„Der Film ist nicht wirklich gut.“ whatsappte ich am Donnerstag, als ich aus „Tenet“ kam. Vielleicht war das vorschnell, vielleicht auch ungerecht. Nachdem ich eine Weile über den Film nachgedacht und eine der Erklärbär-Seiten im Internet aufgesucht hatte, fing er plötzlich an, mir besser zu gefallen. Ich hab mich wirklich lange nicht mehr so intensiv mit einem Film auseinandergesetzt (auseinander setzen müssen!) wie mit Nolans Neuestem. Was wiederum für ihn spricht. Aber: Ist ein Film, für den man eine Gebrauchsanweisung benötigt1, wirklich gut?
Deutlich einfacher gestrickt war „Gemini Man“, den ich gestreamt habe. Jerry Bruckheimer sorgt dafür, dass Will Smith sich endlich selbst verprügeln darf. Wurde Zeit, war amüsant.

In der letzten Zeit sehe ich in Zeitschriften und auf Plakatwänden immer häufiger Werbung für mit irgendwelchen Obstsorten aromatisierten Gin. Was ist eigentlich gegen Gin einzuwenden, der nach Gin schmeckt?
Der Tagesspiegel hat z. T. 40 Jahre alte Kinderhörspiele als gesellschaftliche Gefahr ausgemacht. Bei der TKKG und den 3 ??? würden „männliche Machtfantasien“ ausgelebt. Als nächster ist wohl Kalle Blomquist fällig, der alte Sexist.
Apropos Bruckheimer: „Deja Vu“ ist – auch im Vergleich zu „Tenet“ – nach wie vor der beste Zeitverbiegungs-Film.
Während der Woche bekam ich mit, wie jemand auf Facebook Twitter als „Doofland“ bezeichnete. Angesichts der jüngsten Aufregung um Lisa Eckhart oder gar den humoristischen Grobmotoriker Somuncu ist diese Bezeichnung gerechtfertigt. Die Turbo-Empörten scheinen das Jahrtausende alte Konzept „Ein Mensch spielt eine Rolle“ nicht verstehen zu können oder zu wollen.
Kultureller Wochenhöhepunkt war die Lektüre von Robert Harris‘ neuem Roman, „V2“. Wie der Kerl mit ganz wenigen Sätzen Atmosphäre schaffen kann, ist bewunderungswürdig.
Franz Beckenbauer ist 75 Jahre alt geworden. Ich kann mein Glück immer noch nicht fassen: Ich durfte diesem begnadeten Techniker und Strategen von 1975 bis 1977 im Stadion zusehen. Ich habe nie einen eleganteren, kompletteren Spieler gesehen.
Die Sehnsucht nach angenehm gestalteten gastronomischen Innenräumen (fier das „Fellini“ in der Crellestr.) wächst.
Zwei kulinarische Wochenhöhepunkte. Nummer 1 eröffnete die Woche am Sonntagabend, ein geplättetes Huhn, ohne Umschweife mit Knoblauch, Gemüse und griechischem Olivenöl eine Stunde lang
Manche derben Kalauer erschließen dem geneigten Publikum ihr lyrisches Potenzial erst nach einigen Augenblicken. Lautes Vorlesen hilft.
Kulinarischer Wochenhöhepunkt war eine perfekt gegrillte und filetierte Dorade im
Kulinarisch war die Woche französisch geprägt, am Geburtstag der besten, geduldigsten Gemahlin von allen gab’s Steak Frites im
,,,gebratenem Wolfsbarschfilet an Risotto, Perlhuhnbrust mit Pfifferlingen und Mangoldflan und einem Himbeer-Schoko-Nougat-Tartelett, perfekt gemachte, authentische Brasserieküche. Uns ging’s gut.
Der Lentsch ist ein perfider Mensch. Jetzt hat er mich auch noch zum Etikettentrinker gemacht.
Ich muss Fa. Google dankbar sein für diese Dokumentation des aktuellen geistigen Volksvermögens. Da Christian Drosten angesichts einer möglichen zweiten Corona-Welle die Bevölkerung zum Mitdenken aufgefordert hat, sind wir wohl verloren.
Kulinarischer und gesellschaftlicher Wochenhöhepunkt war ein schöner Abend mit Freunden im Friedenauer „
Selbst für Insider ist der Ort, an dem die beste geduldigste Gemahlin von allen und ich in diesem Jahr unseren Urlaub verbrachten, praktisch nicht zu erraten.
Okay, einen kleinen Hinweis gebe ich: Have Speckbrot, will travel.
Unverhoffte Inspiration für eine Grabstein-Inschrift.
Diese Werbung für den trefflichen Heurigen „Fabian“ haben die Inhaber direkt an der Bushaltestelle in Podersdorf platziert, wo man auf den Bus Richtung Heimat warten muss. Sie spiegelte perfekt meine Gemütslage beim Verlassen des Lieblingsorts wieder. Ich wollte da nicht weg.