Splitterbrötchen (CDLIV)

Wer hätte denn je gedacht, dass Jim Hawkins mit 71 Jahren in den Ruhestand gehen würde?

Derjenige, der das Niveau senkt, setzt es.

Kulinarischer Höhepunkt der Woche war eine Premiere: eine (unfotografiert gebliebene) Suppe auf Basis von Radieschenblättern bei den lieben Freunden aus Frohnau. Womit die Jagd auf Radieschenbünde mit unverwelkten Blättern eröffnet ist.

Wenn man wie ich bei Sendungen wie der Verleihung der Goldenen Kamera achselzuckend wegschaut, verpasst man natürlich auch die unverhofften, beglückenden Sensationen. Gottseidank gibt es youtube.

Irritation angesichts einer von Fa. Groupon offerierten PKW-Handwäsche. Warum sollte ich mir denn in oder mit einem PKW die Hände waschen?

Eine erschütternde Flüchtlingsgeschichte: „Die Tragödie der S.S. St. Louis„.

Splitterbrötchen (CDLIII)

Den Satz der Woche schuf Dschungelkönig Menderes: „Ich denke, heute ist ein guter Tag zum Wäsche Trocknen.“

Wer eine Obergrenze fordert und nicht bereit ist, sie gegebenenfalls mit Gewalt durchzusetzen, ist ein Dampfplauderer. Wenn Seehofer das also wirklich ernst meint, passt kein Blatt Papier zwischen ihn und die Damen Petry und von Storch.

2016-01-30 20.23.15 (2)Der kulinarische Höhepunkt der Woche: Krautshäuptchen. You can take the boy out of Eschwege, but you can’t take Eschwege out of the boy. Unfotografiert blieb der Runner-Up, eine köstliche Fischsuppe im Dolcini.

Bin ich wirklich der einzige, dem die frappierende Ähnlichkeit zwischen Serena William’s Coach Patrick Mouratoglou und Dr. Bob aufgefallen ist?

Vielleicht verkläre ich die Vergangenheit, aber an eine Zeit mit einem derart miesen, dauergereizten öffentlichen Klima kann ich mich nicht erinnern. Auch die Bereitschaft intelligenter Menschen, sich jederzeit eines pöbelhaften Tons zu bedienen, erscheint mir neu und deprimierend.

 

Splitterbrötchen (CDLII)

Gestern habe ich endlich auch den Daller Lama geaddet. Scheint ja ein Trend zu sein.

Korruption ist relativ.

Beim Blick in die Küchenschublade entdeckte ich, dass der gelbe Gummi-Bollo meiner Bratenspritze (unverzichtbares Küchenrequisit u. a. für das Begießen von Gänsebraten) fehlte. Nach einer mehrtägigen, intensiven Suchaktion entdeckte die beste, geduldigste Gemahlin von allen den fehlenden Gummi-Bollo in besagter Küchenschublade. Ich hatte ihn übersehen, weil er schwarz war statt gelb. Der gelbe Bollo gehörte zu einer Bratenspritze, die vor ein paar Jahren das Zeitliche gesegnet hatte.

2016-01-23 10.26.32Es ist sinnlos und kontraproduktiv, Regeln aufzustellen, die man nicht durchsetzen kann. Das Aufstellen nicht durchsetzbarer Regeln ist eine Aufforderung zum Bruch derselben und schwächt die Autorität des Regelaufstellers, da berechtigte Zweifel an seiner Intelligenz angebracht sind.

Bei Edeka gibt es seit ein paar Wochen als Hausmarke ausgezeichneten TK-Rhabarber. Kommt in der Beckerstr. einmal pro Woche auf den Tisch. Zuletzt vorgestern im Rhabarber-Trifle.

Liebe Neocons, die ihr von einem „Staat,  der seine Grenzen nicht mehr schützen kann“ daherschwadroniert: Der letzte deutsche Staat, der seine Grenzen effektiv und komplett schützen konnte, war die DDR. Wenn ihr DIESEN Grenzschutz wollt, sagt es bitte.

 

 

Splitterbrötchen (CDLI)

Die ganzen Leute, die gerade schnappatmend nach dem Rechtsstaat rufen, wollen alles mögliche, nur keinen Rechtsstaat.

„Today, there are people who are famous for nothing. David Bowie was famous for everything.“ (Dave Pell, nextdraft.com)

Ein sicheres Indiz für die Qualität eines italienischen Restaurants ist der dort servierte Spinat. Wenn der gut ist, ist auch der Laden gut.

Peter Schneider in der Welt:  „Ich halte die deutsche Gewohnheit, alle Menschen, die aus dem Kulturkreis des Islam stammen, als Muslime zu bezeichnen, für absurd. Ich wäre empört, wenn jemand mich, einen gläubigen Atheisten, in Kairo oder Teheran als einen deutschen Christen vorstellen würde, weil ich nun einmal unstreitig im christlichen Deutschland  geboren wurde.“

Kulinarischer Wochenhöhepunkt: Schnitzel vom Sattelschwein im Paris-Saigon. Lange nicht mehr so gut geschnitzelt.

