Splitterbrötchen (DVII)

Wenn einem ein ganz wunderbares Wort wieder einfällt, das man schändlicherweise total vergessen hatte: Dröppelminna.

„Trump sucht verzweifelt nach Popstars für seine Amtseinführung“, lautete eine Headline des Tagesspiegel. Bei Facebook wurde spekuliert, dass Susan Boyle evtl. bereit wäre, auf diesem Event „Too Drunk To Fuck“ von den Dead Kennedys zu covern. Würde ich begrüßen.

Ganz normales Winterwetter zur Naturkatastrophe raufjazzen und sich dann über das schwindende Vertrauen der Leserschaft wundern… unsere Presse hat’s einfach drauf.

Tolle Geschichte im Guardian: Sir Laurence Olivier und das Lampenfieber.

Das Autorenteam von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ scheint an mittelschwerer Routine zu leiden. Wäre schön, wenn RTL Frau Rützel von SpOn ins Boot holen würde.

 

Splitterbrötchen (DVI)

In der Tat haben wir hierzulande ein Problem mit Terrorismus. Und zwar mit rechtsgerichtetem Terrorismus. Und dieses Problem haben wir nicht erst seit anderthalb Jahren.

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Ein paar Worte zum in Bordeaux genossenem Wein: Wie man oben (Chateau Maucaillou) sieht, investieren die Chateaus mittlerweile einiges, um ihre Barriques in Szene zu setzen. Das scheint auch bitter nötig zu sein, um den Mythos aufrecht zu erhalten, denn ein halbwegs trinkbarer klassifizierte Bordeaux ist auch vor Ort praktisch nicht aufzutreiben. Die sind nach wie vor erst mit zehn Jahren trinkbar, und für derart alte Flaschen verlangen  Chateaus und Restaurants Preise im drei- bis vierstelligen Bereich, die müssen ja irgendwie ihre Lagerkosten refinanzieren. Für den Normal-Trinker bleibt der klassifizierte Bordeaux damit ein Mythos, Wirklich bezahlbaren Spaß kann man nach wie vor mit den Zweitweinen der Chateaus haben, mit Weinen von Winzern abseits der Klassifikation und – mein Geheimtipp! – mit Sonderabfüllungen für Supermarktketten. Derartige Weine sind Lichtjahre von dem entfernt, was hierzulande im Supermarkt verkauft wird. Da hat man dann für fünf, sechs Euro pro Pulle doch einen Wein im Glas, der schmeckt, als hätte er im indirekt beleuchteten Barrique gelegen.

Ganz netten Wintersalat gemacht aus Blattsalat, Tomate, Gurke, Frühlingszwiebel, Apfel mit einem Dressing aus Joghurt, Senf, Sahne und viel (!) geriebenem Merrettich. Paar krosse Speckwürfelchen drüber. Passt. Zum Beispiel zum verlässlich guten Kasseler Kamm vom Edeka-Reichelt in der Körnerstraße. Ich kenne keinen Fleischer, der ein besseres Kasseler Kamm anbietet.

Schockierende Erkenntnis der Woche_ „Zurück in die Zukunft II“ spielt mittlerweile komplett in der Vergangenheit.

Und Paule is nu ooch achtzich.

 

Bordeaux, Bordeaux, wir fahren nach Bordeaux…

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Die letzten Tage des 2016er Jahres dürfte ich mit der geduldigsten, besten Gemahlin von allen in Bordeaux verbringen.

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Ich weiß nicht, woran es gelegen hat, aber bereits am Flughafen haben wir begonnen, uns hier sehr wohl zu fühlen.

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Lag es vielleicht daran, dass die Austern, die ich im „Le Parlament de Graves“ serviert bekam, zu den besten, frischesten Exemplaren zählten, die ich je gegessen habe?

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Oder lag es daran, dass wir gleich am ersten Abend „Le Secret d’Initié“ entdeckten, die vermutlich beste Wine Bar der Welt, in der ausschließlich Champagner serviert wird?

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Lag es an der zumindest äußerlich wirklich beeindruckenden „Cité du Vin“, des modernsten Weinmuseums der Welt? Innendrin war uns allerdings zuviel Multimedia-Gedöns.

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Oder war’s der Süßkram, die Macarons und die Canelés (bordelaiser Spezialität), die’s direkt neben der Touristeninformation im „Baillardran“  gab?

