Es reicht jetzt.
Es reicht jetzt.
Schon erstaunlich, dass ich nie von Lesern darauf aufmerksam gemacht werden, wenn mir bei der Nummerierung der Splitterbrötchen mal ein Fehler unterläuft. Was übrigens gar nicht so selten vorkommt. Ich könnte ja mal völlig willkürliche Zahlen…
War nur Spaß! War nur Spaß!
Verstörendes Produkt bei Aldi. „Lasagne-Suppe mit Wellennudeln“. In der Dose. Wo sonst?
Wenn man lange genug wartet, kann es vielleicht passieren, dass Resignation und Überdruss sich zum stabilen Fundament einer Barrikade vermischen.
Sportlich habe ich derzeit gegen den FC Bayern München nichts, aber auch gar nichts einzuwenden. Triple gewonnen, Super-Kader, besten Trainer der Welt engagiert, der total lässig auf Weltmann macht… Â Trotzdem: gelegentlich, wenn keiner guckt, sehne ich mich nach den Zeiten zurück, in denen unser Trainer nach Titelgewinnen die Lobby vom Kempinski-Hotel auf allen Vieren betrat, um dort mit Orangen nach dem Wandrelief zu werfen. Vermutlich bin ich pervers.
Das hab ich hunderte Mal gemacht, das ist mittlerweile eine fließende Bewegung von katzenhafter Eleganz: Schublade auf, Korkenzieher raus, Schublade zu, Eisschrank auf, Weinflasche raus, Schublade auf, Korkenzieher rein, Schublade zu, Schraubverschluss auf.
Gewissensfrage: Darf ein überzeugter Veganer sich einer Salami-Taktik bedienen?
Den Tweet der Woche verdanken wir John Honigmanoever:
Sohn fragt was Steuern seien. 47,5% von seinem Eis gegessen. Jetzt weint er. Scheints kapiert zu haben.
— JohnHonigmanoever (@Honigmanoever) August 27, 2013
Als ich geboren wurde, hatten in diesem Land gruselige alte Männer das Sagen. Ich habe mir damals geschworen, kein gruseliger alter Mann zu werden. Ist manchmal gar nicht leicht, den Schwur einzuhalten.
Wann genau wurde eigentlich “Muss richtig Scheiße aussehen“ zur ästhetischen Prämisse für einen deutschen Fernsehfilm?
Print scheint in die Knie zu gehen. In dieser Woche habe ich im Schnitt 2 Cold Calls von Druckereien pro Tag bekommen.
Zufällig entstandener Salat, der sich als Hit bei der geduldigsten Gemahlin von allen und bei unseren Gästen erwiesen und somit seinen Weg ins Repertoire gemacht hat. Schöne Beilage zum Lamm, geht aber auch zu anderem Fleisch oder Fisch. Am Besten lauwarm.
Es braucht für ca. sechs Leute als Beilage: 1 große Dose weiße Riesenbohnen (wer unbedingt will, kann auch selbstgekochte verwenden), ca. 700g grüne Bohnen (nett0), ein paar Tomaten, 1 rote Zwiebel, Knoblauch, Senf, Weinessig, Olivenöl, Petersilie.
Die weißen Bohnen abgießen, ca. drei Esslöffel der Bohnen mit ein wenig Brühe oder etwas Flüssigkeit aus der Dose erhitzen und mit dem Kartoffelstampfer oder Schneidstab pürieren. Aus dem Bohnenpüree, einer durchgepressten Knoblauchzehe, 1 Esslöffel Senf, Salz, Pfeffer, Weinessig und Olivenöl eine sämige Salatsauce rühren. Zwiebeln in Ringe schneiden, Tomaten in mundgerechte Stücke. Bohnen, Tomaten und Zwiebeln mit der Salatsauce vermengen, Ende der Vorbereitung.
Kurz bevor das Zeugs auf den Tisch soll, die grünen Bohnen bissfest kochen, abgießen, und unter den Salat heben, der jetzt warm bis lauwarm und mit ordentlich Petersilie bestreut serviert werden kann. Mehr ist nicht, schmeckt aber. Mahlzeit.
Ich kann mittlerweile „Ich mag keine Cold Calls“ mit einem derart latent gefährlichen Unterton sagen, dass sie sofort auflegen.
Für die charmanteste Klassifizierung der Woche danke ich Leo Fischer, der in der Jüdischen Allgemeinen Günter Grass trefflich als „Schmunzellyriker“ einsortierte.
Inzwischen gibt es Museen, die jünger sind als ich. Museen!
Mehrfach daran gescheitert, dass Wort „Singlesein“ unfallfrei zu lesen. „Wie jetzt? Singen und Lesen in… Ja, wo denn?“
Die Mahlzeit der Woche: Tafelspitz mit Grie Soß‘. Warum mach ich das nicht öfter?
Es könnte sein, dass der Obama-Administration gelingt, woran selbst Bush jr. scheiterte: mich zum Anti-Amerikanisten zu machen.
Da ist in London ein 21jähriger junger Mann gestorben, offenbar hat er sich als Praktikant bei einer Bank totgearbeitet. Er galt als hochbegabt. In einem SpOn-Artikel zu diesem Thema ist von „All-Nightern“ die Rede, die die Nächte durch rabotten und deswegen als Helden gefeiert werden bzw. sich selbst als Helden feiern. Ist wohl so üblich unter Bankern.
