürlich hat die geduldigste Gemahlin von allen im Podersdorf-Urlaub mal wieder ganz tolle Fotos gemacht.

Das definitive Statement zum Thema Burka gab der höchstverehrte Thomas Pigor ab:

 

 

Splitterbrötchen (CDLXXXII)

Mit der Wendung „nach reiflicher Überlegung“ wird üblicherweise eine Kurzschlusshandlung angekündigt.

Stuart MacBride, dessen Romanserie um Logan MacRae ich jedem Liebhaber von Polizeiromanen ans Herz lege, entzückte mich mit der Beschreibung einer schlechten Handschrift: „Als hätte sich eine Spinne mit Tequila die Kante gegeben und dann ihre ganze Tinte ausgekotzt.“

Normalerweise bin ich strikt gegen jede Gewalt. Das änderte sich am Dienstag kurzzeitig, als ich einen ARD-Kommentator die von den olympischen Spielen zurückkehrenden Sportler als „Rio-Reisers“ bezeichnen hörte- Spontan wäre ich dem Mann nur gar zu gern bei der Begradigung seiner Gesichtszüge behilflich gewesen.

Ichbrovnik… Dubrovnik… Wir alle sind Brovnik.

Gab es am Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts eigentlich spannendere Lektüre als die aktuellen Vobis- und Escom-Prospekte?

Verwirrung angesichts eines Herrn, der ein T-Shirt mit der Aufschrift „Hollister Surf Sharks 22“ trug. Wie kann man sich freiwillig in ein Kleidungsstück hüllen, das so viele Fragen aufwirft?

Die Enthüllung der Woche:

Ärgernis der Woche: Revanchefouls vorm Mikrofon. Wie Steffen Simon und (ausgerechnet!) Mehmet Scholl versuchten, am Freitagabend Guardiolas Trainerleistung im Nachhinein zu desavouieren, zeugte von extremer Kleingeistigkeit. Und – möglicherweise – von einem verheerenden Prinzip: „Hört her, Spieler und Trainer, das blüht euch, wenn ihr, wie Guardiola, uns Sportjournalisten die Nähe verweigert.“

Splitterbrötchen (CDLXXXI)

Beim olympischen Turnen wurde ich mit einer einarmigen Riesenfelge konfrontiert. Fragte mich, ob diese Übung auch als „Dr.- Kimble-Riesenfelge“ bezeichnet wird.

Trouvaille im Baumarkt: der „Solarspieß Meike“.

Kulinarischer Wochenhöhepunlt war eine Bildunterschrift der Tagesschau: „Bouillon zu Bundeswehreinsätzen im Inneren“

.Wäre ich einer dieser fundamentlistischen Scheichs, würde ich ein paar Millionen aus der Kaffeekasse in die Hand nehmen, bei einem bekannten Modehaus einen Satz Designer-Niquabs und – Burkas in Auftrag geben und das Gelump zu Spottpreisen über Primark verticken lassen. Und dann würd ich mal abwarten. Die Innenministerkonferenz kann verdammt froh sein, dass ich kein Scheich bin.

Das IOC, seine Sponsoren und unsere Fernsehsender haben aus dem Leistungssport, ein gekünsteltes, normiertes und entmenschlichtes Produkt gemacht. Merkt denn wirklich keiner, wie lächerlich diese weichgespülten Grinseparaden im TV-Studio „vor Ort“ rüberkommen? Diskuswerfer Harting, einen der wenigen Sportler, die sich diesem unwürdigen Pathos-Gebläh entzogen haben, hätte man nicht maßregeln sondern zum neuen IOC-Präsidenten küren sollen.

Splitterbrötchen (CDLXXX)

Vor beinahe 40 Jahren wurde ich – durch „Harpo speaks“, die Autobiographie von Harpo Marx – auf den Algonquin Round Table aufmerksam, einen Stammtisch von Autoren, Journalisten, Kritikern, Künstlern und Intellektuellen, an dem letztendlich die moderne Komödie erfunden wurde. Ich bin seitdem nicht müde geworden, mich mit diesem Round Table und seinen Mitgliedern zu befassen und alles zu lesen, was ich über ihn und von seinen Mitgliedern in die Finger bekommen kann. Auch nach 40 Jahren entdecke ich immer wieder Neues, zum Beispiel dieses hinreißende Dorothy-Parker-Zitat: „Salary is no object. I only want enough to keep body and soul apart.“

Riesengroßes Tennis beim Wassersport bot ZDF-Reporter Norbert Galeske, als er dem deutschen Achter „Durchzug-orientiertes Rudern“ attestierte.

