Wladimir Putin hat mich diese Woche sehr verärgert.
Am Dienstag musste ich aufs Bürgeramt Kreuzberg, meinen steinalten grauen Lappen in einen zeitgemäßen Kartenführerschein umtauschen. Auf dem Weg dorthin ist Ulrich Tukur an mir vorbeigeradelt, im eleganten Tweedmantel mit einem Hund an der Leine. Interessanterweise begegnete mir Tukur an fast der gleichen Stelle, an der vor 15 Jahren Martenstein an mir vorbeigeradelt ist. Das kann doch kein Zufall gewesen sein!
Am Freitagabend erklärte Herr Llambi treffend den Turniertanz: „Wenn’s unten rum stimmt, kannst du oben alles machen.“ Der über die Maßen geschätzte Kollege Pitt Krüger hat mich vor bald vierzig Jahren mit ähnlichen, inhaltlich aber diametral entgegengesetzten Worten in die Geheimnisse des Bühnentanzes eingeweiht: „Du musst oben rum verkaufen, was unten rum nicht klappt.“
Ich liebe den Geruch von Amalgam am Morgen.
Nachricht an den Maschinenraum: Mach dir keinen Kopp. Der Autor eines Textes kann nicht verantwortlich für das sein, was die Menschen tun, nachdem sie den Text gelesen haben. Man müsste dann ja auch Verantwortung für die aus dem Text resultierenden Missverständnisse übernehmen. Was wiederum dazu führen würde, dass man nur noch unmissverständliche Texte veröffentlichen dürfte. Das wäre dann das Ende jeder Literatur.

Ein Vorteil, wenn man sich aus dem öffentlichen Diskurs weitestgehend heraushält: Man muss sich nicht so oft korrigieren.
Wenn ich diese Meldung richtig verstehe, dann stand der BND bezüglich des russischen Angriffs auf die Ukraine dermaßen auf dem Schlauch, dass man den BND-Präsidenten dort noch am Mittwoch fröhlich durch die Gegend tölpeln ließ und ihn anschließend mit einem Sonderkommando rausholen musste. Immerhin inspirierte mich diese – eigentlich für einen Jerry-Lewis-Film typische – Nummer zu einer Plotidee für eine ARD-Freitags-RomCom: Eine total verpeilte Geheimdienstchefin (Andrea Sawatzki) feuert ihren besten Mann, einen Zyniker, der sich an keine Regeln hält (Hardy Krüger jr.) wegen Insubordination. Als sie kurz darauf in einem überraschend von den Russen überfallenen Land festsitzt, ist es natürlich haargenau dieser Mann, der die Kohlen aus dem Feuer und sie zurück in die Heimat holt. Im Supporting Cast hätten wir Lauterbach als Putin, Ochsenknecht als Scholz, Simon Schwarz als intriganten Gegenspieler, der die GPS-Daten der Chefin fortlaufend dem russischen Geheimdienstchef (Tobias Moretti) zuspielt. Am Ende quittieren BND-Chefin und Agent den Dienst und eröffnen eine Süßwarenmanufaktur in Kampen oder Bad Gastein, je nachdem, welcher Sender produziert. Welthit.
Das Alter klopft an deine Tür, wenn du Spam erhältst, der einen Reinigungsschaum für orthopädische Fußeinlagen bewirbt.
„Was läuft denn da für ein Film?“ – „Der Pferdeflüsterer.“ – „Warum redet der Kerl so leise? Man versteht kein Wort.“
Auf dem Bürgeramt Kreuzberg gab’s erst heftiges Geduze und kumpelhaften Smalltalk mit einem linksalternativen Veteranen, der beim langen Marsch durch die Institutionen in der Pförtnerloge hängengeblieben ist. Anschließend wurde ich auf die Sekunde(!) pünktlich aufgerufen. Eine freundliche, kompetente Beamtin organisierte den Führerscheintausch binnen fünf Minuten. Kreuzberg – weltbester Stadtteil!
Mein Tweet der Woche:

Perfide Strategie: Karl Lauterbach versucht, Querdenker durch einen gezielten „Mental Overload“ auszuschalten.
Kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein selbstgeklöppelter Blumenkohlauflauf mit Crème fraîche, Schinkenwürfeln, Cheddar und Ergänzungsgemüsen. Die Kombination aus Blumenkohl und Cheddar wurde im Himmel erfunden.
Der Zweitplatzierte wurde im „Golden Brown“ auf den Teller gewuchtet: stilsichere Oldschool-Cuisine mit Cordon Bleu, Pommes und einem Hauch Salat. Um den Ruf des Lokals zu schützen, verschweige ich mal, dass die freundliche Bedienung mir dazu eine vollkommen deplatzierte Gorgonzola-Sauce angeboten hat
Hier laufen tatsächlich Menschen rum, die behaupten, Masken wäre ein Symbol der Unterdrückung. Nuja. Anzug und Krawatte sind in der Hinsicht eindeutig schlimmer. Meine 2 Cents.
Kulinarischer Wochenhöhepunkt waren selbstgeklöppelte Rotkohlsteaks, also in Scheiben geschnittener Rotkohl, mit Knoblauch-Öl bestrichen im Ofen gebacken und abschließend gratiniert. Hab ich zum ersten Mal gemacht, werde ich öfters machen.
Jeder noch so abstrusen Meinung oder Forderung eine Bühne zu bieten, ist keine journalistische Aufgabe. Man kann auch einfach mal sagen. „Für so einen Quatsch interessiert sich niemand.“
Warum versuchen Unternehmen, von denen ich seit Jahren nichts mehr gekauft habe, andauernd, mich für meine Treue zu belohnen?
Roastbeef vom Simmentaler Rind und Zitronensorbet, alles perfekt zubereitet.
Damit nicht genug, Am Freitag stellte sich meine treffliche Frau selbst an den Herd und fertigte einen Trialog aus Perlhuhn-Supreme, Schwarzkohl und ihrem eigen Signature-Tomatenconcassé, ein wunderbares Essen.
Einer erschütternd großen Menge von Menschen ist der Unterschied zwischen „Schreiben“ und „Wörter tippen“ gänzlich unbekannt.
Ich sehe es vor mir. Fantastisches Kopfkino.
Kulinarischer Wochenhöhepunkt war der Erstbesuch des
Runner-Up war ein küchentechnisch perfektes, auf den Punkt medium-rare gebratenes Pfeffersteak im
Der SPIEGEL-Titel der Woche, die meinem Geburtstag folgte. Eine Woche später hätte ich Sartre gehabt, zwei Wochen später sogar Elvis. Hmmpf.
Kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein Dreigang im „
Die Vorweihnachtszeit verbrachten wir damit, im Seebad Binz mal nachzuschauen, was an der Ostsee so los ist. Die Antwort: nicht viel.
Neuer, evtl. stilbildender Beitrag für meine populäre Serie „Die geduldigste, beste Gemahlin von allen fotografiert Dinge.“ Diesmal fotografierte sie: Binz.
Kulinarischer Wochenhöhepunkt war ein perfekt gebratener Kabeljau mit Senfsauce im Restaurant des „
Es war übrigens wirklich sehr, sehr schön in Binz. Wenn’s sich’s irgendwie ausgeht, fahren wir bald wieder hin.