Es lag ganz sicher nicht am permanent neblig-milchigem Licht, dass fast allen meiner Außenaufnahmen jeglichen Kontrast nahm, so dass ich sie nicht zeigen mag.

Splitterbrötchen (DV)

In 2017, denke ich, werden wir das Comeback des Türklopfers erleben. Natürlich mit Bluetooth und Internet-Anschluss.

Ich biete jeden Betrag für eine „Der kleine Lord“-DVD, die ein alternatives Ende enthält, in dem Guinness am Schluss eine Pumpgun zückt und der blonden Kackbratze das Licht auspustet. Und der gesamte Hofstaat in donnernden Applaus ausbricht.

Erfahrene Thriller-Lesen wissen, dass heikle Geheimdienst-Operationen nach dem „Need-to-know“-Prinzip organisiert werden. Jeder Beteiligte erfährt gerade eben so viel, wie er wissen muss, um erfolgreich mitwirken zu können. Dieses Prinzip eignet sich auch hervorragend für Familienangelegenheiten.

Wer seine Sache jammernd vorträgt , weiß meist selbst, dass er im Unrecht ist.

Ich wünsche allen Besuchern meiner Netzecke ein frohes, gesundes 2017. Bitte, empfindet ein Klopfen an der Tür weiterhin nicht als Bedrohung sondern als Chance, neue Menschen kennenzulernen und Neues zu erleben.

 

Splitterbrötchen (DIV)

Kurz vor Schluss gelingt der BILD die Headline des Jahres: „Jacob-Sister Eva über ihre zwei toten Schwestern: Sie leben in ihren Pudeln weiter!“

Im Kino verpasst, diese Woche gestreamt: „Legend“. Tom Hardy spielt die Kray-Zwillinge. Dolle Schauspielerei, doller Gangsterfilm.

Anhaltendes Kopfschütteln über Facebook-Nutzer, die sich über die eventuelle politische (Un-)Korrektheit des Facebook-Safety-Checks lautstarke Gedanken machen.

Den Serientitel der Woche fand ich bei einer amazon-Prime-Sitcom: „Kevin can wait“. Ja, Kevin James spielt die Hauptrolle. Die ersten beiden Folgen sind allerdings nicht mehr als ein müder „King of Queens“-Abschlag.

Kurz, informativ, und sofort auf den Punkt – so soll weihnachtliche Online-Werbung sein: „Naruto Shippuden im kostenlosen Online-Stream.“ Zack, weiß ich bescheid!

Heiligabend-Lasagne

An Heiligabend gab’s Lasagne. Ohne Kartoffelsalat.

Erster und dringendster Wunsch fürs neue Jahr: Wieder mehr Zeit zum Lesen bekommen.

Die dritte und letzte Gans des Jahres brat ich heute. Prost Weihnachten.
Heiligabend-Bier

 

Splitterbrötchen (DIII)

Leseempfehlung: Ein Leserbrief an die Financial Times (PLU = People Like Us).

Nr. 2 ist raus.

Nein, liebe besorgte Bürger, wenn Sie Reflexion im Sinne von Nachdenken meinen, dann hat das nichts mit Reflex zu tun. Im Gegenteil.

Seit zwei Tagen steht in meinem Arbeitszimmer ein amazon Echo, dieser Lautsprecher mit Sprachbedienung. Ein vollkommen überflüssiges, aus Datenschutz-Gründen sogar extrem gefährliches Gerät. Das leider Gottes wirklich sehr viel Spaß macht. Allein die Möglichkeit, dem Ding Termine und ToDos zuzurufen und die Abfahrtzeiten von Bussen und S-Bahnen abzufragen… doch, das hat was.

Als ob es vor Facebook keine Fake News gegeben hätte. Früher hießen Fake News einfach „Gerüchte“. Paul McCartney tot, Martin Bormann in Südamerika, rememberdeng? Wenn es Heiko Maas gelingen sollte, Gerüchte unter Strafe zu stellen, kann er die Haushalte aller EU-Staaten sanieren.

Interessante Beobachtung beim Braten einer Gans: Wenn man die Schrippe in der Hackfleischfüllung vergisst, versucht die Füllung sich – durch die fehlende Bindung – den Weg nach draußen zu bahnen und taucht in der Bauchhöhlenöffnung auf. Doll.

Splitterbrötchen (DII)

Aus gegebenem Anlass: Hat noch wer seinen ersten Mobilfunkvertrag mit D2 abgeschlossen?