Sollte ich jetzt bei einigen Splitterbrötchen-Lesern das Interesse am Algonquin Round Table geweckt haben, gleich eine Warnung: AUF KEINEN FALL den völlig missratenen Film „Mrs. Parker und ihr lasterhafter Kreis“ als Einstieg angucken. Über den hab ich mich schon vor einiger Zeit geärgert.

Verwunderung beim Diskuswerfen: Sind das Männer, denen ihr Äußeres egal ist oder doch gedopte Nazis?

Den Netbook auf Peppermint OS 7 upgedatet. Das schon lange in die Jahre gekommene Gerät, das mit Windows 7 und Windows 10 hoffnungslos überfordert war, läuft unter Linux immer noch mit akzeptabler Geschwindigkeit.

Was Spannung und Dynamik angeht, können nur wenige Sportarten mit der Dressur der Vielseitigkeitsreiter mithalten.

2016-08-12 18.53.48Kulinarischer Wochenhöhepunkt waren tolles Vitello Tonnato und eine sehr, sehr gute Pizza mit Ruccola, Parmesan und scharfer Salami im Miseria e Nobiltà an der Friedenauer Brücke.

…nehmen wir hiermit Titelschutz in Anspruch für „Angelique und der Matchball“.

Ja, ich weiß. Letzten Sonntag schrob ich von meinem Desinteresse an den Olympischen Spielen. Ich gucke ja auch nur aus Notwehr, weil sonst kein anderer Sport läuft.

Zum Schluss noch ein Zitat eines weiteren formidablen Algonquin-Round-Table-Mitglieds, Alexander Woollcott: „A hick town is one where there is no place to go where you shouldn’t go.“ Ich danke Mr. Woollcott für die präzise Beschreibung meiner Heimatstadt.

 

Splitterbrötchen (CDLXXIX)

Jungen Menschen fällt der Toast auf die gebutterte Seite. Ältere Menschen öffnen die Tablettenschachtel auf der Seite mit dem Beipackzettel.

Aus gegebenem Anlass erinnere ich an eine kleine Posting-Serie, die ich vor acht Jahren hier in die Netz-Ecke gestellt habe: Olympische Gänsehaut-Momente. An den aktuellen Spielen bin ich (wie 2008 und 2012) herzlich desinteressiert: Nicht nur wegen der mit Olympia wohl unzertrennbar verbundenen Korrumpe- und  Heuchelei, sondern auch, weil in der Berichterstellung mittlerweile das Story-Telling überwiegt: Die herbeigekünstelten Dramaturgien, die das Authentische verdecken, gehen mir auf den Zeiger.

Ja, genau. Früher war besser. Ich werde alt.

Unfotografierter kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein ohne Firlefanz im Ofen knusprig gebratenes1 Kamm-Kassler, dass ich bei Reichelt geholt habe. Dass Kassler vom Reichelt in der Körnerstraße ist wirklich verlässlich gut.

Ein plötzlicher fetter Regenguss trieb mich in die Parlamentarismus-Ausstellung im Deutschen Dom am Gendarmenmarkt. Alles in allem sehr interessant, lehrreich und unterhaltsam. Was ich vermisste (oder übersehen habe?): ein „Best of“ der Zwischenrufe.

Der beste Zwischenruf Die besten Zwischenrufe gelangen – natürlich – Herbert Wehner – während einer Rede des CSU-Abgeordneten Richard Jäger: „Sie hätten Theaterkritiker werden sollen!“ – „Herr Kollege Wehner, Theaterkritiker ist ein sehr ehrenwerter Beruf!“ – „Und deshalb sind Sie’s nicht geworden!“

  1. eine Stunde bei 220 Grad, dann auf 80 Grad runterschalten, nach einer halben Stunde einmal drehen.

Kommentare und Kochrezepte zum Zeitgeschehen