Auch wenn er aus 2013 stammt, mein Tweet der Woche:

Mit der größte gesellschaftliche Schaden wird hierzulande durch eine beinahe nicht existente Fehlerkultur verursacht. Ich seh es an mir selber: Am meisten lerne ich, wenn ich Fehler mache, diese Fehler erkenne und begreife, warum ich etwas falsch gemacht habe. In einem Land, in dem es üblich ist, Fehler zu vertuschen, zu verleugnen oder sie anderen Menschen zuzuschieben, wird zu wenig gelernt.

Eine mehr als angemessene Reaktion auf den Tod Alan Rickmans:

Warum hat die Queen Rickman eigentlich nicht geadelt? War der Mann Madame Windsor etwa nicht foin genug?! Alan, by Grabthars Hammer, by the Suns of Warvan, you will be avenged!

Den Claim der Woche entdeckte die beste, gedudigste Gemahlin von allen in einer Mail der Ing-DiBa: „Sparen muss nicht teuer sein.“

Was aber auch gesagt werden soll: Sowohl bei der Nachricht von Bowies Tod als auch der von Rickmans war mein beinahe erster Gedanke: „Um Himmelswillen! Der war ja nur zehn Jahr älter als ich…“

 

 

Splitterbrötchen (CDL)

Seit Donnerstag schaue ich auf die übernächste Generation in Gestalt meines Großneffen Thomas. Es war mir eine besondere Freude, dafür zu sorgen, dass der vielversprechende junge Mann von Anfang an adrett gekleidet ist.

2016-01-02 14.59.51Und wieder einmal war es die BILD, die die Headline der Woche schuf (Vorsicht! Löst besonders verstörendes Kopfkino aus!): „Effe testet Eier-Grapscher“

Kultureller und kulinarischer Höhepunkt folgten diese Woche Schlag auf Schlag. Erst sah ich in einer Pressevorführung einen drei Stunden langen, absolut herausragenden Western in glorreicher 70mm-Projektion, anschließend gab’s eiskaltes Bier und eine wunderbar fettige Pizza Tonno im „Tre Secondi„.

Gelegentlich hilft es, sich klar zu machen, dass Facebook nicht die wirkliche Welt abbildet. Die Zahl rassistischer Dummbeutel, von denen man umgeben ist, ist zwar erschreckend hoch, aber doch nicht so groß, wie die sozialen Netzwerke einen glauben lassen.

Kann man eigentlich Priester wegen Pfarrfehlern belangen?

Die Qualität eines Statements und die Geschwindigkeit, mit der es abgegeben wurde, korrelieren in den seltensten Fällen.

 

 

Splitterbrötchen (CDXLIX)

Beim Lesen des REWE-Claims „Aktueller leben“ in eine geistige Schockstarre verfallen, die zur Stunde noch anhält.

2016-01-02 11.11.55Wie konnte die Welt bisher nur ohne innenbeleuchtete Damenhandtaschen auskommen?

Eine „Eton Mess“ mit Rhabarber-Himbeer-Kompott und Haselnuss-Krokant zubereitet. Das war ziemlich sehr gut.

„Etwas abgeben“ ist ein Konzept, das mit Schokolade nicht funktioniert.

Und was, Herr Seehofer, sollen wir denn machen, wenn die von Ihnen geforderte Flüchtlingsobergrenze erreicht ist? Schießbefehl geben? Auf bewährte DDR-Technologie zurückgreifen und das Land einmauern? Ich wäre ja für das Verbieten jeglicher Stammtisch-Rhetorik.

Seit Weihnachten via Streaming die ganzen Beatles-Alben nochmal gehört. Über „Sergeant Pepper“ und dem „White Album“ vergisst man ja gern, was für geniale Platten „Rubber Soul“ und vor allen Dingen „Revolver“ waren. Und die digital neu gemasterten Titel klingen fantastisch. Wer irgendwas von der klanglichen Überlegenheit der alten Mono-Abmischungen auf Vinyl faselt, sollte zum Ohrenarzt gehen.

Splitterbrötchen (CDXLVIII)

Gespenstisch: Ich war gerade dabei, mit Duolingo (empfehlenswert!) mein Französisch etwas aufzupolieren, als das Telefon klingelte. K. teilte mir mit, dass er seinen Hund hatte einschläfern lassen müssen. Ich tröstete den armen Mann, so gut es ging. Nachdem wir aufgelegt hatten, wandte ich mich wieder meinen Sprachübungen zu. Als nächster zu übersetzender Satz kam „Le chien est mort.“

Eine Innovation, die lediglich bereits vorhandene Bedürfnisse befriedigt, ist keine.

Logisch: Das letzte Wort ist fast immer das vom ursprünglichen Thema am weitesten entfernte.

Auch 2016 wird die Scheuklappe eins der meist getragenen Accessoires im Internet sein.

Ärgerlich: Rolf Edens anhaltende Stillosigkeit.  Wenn man selbst fahren will, wählt man einen Bentley. Am Steuer eines Rolls Royce sitzt der Chauffeur, sonst niemand.

 

 

 

 

Kommentare und Kochrezepte zum Zeitgeschehen