Hier wurde also offensichtlich ein hochbegabter junger Mann auf Quantität gedrillt, statt – wie es bei einem Hochbegabten logisch wäre – seine Qualität zu fördern. Ist das erstaunlich? Überhaupt nicht. Wir leben mittlerweile in einer Gesellschaft, in der das Niveau von Deppen bestimmt wird, und Deppen können gegenüber klugen Menschen nur eine Strategie fahren: sie auf ihr Niveau runterziehen, um sie dort mit Erfahrung zu schlagen. Und deshalb werden in Banken blind Überstunden gekloppt, damit nur ja keiner auf die Idee kommt, mal fünf Minuten nachzudenken und dabei vielleicht den ein oder anderen Zusammenhang zwischen der ein oder anderen ökonomischen Gegebenheit zu erkennen.
In besagtem Artikel fällt das Stichwort „Überstundenkultur“. Typisch Deppen: die eigene Unfähigkeit, Arbeit in einem vernünftigen Zeitrahmen zu erledigen, zu einer besonderen Leistung, gar zu einer „Kultur“ hochjazzen.
Wirklich erstaunlich ist, warum es die Hochbegabten und die Hochintelligenten sind, die sich totarbeiten. Und warum den Pofallas keine Lebensgefahr droht.
Den Text der Woche schuf ein unbekannter Groupon-Mitarbeiter:Â „Wenn jemand sehr sensibel ist, sagt man, er sei zart besaitet. Wie gut, dass es bei einem Besuch im XXXÂ keine Rolle spielt, wie sehr oder wenig empfindsam man ist. Eines steht jedoch fest: die Köstlichkeiten, die mit unserem heutigen Groupon ihren Weg auf den Teller finden, sind so zart, dass die Saiten einer spanischen Gitarre vor Begeisterung alles andere als zurückhaltend schwingen würden.“
Schönen Salat zur Lammkeule improvisiert: grüne Bohnen, weiße Riesenbohnen, Tomaten, rote Zwiebeln, rote Paprika (gebraten), zerzupfte Romana-Blätter, dazu eine Sauce aus pürierten weißen Bohnen, Knoblauch, Weißweinessig und Olivenöl. Beim nächsten Mal lass ich die Salatblätter weg.
Faszination Orthographie: Heißwasser-Beuler.
Warum besteht das IOC darauf, Olympische Spiele an Länder zu vergeben, die sich der Zivilisation verweigern?
Vergebliche Suche nach einer sprachlich und politisch korrekten weiblichen Form des Wortes „Sündenbock“. „Sündenzicke“ klingt von vornherein problematisch, der Vorschlag „Sündengeiß“ ist mir zu alpin. Die Suche dauert an.
Den Lapsus der Woche leistete sich der Axel Springer Verlag: man versteckte einen Kommentar von Hugo Müller-Vogg hinter der Bild-Plus-Bezahlschranke. Das KANN nicht klappen, wenn überhaupt, dann funktioniert’s nur umgekehrt: Man müsste die Leute dafür bezahlen, dass sie den vorhersehbaren Quatsch von Müller-Vogg lesen.
Merkwürdig, dass ich bei den Pokal-Auftritten von Hertha BSC immer an Anke Huber denken muss.
Die Zahl der Menschen, die es nicht ertragen, wenn der Lebensentwurf anderer Menschen von ihrem eigenen abweicht, scheint ständig zu steigen. Das finde ich ein wenig bedenklich.
Wurde hierzulande eigentlich schon mal was verändert, ohne dass gleichzeitig der Untergang des Abendlandes ausgerufen wurde?
Für den Spam-Kommentar der Woche bedanke ich mich bei FAG/INA Spherical Roller bearings, das ist richtig großes Tennis: „De – Larch tried to sidestep as if his attacker were a slow moving bus he could easily dodge, but the oncoming werewolf veered to match him. I guess that in light of everything that I had told her about him, she was just as shocked as I was. Just as the cold defeats summer, so time defeats love.“
Sagen Sie mal, Diekmann, muss ich mir angesichts einer sauschlappen Headline wie „Staatsanwalt fegt Kokain-Verdacht vom Tisch“ ernsthaft Sorgen um Ihren Laden machen? Normalerweise wäre „Staatsanwalt verschnupft: Kokain-Verdacht ist Schnee von gestern“ ja wohl das mindeste gewesen, was ich von einem Qualitätsblatt wie der BILD erwarten darf.
„Nur der Wahrheit verpflichtet“ ist der neue Claim des SPIEGEL Nun ja, dass man seine Leser nicht anlügt, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Deshalb habe ich vor ca. einem halben Jahr auch aufgehört, mir den SPIEGEL zu kaufen, u. a. wegen der einseitigen, Fakten verdrehende, Fakten ausblendenden und verlogenen Berichterstattung  durch Beate Lakotta über den Fall Gustl Mollath und der Nicht-Reaktion der SPIEGEL-Redaktion auf hunderte Leserkommentare, die Frau Lakotta z. T. gravierende Unrichtigkeiten nachgewiesen haben. Ich mag nicht spekulieren, aber hier scheinen mir noch andere Verpflichtungen im Spiel zu sein.
Nur mal so ins Unreine gedacht: Wenn das Leistungsschutzrecht nun nur ein Verkaufsargument war, um der Funke-Gruppe die maroden Springer-Blätter schmackhaft zu machen? „Na klar, mit Hör Zu und Co. geht’s bergab, aber wir boxen euch mit unserem Kampagnen-Knowhow und unserer Lobby-Power ein Gesetz durch, mit dem ihr Google richtig melken könnt, das rechnet sich dann für euch!“?.
Die Vorfreude auf den Podersdorf-Urlaub 2014 hat begonnen.