Das hat man nun von seinem Altruismus: Ganz selbstlos habe ich die Fairtrade-Schokokekse eines Discounters empfohlen, seitdem sind sie in meiner Filiale ständig ausverkauft.

Kulinarischer Wochenhöhepunkt I: Zampone auf tomatigen Linsen im „Petite Europe„.

Ganz erstaunlich: Menschen, die seit Jahren studieren und das Wort „ebenda“ nicht kennen.

In einem MyTaxi: „Kommen Sie von Ihrem Sohn?“ – „Nein, warum?“ – „Wer ist denn dann der Chris Kurbjuhn, der mich gerufen hat?“ – „Das bin ich.“ – „Das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass jemand in Ihrem fortgeschrittenen Alter die App benutzt.“

Die Frage der Woche stellte Frau Frauke Ludowig in einer Quiz-Sendung, in der es um einen Mann ging, der aus 7000 Metern Höhe ohne Fallschirm zielgenau in ein Fangnetz gesprungen ist: „Wie übt man das?“

Kulinarischer Wochenhöhepunkt II: Linguine von Felicetti mit Steinpilzpesto aus dem Glas (Pestowerkstatt). Fast Food (zehn Minuten) in beinahe Sternequalität.

Im „Petite Europe“ hatte ich übrigens einmal Hausverbot. Nur weil ich einen lieben Freund verteidigt hatte, der in einem Anfall von trunkener Amour Fou mit Mini-Pizzen geworfen hatte, um die gutaussehende Bedienung auf sich aufmerksam zu… vielleicht ist es besser, diese Geschichte nicht zu erzählen. Im „Petite Europe“ erinnert man sich ja auch nicht mehr daran.

Splitterbrötchen (DI)

AFD-Anhänger geben sich immer selbst zu erkennen. Wenn man mit ihnen ins Gespräch kommt, fällt spätestens nach fünf Minuten der  Satz: „Ich bin kein Nazi, aber…“

Zur 500. Ausgabe der Splitterbrötchen letzte Woche wollte ich eigentlich eine erfundene Geschichte über Paul Newmans Licht-Double schreiben, das bei den Dreharbeiten für eine bestimmte Szene von „Der Unbeugsame“ 500 harte Eier essen musste. Dann fiel mir aber auf, dass den Film vermutlich keiner mehr kennt.

Morgens in Friedenau

Manchmal beglückt einen Friedenau mit ganz außergewöhnlichen Himmelserscheinungen.

„Die Änderungen gefallen dir bestimmt“, las ich unlängst bei flickr. Tja… Ab einem gewissen Alter schon mal aus Prinzip nicht!

Die Headline der Woche fand sich über einem sinnstiftenden Artikel bei Telepolis:  „Bei Moskitofischen wächst das Gehirn des Weibchens mit der Penislänge der Männchen

Best T-Shirt. EVER!

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Zwei kulinarische Wochenhöhepunkte: Zum einen perfektes Steak-Frites im Paris Saigon…

Steak-Frites

…zum anderen selbstgeklöppelte Rinderbäckchen mit Kartoffelpüree und Schwarzwurzelgemüse.

Rinderbäckchen

It’s all true!

Heute früh hab ich erfahren, dass Joe Esposito gestorben ist, ehemaliger Road Manager von Elvis Presley und – nach Elvis‘ Tod – weltweit führender Elvis-Experte. Ich hatte das große Vergnügen, ihn kennenlernen zu dürfen.

Mr. Esposito war als Ehrengast zur Premiere eines Musicals („Elvis in Bremerhaven“) eingeladen, für das ich die Dialoge geschrieben hatte. Da Elvis in Bremerhaven absolut nichts gemacht hatte (er war 1958 als Rekrut lediglich vom Schiff zum Bahnhof gefahren worden), hatte das Musical eine erfundene Quatschhandlung mit Liebesgeschichte, Rummelplatzbesuch und anderen an den Haaren herbei gezogenen Aufhängern für Elvis-Songs. Nachdem Mr. Esposito sich die Generalprobe angesehen hatte, stürmte er hinter die Bühne und rief „Who is the writer?“ Alle deuteten auf mich, woraufhin er mir um den Hals fiel und „It’s all true! All true! It’s exactly as the King himself told me!“ brüllte. Dann ließ er von mir ab, grinste wie ein Honigkuchenpferd und sagte: „Now you owe me something.“

Kommentare und Kochrezepte zum Zeitgeschehen